Weincasting™ Wine is punk!

1987 Château Latour

Dienstag, 06. Jan 2009 · Kommentare

CL87

Es gibt nicht viele, echte Legenden in der Weinwelt. Château Latour gehört aber mit Sicherheit dazu. Und dies wissen eben nicht wenige.
So gibt es eigentlich nur zwei Wege um an einen guten Latour zu kommen. Entweder man gehört einer Gruppe an, die zu Weinevents geladen werden, um dann pflichtgemäß positiv zu berichten. Oder aber man gibt bis zu einen guten Monatslohn eines Arbeiters aus, um sich eine Flasche eines Top-Jahrgangs zu ergattern. (und o.g. Events kozufinanzieren.)
Einen Ausweg bieten aber solche Jahrgänge an, die laut Château eher von ‘mediocre quality’ oder mit anderen Worten eher besch***** sind. Und wenn man clever ist oder mehr Glück als Verstand hat, bekommt man solch eine Flasche zu einem Preis, bei dem ein Flop nicht zu sehr schmerzt.
Aber weit gefehlt, nach dem entkorken des Oldies weht einem ein ziemlich agiler Duft von Heidelbeeren um die Nase. Satt und gar nicht kitschig. Und im Glas setzt sich das Ganze auch fort bis… Ja, bis man merkt, dass auch Legenden nicht zaubern können. Man könnte meinen, dass man beim abfüllen ordentlich mit Wasser gestreckt hat. Wer also noch rein zufällig einen 87er Latour im Keller hat sollte langsam öffnen. Aber nicht zu langsam trinken. Denn nach einigen Stunden kommen unter dem Fruchtmäntelchen die ersten Falten des Alters zu Tage. Trotzdem, Spaß hat er gemacht. Auch als eher dünner Jahrgang noch mit Charakter und vor allem als… naja…  ‘Schnäppchen’.

Song zum Wein:
Madonna - ‘Material Girl’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Tags: Pauillac · Über 50€ · Bordeaux · Frankreich

Bottle Shock

Freitag, 02. Jan 2009 · 1 Kommentar

BS

Bottle Shock ‘is a temporary condition of wine characterized by muted or disjointed fruit flavors’ und der Titel des Films von Randall Grahm Miller. Er basiert auf der Story der Weinjury von Paris. Jener Blindprobe, welche von Steven Spurrier 1976 organisiert wurde. Und bei der zum ersten Mal, die bis dato vorbehaltlos geachteten französischen Weine geschlagen wurden. Durch die bis dahin nicht ganz so beachteten Weine aus dem Napa Valley in Kalifornien.
Soweit die Vorlage. Und das waren bis auf einige Kleinigkeiten auch alle Gemeinsamkeiten mit dem Film.
Steven Spurrier (Alan Rickman) macht sich ins Valley auf, um dort Weine für seine Probe einzusammeln. Schließlich will er es den stocksteifen, arroganten Weinspiessern einmal zeigen. Ein guter Vorsatz, denn an deren Häufigkeit hat sich in der Weinszene auch nach 1976 nicht viel geändert. Leider verpufft dieser Effekt darin, dass die Spiesser eben nur die Franzosen an sich zu sein scheinen. Nun ja, man ist ja auch in einem amerikanischen Film und die Bösen sind ja schließlich das alte Europa. Auch sonst scheint man über Frankreich nicht viel zu wissen. Außer dass man dort in den 70ern (so wie heute?) praktisch ausschließlich La Déesse oder Döschewo gefahren ist und die Landschaft um Paris so ungefähr wie in Süditalien aussehen müsste. Zum Glück wird nicht ständig der Eifelturm durchs Bild getragen.
Im Prinzip spielen auch ca. 95% der Handlung in Kalifornien und um die Chateau Montelena Winery. Um dessen Eigentümer Jim Barret (Bill Pullman) und seinen Sohn Bo (Chris Pine), die es auch in echt gibt, wird alles gegeben. Lovestory, Vater-und-Sohn-Drama, Verkannter-Underdog-findet-endlich-Anerkennung. Und natürlich ein Happy End. Neben dem wunderbar poshy Alan Rickman erfreut auch die Kamera, so sie denn nicht gerade allzu kitschige Bilder liefert.
Wer also einen easy looking watching Film erwartet und wem schon Sideways gefallen hat, wird auch hier seine Freude haben. Wer auf eine authentische Darstellung der Weinjury von Paris und ein paar weniger Klischees erwartet, der wird wohl enttäuscht werden.
So man ihn überhaupt  zu sehen zu bekommt. Denn seit Sommer 2008 läuft er in ausgewählten Kinos, was für Deutschland Fehlanzeige bedeutet. Vielleicht auch gut so, denn die grassierende Kurzinfo ‘Komödie über die Anfänge des Weinbaus in Kalifornien im Jahr 1976′ zeugt von einer überaus hohen Sachkenntnis über Film und Wein an sich. Wie dem auch sei, für die Mainstreamkinos ist er unsynchronisiert wohl zu special und für die Programmkinos offenbar zu mainstreamig.
So kann man heutzutage zwar Unterwäsche in Australien ordern, aber in Zeiten von Video on Demand und superschnellem Internet bekommt man diesen Film nicht mal für Geld und gute Worte zu sehen.
Da bleibt einem nur, irgendwo auf der Welt das passende Kino zu finden oder auf die DVD zu warten. Und die lässt sich ab Anfang Februar auch in aller Welt ordern. Sofern dann die Regionalcodes mitspielen…

Tags: Film & Wein

2006 Sito Moresco Langhe D.O.C. [Angelo Gaja]

Montag, 29. Dez 2008 · Kommentare

SiMo

Es soll Leute geben, die meinen Angelo Gaja wäre der beste Winzer Italiens. Hmmm. So ganz falsch ist das aber nicht.
Leider hat solch ein felsenfester Ruf (Oder sollte man besser carrara-marmor-fester Ruf sagen?) einen Nachteil: Die Preise. Die reinen Lagenweine von Gaja sind im Handel praktisch nicht unter 100 Euro  zu bekommen.
Aber es geht auch anders. Wenn man sich den Sito Moresco greift. Ebenfalls ein Gaja aus dem Piemont, aber eine Cuvée aus Nebbiolo, Merlot und Cabernet Sauvignon.
Das macht den Wein um viele Scheine günstiger, aber bestimmt nicht (viel) schlechter.
Der Sito Moresco ist voll in der Nase und rund auf der Zunge. Dazu gibts praktisch gratis fruchtige Johannisbeeren, ein klein wenig Vanillestange. Alles jetzt fein trinkbar oder so man hat, ab in den Keller damit. Gut ausbalanciert zwischen anspruchsvoll und easy trinking.

Song zum Wein:
Toni Esposito - ‘Fiaba Moresca’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Tags: Piemont · 30 bis 50€ · Italien

Weinblogs. Das war 2008.

Dienstag, 23. Dez 2008 · 3 Kommentare

Das Jahr 2008 nähert sich nun intensiv seinem Finale. Für viele ist die Zeit einmal zurückzuschauen.
So auch für mich, mit meinem Blick auf die Szene.
Vor einiger Zeit habe ich mich von meiner Blogroll getrennt und über Bord geworfen. Es war eine sehr gute Entscheidung. Ich habe dieses Ding nie wirklich gebraucht und gemocht. Und, die Erfahrung gab mir recht. [Weiterlesen… →]

Tags: WC Lektüre · News

The Naked Wine Show

Donnerstag, 18. Dez 2008 · 5 Kommentare

Nee, der Naked Chef macht jetzt nicht noch in Wein. Aber es ist schon nicht einfach mit einem Vlog (Video Blog) über Wein, aus der Masse herauszuragen. Obwohl man bei Video und Wein gar nicht von Masse sprechen kann. Jedenfalls ist Gary Vaynerchuk offenbar immer noch das Urmeter, welches seinen Nachahmern von ihm Inspirierten offenbar keinen großen Gestaltungsräume lässt.
Um gegen Gary V. anzukommen müssen schon blanke Tatsachen her. So hat Susan Sterling ‘The Naked Wine Show‘ erfunden. Und das beste daran ist, die Videobeiträge sind zwar ziemlich amerikanisch, aber angenehm kurz.

The Naked Wine Show

Übrigens, falls einsame Weintrinker jetzt den Feierabend kaum erwarten können, die Videos sind in jeder Hinsicht sehr amerikanisch. Tja.
(via)

Tags: Video · News

Unemployment Nights: Wine for under 10 bucks and more

Montag, 15. Dez 2008 · Kommentare

UN
Unemployment Nights, ist das Blog von Tania und John aus US and A. Und passend zur beginnenden gegenwärtigen Wirtschaftskrise berichten sie über ihren Alltag. Denn Tania und John sind, wie der Name des Blogs schon sagt, arbeitslos. Beide schreiben über ihre, nicht gerade einfache Situation, aber mit einer ordentliche Portion Galgenhumor.
Und so sind sie auch der Meinung, just because you’re broke doesn’t mean you don’t party und empfehlen gleich mal ein paar passenden Getränke. Weine für unter 10 Dollar!
Und zeigen damit nebenbei, warum Blogs in Amerika so viel erfolgreicher sind. Während deutschsprachige (Nicht-nur-Wein-)Blogs oft wochenlang über Rankings oder die eigene Bedeutung referieren oder z.B. darüber diskutieren, ob Weine unter fünf Euro überhaupt ein Genuss sein können, legt man dort oft einfach, ehrlich und authentisch schon mal los…

Tags: News

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