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We, Myself and Wine and Online. [3.Update]
Freitag, 4. Februar 2011

Man mag es nicht glauben, weincasting! geht nun irgendwie in das sechste Jahr und keiner hat was gemerkt.
Aber nun,  nachdem ich im letzten Jahr schon keinen Blick zurück geworfen habe, versuche ich es doch mal mit einem Auge auf das Jetzt und das Morgen.
Ja, die Onlineweinwelt ist bunter geworden. Blogs und Co. bemühen sich kräftig und man nimmt sie war. Mehr als früher jedenfalls. So dürfen Blogger zum Beispiel auch schon mal als solche auf Weinfachmessen.
Auch Presse und Verlage haben sich zaghaft dem Web 2.0 bzw. Wein 2.0 angenommen. (Jaja, inzwischen Begriffe mit einem Bart von hier bis zum Kaiserstuhl. Ich werde versuchen, sie nicht noch einmal zu bemühen.)
Allerdings holt man sich nicht etwa Blogger ins Boot. Man schickt hier und da seine Späher aus, ist natürlich gerne dort mit dabei wo es vermeintlich was zu holen gibt. Ansonsten macht man es selbst. Wer in der Redaktion den Unterscheid zwischen Facebook und Twitter halbwegs kennt, darf sich Onlineexperte nennen und vielleicht sogar in seinem Blog Redaktionsthemen recyceln. Apropos, natürlich arbeitet man fieberhaft an Apps für iPhone und Co. Damit soll ja richtig Geld zu verdienen sein. Da aber hier auch keiner so richtig Ahnung hat, gibt es auch höchstens ein paar digitalisierte Druckfahnen. Man muss ja erstmal abwarten. Vor lauter nachdenken um “Wie können wir schnell, mit wenig Aufwand, möglichst viel Geld verdienen?” bleibt die Kreativität auf der Strecke. Es reicht dann höchstens zum kopieren von vermeintlich erfolgreichen Formaten. Wir erinnern uns an den vergangenen Hype um die Videoblogs.
Hin und wieder steigt ein Journalist herab und erklärt der Onlinegemeinde – mehr oder weniger deutlich – wie doof man doch ist und wie man es richtig macht.
An Inhalten ändert sich nicht viel. Das Internet ist nach wie vor der Wurmfortsatz der Printinhalte. Konkurrenz hat man eh schon genug, die macht man sich nicht auch noch selber.
Alles in allem, eine prima Steilvorlage für Blogs und Co. Und was machen die? Nichts. Na, gut. Nicht viel. Bis auf einige wenige duckt man sich gerne weg und wartet bis das CO2 aus dem Glas raus ist. Nach wie vor gelingt es dem Onlineweindorf am besten Content aus sich selbst heraus zu produzieren. Wenn man sich streitet, dann oft darüber ob oder wie man sich streiten darf und am Ende siegt die Harmonie, will heißen: Wenn Ruhe im Puff ist, dann gibt’s kein Sorgen. Man sucht sich ständig und findet sich selten. Darüber vergisst man oft echte und vor allem interessante Inhalte auch für Außenstehende zu produzieren. Nur ein wenig lockerer und bunter reicht da nicht. Da muss mehr Klartext geredet werden. Und nicht nur im eigentlichen Sinne, sondern auch was ein ordentliches Maß an Transparenz angeht.
Und weincasting? Ich fasse mir bei aller Kritik natürlich auch gehörig selbst an die Nase. Nicht nur die lange Pause hat mir da noch den letzten Rest Staub von den Augen geblasen. Ich habe dieses Blog im letzten Jahr zwar schön aufgehübscht, hier und da sicher noch ein paar Pfeile im Karton, aber das genügt nicht. Die Luft ist raus und es geht auch nicht mehr einfach so nebenher.
Mehr klotzen statt kleckern, mehr ran an das Thema, weniger vor der eigene Tür kehren und mehr hinter die anderen Türen schauen. Das geht natürlich nur mit mehr Aufwand, einer gewissen oder besser, ordentlichen Professionalisierung. Keine Ahnung ob das nach meinen Vorstellungen funktionieren würde, aber einen Versuch wäre es sicher wert.
Ideen hätte ich da schon einige, aber die müssen überdacht… durchdacht werden. Aber ergebnisoffen. Und ein Umsetzen bräuchte Zeit, die ich im Moment und auch noch mittelfristig nicht haben werde. So kann ich mir auch gut vorstellen, bei aller Liebe zum Thema, meine Weinweisheiten in Zukunft für mich zu behalten. Wie dem auch sei, ob es weitergeht oder auch nicht, weincasting! muss, würde anders aussehen. Und das nicht nur in der Form.
Darum kann es zum jetzigen Zeitpunkt nur eine Entscheidung geben, damit es nicht peinlich wird,  um nicht wie manch anderes Blog in der endgültigen Belanglosigkeit zu enden: Dieser Blogbeitrag ist nicht nur der erste, im inzwischen nicht mehr ganz so neuen Jahr. Er ist auch der letzte, ever. Ende, Fin.
Das fällt mir nicht unbedingt leicht, man hat ja auch eine Menge Schweiß rein gesteckt. Aber, man soll bekanntlich aufhören, wenn… Na, Sie wissen schon.
Darum: Muchas gracias, an alle Leser! So Long, and Thanks For All the Fish.

PS. So ganz bin ich ja nicht verschwunden. Wer will, findest mich ja immer noch auf Facebook und Twitter. Und im richtigen Leben, natürlich.
PPS: Die Kommentare lasse ich noch eine gewisse Zeit „offen“. Zumindest so lange, bis kein Interesse mehr besteht.

[Update 10.02.2011]
So, langsam kann ich hier wohl Feierabend machen. Die Anbindung an Facebook ist schon gekappt. Demnächst kann ich wohl auch die Kommentare dicht machen.

[Update 12.02.2011]
Da sich der Bedarf mittlerweile in Grenzen hält, werden die Kommentare nun sukzessive geschlossen.

[Main Update 16.02.2011]
Weil es irgendwie doch noch zum Thema passt, aus aktuellem Anlass, ein kleines Update. Eine neue Generation von selbsternannten “Onlineweinleitmedien” schickt sich an, die alte ablösen. Wenn man aber genau hinschaut, bedeutet “neu” in diesem Falle aber mitnichten “besser”.
Aber vielleicht sind es auch nur Grabenkämpfe unter Weinjournalisten um einen Kuchen, der offensichtlich nur noch für einige wenige reicht.
Es scheint, als ob ich mit meiner Einschätzung nicht so daneben gelegen haben kann.
Eigentlich eine gute Steilvorlage für Weinblogger. Eigentlich.
Zur Erklärung hier zumindest zwei Links, aber nicht direkt. Warum, können Sie sich ja schon denken…
Link 1: http://drinktank.blogg.de/eintrag.php?id=3107
Link 2: http://www.captaincork.com/Weinleute/Weinblogs-das-Schiff-unter-Attacke
Das war’s dann aber wirklich. Danke.

Kreative Pause. Galore.
Dienstag, 7. September 2010

Zugegeben, kreative Pause klingt nicht gut. Für manche Castingbands war dies eine Umschreibung für den Anfang vom Ende. Und obwohl ich mir durchaus vorstellen kann bei weincasting! auch mal den letzten Vorhang fallen zu lassen, so weit will ich an dieser Stelle nicht gehen.
Es gibt aber seit einiger Zeit ein paar sehr, sehr spannende Projekte, die einfach meine ganze Aufmerksamkeit erfordern. Und diese Situation wird wohl auch noch einige Wochen anhalten. Da ich weincasting! zwar immer noch sehr mag, es aber nun nicht unbedingt mein Lebensmittelpunkt ist, muss, will und kann ich weincasting! auch mal länger Zeit mit Standgas fahren. Dies bedeutet, es wird zumindest an dieser Stelle, auch weiterhin ruhig bleiben. Da ich aber noch einige Themen in der Pipeline habe, kann sich aber trotzdem auch in dieser Zeit der eine oder andere Artikel hier her verirren. Muss aber nicht. We will see…

Weinblogs in Deutsch. Kommentierte Ausgabe. [Update_2]
Donnerstag, 22. Juli 2010

Auch wenn aus zeitlichen Gründen meine Outputfrequenz immer noch verbesserungswürdig ist, lese ich trotzdem auch andere Blogs. Obwohl, lesen teilweise nur kurz reinschauen, feedreadern oder so  bedeutet. Aber das genügt ja auch. Manchmal.
Der (extreme) Hype um die Blogs ist erst zu Twitter und jetzt zu Facebook weitergezogen. Geschadet hat dies nur den Blogs, die immer mehr sein wollten, als sie waren.
Blogs sind immer noch da und werden es wohl auch bleiben. Auch Posterous hat die older fashioned Blogs, wie schon zu erwarten war, nicht platt machen können.
Also, Grund genug sich die deutschsprachige Blogshäre mal im einzelnen anzusehen. Ohne Rangfolge, ohne System, einfach so.

Augsburger Weinblog
Geschrieben von einem Lehrer. Laut eigener Aussage geht es um „Wein, Verkostungsnotizen, Augsburger Weinrunde“.  Genau so isses.

Johner Wein Welten
Das Blog von Patrick Johner. Der ist Winzer. Er schreibt aber nicht nur über sich, den eigenen Wein und Onlinezeugs, sondern macht auch eigene kultverdächtige Videos darüber. Und manchmal, ja manchmal packt er auch seine Farfisa Weltraumorgel aus. So was mag ich.

La Gazzetta del Vino
Was Brigitte Büscher für Frank Plasberg ist, das ist für Dirk Würtz der Direttore (aka Philipp Erik Breitenfeld). Während es auf seinen Blog noch recht gemächlich zugeht, hätte er das Zeug im Social Media Weinballon die vakante Stelle von Mario Scheuermann als Chefpolemiker zu übernehmen. Allerdings steht der Karriere ein ganz großer Stein im Weg: Man ist kein Weinjournalist.

Don Simon
Noch so’n Italiener. Auf dem Blog von Simon Atzei geht es neben persönlichen Tastings, hauptsächlich um die von ihm angeschmissenen Twitterweinverkostungen, die ihn schon zu ein wenig Ruhm verholfen haben.

Weinkaiser
Klingt zwar abgehoben, der Chef dort heißt aber wirklich so. Allerdings Ralf und nicht Wein. Dazu gibt’s Weinerlebnisse und Tastings.

Vinum Blog
Oh, je. Wenn Zeitschriften denken nun auch noch bloggen zu müssen, dann wird’s oft übel. Aber Carsten Henn macht seinen Job hier gar nicht schlecht.

Der Weinlakai
Eben ist mir wieder eingefallen, dass es ja auf stern.de auch ein Weinblog gibt. Das leidet stark an der „Weiterlesen“-Verlinkinkungskrankheit.  Außerdem schreibt der Autor von sich selbst in der dritten Person. So was finde ich immer verwirrend…

Würtz Wein
Ja, gut. Am Würtz-Blog kommt man im Moment keiner vorbei. Und das ist manchmal ganz schön anstrengend, denn Würtz und Kollegen äußern sich wirklich zu jeden Thema. Und trotzdem findet er doch immer wieder ein spannendes Thema, auch für mich…

Weinakademie Berlin
Michael W. Pleitgen schreibt eben nicht nur über die Weinakademie, sondern zieht immer wieder Neuigkeiten aus der Branche und Online-Weinwelten hervor. Und das oft besser als manches Newsportal.

Winzerblog
Ein Urgestein in der Blogwelt, welches auch mal den Mund aufmacht. Hat aber in letzter Zeit hier und da leider etwas an Puste verloren. Das liegt wohl daran., dass der bloggende Kellermeister inzwischen (gefühlt) 25 Blogs, Foren, Facebook- und Twitteraccounts betreibt. Und so was schlaucht offensichtlich.

Weinverkostungen.de
Nicht nur nach eigener Meinung, sondern auch der eifriger Statistikauswerter, das Weinblog mit den meisten Lesern ever in der Szene. Das liegt wohl auch in einer ordentlichen Postingfrequenz, sowie mindestens ebenso eifrigen SEO-Aktivitäten.
Trotzdem macht Ruhm wohl nicht nur glücklich, ich verspüre seit einiger Zeit eine gewisse Lethargie.

The Drink Tank
Ja, der Mario Scheuermann. Seit gewissen Ereignissen ist es zumindest auf seinem Blog ruhiger geworden. Darüber wird nicht jeder traurig sein, aber früher gab es dort wenigstens immer wieder ein paar richtige Aufreger. Heute dominieren Pressemitteilungen, Südafrika und bebilderte Speisepläne.

Blind tasting club
Alex macht sein Ding. Was das eigentlich ist, weiß ich zwar nicht. Aber, er kommt ordentlich rum, schreibt schön über schönen Wein und über schöne Restaurants in aller Welt. Da er sich aus Bloggergedöns raushält, taucht er auch in keinen Ranking auf. Wieder mal ein Beweis dafür, das man selbige in die Tonne kloppen kann.

Originalverkorkt
Christoph Raffelt hat auch beruflich mit Wein zu tun. Das merkt man – im positiven Sinne – aber nicht. Auch so ein schön entschleunigtes Weinblog.

Wolfis Wein Worte
Wolfgang Fassbender ist einer der wenigen Weinjournalisten, die nicht immer alles besser wissen und dies auch noch jeden mitteilen müssen. Da man offenbar immer dann etwas schreibt, wenn man Lust dazu hat, ist die Postingdichte entsprechend. Leidet allerdings ebenfalls stark an der „Weiterlesen“-Verlinkinkungskrankheit.

Vinissimus
So grau wie das äußere ist der Inhalt zum Glück nicht. Ein typisches Weintagebuch, sach’ ich mal.

Bernhard Fiedlers We(in)blog
Hier kann man seinen Wein vom Winzer manchmal praktisch beim wachsen zusehen. Das hat manchmal was sehr beruhigendes.

Kaulwein-Weblog
Und schon wieder ein Winzerblog. Hier geht’s auch um die Weinelf, also um Fußball. Aber mit Wein ist der ja gut zu ertragen.

Weingut Steffens-Keß
Ein typisches Winzertagebuch. Im besten Sinne.

Der Ultes | Weinfachberater
Der Ultes führt den Weinfachberater im Namen, wie Ärzte den Doktortitel. Klingt trocken, ist es aber nicht. Hat vor allem  gute Connections zu allen Weinköniginnen…

Social Wine
Das (nicht mehr ganz so) neue Weinblog von Matthias Metze. Sein Marketingjob lässt im offenbar nicht so viel Zeit zum bloggen, wie es früher bei seinem alten Blog war. Schade eigentlich.

Port-Blog
Ja, es gibt ihn noch, den (das) Port-Blog. Und es ist immer noch eine die einzige Adresse wenn es um Port und Wein Portugal geht.

Der Schnutentunker
Anstrengend nicht zu wissen was hinter einen Blog steckt. Der Schnutentunker ist der Schnutentunker. Ich hege den Verdacht, dass es sich um ein männliches Mitglied unserer Gesellschaft handelt. Sicher bin ich mir aber nicht. ..

Werner Elflein | Mein Weintagebuch
Hier ist alles eindeutig. Und gar nicht sooooo trocken, wie man es von einem Mathematiker erwarten würde. Allerdings ganz ohne Punke kommt er dann doch nicht aus.

Der Weinschreiber
Immer wenn man denkt, dass der Weinschreiber das schreiben aufgibt, isser wieder da. So wie im Moment…

Übrigens, es kann durchaus sein, dass hier ein Blog fehlen mag. Aber ich kann ja nicht alles kennen, manches scheint mir unwichtig oder ich habe es schlicht und einfach vergessen.
Blogs auf Posterous habe ich bewusst vergessen. Blogs die keine sind, wie Portale, Wein-Tageszeitungen oder die, die sich nur als Blog tarnen, ebenfalls.

[Update 26.07.2010]
Wie zu erwarten war, habe ich doch ein paar Blogs vergessen, die ich nicht vergessen wollte.

BACcantus
Matthias Lubner und Stefan Schwytz schreiben nicht nur über Wein, sondern auch über Themen die man im weiteren Genussbereich  eintakten könnte. Da Stefan Schwytz Rechtsanwalt ist, könnte es jetzt für mich zwar unangenehm werden, aber… mit etwas weniger – auch animierter – Reklame würde es mir leichter fallen, nicht zum Feed-Reader zu greifen…

Weintipps von Michael Liebert
Auf den ersten Blick könnte man hier eine Art Portal oder so vermuten. Aber Michael Liebert gibt nicht nur Weintipps, er bezeichnet sich selbst als Weinblogger. Damit geht das an dieser Stelle klar. Außerdem hält er standhaft und tapfer die fast vergessene Tradition der Blogrankings aufrecht.

Weingut Lisson – Tagebuch einer Winzerin

Iris Rutz-Rudel darf man natürlich nicht vergessen. Sie ist nicht nur eine deutsche Winzerin in Südfrankreich, sondern auch die –weit und breit – einzige deutschsprachige Weinbloggerin. Selbst wenn sie nur belanglosen Blödsinn schreiben würde, man(n) könnte sie gar nicht ignorieren…
Darum taucht sie in Rankings wohl oft weit vorn mit auf. Das kann man aber nicht ernst nehmen, meint zumindest Captain Cork. Und der ist Weinjournalist, die kennen sich mit sowas ja aus.

St. Antony
Das ist nicht nur ein Weingut, das ist auch der Name des Blogs, des Weingutes. Hier geht es natürlich in erster Line (aber nicht nur) um den eigenen Wein. Ok, dass ist jetzt nicht so außergewöhnlich. Aber, wenn ich mich jetzt nicht sehr irre ist St. Antony, dass einzige VDP-Weingut mit einem echten Blog.

WorldWine Blog
„Die Menschen der Weinwelt auf ENO WorldWine“. Man ahnt es, hier erklärt uns ein Weinjournalist die Weinwelt. Theoretisch zwar noch 19 andere AutorInnen, aber praktisch wohl nur Eckhard Supp. Das macht er gelegentlich sogar recht unterhaltsam. Man merkt zumindest, dass er hier und da noch eine Rechnung offen hat. Zudem legt er sich gelegentlich gerne mit Bloggern, besonders mit dem Würtz an. Allerdings hat er seit Monaten wohl auch dazu keine Lust mehr. Liegt es am angekündigten „großem 2.0.-Relaunch von ENO WorldWine“?  Oder an einer Blogger-Depression?

Drunkenmonday Wein Blog
Hier ist man nicht nur am Montag betrunken. Das sagt man auch von sich selbst. Obwohl das bei einem Gruppenblog auch nicht schwer fällt. Und noch eines ist anders: Während manche Einzelblogger gerne von sich als „wir“ schreiben, schreibt die Gruppe hier als „ich“. Das kann nur ein Zeichen eines sehr stark ausgeprägten Wir-Gefühls sein.

der weinfreak
Seinem Logo zu folge, heißt der weinfreak ja eigentlich weinfre@k. Aber da weinfreatk keiner aussprechen kann, nennt er sich einfach weinfreak.
Ansonsten geht es um Weinralleys und Wein. Außerdem stellt er seinen Lesern gerne Fragen und hat einen eigenen „Weingarten Zwonull“ mit zweikommanull Rebstöcken.

riesling|blog
Felix Eschenauer schreibt hier – nicht nur mäßig, aber nicht so regelmäßig – über Riesling. Überprüft habe ich das zwar nicht., es scheint aber so zu sein. Zumindest annähernd.

WeinSpion
Der WeinSpion stützt sich wie viele Spione auf ein Netzt von Agenten. Offenbar wurde er von diesen im Stich gelassen, denn seit einigen Monaten herrscht hier Funkstille.
Eventuell hat ihn Blofeld erwischt. So lautet sein Motto wohl nun „Das Leben war zu kurz für schlechten Wein“.

[Update 30.07.2010]

Erstaunlich, dass einem immer noch Weinblogs durch die Lappen gegangen sind. Also noch einmal eine Ergänzung. Und diesmal sind doch tatsächlich auch noch Frauen dabei.

six-to-nine
Es soll Leute geben, die halten das Blog von Pivu für ein Bierblog. Dabei stimmt das gar nicht. Warum ich ihn bisher hier vergessen habe, kann ich gar nicht sagen. Vielleicht liegt es an der etwas flachen Blogfrequenzkurve…

Herrenhof Lamprecht
Gottfried Lamprechts Winzer-Weinblog ist nicht nur selber geschrieben, sondern auch selber gemalt. Und so was gefällt mir schon mal gar nicht schlecht…

Der Weinspitz.
Das ist nicht nur das Weinblog der Wine-Times, sondern auch von Helmut. O. Knall, den manche auch Knalli nennen dürfen. Dinge von ihm lese ich zwar gerne, was für einen Weinjournalisten nicht selbstverständlich ist (Vielleicht liegt es ja daran, dass er auch selbst Wein macht). Trotzdem ist mir erst jetzt aufgefallen, dass er auch ein Weinblog hat.

Weingut Simon-Bürkle
Es ist schon nicht einfach, dass Weinblog der ehemaligen Weinkönigin Susanne Bürkle zu finden. Erschwerend kommt dazu, dass man sich auf den ersten Blick auf Drunkenmonday wähnt. Hat man diese Schwierigkeiten aber überwunden, ist man tatsächlich auf einem Weinblog, auf dem eine Frau bloggt.

theresa blogt…
…auch über Wein.  Und das sogar schon seit einiger Zeit. Trotzdem verwundert es, dass man die Moselweinprinzessin Theresa Arns nicht auf Anhieb findet. Was allerdings nicht verwundert, dass der Ultes auch bei ihr in der Blogroll steht.

So, liebe Leser. Da dieser Beitrag nicht als „Liste aller deutschsprachigen Weinblogs“ angelegt war und ist, soll es jetzt mal gut damit sein. Wer mehr braucht, kann gerne mal bei genussblogs.net vorbeischauen. Ich schließe natürlich nicht aus, solch einen Artikel in Zukunft noch mal zu wiederholen. Korrigiert, ergänzt, wie auch immer. Schaun mer mal.

Mosel bridge over troubled water
Freitag, 16. April 2010

Ich hatte ja schon mal vor knapp einem halben Jahr, spät und auch nur kurz auf das Thema „Hochmoselübergang“ hingewiesen. Nur kurz, weil man aus Dresden heraus besser die Klappe hält, was neue Brücken in einem sensiblen Umfeld angeht. Und spät, weil auch schon damals der Zug praktisch abgefahren war.
Hinter dem Wort „Hochmoselübergang“ versteckt sich eine Brücke. Nicht besonders schön, aber dafür hoch. Hoch über der Mosel soll sie endlich jeden Menge Verkehrsprobleme lösen. Darum war das Wort Brücke allein wohl zu profan.

Dabei bin ich eigentlich ein Freund von Brücken. Gerne auch von großen, richtig großen. Aber während in anderen Ländern ein paar Euro mehr in die Hand genommen werden um eine Brücke von Könnern in die Landschaft einzupassen, wie zum Beispiel bei der Sunnibergbrücke, liegen hier die Prioritäten – wie so oft – anders. Schnell, breit, stark. Die Umgebung wird an die Brücke angepasst.
Oder in Planerdeutsch, es geht um die Verbesserung der Infrastruktur. Sollen viele Menschen nicht schneller und besser ans Ziel kommen? Nutzt das nicht auch der Wirtschaft, schafft oder sichert man damit nicht Arbeitsplätze?
Dass es immer jemanden gibt, der dagegen ist, ist auch klar. Fast jeder möchte schnell von A nach B. Nur die dazu passende Autobahn soll doch bitte durch des Nachbars Winzergarten führen, nicht durch den eigenen. Natürlich gehören zu einer solchen Brücke auch noch die entsprechenden Zugänge, also Straßen. Und wenn man dabei Weinbergslagen wie Wehlener Sonnenuhr, Zeltinger Himmelreich oder Bernkasteler Doctor tangiert, dann tangiert man sie ja nur. Außerdem haben alle Gerichte das Ding jetzt abgesegnet. Basta.

Hochmoselübergang

Doch schaut man sich die Sache mal genauer an, gibt es schon einige Zweifel, ob sie denn wirklich so unausweichlich wichtig ist. Zu viel scheint hier nach dem Prinzip Hoffnung kalkuliert worden zu sein. Und wenn das Geld vom Konjunkturprogramm schon mal da ist … kann man ja mal Fakten schaffen.
Und nun kommt der Widerstand doch noch in einer breiteren Öffentlichkeit an. Von der Bürgerinitiative gegen die „B 50 neu“ mal abgesehen, haben sich bislang nur unmittelbar betroffene Winzer wie Ernst „Ernie“ Loosen und Weingrößen wie Hugh Johnson, Jancis Robinson oder Stuart Pigott gegen das Projekt stark gemacht.
Jetzt gibt es, als letzten Hoffungsanker sozusagen, eine Onlinepetition. Diese sind gerade groß in Mode, also warum nicht auch hier. Außerdem geben sie den Unterzeichnern ein gewisses „Ich hab ja was getan“-Gefühl. Wirklich etwas bewegen können sie wohl nicht. Da reicht allein Blick auf ein paar vergangene Petitionen.
Und ein wenig scheint sich hier das Dresdner Brückendilemma zu wiederholen. Es scheint gar nicht mehr so richtig um die Brücke zu gehen, zumindest nicht allen. Hier geht es um Macht. Und die gibt die Politik ungern aus der Hand. Ministerpräsident Beck und sein Verkehrsminister Hering (beide SPD) werden sicher einen Teufel tun hier noch einmal umzufallen. Das schlimmste was einem als Politiker passieren kann. Nächstes Jahr sind schließlich Parlamentswahlen im Lande. Da heißt es die Reihen geschlossen zu halten und der Opposition keine Munition zu liefern.
Die müsste eigentlich mit den Hufen scharren. Tut sie aber nicht. Spitzenkandidatin Julia Klöckner (CDU), immerhin ehemalige Weinkönigin und Chefredakteurin des Sommelier-Magazins, hält sich auffällig, unauffällig zurück. Warum auch nicht? Mit Lobbyisten verdirbt man es sich gerade in der CDU nicht. Und sollte es mit der Wahl klappen, hat der Beck genug Tatsachen geschaffen, damit man nicht mehr zurück kann. Denn nichts ist schlimmer in Deutschland, als eine Investruine. Und für das Negative kann man mindestens über die erste Legislaturperiode die Vorgängerregierung verantwortlich machen. Da ist wohl nichts zu erwarten.
Apropos, während bei ähnlichen Themen schon mal hunderte Bauern mit ihren Traktoren die Bundesstraßen blockieren, halten sich die Kollegen Weinbauern zurück. Parallel zur zunehmenden, räumlichen Entfernung vom Ort, nimmt auch das Interesse am Thema ab. Der Hang zur Aufmüpfigkeit scheint bei der deutschen Winzerschaft, im Unterschied zu ihren französischen Kollegen, ja sowieso unterentwickelt zu sein.
Im Gegensatz zu manchen Vertretern des deutschen Weinjournalismus. Aber merkwürdigerweise herrscht , bis auf wenige Ausnahmen, Totenstille. Hier sind es allenfalls die Kollegen aus Österreich oder eben dem Vereinigten Königreich, die sich bemerkbar machen.
Sollte man doch noch etwas bewirken wollen, kann man nur noch auf die Masse setzen. Nur wie diese erreichen? Womöglich rächt sich hier das Verhalten einiger Teile der Weinbranche. Die elitäre Denke vergangener Jahre hat die Gefolgschaft viele Weintrinker gekostet oder erst gar nicht gewonnen. Und wer seinen Wein beim Discounter kauft, wird vielleicht mit dem Namen Rolex etwas anfangen können, aber kaum mit einer Wehlener Sonnenuhr. Geschweige denn dafür zu begeistern sein. Ein Riesling für 60 Euro? So what?
Möglich, dass ein Prominenter diese Stimmung ändern könnte. Ein Zugpferd? Manfred Klimek (Captain Cork) fragt zum Beispiel nach Lafer und Lichter. Es ist allerdings anzunehmen, dass diese sich lieber auf der Verpackung eines Fertiggerichtes sehen, als auf einem politischen Plakat. Und Mälzer kann ja nicht alles machen.
Wie wäre es mit dem Neuwinzer und VDP-Mitglied Günter Jauch? Wer solch eine Kuh vom Eis bringt, der kann dann auch Bundespräsident werden.

Mehr zum Thema:
Bürgerinitiative gegen B50 neu und Hochmoselübergang
Website Hochmoselübergang Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz
ZDF Frontal21: Monsterbrücke bedroht Kulturlandschaft (Youtube Video)
Dirk Würtz | Hochmoselübergang – AUFWACHEN!!!
TVINO | Stoppt die Hochmoselbrücke
Der Weinschreiber | Hochmoselübergang: Wer stoppt endlich diesen Wahnsinn?
Johner Wein Welten | B50 neu – Moselbrücke Verschandelung einer Kulturlandschaft
Captain Cork | Wie man die Moselbrücke killt
Captain Cork | Moselbrücke: Wer ist Mister X?
Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter (VDP) | Geht Infrastruktur vor Spitzenlagen?
Der Ultes | Moselweine – oder: Mosel weine! Petition gegen den Hochmoselübergang

Weincasting! goes five, new and blue
Dienstag, 6. April 2010

Weincasting! darf sich in diesem Jahr sein fünfjähriges Bestehen an den Kragen heften. Darum war es an der Zeit, die letzten Wochen zu nutzen, hier kräftig aufzuräumen und umzubauen. Nebenbei, darum hat es auch etwas gedauert.
Aufmerksame Leser dürften das schon gemerkt oder geahnt haben. Erst der Serverumzug hin zu PHP 5, dann still und heimlich auf die neuste Wordpressversion geupdatet und endlich die Permalinkstruktur geändert. Genau, aus den Permalinks sind seit einigen Tagen die Fragezeichen verschwunden.
Und jetzt dürften es alle merken, denn sowohl Template, als auch Layout sind neu. Auch Dank der phantastischen, technischen Zuarbeit der Informationsarchitekten ist jetzt alles neu, bis in die letzte Schraube.
Der Name kommt nun als Wortmarke mit Ausrufezeichen: weincasting! Das eigentliche Logo, wurde um ein paar Beine ergänzt und kann damit endlich ohne Hilfe laufen und erscheinen.
Weg mit den Gimmicks in den Keller, hin zu mehr Weißraum und einer neuen Farbe. Denn was ist das Beste an einer guten Flasche Wein? Richtig, ein leichter Rauschzustand. Und darum gibt es weincasting! nun in einem leichten Blau.
Das Blog kommt nun bei Bildschirmauflösungen ab 1024 × 768 Pixel am besten rüber. Also auch jene mit 2560 x 1440 Pixel können das Browserfenster endlich mal ordentlich aufziehen.
Da 2/3 der Leser mit Firefox 3+, Safari, oder Google Crome angetrottet kommen, können diese auch alle neuen Features schön sehen. Denn weincasting! arbeitet jetzt schon mit HTML 5 und CSS3 Standards. Internet Explorer Benutzer bekommen jetzt wohl Schweißausbrüche. Aber auch diese werden, bis auf ein paar optische Einschränkungen, hier weiter klar kommen. Jedenfalls bis zur Version 6 herunter. Besserung könnte es mit der Version 9 geben, die im Herbst folgen und sich (mal wieder) endlich an die Standards halten soll. Oder sie schauen sich doch einmal Firefox und Co an. Ähnliches gilt hier übrigens für Opera 9 und 10.
Wer aber versionstechnisch drunter liegt, also immer noch mit einem fast zehn Jahre alten Browser unterwegs ist, dem ist nicht mehr zu helfen.
Moment? HTML5, CSS3, und JavaScript? Damit ist weincasting! auf dem besten Wege um  iPad ready zu sein. Ready for iPhone/Android ist es übrigens jetzt schon. Denn dafür gibt es eine eigene Version.
Richtig viel hat sich übrigens auch an der Struktur getan. Auf den Gewohnheiten der Leser aufbauend, wurde auch hier kräftig Ballast von Bord geworfen. So gibt es nur noch wenige Kategorien.
Aktuell, Tastings, Leute, Vermischtes, Medien und natürlich die WC! Lektüre. That’s it. Das Archiv gibt es natürlich noch, nur nicht mehr in seiner bisherigen Form. Über das Menü und die entsprechenden Punkte kann man sich die jeweils bis zu 200 Artikel der einzelnen oder aller Kategorien anzeigen lassen. Dazu gibt es ein Echtzeitsuchfeature welches sich gewaschen hat.
Das komplette Archiv kann man natürlich auch durchsuchen. Mit dem Eingabefeld ganz unten im Blog. Einfach Suchbegriff eingeben und schon geht’s los. Wer möchte, kann sich natürlich auch weiterhin Artikel für Artikel durchklicken.
Übrigens, wer das komplette weincasting! getwittere ohne Twitter Account verfolgen will, kann dies jetzt auch direkt, hier auf der Webseite. Dass die Darstellung manchmal etwas buggy ist, liegt aber an den üblichen Performanceproblemen von Twitter.
Natürlich wird weincasting! auch weiterhin nicht auf der Stelle stehen bleiben. In der nächsten Zeit kommen hier und da noch ein paar Sachen dazu. Ein paar weitere Features und auch inhaltliche…
Außerdem sollte sich jetzt wieder die Postingfrequenz etwas erhöhen. Was sich nicht ändern wird, ist natürlich die Schreibe auf weincasting!.
Ach so. Trotzdem alles ausgiebig getestet wurde, ist es natürlich nicht auszuschließen, dass hier und da noch in paar Dinge gefixed werden oder im echten Leben bewähren müssen. And Now for Something Completely Different

[Nachtrag]
Es gab nur ein paar kleine Probleme mit dem “Get Recent Comments”-Plugin und einem “doppelten” Datum bei den Kommentaren. Beides läuft jetzt ordentlich.

ProWein 2010. Lieber Blogger…
Donnerstag, 18. März 2010

In drei Tagen ist es nun soweit, die ProWein 2010 startet. Dies merkt man ganz besonders am erhöhten Postaufkommen. Darunter ist, wie sollte es anders sein, eine Menge Müll. Aber auch die eine oder andere wirklich schöne Einladung, wie zum Beispiel vom Unione Consorzi Vini Veneti D.O.C.:

Lieber Blogger,

Meine Name ist M***** L****,

Ich fordere eine Nahrung und Wein’s Event, eine Verkostung des Italienisch Wein aus Veneto Region, der wird erfolgen in Prowein 2010 Messe, in Dusseldorf erfolgen.
Wir werden nämlich bei Stand 3 Halle 3 STAND J 46 – L 30 (siehe Daten) statt. März 21-22
Wir fragen Ihnen annelmen davor für besser Event’s Organisation.
Ich frage Ihnen auch ob Sie können ein Post veröffentlichen.
Für andere Informationen Sie können www.veneto-wines.com besuchen.
Danke für Ihre Zusammenarbeit.

M***** L****

Ja, so kennen wir unsere italienischen Freunde. Dann werde ich auch mal den Google Übersetzer anwerfen, leider absagen und den Post hier veröffentlichen:

Caro M***** L****,
Grazie per il vostro invito Nizza. Purtroppo io non potrò partecipare quest’anno a ProWein di Dusseldorfe, pertanto, non possono permettersi di seguire il loro invito.
Potrebbe funzionare così un’altra volta.
Cordiali saluti,
Charles Bugnowski

Wartungsarbeiten: Große Ereignisse… [Update]
Donnerstag, 18. Februar 2010

…werfen ihre Schatten unter die Augen. Das meint schon Udo Lindenberg. Darum und um für die Zukunft fit zu bleiben, wird weincasting.com heute Nacht in der Zeit von 02.00 bis 06.00 Uhr MEZ auf einen neuen Server umziehen. In dieser Zeit ist weincasting.com nicht erreichbar. Das sollte eigentlich kein Problem und morgen hier alles wie gewohnt sein.
Falls nicht, kommt wohl etwas Arbeit auf mich zu…

[Update]
Die Kisten sind alle rüber geschleppt worden und nach einem ersten Check scheint auch alles da zu sein wo es hingehört. Dann kann es ja ganz entspannt weiter gehen…

Bye bye Weinjournalismus?
Mittwoch, 17. Februar 2010

Bye bye?

Blogs, Twitter, Facebook, MySpace. Schöne neue Onlinewelt. Man darf für sich entscheiden, ob man einzelne Bestandteile und Plattformen für sinnig oder unsinnig hält. Aber eines ist sicher, in ihrer Gesamtheit kommen sie nicht, Social Media (Soziale Medien) sind da. Selbst in der Weinbranche, auch wenn es da etwas länger gedauert hat.
Weinverkostungen mit Videochat, Winzer-Liveshows im Internet, alles fast schon selbstverständlich. Heikle Themen, die früher gerne unter den Tisch gefallen sind, werden transparent. Für eine schnelle Verbreitung sorgt Twitter. Neue Vertriebswege für Weinhändler, Winzer die ihre Weine zur Diskussion stellen.
Selbst die kostenlose Probepakete, eine feste Bastion des Weinjournalismus, gibt es nicht mehr exklusiv mit Presseausweis. Engagierte Blogger, Winzer, Sommeliers und Weinhändler blasen den Staub aus der Weinbranche.
Und die Weinjournalisten? Sie bleiben, bis auf ganz wenige Ausnahmen, eher Zaungäste. Man sitzt auf der Mauer, sieht sich das Treiben an, schaut ob man etwas abgreifen kann. Hier und da gibt es Hinweise wie man es richtig zu machen hat. Es gibt ja wohl noch einen Unterschied zwischen einem bloggenden Blogger und einem bloggenden Journalisten. Ansonsten denkt man in Klicks und Page Impressions und wartet auf den nächsten PR- oder Printauftrag.
Innovation? Darum kann man sich ja nicht auch noch kümmern. Aber wie wäre es mit einem Newsletter?
Und was Hänschen nicht macht, rührt Hans schon gar nicht an.
Während die Onlinewelt gelegentlich über das Ziel hinaus rennt, fahren die Weinverlage mit angezogener Handbremse.
Neue Onlineauftritte auf dem Stand er frühen 2000er Jahre werden als Aufbruch gefeiert. Dazu gibt es eine Auswahl an Inhalten, wer mehr will muss Abonnent werden. Am besten gleich für die Prinausgabe. Originäre Onlineartikel findet man so oft wie Brunnen in der Wüste. Höchstens mal ein paar Agentur- und Pressemeldungen. Die gibt’s zwar umsonst, aber dafür auch überall.
Da braucht man erst gar keine Möglichkeit Artikel gegebenenfalls kommentieren zu können. Diskussionen werden so wohl kaum stattfinden und die notorischen Nörgler fängt man so auch weiterhin im Netz der Leserbriefredaktion ab.
RSS Feeds um die Online-Leser wenigstens mit den Überschriften zu versorgen sind zu aufwändig. News liest man dann in vier Wochen, in der Printausgabe. Die Einbindung von interaktiven Inhalten ist in Zeiten von Youtube entweder immer noch zu kompliziert oder man hat einfach nichts zu zeigen.
Wie will man in Zukunft neue Entwicklungen bedienen, so wie in diesem Video das WIRED Magazin, wenn man schon das Heute nicht beherrscht?

Fragt man nach den Gründen, warum Online für der Weinjournalismus immer noch eine heiße Kartoffel ist, kommt DAS Totschlagargument:
Mit dem Internet ist kein Geld zu verdienen.
Es ist nicht zu refinanzieren. Gute Reportagen kosten eben Geld. Und wenn schon für Volontäre und Praktikanten nichts bleibt, wollen wenigstens die Redakteure, Frau und die zahlreiche Kinderschar durchbringen.
Sicher, da ist etwas dran. Allerdings auch sehr kurz gedacht.
Es ist eine Mär, dass niemand im Internet für etwas zahlt. Allerdings, man muss sich mehr Mühe geben als früher. Wie das in Zukunft aussehen kann, zeigt das WIRED-Video. Inhalt und Form müssen stimmen. Für einen digitalen Artikel, der schon in gedruckter Form nichts anderes als PR ist, gibt niemand einen Cent mehr aus.
Man kann es sich nicht mehr leisten die Onlineszene weiterhin pauschal als „Spinner“ zu betrachten. Damit verliert man eine ganze Generation, die Jungen und die Junggebliebenen. Warum holt man diese Generation nicht mit ins Boot, anstatt sie auf Abstand zu halten?
Weinblogger, Weintwitterer usw. sind eben nicht nur Egomanen, die ihre Meinung nie für sich behalten können. Sie sind nicht selten enttäuschte Leser von Weinführern und Weinzeitschriften. Und wenn ein Winzer bloggt, dann mag er vielleicht kein Journalist sein, aber er könnte dessen Job wieder ein Stück überflüssiger machen. Wenn der Kunde seine Infos an der Quelle holen kann, braucht er keinen Übermittler mehr.
Ist der Zug für den Weinjournalismus also abgefahren? Bye bye Weinjournalismus?
Nicht unbedingt. Der Kuchen ist nur kleiner geworden. Man muss sich mehr bemühen. Vor allem um die Leser, nicht nur um die Werbekunden. Noch sind die Möglichkeiten, die Kontakte, das Know-how da. Man muss sie nur entstauben.
Viel Zeit bleibt allerdings nicht mehr…

WC Lektüre vom 30. Januar 2010
Samstag, 30. Januar 2010
  • Auch wenn alle von Apples iPad reden, ich werde es auf keinen Fall… auslassen. Auch wenn es nicht ganz zum Thema Wein passt. Oder… doch?
    Egal ob das Ding ein Erfolg wird oder nicht, eines ist inzwischen klar, Informationen werden mobil. Und nicht nur auf skatkartengroßen Mobiltelefonen mit Mondtarifen, wie sie zurzeit der deutsche Marktführer anbietet.
    Es wird in Zukunft möglich sein im Weinladen, auf dem Sofa, in der Bahn oder sogar im Weinberg an einen Haufen an Informationen zu kommen. Dafür werden, falls nicht nur zusammengeklaubte PR- und Pressebelanglositäten, Nutzer auch zunehmend bereit sein Geld zu bezahlen. Apple hat mit seinem App Store die Richtung ja schon vorgegeben.
    Das Modell wird sicher weitere Nachahmer finden und könnte durchaus eine Chance sein. Für engagierte Journalisten, Verlage und auch Blogger. Allerdings ist hier schon etwas kreatives Engagement gefragt.
    Ob wir also in Zukunft einen Gault Millau 201x nur noch als digitale Ausgabe finden werden, wird sich zeigen. Oder besser, ob wir sowas, in der Form überhaupt haben wollen…?
  • Matthias Metze befasst sich auf seinem Blog Social Wine nicht ganz unkritisch mit der Aktion „WeinWeb für Haiti“. Ein Thema bei dem man sich ganz schnell die Hände verbrennen kann. Sie wissen schon, Spenden und guter Zweck.
    Trotzdem teile ich die Gedanken, bei aller Sympathie für das „WeinWeb für Haiti“-Projekt. G’schmäckle hat so etwas eben ganz schnell, da braucht man noch nicht mal ein Textildiscounter zu sein…
  • Die “Süddeutsche Zeitung” soll sich lobende Blogposts gekauft haben. Im Nachhinein will natürlich niemand etwas damit zu tun gehabt haben, war es ganz anders gemeint. Kennen wir.
    Hach, wie gut ist es doch in der Nische der Weinblogs unterwegs zu sein. Hier geht alles noch richtig ehrlich zu und jeder Blogpost ist frei von jeder Einflussnahme dritter… Oder etwa nicht?
  • Apropos Weinblogs: Die ZEIT online hat sich mit den Weinbloggern beschäftigt. Und diese bekommen, wie sollte es anders sein, kräftig ihr Fett ab. Auch wenn der Artikel hier und da nicht ganz Unrecht hat, neu ist das alles ja auch wieder nicht. Lauwarmer Kaffee, höchstens.
    Neu ist auch nicht, dass alles darauf hinausläuft: „Man kann also durchaus etwas lernen, zumindest von den professionell geführten Weinblogs.“ Genau, wenn schon ein Weinblog, dann wenigstens von einem Kollegen.
    Übrigens hatte sich wirres.net mal die ZEITBlogs angesehen, inklusive eines Weinblogs, welches damals noch dazugehört hatte. Ist zwar schon etwas länger her, sieht jetzt anders aus, hat sich total verändert… obwohl, anscheinend ja nicht.
  • Apropos neu: Verkorkte Welt. So hieß vor kurzem ein Artikel in… Richtig, der ZEIT. Wie wir vermuten, es geht um Korken, Weinkorken, die wunderbare Welt der Weinverschlüsse aus Naturkork. Denn die Korkenhersteller haben nun ihre Hausaufgaben gemacht. Jetzt ist alles ganz prima und toll. Denn die Ausfallrate liegt nur noch bei 3 Prozent.
    Wer jetzt immer noch keinen Korken aus Kork verwenden will, ist geizig oder ein Umweltbanause, meint sogar der WWF. Irgendwie.
    Ja, man kann also durchaus etwas lernen, zumindest von Journalisten die gut den Presseverteiler der Korklobby studiert haben…
  • Und die gute Nachricht am Ende: GWN, Good Wine News aus Dresden. Nein, Gunther Emmerlich hört leider nicht auf sich für Wein zu engagieren. Trotzdem findet auch das Dresdner Huhn diesmal mal sein Korn. Die WeinKulturBar von Silvio Nitzsche hat von der FAZ den Titel Deutschlands bestes Weinlokal 2010 angehangen bekommen. Und auch wenn ich bei solchen Auszeichnungen immer vorsichtig bin, schlecht ist es ja trotzdem nicht…
Online und Wein 2009. Ein kleiner Rückblick.
Mittwoch, 30. Dezember 2009

Im Prinzip war das Jahr 2009 wie die viele anderen zuvor. Die Weinszene bleibt für viele Außenstehenden ein undurchschaubares Mysterium.
Sicher auch ein Grund, warum viele potentielle Weintrinker lieber vorher abbiegen und den Weg zu Aldi, Lidl und Co nehmen.
Statt offener Transparenz, versteckt man sich gerne hinter dem trügerischen Bild eines Hortes des ewigen Friedens und des bedingungslosen Miteinanders.
Doch dieses Bild bekommt langsam Risse.
Und daran sind die Online-Werkzeuge nicht ganz unschuldig. Es deckelt sich nicht mehr ganz so einfach. Blogs, Twitter und Facebook haben sich in der Weinszene nun endgültig breit gemacht. Auch wenn Twitter und Facebook derzeit gut dafür taugen seine Tagesfreizeit zu reduzieren, Blogs haben sie entgegen anderslautenden Prophezeiungen immer noch nicht abgelöst. Auch in Posterous sehe ich nicht mehr als einen Spoiler auf einem Golf III. Von Spinnern bei Posterous werden wir womöglich nie etwas hören.
Manchmal gelingt es zwar aus dem Topf herauszuwinken, Wein bleibt trotzdem eine Nische.
Selbst wenn man als Empfehlung auf einem Top-Blog oder gar im Radio landet, mehr als einen kurzen Hauch von zusätzlicher Aufmerksamkeit gibt es nicht.
Wem das nicht reicht, der sucht sein Heil in den üblichen Selbstverarschungstricks oder sollte das Thema wechseln.
Einen Boom haben die Video-Weinblogs erlebt. Die Krone darf sich zurzeit Tvino aufsetzen. Das ist auch kein Wunder, denn vor Tvino steht Hendrik Thoma und dahinter Hawesko. Wir werden sehen wie es mit der Vielfalt weitergeht, wenn der Reiz des Neuen endgültig verblasst ist. Nimmt man hier und da den Weg von Bottleplot?
Die größten Geschichten liefert aber doch weiterhin das echte Leben.
Auch wenn manche Print weiterhin für tot reden, die großen Knallerthemen kamen immer noch von dort.
Eine gewisse Premium-Postille gibt es zwar immer noch, doch durften wir uns von einigen Druckerzeugnissen verabschieden. Die Vinum hat schweres Wasser hinter sich und ob tatsächlich Land in Sicht ist, wird sich zeigen. Die WeinGourmet hat es nicht geschafft. Ebenso das Gault Millau… Magazin. Dafür hat der Gault Millau Weinguide eine Menge Aufregung und Ärger produziert.
Auch hier werden wir sehen, ob man sich tatsächlich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen hat. Die aktuellste Ausgabe in meinem Bücherregal stammt jedenfalls aus dem Jahr 2004 und ich sehe auch weiterhin keinen Grund daran etwas zu ändern.
Sabine Bätzing, Ex-Drogenbeauftragte der Ex-Bundesregierung und Ex-Lieblingsgegnerin 2008/09 vieler Weinblogger musste den schweren Weg des Platz Freimachens gehen. Nun ist wieder alles im Lot und der Blick frei auf ein Schlachtfeld voll kalter Rauch um rein gar nix.
An einem leeren Schlachtfeld arbeitet sicher auch der Weinreporter „Mr. Winecontest“ aus Hamburg. Ob nun mit einer „brutalstmöglichen“ Aufklärung oder doch lieber mit dem „brutalstmöglichen“ Aussitzen der Situation sei mal dahingestellt. Im Moment sieht es allerdings stark nach letzterem aus.
Dass der Anstoß zu dieser Geschichte ausgerechnet von einer Weinfachzeitschrift gekommen ist, sollte uns Onlinern mal zu denken geben. Vieles war auch hier hinter den Fensterläden bekannt und etwas Offenheit zur rechten Zeit hätte sicher manchen Ärger erspart.
Das ist vielleicht eine gute Idee für 2010, das Jahr in dem Weincasting sein 5-jähriges Bestehen feiert.
Und Anlässe um den Finger auf die Wunde zu legen wird es sicher auch hier wieder genügend geben…

WC Lektüre vom 21.11.2009 [Updates]
Samstag, 21. November 2009
  • Ich hatte zum neuen Gault Millau hier schon meinen Senf hinterlassen. Trotzdem nochmal zum Thema zurück. Dirk Würtz ein paar sehr schöne Interviews geführt, die einen hübschen Einblick geben wie man bei einem Weinführer so tickt.
    Zuerst Ex-Herausgeber Armin Diels Abschiedsrede. Nicht Dr. Helmut Kohl im Interview mit Heinz Klaus Mertes, sondern als nächstes Armin Diel im Interview mit Dirk Würtz. Und zu guter letzt Herausgeber Max… ähmm… Joel Payne ebenfalls im Interview. Sehenswert mit allen Zwischenhieb… tönen für alle die, die noch nicht die Nase voll vom Thema haben.
  • Passt dazu: Ein offenes Statement von Patrick Johner zum Ende des sog. Winzeraufstandes gegen Gault Millau. Die Runde mag an den Weinführer gegangen zu sein. Ich bezweifle aber stark, dass der Gault Millau mit dem Konzept ‘Wenn die Leser weg sind, holen wir uns das Geld eben woanders und eigentlich sind sie uns ja egal. Basta.’ auf Dauer den Erfolg haben wird.
  • Ein Blick rüber, nach Britannien. Ich mag ja eigentlich die schick gemachten und locker geschriebenen Weinbüchlein von Matt Skinner. Aber als Einkaufsführer hab ich sie noch nie gesehen. Darum wundert mich auch die Meldung nicht, dass manche empfohlene Weine gar nicht wirklich probiert wurden.
  • Ich habe mir ja schon lange die Finger fusselig geschrieben, was den Blödsinn von Blogoscoop, Page Impressions and friends angeht. Nun ist das Thema auch in den B2B-Weinblogs angekommen. Michael Pleitgen hat auf seinem Blog zurzeit eine sehr hübsche Diskussion laufen. Ich mag ja so was.
  • Last but not least, the Weinreporter. Mario Scheuermann ist im Moment abgetaucht unbekannt ‘verzogen’ irgendwie nicht da. Dass es eventuell an diesem Märchen oder an gewissen neuen, alten Geschichten (hier direkt als PDF) liegt, ist aber nur ein Gerücht. Kein Gerücht ist es aber, dass eine Menge faule Trauben in der Maische sind. Und dabei meine ich ganz bestimmt nicht Botrytis cinerea.
  • [Update 22.11.09] Auch wenn ich ja bei Niko Rechenberg nie genau weiß, was er eigentlich ist, ein Schisser ganz bestimmt nicht. In einem durchaus offenen Brief an Dirk Würtz und an uns alle, schreibt er seine Meinung zum neuen Gault Millau, der Sperrfrist, den Reaktionen dazu und dem ganzen anderen Rest. Dazu bestätigt er einige Aussagen des ‘Scheuermann-Artikels’ in der Weinwirtschaft. Jedenfalls lese ich das so. Das passt alles so dermaßen hier rein, dass ich es in diese WC Lektüre gerne nachschiebe.
    P.S. Sein Server hat sich inzwischen wohl erholt. Gestern Abend war da noch Schicht im Schacht vor lauter Page Impressions.
    P.P.S. Eine ‘angedrohte Strafe’ in Höhe von 5000 Euro für die Nichteinhaltung seiner ‘Sperrfrist’ riskiere ich gerne. Mit den Zugriffen auf Weincasting, die ich in letzter Zeit hatte, zahle ich so was inzwischen aus der Portokasse.
  • [Update 23.11.2009] Mario Scheuermann hat sich gemeldet. Zum allerersten Mal nimmt er auf seinem Blog öffentlich Stellung, bittet bei den Betroffenen um Entschuldigung und spricht eine Regulierung des entstandenen Schadens an. Dies muss dies darf kann man anerkennen.
    Aber, das waren erstmal nur ein paar Worte. Es bleiben noch viele Fragen offen. Auch wenn der Schaden am selbsternannten Leitmedium der Online-Weinszene irreperabel bleiben wird, an den Taten wird er sich messen lassen müssen. Von einer ‘brutalstmöglichen Aufklärung’, von der Dirk Würtz gesprochen hat, kann dies nur der Anfang sein. Die Latte liegt immer noch hoch, sehr hoch.
  • [Update 24.11.2009] Mario Scheuermann hat sich wieder gemeldet. Aber diesmal direkt bei mir. Er hat mir im groben, aber sehr sehr sanft, die Dinge geschildert, so wie er sie sieht. Die sehen naturgemäß ein klein wenig anders aus, als es in der ‘Weinwirtschaft’ steht. Gehen aber in die Richtung seines Statements von gestern.
    Die Wettbewerbe hätten stattgefunden, alles wäre von ihm nur einfach schlecht kommuniziert worden. Bis auf die Sauvignon blanc Trophy, da kam noch der bewusste Crash dazu.
    Er wird sich aus der Diskussion hier und anderswo auch weiterhin heraushalten, aber in den nächsten Tagen ausführlicher Stellung nehmen. Bei sich, zu den Wettbewerben, vielleicht auch noch zu mehr.
    Na schau’n mer mal.
    Und es geht weiter. Jetzt hat sich auch Niko Rechenberg, Kollege und Medienpartner eines Wettbewerbs, in einem offenen Brief zur Causa Scheuermann gemeldet. Und das liest sich nicht gerade nach Wogen glätten… überhaupt nicht.
Gault Millau. Es nervt womöglich schon, aber…
Dienstag, 17. November 2009

Ja, da isser nun, der Gault Millau 2010. Und immer noch eine Story wert.
Nachdem es vor einiger Zeit einen kleinen Winzeraufstand gab, von dem ich gar nicht weiß was eigentlich daraus wurde, ist die aktuelle Ausgabe nun offiziell auf dem Markt. Offiziell bedeutet, dass einige Exemplare schon zum letzten Wochenende in den Handel sickerten. Möglicherweise ein Versehen des Zwischenhändlers Koch, Neff & Volckmar, den wir ja von Denis Scheck kennen.
Wenn man der Abteilung Wein in der Verlagswelt etwas mehr Cleverness unterstellen würde, könnte man dabei sogar Absicht vermuten. Aber vermutlich hält man Guerilla Marketing für irgendwas mit Affen.
Auf jeden Fall bekam der Gault Millau im Vorfeld ordentlich Publicity. Einige Blogger sind losgerannt und haben sich ein Exemplar gekauft (sic!) und dann heftigst über die vergeigte Sperrfrist gestritten.
In der Zwischenzeit hat der Blogger… Journalist… Herausgeber… Inhaber eines Onlinewerbedings… ich weiß das bei ihm immer nie so genau… Niko Rechenberg, der übrigens auch für das Gault Millau Magazin (†) schrieb, einfach mal den Sack zugemacht und alle wichtigen Dinge ausgepetzt.
Nun gut. Ich habe mir weder ein Rezensionsexemplar schicken lassen, noch habe mir eines gekauft. Trotzdem hatte ich die Gelegenheit ordentlich darin zu blättern.
Die Ausgabe 2010 ist jetzt komplett in Farbe und das Papier hat nicht mehr die haptische Wahrnehmung eines Fachbuchs für Medizin. Die Aufmachung ist etwas zeitgemäßer geworden, aber einen Designpreis wird der Gault Millau auch weiterhin nicht einheimsen.
Die Weinbewertungen gehen, soweit ich mir ein Urteil darüber erlauben darf, im Großen und Ganzen schon ok. Die Meinungen dazu werden im einzelnen aber sicher auseinander gehen. Allerdings würde ich mir nach wie vor nicht anmaßen die ‘besten Winzer Deutschlands’ festzulegen, so wie es der Gault Millau suggeriert. Das soll dazu genügen.
Wer sich dann doch für Auf- und Absteiger, Best of…, Trauben und Träubchen etc. interessiert, der wird in der restlichen Weinbloggerwelt ausführlich fündig werden.
Alles in allem ist das Ding kein großer Wurf. Aber es gibt ein paar Veränderungen, die vielleicht in der Fachwelt diskutiert werden, dem Rest aber sicher am Po vorbeiziehen dürften.
Fazit: Für wen dürfte der Gault Millau interessant sein? Natürlich für die Winzer, die darin etwas abgefasst haben. Dazu vielleicht Laien, die nicht wissen, welchen Wein sie kaufen sollen, ohne dabei mörderisch auf die Schnauze zu fallen. Selbstverständlich die Punkte- oder in diesem Falle Traubentrinker. Und zu guter letzt, für alle die sich drüber aufregen wollen.
Der Rest, so wie ich, legt das Geld besser in einer guten Flasche Wein an. That’s it.

Die Weinpartei. Die Weinpartei?
Mittwoch, 30. September 2009

weinpartei
Kaum ist die Bundestagswahl vorbei, sollen wir schon wieder eine neue, offensichtlich monothematische Partei bekommen. Die Weinpartei oder DIE WEINPARTEI als ‘einzige echte Interessenvertreterin von Winzern, Weinhändlern und echten Weinfreunden’. Na, denn. Obwohl ‘Die Repräsentation des Weines darf zukünftig nicht mehr Volksmusikdarstellern jedweiliger Couleur überlassen werden’ klingt ja schon mal gar nicht so übel…

Weinfest in Radebeul.
Freitag, 18. September 2009

Weinfest

Beim Weinfest in Radebeul gibt es an diesem Wochenende, im Gegensatz zu vielen anderen Weinfesten, tatsächlich gute Weine (Klaus Zimmerling, Karl Friedrich Aust, Martin Schwarz…) plus sinnvollen und sinnlosen Schnickschnack.
Das Ganze ist aber leider nur zu ertragen, wenn man einen Fetisch für klaustrophobische Enge unter fremden Menschen hat.

Handy für Rotweintrinker
Freitag, 28. August 2009

Handy und Rotwein

Ich dachte da immer eher an ein iPhone oder so was. Die helvetische swisscom sieht das offenbar anders…

Ganz schön sächsi?
Donnerstag, 20. August 2009

Sächsi?

Es gibt Reklame, die vergisst man am besten schnell wieder. Trotzdem passiert es, dass man später doch wieder über sie stolpert. So wie bei diesem Plakat, welches in einem Dresdner Supermarkt die Jahre des (gerne) Vergessens überdauert hat.
Ein willkommener Anlass, mal zu Fragen was aus dem Herren mit der Gesichtstapete und der Dame mit der Schärpe wohl geworden ist.
Nun, der Herr ist inzwischen Weinbotschafter und die Dame ist nun… immerhin nicht beim einem Call-TV-Sender.

Stuart, Chandra und Manfred Pigott…
Mittwoch, 12. August 2009

Manfred Pigott

Solch ein Praktikanten-Fehler passiert schon mal, wenn man die eigene Webseite komplett in die Hände seines Verlags gibt. Aber wahrscheinlich ist das außer mir eh niemandem aufgefallen…

Die besten Weine Deutschlands… Schon wieder
Freitag, 7. August 2009

Von der Firma Reich-Arbeitsschutz wurden mir die besten Weine Deutschlands ja schon einmal angeboten.
Entweder hat man das schon wieder vergessen, die Werbeabteilung dieses ‘Spezialhändlers’ ist so groß, dass eine Hand nicht weiß was die andere macht oder das Zeug liegt unverständlicherweise wie Blei im (hoffentlich) Weinkeller.
Nun hat man mich diesmal über eine E-Mail erreicht, dabei sollte man doch wissen wo solcherlei bei mir gerne landet. Nämlich hier:

Hiermit möchten wir uns als Spezialhändler für gereifte deutsche Spitzenweine vorstellen . (Min. 5 Jahre Flaschenreife)
Gemäß unserem Firmenslogan haben wir nur das Beste vom Besten in unser Programm aufgenommen. Die absoluten Spitzenweingüter und von diesen wiederum nur die Filetstücke. So z.B. Keller-G-MAX, Dönnhoff-Hermannshöhle, Emrich-Schönleber-Halenberg, Breuer-Schloßberg, Köhler-Ruprecht-KaSau Ausl.tr.R, Huber-Wildenstein, F.Becker-PN, Rebholz-Kastanienbusch, Fürst-Hunsrück, Meyer-Näkel-Walp.Kräuterb., Wittmann-Morstein u.v.a.m.
Bei Interesse : Tel.: 036375-***** ; Fax: 036375-*****
Mit freundlichen Grüßen

Matthias Reich

Ich kenne zwar weder den Firmenslogan (die besten Weine…???), noch bin ich mir sicher, ob dieser Spezialweinhändler überhaupt weiß wovon er schreibt. Trotzdem leite ich dies an alle, die z.B. ihren Käse in der Fromagerie ihres Autohauses erwerben, natürlich gerne weiter.

ProWein. Und sie bewegt sich doch?
Mittwoch, 5. August 2009

Die Akkreditierungsrichtlinen der ProWein (bzw. der Messe Düsseldorf) waren bislang ein aufrechter Fels in der Brandung. Viele flüchtige Moden wie zum Beispiel das Internet mit ihren Erscheinungsformen à la Blogs prallten immer wieder an ihnen ab.
Das las sich dann zum Beispiel so:

Nicht akkreditiert werden:

8. Mitglieder von Internet-Redaktionen werden aufgrund der allgemeinen Zugänglichkeit des Internets und der damit verbundenen mangelnden Überprüfbarkeit der eigenen journalistischen Leistung nur gegen Vorlage eines anerkannten Presseausweises akkreditiert. Ausnahme: Internet-Redaktionen, die zu Vollredaktionen oder Verlagen gehören, z.B. Die WELTonline usw.

Wollte man als Blogger trotzdem auf die weltgrößte Weinfachmesse musste man sich schon als Winzer, Weinhändler, Weinautor, Weinjournalist (Print), Weinautor oder gar als Gast tarnen.
Auch der letztjährige Hoffnungsschimmer in Form eines Twitter-Accounts der ProWein erwies sich als offensichtlicher Fake.
Nun habe ich keine Ahnung ob es daran liegt, dass es wohl bald keine Weinjournalisten (Print) mehr geben könnte oder doch an der einen oder anderen Krise. Offenbar hat man still und heimlich die Presse-Akkreditierungsrichtlinen aus der 70er Jahren ins Heute katapultiert.
Und das ließt sich jetzt unter anderem so:

Eine Presse-Akkreditierung können erhalten:

3. Personen aus dem In- oder Ausland, die ihre journalistische (auch fotojournalistische) Tätigkeit folgendermaßen nachweisen können:

d) mittels eines Weblinks zu einer selbst erstellen Online-Publikation, die in der jeweiligen Messe-Community etabliert ist. In diesen Fällen ist eine Vorab-Akkreditierung wegen erhöhten Prüfungsaufwandes erforderlich.

Nun, da steht zwar immer noch nichts von Bloggern und ‘Grau, teurer Freund, ist alle Theorie’, aber allein die Verwendung des Wortes ‘Community’ lässt doch diesmal wirklich hoffen…

Sex, Lügen und Weinvideo
Dienstag, 28. Juli 2009

Nachdem früher Versuche auf dem Terroir des Weinvideos etwas reißen zu wollen eher zaghaft waren, scheint man nun zu neuen Ufern aufbrechen zu wollen. Grund genug, um einmal einen subjektiven Blick auf die aktuelle Szene zu werfen.

Bottleplot

Auch wenn es etwas ruhig um Bottleplot geworden ist, es gibt ihn noch. Nachdem sich die Webwein-Gemeinde zum Start fast überschlagen hat vor Begeisterung, ist Marlene Duffy nun im Alltag angekommen. Trotzdem darf sie sich immer noch zu Recht an die Kamera heften, als erste das Format Videoblog, in professioneller und durchaus abwechslungsreicher Art und Weise in die deutsche Weinszene gebracht zu haben. Auch wenn das Format stark an Gary Vaynerchuck angelehnt war und ist. Just in seinem Wine Library TV Folge 605 war vor einiger Zeit Hendrik ‘Es gibt keinen guten Wein unter 5 Euro’ Thoma zu Gast. Und nun wissen wir auch warum.

Tvino

Mit Tvino startet auch er einen Versuch des Weinfernsehens im Internet. Auch hier merkt man die Vaynerchuckschen Basics, wenn auch die Präsentation weniger hysterisch abläuft. 
Selbstverständlich sind auch Hendrik Thomas Aktivitäten kein Ausdruck von übermäßiger Tagesfreizeit, sondern wie bei Wine Library TV und Bottleplot, cleveres Business. Denn hinter Tvino steht Hawesko, immerhin der größte Weinhändler Europas. Auch wenn darum die Messlatte ruhig etwas nach oben gestupst werden darf, schlecht ist die Sache nicht gemacht. Es verwirrt zwar etwas, dass der gute Hendrik seine Zuschauer wie beim Jugendradio duzt, bringt die Sache aber locker und nicht wischiwaschi rüber. Wer Blut geleckt hat, kann den Wein dann auch elegant und gleich bestellen. Bei Hawesko natürlich. Selbstverständlich ist die Geschichte auch in Social Media Gedöns wie Facebook und Twitter eingebunden.

Undwein

Einige Business-Nummern kleiner ist undwein.de. Der Frankfurter Weinhändler Jan Mangold und sein Alter Ego Olaf la… plaudern hier ganz ungezwungen über Wein. Die Präsentation wirkt zwar amateurhafter und holpriger als bei Tvino, was aber auch den Reiz des Ganzen ausmacht. Gar nicht amateurhaft ist allerdings die technische Umsetzung, die der jeweiligen Konkurrenz aus Hamburg absolut das Wasser reichen kann. Das Tim und Struppi-freie Ambiente kann (muss aber nicht) der Anlaufpunkt für die etwas konservativeren Weintrinker sein, denen selbst Hendrik Thoma immer noch zu hektisch ist.

Wuertz Wein

Gar nicht konservativ – wir ahnen es – ist Dirk Würtz. Die – nach eigenen Angaben -  Bildzeitung unter den Weinblogs, hat neben seiner Tätigkeit als Winzer offenbar genug Tagesfreizeit um seine Webseiten auch noch mit Videos zu füllen. Und das gelingt ihm bisher alles andere als schlecht. Authentisch, witzig, trashig… auf jeden Fall unterhaltsam, werden hier beinahe wie am Fließband allerlei wichtige und brisante Themen abgehakt.

Mich würde es also nicht wundern, wenn noch weitere Interessenten auf den Weinvideo-Zug aufspringen werden.
 Ich bin gespannt, wie sich besonders die business-affinen Projekte auf Dauer in der Welt des Social Media schlagen werden. Denn hier kann die Begeisterung von heute schnell das Desinteresse von morgen sein.
Ach ja, wem in diesen Beitrag zu wenig Sex und Lügen vorgekommen sind, der möge sich doch bitte an Steven Soderbergh halten…

Spendenstand für den Gault Millau
Montag, 6. Juli 2009

Im Streit um den Gault Millau ist etwas Ruhe eingekehrt. Zeit für die Frage: Wie sieht es denn nun aus mit den Spenden… der Beteiligung an der ‘Teilnahmegebühr’?
Nehmen wir einen Bierdeckel und rechnen grob mal durch, so wie es die Rhein-Neckar-Zeitung gemacht hat:

‘Der Gault Millau erscheint in einer Auflage von etwa 20000 bei einem Preis von 30 Euro. Das ergibt einen Umsatz von rund 600000 Euro. Davon erhält der Verlag etwa 400000, der Rest ist die Händlerspanne. Wenn 900 Winzer 195 Euro zahlen, wäre das ein Zuschuss von immerhin 175500 Euro. ‘

Soviel zur Theorie. Angeblich sollen bisher gut 50% der Winzer ihre Bereitschaft erklärt haben, sich zu beteiligen. Dazu kämen noch die verkauften Werbeplätze im Weinführer – so die Wirtschaftskrise mitspielt – von ungefähr 65.000 Euro.
Da wären wir schon bei rund 153.000 Euro.
Und gehen wir mal davon aus, dass die nächste Ausgabe nicht in feinstem Büttenpapier, handgeschrieben und illustriert von griechische Mönchen daherkommt. Dann sind die ‘Herstellkosten’ mehr als locker drin, ohne das ein einziges Exemplar über die Büchertheke gehen musste. Und vielleicht kann man ja bald ganz auf Leser verzichten.
Dann könnte es bald wirklich heißen:
Gault Millau, WeinGuide Deutschland 20xx. Von Winzern für Winzer. Bezahlt, verkostet und bewertet.

Gault Millau und die Winzer. Vive la révolution?!


Freitag, 3. Juli 2009

Vor kurzem sorgte u.a. eine Meldung bei Werner Elflein für Diskussion, dass sich die deutsche Ausgabe des Gault Millau Weinführers nicht mehr nur mit den unzähligen kostenlosen Probeflaschen begnügen wolle. Vielmehr wäre es jetzt doch nett, wenn sich die Winzer nun auch an den ‘Herstellkosten’  mit einer ‘Teilnahmegebühr’ in Höhe von 195 Euro beteiligen würden. Natürlich wäre dies freiwillig und hätte bestimmt keinen Einfluss auf die Bewertung. Der Grund dieser Aktion liegt offenbar nicht nur darin, dass man die Zeit verschlafen hat, dem Gault Millau nicht nur die Leser, sondern auch die Marketingprofis abhanden gekommen sind. Sonst hätte man wissen müssen, das man immer auf dem Hintern landet, wenn man für eine Leistung die bisher kostenfrei war, plötzlich Geld fordert… Pardon… um Beteiligung bittet. Noch dazu ohne irgendeinen  Mehrwert.
Und dies ist nun schneller nach Hinten losgegangen als gedacht. Einige nicht ganz unbekannte Winzer wollen sich nicht nur nicht an einer ‘Teilnahmegebühr’ beteiligen, sie wollen gar nicht mehr mitmachen.
In einen offenen Brief an den herausgebenden Verlag heißt es:



Die Unterzeichner werden Ihrem Wunsch nach finanzieller Unterstützung daher nicht entsprechen. Sie sind sich der wein-politischen Brisanz dieser öffentlichen Aussage sehr wohl bewusst und erachten daher das Verhältnis zum Gault Millau als so gestört, dass sie von nun an keine Probeweine mehr einreichen werden. Gleichzeitig erwarten sie, dass in Zukunft auf einer Publikation von Verkostungsergebnissen ihrer Weine und einer Beschreibung ihrer Weingüter abgesehen wird.



Unterzeichner sind bisher Weingut Bercher, Weingut Helmut Dönnhoff, Weingut Rudolf Fürst, Weingut Gunderloch, Weingut Dr. Heger, Weingut Heymann-Löwenstein, Weingut Josef Leitz, Weingut Johner , Weingut Knipser, Weingut Köhler-Ruprecht, Weingut Gunter Künstler, Weingut Meyer-Näkel, Weingut Egon Müller und Weingut Seeger.
Sollten sich noch weitere Weingüter anschließen, könnte es nicht nur für den Gault Millau eng werden. Macht dies Schule, könnte es Folgen für das oft undurchsichtige System von Privilegien und Seilschaften im gesamten Weinjournalismus haben.

Dresdner Elbtal der Ahnungslosen jetzt wieder ohne Erbe
Donnerstag, 25. Juni 2009

Der Titel ‘Weltkulturerbe’ für das Dresdner Elbtal, welches die Weinberge u.a. der Dresdner Winzer Lutz Müller und Klaus Zimmerling zumindest tangierte, ist endgültig futsch. Damit erreicht eine mehrjährige Provinzposse ihren Endpunkt…
Ach, lassen wir den Sachverstand der lokalen FDP-Politiker Jan Mücke (‘Dresden bleibt Weltkulturerbe der Herzen’) und Holger Zastrow (‘Zwei Tage Obama haben mehr für das weltweite Image Dresdens gebracht als fünf Jahre Weltkulturerbe’) einfach mal im Raum stehen und freuen uns auf Olaf Schubert und die Elbbrücken:

Ursula, Sabine und der Ärger mit Petitionen
Sonntag, 21. Juni 2009

Die Petition gegen Ursula von der Leyens Gesetzentwurf gegen Kinderpornografie im Netz ist gescheitert. Na, nicht gescheitert, denn immerhin haben 134.014 Menschen diese Petition unterzeichnet. Sie ist im Sande verlaufen. Der Bundestag hat das Gesetz abgesegnet, weil man es für richtig hielt… und weil man sich als Politiker ungern in die Schmuddelecke der Kinderpornografie hinein interpretieren lassen will. Wer ist nicht dafür, wenn es um Bekämpfung von Kinderpornografie geht? Dass dieses Gesetz aber nur die Möglichkeiten eröffnet um alles, außer Kinderpornografie zu bekämpfen oder gar zu verhindern, sei hier nur ganz am Rande erwähnt. Alle, die mit diesem Thema nicht ganz vertraut sind, verweise ich gerne an Artikel von Thomas Knüwer, der ZEIT  und Spiegel Online.
Nun, die Mehrzahl der Abgeordneten des deutschen Bundestages hat sich aller Gegenargumente zum Trotz als eisern erwiesen. Außerdem waren die Anzahl der Unterzeichner wohl keine echte Drohkulisse im Bezug auf eine drohende Abwahl im Herbst. Vielleicht hat man ja auch gedacht, so wie der prominente Weinreporter, Meinungspoet und Petitionsgegner Gegner dieser Petition, Mario Scheuermann, dass 134.014 Unterschriften gerade 0,11% der Wahlberechtigten widerspiegeln.
Und damit sind wir bei der nächsten Petition, die nur auf den ersten Blick rein gar nichts mit der oben genannten zu tun hat.
Sabine Bätzing, Drogenbeauftragte der Bundesregierung und Lieblingsgegnerin vieler Weinblogger hat vor einiger Zeit eine weitere Maßnahme gegen den Alkoholmissbrauch angeregt. Nein, keine weiteren Präventionsmaßnahmen, kein Alkoholverbot (zum Glück), nur die Erhöhung von Steuern auf alkoholische Getränke. Nun ist hinlänglich bekannt, dass hohe Steuern zwar Geld in die Kassen spülen, aber sicher nicht dem Unterbinden von Alkoholmissbrauch dienen. Dazu genügt schon ein Blick nach Skandinavien. Jedenfalls hat Winzer und Blogger Dirk Würz zusammen mit yoopress ‘eher präventiv’ eine Petition gegen diese angedachte  Alkoholsteuer ins Leben gerufen.
Auch wenn ich diese Aktion, so wie Lars Breidenbach, mit zwiespältigen Gefühlen sehe: Ok, kann man machen…
Trotzdem es zurzeit nur 312 Unterstützer gibt, wird zumindest das Ansinnen Erfolg haben. Da brauchen wir einen prozentualen Anteil an Wahlberechtigten erst gar nicht nachzurechnen. Während weiter zaghaft abgestimmt wird, arbeitet es hinter den Kulissen bereits auf vollen Touren.
Denn in diesem Falle benötigt man gar keine 100.000 plus x Stimmen, hier genügt im besten Falle nur eine. Zum Beispiel die von Lothar Ebbertz, dem Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes, der ein Untergangsszenario anstimmt, welches vom Ende der deutschen Brauereivielfalt, von Zeitungen, Fernsehsendern, Gaststätten bis hin zu  vielen kleinen Sportvereinen reicht.
Unter diesem Getöse haben sich Sabine Bätzings Ideen schon in Luft aufgelöst, bevor der erste Winzer zum Telefonhörer gegriffen hat um seinen örtlichen CDU-Abgeordneten anzurufen.
So wird am Ende für den einen oder anderen die Welt wieder in Ordnung sein, aber an den Ursachen für Kinderpornografie und Alkoholmissbrauch wurde wieder einmal nicht gerüttelt.

Das Plagiat? [2.Update]
Donnerstag, 18. Juni 2009

Das Plagiat

Zurzeit unter weinverkostungen.com zu finden. Und wir beachten auch diesmal bitte besonders die Domainendung. Ja, natürlich, das ist platt, kindisch, albern… entbehrt aber nicht einer gewissen Komik. Vor allem wenn man zwischen den Zeilen… Pardon… Sprechblasen liest. Und ich weiß wovon ich spreche.
Da ich trotz dieser Ereignisse nichts damit zu tun habe, bleibt jetzt nur noch die Frage: Wer und was steckt dahinter? Ich hätte da zwar ne Ahnung…

(via @Flugtier)

[Update]
Offenbar tut sich da immer noch was auf der Seite. Es bleibt aber mysteriös. Ich hab zwar immer noch einen Verdacht, aber inzwischen einen anderen…

[2.Update]
Hat sich inzwischen wohl erledigt. Schade, irgendwie. Wo es doch in der Weinszene sonst wenig zum schmunzeln gibt…

Michael Broadbents Fahrrad geklaut
Samstag, 13. Juni 2009

Was wie ‘eine Sackkarre in China umgefallen’ klingt, ist leider Realität. Michael Broadbent, bekannter Weinkritiker und eine der wenigen Personen auf der Welt, die vermutlich alle relevanten Weine der Welt probiert hat, wurde sein Fahrrad gestohlen. Das ist besonders ärgerlich, da er der lebende Beweis dafür ist, dass Weinkritiker im Alter ein hohes Maß an Milde und Weisheit besitzen können.
Es handelt sich um ‘a very old white Dutch ladies’ Fahrrad mit ‘a basket on the front and back’, vermutlich aus den 50ern.
Bei den Dieben müsste es sich entweder um blutige Amateure oder Kenner gehandelt haben. Denn mit dem Fahrrad wurde auch ein roter Fahrradhelm mit der Aufschrift ‘Decanter’ gestohlen.
Für sachdienliche Hinweise zur Wiedererlangung von Fahrrad (‘I miss it enormously’) und Helm gibt es vom gleichnamigen Weinmagazin ‘a bottle of fine Madeira’.

[via]

Obama in Dresden
Freitag, 5. Juni 2009

Wackerbarth Obama

Ohne Worte.

Kurzer Hinweis
Sonntag, 26. April 2009

Ich habe in der nächsten Woche keine Gelegenheit, solcherlei Kommentare herauszufiltern:

Guten Tag
Euer Olinetagebuch hat Unsere Aufmerksamkeit gefesselt, für die Qualität der Rezepte

Wir wurden froh dass Sie es auf *Spam* einschreiben, damit wir es bringen können.
*Spam* ist ein Verzeichnis, dass mit einem Aktenzeichen, die besten Webseiten hat. Mehrere Olinetagebücher sind eingeschrieben und nutzen *Spam* um sich bekannt zu machen.
Um sich auf *Spam* einzuschreiben gehen Sie auf www.spammüll.com oder auf www.spammüll.de und klicken Sie auf “Webseite / Blog eintragen” auf die höhere Stange.

Mit freundlichen Grüssen.

*Euer Spammer*

Das ist zwar bedauerlich, aber leider auch notwendig. Darum gehen so lange alle Kommentare, so es welche gibt, in die Moderationsschleife. Sonst bleibt alles wie gehabt. Vielen Dank.

Die besten Weine Deutschlands…
Freitag, 24. April 2009

… gibt es nicht im Baumarkt. Aber beinahe:

He?

‘Achkarrer Schloßberg’ von Dr. Heger, ‘Dalsheim Hubacker’ von Keller, Pinot ‘R’ von Rebholz, ‘Kiedrich Gräfenberg’ von Robert Weil usw. Und damit die Weine gut bei Ihnen ankommen, legen wir noch fünf Staubschutzmasken und zwei paar Arbeitshandschuhe oben drauf!?

19. Jungweinprobe Sachsen und Saale-Unstrut
Dienstag, 21. April 2009

Am 17. April fand  im Zentralgasthof Weinböhla die 19. Große Gemeinsame Jungweinprobe statt, die eigentlich noch durch ‘Mitteldeutschlands’ ergänzt wird. Da aber Mitteldeutschland, in Mittel- und Ostdeutschland immer sehr dehnbar dargestellt wird, müsste man eigentlich Hessen und NRW dazu zählen. Und die waren nicht dabei, also lasse ich das weg.

Jungweinprobe

Aber, die Veranstaltung ist auf jeden Fall eine schöne Geschichte, denn hier bekommt man alles vor die Flinte, was in Saale-Unstrut und Sachsen Rang und Namen hat. Außer Klaus Zimmerling natürlich, der erwartungsgemäß nicht dabei war. Dafür aber der unvermeidliche ‘Weinbotschafter’ Gunther Emmerlich. Dieser wurde von Offiziellen und Medienvertretern so dermaßen devot umkreist, dass ich froh bin, das er sich nicht auch noch als Weinkritiker versucht.

Jungweinprobe

Außerdem waren so viele (Wein-)Königinnen und Prinzessinen präsent, dass ich den Eindruck habe, jede Winzertochter muss in ihren Leben mindestens einmal solch ein Amt begleitet haben.
Über den Weinbau an Saale, Unstrut und Elbe an sich gibt es hingegen nichts (mehr) zu meckern. Und das trifft nicht nur auf die VDP-Güter Schloss Proschwitz (Zadel), Lützkendorf (Bad Kösen) und Pawis (Zscheiplitz) zu. Stimmen, die immer noch etwas abschätzig und von oben herab kommentieren, haben entweder ein Problem mit dem Osten oder keine Ahnung. Vermutlich sogar beides.
Ach so, die Weine. Da ich nicht mit ellenlangen Einzelbewertungen oder gar Punkten langweilen möchte, picke ich mir mal ein paar Sachen raus, besonders von kleineren Weingütern. So sie mir denn aufgefallen sind.
Vielversprechend fand ich, gegen manchen Trend, ein paar Müller-Thurgau. Zum Beispiel vom Berliner Haus- und Hofwinzer Dr. Lindicke (Werder/Havel) und – für mich Neuland – vom Obst- und Weingut Goldschmidt (Balgstädt).
Die Weißburgunder waren, bis auf wenige Ausnahmen, eine sichere Bank, auch der vom Weingut Drei Herren (Radebeul). Welches gelegentlich sehr gelobt wird, was ich aber nicht immer wirklich nachvollziehen kann. Auf gleicher Linie liegen, im Gegensatz zum Weingut Hoflössnitz (Radebeul), auch Thürkind (Gröst), Klaus Böhme (Kirchscheidungen), Schloss Proschwitz (Zadel) und Lützkendorf (Bad Kösen).
Aufgefallen sind mir hier übrigens die Etiketten von Florian Deckert (Freyburg/Unstrut), welche nicht nur auf den ersten Blick sehr denen von Pawis ähneln, die auch nicht gerade ein gestalterisches Highlight sind. Besser sah es wieder beim Wein, beim Grauburgunder aus. Zumindest bei dem von Pawis (Zscheiplitz) und Gussek (Naumburg/Saale). Letzterer war für mich übrigens der Gewinner des Tages. André Gussek habe ich ja schon länger auf der Karte, aber zumindest bei dem was hier präsentiert wurde, habe ich keine Enttäuschung gefunden. Im Gegenteil, seine Weine sind ein feiner Stoff, welcher immer eine eigene Hausnummer besitzt.
Bei den Rieslingen gab es auch keine Probleme. Alles wie erwartet. Außer vielleicht beim Weingut Hey (Naumburg/Saale), der zwar noch etwas Luft nach oben hat, aber sonst ein schönes nicht zu fruchtiges Weinchen ist.
Traminer gab es wenige, die von Frédéric Fourré (Radebeul), dem Franzosen in Sachsen und Lützgendorf (Bad Kösen) haben mir am besten gefallen.
Zum ersten Mal hatte ich übrigens einen Saphira im Glas. Der kam von Dr. Lindicke (Werder/Havel) und… eignet sich sehr gut für Cola-Schorle.

Jungweinprobe

Apropos Glas, der Spruch des Tages was: ‘Das ist der, dahinten, mit dem Glas in der Hand.’
Das Kapitel Rotling/Rosé/Weißherbst habe ich ebenso wie den Goldriesling mal ausgelassen.
Die Rotweine haben den Weißweinen ziemlich das Feld überlassen. Das lag einerseits daran, dass diese oft noch da sind wo sie hingehören. Nämlich in Fass und Keller. Anderseits konnten es weder Regent, noch Dorn- und Dunkelfelder reißen. Allerdings ging letzterer von Walter Schuh (Sörnewitz) so stark in die Richtung Dill, dass er sich hervorragend zu Fisch eignen würde. Sonne trugen allerdings die Spätburgunder von Karl Friedrich Aust (Radebeul) und (mal wieder) Gussek (Bad Kösen), sowie dessen Blauer Zweigelt bei. Wobei es sich hier teilweise um Fassproben und immer um 2007er Jahrgänge gehandelt hat.
Schmunzeln konnte ich zum Abschluss noch über den einzigen Cabernet Mitos (dessen Erzeuger ich besser verschweige). Sowie über das aufmerksame Personal, welches Kunsthistoriker Prof. Dr. Rainer Beck  (Weingut Drei Herren) gleich drei Mal das Probenglas (mit Recht?) entwendete.

Die komplette Probenliste (incl. Säureanteil, Restzucker etc.) kann man zurzeit noch hier beim Weinbauverband Sachsen herunterladen.

WC Lektüre vom 10.04.09
Freitag, 10. April 2009
  • Ab Ostern gilt eine neue Verpackungsrichtlinie der EU. Dank guter Lobbyarbeit kann man die Kunden nun besser bescheißen. Muss man zwar nicht. Wird man aber. Wetten dass…?
  • Indiskretion Ehrensache ist eines der wenigen Blogs, welche auf Print gebettet sind und man trotzdem gut lesen kann. Und diesmal besonders
  • Dirk Würtz kann nicht nur gut in Wein und grillen, er hat den Rudi Knoll (u.a. deswegen…) in sein ‘Spinner’-Medium gelockt. Und das ist auch noch sehr lesenswert. Rudi muss bloggen!
  • Stuart Pigott telegrafiert. Da er erklärtermaßen längere Texte lieber in gedruckter Form mag, hat er kein Blog. Vermutlich läuft es darum so: Er schreibt einen Text, druckt ihn aus und faxt ihn an den Verlag. Dort wir er abgetippt und als Weintelegramm ins Netz gestellt. Aber lesenswert ist es trotzdem.
  • Große Gemeinsame Jungweinprobe Mitteldeutschlands am 17. April. Endlich mal wieder eine etwas größere Weinveranstaltung, zu der ich nicht erst tausende Kilometer durchs Land tuckern muss…
ProWein. Drei Tage im Apr… März
Freitag, 27. März 2009

Dass es hier in letzter Zeit etwas ruhiger zugegangen war, lag weder am abarbeiten von unzähligen Messeeinladungen, noch an den unheimlich vielen Vorbereitungen. Es lag schlicht und einfach daran, dass es nichts mitzuteilen gab.
Das wird sich nun aber etwas ändern, da ich ab Sonntag auf der ProWein 2009 in Düsseldorf weilen werde. Und auch diesmal wieder komplett, als Ganzes. Denn auch wenn ‘… alle Schlupflöcher und Nischen geschlossen (wurden), durch die immer wieder Endverbraucher auf die Messe kamen’, wird es auch der Teil von mir, der Endverbraucher ist, auf die Messe schaffen.
Die Bloggertreffen werde ich leider auslassen müssen, da meine Zeit recht knapp ist und ich irgendwann auch mal entspannt die Füße baumeln lassen möchte. Es ist aber nicht auszuschließen, dass ich dem einen oder anderem Blogger auf die Füße trete. Genug sind ja da.
Trotzdem werde ich, so es etwas zu berichten gibt und technische Probleme mir nicht die Füße wegreißen, zeitnah vom Messegeschehen twittern. Es heißt das Medium nutzen, wo es Sinn macht und so lange der Hype noch nicht durch ist. Verfolgen kann man diese Nichtig- und Wichtigkeiten an dieser Stelle.
Sicherlich wird es auch hier im Blog etwas dazu geben, in welcher Form dann auch immer. We will see…

…die Spinner in ihren Wein-Blogs.
Freitag, 20. März 2009

Rudolf Knoll und Carsten Henn ’streiten’ sich in der aktuellen Vinum um Kultweine. Ein Auszug gefällig?

Rudolf Knoll: …Ich habe im Internet nachgeforscht und hier sogar eine Faberrebe und zwei preiswerte Silvaner aus Franken als Kultweine entdeckt.


Carsten Henn: Du machst einen Scherz? 


Rudolf Knoll: Ich nicht, eher die Spinner in ihren Wein-Blogs. Aber mal im Ernst…

Hihi. Aber mal im Ernst, ich will jetzt gar nicht wieder dieses Blogger vs. Journalisten-Ding aufwärmen. Denn Rudi weiß nämlich sehr genau wer ein Spinner ist und wer nicht. Kennt man ihn doch unter anderem als Autor von önologischen Standardwerken wie ‘Witze, Sprüche, Anekdoten vom Wein’, ‘Heitere astrologische Weinkunde’ und nicht zu vergessen ‘Weinastro: Wein und Sternzeichen’. Ich zitiere:

Eine Lektüre, die viel Inspiration und Anregung für Weinfreunde, -geschenke und -verkostungen garantiert, voll gepackt mit Wein- und Menschenkenntnis… Amüsant und geistreich geschrieben, mit vielen Tipps und Informationen zu den idealen Sternzeichenweinen.

Noch Fragen Kienzle?!

Gefunden… und ich hätte nicht gedacht, dass ich so was mal sagen würde… bei Twitter (@Hoertrich).

ProWein: Ein… zwei… Bloggertreffen
Mittwoch, 18. März 2009

Dass die ProWein Weinbloggern, in ihrer Eigenschaft als solche, immer noch den Zugang verwehrt, ist nun kein Geheimnis mehr.
Trotzdem gelang es Bloggern fast immer, ganz subversiv, dort Treffen zu organisieren. Das lag allerdings eher daran, dass unter selbigen sehr oft Winzer, Händler oder Journalisten sind, die keine Probleme mit dem Messezugang haben.
Und während ich noch nicht einmal weiß ob ich zu einem Treffen gehen will kann, gibt es dieses Jahr sogar zwei (konkurrierende?) Veranstaltungen statt.
Nummer eins startet am Sonntag, den 29. März 2009 um 19 Uhr in der Marli Weinbar auf der Kö. Diese Geschichte ist eher entspannt, aber international besetzt. Dafür dürfen sich auch Nichtblogger, Twitterer und anderes Gedöns beteiligen. (Mehr Infos…)
Die andere Geschichte läuft am Montag 30. März, 
um 18 Uhr 
am Stand der Weinakademie / VINUM, 
in Halle 4 Stand B 61. Und hat nur einen Haken den Vorteil, dass man sich einen kurzen Vortrag über ‘Wein, Web 2.0, social media und twitter’ anhören muss darf.
Interessant ist aber, wer sich explizit dafür anmeldet, bekommt auch als Blogger Zugang zur ProWein. Vielleicht, sag ich mal. (Mehr Infos…)
Denn ich frage mich aber nun wirklich zum x-ten Male warum Weinblogger nicht auch sonst als solche zugelassen sind?! Und falls tatsächlich jemand von der ProWein mitlesen sollte, hier vielleicht ein Tipp: Man lässt alle Blogger zur Messe zu, die mindestens seit einem Jahr für ein oder das eigene Weinblog im Bereich Wein und/oder Food schreiben. Und dazu vielleicht… sagen wir mal… für mindestens 50 Artikel als Autor verantwortlich zeichnen.
Wäre dann nicht die ‘damit verbundene mangelnde Überprüfbarkeit der eigenen journalistischen Leistung’ abgehakt?

Twitter Weinverkostung auf der CeBIT. Fazit.
Montag, 9. März 2009

Um es vorweg zu sagen: Ja, es hat mir (@Weinpunk) Spaß gemacht. Das Ganze war wie eine Speed-Dating-Party ohne Dating, aber mit Wein. Mit einer Menge Menschen, die in einem Raum wild durcheinander laberten. Sich wirklich ‘austauschen’ oder folgen konnte man nur einer Handvoll Personen und noch bevor es richtig angefangen hatte, war es auch schon vorbei. Marlene Duffy (@theduffy) hat aber dafür gesorgt, dass es auf dem Podium nicht so laaaangweilg war, wie bei der Geschichte vom Donnerstag. Und Matthias Metze (@MatthiasM) hat einen good Job gemacht. Ich wünsche ihm, dass dadurch viele neue Kunden in seinen Shop (@vivavino) gespült werden.
Ob die Präsentation auf der CeBIT der richtige Ort war, kann ich nicht sagen. Ob einer der Nerds auf der Messe sich jetzt etwas mehr für Wein interessiert, anstatt für Bier, auch nicht.
Wirklich angenehm fand ich übrigens den Livestream vom Weingut Johner, der wesentlich entspannter zu verfolgen war als das CeBIT-Chaos. In sowas liegt einiges Potential.
Einen Sieger unter den Weinen gab es für mich nicht. Ich bin ja sowieso kein Ranking- und Punktefan, außerdem waren die Weine zu unterschiedlich. Ich muss allerdings zugeben, dass ich die Flaschen schon am Abend zuvor geöffnet habe. Wenn ich die Möglichkeit habe, mich mit einem Wein länger auseinanderzusetzten, dann mach ich das auch.
Der Potate! von Würtz (@wuertz) ist für mich ein sehr cooler Saufwein, für Partys und Sommerabende. Und auch für die von Dirk Würtz so geliebte Cola-Schorle.
Den Riesling von Johner (@Johner) würde ich auch ganzjährig, solo, am Abend zum Film oder Buch trinken.
Der Heidelberger Dormenacker von Clauer (@Winzerblog) ist ein typischer Riesling, der mir gut zum Essen gefallen würde.
Im übrigen fand ich es sehr mutig von allen drei Winzern ihre Weine solch einer Meute vorzuwerfen, auch auf die Gefahr hin anonym verrissen zu werden. Näher eingehen konnte man auf die Weine sowieso nicht, dafür ist Twitter einfach zu basic.
Die ganze Geschichte hat auch ein paar nicht wenig neue Freunde… *hüstel* Follower eingebracht. Obwohl das ja nur für ‘Schwanzvergleiche’ eine Rolle spielt.
Ob ich mehr Leser für Weincasting akquirieren konnte, möchte ich stark bezweifeln. Im übrigen habe ich das Gefühl, Twitter ist ein Medium welches sich stark um sich selbst dreht. Ähnlich der Bloggerszene, aus der viele Twitterer ja auch kommen. Nur schlimmer.
Ich werde aber trotzdem, wenn es passt, noch weiter rumprobieren. Zum Beispiel zur ProWein.
Denn bei Twitter findet – wenn auch oft sehr oberflächlich – die Kommunikation statt, die den Kommentaren in Blogs inzwischen verloren gegangen scheint.
Ich bemühe mich aber, mich nicht zu sehr diesen Sozialgeräuschen hinzugeben. Allein um zu verhindern, dass es mir wie manchen Bloggern geht und Intensität und/oder Qualität der Blogpostings abnimmt. Und das wäre Mist.
Denn in welcher Art und Weise, oder ob überhaupt, sich Twitter langfristig durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Während ähnliche Kommunikationsdienste sonst oft Zeit sparen können – so man sie richtig einsetzt – kostet Twitter bislang nur welche…

Cebit, Twitter and me
Donnerstag, 5. März 2009

Cebit'09 Wein 2.0

Am Samstag, den 7. März findet um 14.40 Uhr auf der Cebit eine Twitter-Weinverkostung statt. Das Ganze geht ungefähr 20 Minuten und folgende Weine sind dabei im Rennen:

  • 2008 Riesling Wairarapa (Johner Estate) Neuseeland (@johner)
  • 2007 Heidelberger Dormenacker Riesling Kabinett (Weingut Clauer) (@winzerblog)
  • 2007 Potate Riesling (Dirk Würtz) (@wuertz)

Weil mich sowohl die Geschichte, als auch die Weine nicht ganz uninteressiert lassen, kann ich mich nicht entziehen und habe mich demzufolge mit eingereiht. Nicht von der Cebit, aber aus Dresden werde ich meinen Senf dazu geben.
Das ist kein Problem, denn Matthias Metze von Viva Vino hat sich nicht nur um die Organisation gekümmert, sondern auch die Weine verschickt (siehe Bild). Mehr dazu hier auf seinem Blog.
Wer mag kann mir dabei live unter @Weinpunk zusehenlesen, auch ohne sich einen Twitteraccount anlegen zu müssen.
Wer nicht mag, findet sicher an dieser Stelle später ein paar Bemerkungen dazu. Mal sehen ob das eher spannend wird oder eher wie Zwieback in Mehl stibben…

WeinSalon SuperDeluxe
Samstag, 28. Februar 2009

WeinSalon SD

Ich habe mich ja schon einige (wenige) Male als Freund von Doc Müllers fast schon legendärem, unelitärem Dresdner Weinsalon geoutet. Diesmal gibt es etwas von der etwas elitäreren Ausgabe, aber nur was die Weine angeht. Doc Müller presents: ‘The beste Weine’ feat. Tino Schmidt.

1993 Prestige Cuvée Seduction Brut Charles Ellner Champagne
Hmm. Nicht schlecht für’n Anfang. Stachelbeere in der Nase wird zu Limette im Mund, welche sich langsam als Weißbrot entpuppt.

1984 Riesling Sekt ‘Hochgewächs’ Kessler, Württemberg
Nojo. Immerhin der älteste Sekthersteller in Germany. Und so riecht man das Alter schon etwas. Schmeckt aber würzig und trocken. Vielleicht etwas zu brotig.
Die Runde geht an den Franzosen.

2006 Riesling GrandCru ‘Eichberg’ Domaine Stoffel, Elsass
Duftet etwas nach den Zitronenbonbons von nimm2. Im Mund schon fast halbtrocken. Honig und ein ganz schön reifer Pfirsich.

2006 Gewürtztraminer GrandCru ‘Eichberg’ Domaine Stoffel, Elsass
Ein schönes reifes Fruchtaroma. Und im Mund Karamell plüs Rose, Rose, Rose, Rose, Rose… Ganz schön schlank, für’n Elsässer. Yummy!!

2005 Riesling Erste Lage ‘Uhlen Laubach’ Heymann-Löwenstein, Mosel
Wie beim ‘Eichberg’ recht zitronig, ohne Bonbon. Dafür mit Mango. Im Mund kommt das Bonbon zurück. Diesmal als Eisbonbon.

1972 Château Lafite Rothschild, Pauillac
Tatah! Mal wieder eine Legende! Im Näschen Pumpernickel, welche aber schon etwas über dem Haltbarkeitsdatum sind. Und Paprika. Im Mund aber viele dunkle Früchte und ordentlich samt und Seide. Eigentlich ein Scheißjahrgang. Dafür aber gar nicht übel.

1971 Barolo DOCG, Riserva del Contenario, Giuseppe Contratto, Piemont
Dafür jetzt ein Spitzenjahrgang. Riecht nach Schinken, Tee, Kirsche… Hat ne ordentlich Säure und schmeckt ein wenig nach Früchtetee. Braucht noch etwas Luft und sollte langsam raus aus’m Keller.

2002 Louis Jadot Chateau des Jacques Moulin (Domaine Louis Jadot)
Hmm… Saure Gurke in der Nase. Ok. Im Mund Schoko, Karamell, Zimt. Yam yam..

1998 Clos de Vougeot, Grand Cru, Domaine du Clos Frantin, Burgund
Diesmal keine Gurke, aber dafür Schoko. Und im Mund auch wieder Karamell, dazu Kaffee, Haselnüsse… Yam yam yam…

1999 Shiraz Special Vineyard Selection, Rockford Vineyards, Barossa Valley
Duftet nach Spaghetti mit Tomatensoße. Hunger. Schmeckt aber leider… oder zum Glück nicht danach. Eher nach Kaffee. Rund und voll.

1983 Grauburgunder Eiswein ‘Freinsheimer Rosenbühl’ Langenwalter-Gauglitz
Duftet nach Honigmelone und Champignons. Duftig. Natürlich ist der very sweety. Aber für die Erwartungen die man hat… ziemlich schlicht.

1975 Deltaforce Vintage Port
Puh. Ich rieche nur noch Alkohol und schmecke Pralinen…

Goldener Windbeutel: Die dreistesten Werbelügen
Freitag, 20. Februar 2009

Goldener Windbeutel

Ich zitiere:

foodwatch verleiht zum ersten Mal den “Goldenen Windbeutel” für die dreisteste Werbelüge. Eine prominente Jury hat fünf Produkte nominiert. Jetzt entscheiden Sie, wer die unrühmliche Trophäe überreicht bekommt! Also – wer verdient den “Goldenen Windbeutel”?

Zur Wahl stehen hier ‘Actimel’ von Danone, ‘Bahlsen Gourmet-Genießerkuchen’ von Bahlsen, ‘Biene Maja’ von Bauer, ‘Frucht-Tiger’ von Eckes-Granini und ‘Bertolli Pesto Verde’ von Unilever.
Davon mal abgesehen, dass Reklame zu einem großen Teil immer aus… naja Übertreibungen besteht, ist das schon mal ein guter Anfang.
Würde sich doch eigentlich auch beim Thema Wein etwas finden lassen. Oder?!

ProWein, Twitter and me [2. Update]
Donnerstag, 12. Februar 2009

In knapp sechs Wochen findet mal wieder die ProWein statt. Ein sehr hübsche Veranstaltung, wie ich finde. Und wenn nichts dazwischen kommt, werde ich mich wohl auch dieses Mal, so wie last year, dorthin aufmachen.
Noch dazu, hat man einen Wahnsinnssprung nach vorne gemacht hat. Denn, die ProWein lässt zwar immer noch keine Blogger – als solche – rein, bloggt aber nun selber. Zwar nicht Macro, aber immerhin Micro. Auf Twitter.
Und so ist es sogar möglich, dass die Hölle zufriert und ich meinen dahinsiechenden Twitteraccount mal einen Sinn geben kann. Um aus Düsseldorf zu twittern. Dachte ich mir mal so. We will see…

[Update]
Laut des investigativen Weinreporters, weiß bei der ProWein in Düsseldorf bislang niemand etwas von ProWein auf Twitter.  Möglicherweise ein ganz, ganz böser Fake? Ich hätte in dem Fall wirklich nichts damit zu tun! Oder doch ein Ghosttwitterer? So wie bei Barack Obama, Lance Armstrong, John Cleese, Britney SpearsStephen Fry …  Ach nein, die twittern doch ganz bestimmt höchst persönlich.

[2. Update]
Es sieht tatsächlich so aus, dass es entweder ein Fake ist oder ein Fall von plötzlicher Spontan-Lustlosigkeit… Ich zieh’ das Ding aber trotzdem durch.

Der neue Mouton ist da!
Donnerstag, 5. Februar 2009

Naja, nicht ganz. Aber zumindest am neuen Etikett des 2006er Mouton Rothschild kann man sich schon jetzt erfreuen.

L.F.

Das Motiv kommt von Lucian Freud und der ist… Richtig, der Enkel vom Sigmund. Auch wenn das Motiv nicht ganz danach aussieht, Lucian Freud ist eine große Nummer. So wurde 2008 eine adipöse Nackte in Öl für 33 Millionen Dollar unter die Leute gebracht. Der höchste Betrag, der je für ein Bild eines noch lebenden Künstlers auf den Versteigerungstresen geblättert wurde.
Und bevor Fragen kommen: Doch, Lucian Freud kann ‘malen’. Selbst wenn er das Mouton-Motiv Philippine de Rothschild mal schnell auf eine Serviette in einem Cafe in Bordeaux gezeichnet haben sollte…

Damien Hirst entwirft Weinetiketten
Samstag, 31. Januar 2009

Damien Hirst, das ist der, mit dem vor sich hingammelnden Hai oder dem Diamantenschädel, ist jetzt unter die Etikettendesigner gegangen.
Für die erfolgreiche Comic Relief, welches bei uns als Red Nose Day vor sich hin floppt, hat er jeweils einen 2008 Pinotage Shiraz und einen 2008 Chenin Blanc der SAAM Mountain Vineyards aus Südafrika gestaltet.
Comic Relief
Die Begeisterung über den Entwurf hält sich bei mir, wie so oft bei Damien Hirst, in Grenzen. Aber im Gegensatz zu den 50 Millionen Pfund für besagten Diamantenschädel, sind die Weine schon für £4,99  zu bekommen.
Ausgesucht haben die Weine übrigens Jancis Robinson und Tim Atkin.
Erhältlich ab 1. Februar bei Sainsbury’s, Tesco, Morrisons, Somerfield, Waitrose, Marks & Spencers und Booths. Und jeweils ein Pfund geht an den guten Zweck, aber nur in the UK.

Rezession in sächsischen Weinstöcken
Mittwoch, 21. Januar 2009

Sächsischer Wein aus dem Jahrgang 2009 könnte eine ziemlich rare Angelegenheit werden. Nachdem es im Elbtal teilweise Temperaturen von minus 20 Grad Celsius gab, haben dies naturgemäß die Sorten Dornfelder (gut, nicht sooo schlimm), Weißburgunder und Müller-Thurgau nicht ganz verkraftet.
So rechnet nach Angaben der Sächsischen Zeitung Schloss Proschwitz mit Einbußen von bis zu 90 Prozent. Genaueres kann man aber erst im Frühjahr sagen.
Ähnliche Sorgen macht sich übrigens auch Stuart Pigott in seinem aktuellen Weintelegramm um seine Weinstöcke. Und ich frage mich, warum er daraus eigentlich keinen Blog macht?! Aus dem Telegramm, nicht den Weinstöcken.

A Kraut on wine library tv
Donnerstag, 8. Januar 2009

Der erste(?) Deutsche live bei Gary Vaynerchuck! Und das witzigste dabei, es ist keiner von den vielen innovativen Weinbloggern, mich eingeschlossen, die wir ja z.B. die Wahnsinnskampagne ‘Fünf-Euro-Wein-Story‘ durch ‘die’ Medien getrieben haben. Es ist der, der alles losgetreten hat und dem sämtliche Diskussionen in der Blogsphäre darüber, locker am Po vorbeigegangen sind: ‘Master Sommelier Hendrik Thoma’. Wie wäre es denn nun mit einer Diskussion zum Thema ‘Mit welchen Mitteln hat es Thoma eigentlich zu Vaynerchuck geschafft?’ Hmm?

(via)

Klappe zu. Print tot?
Donnerstag, 8. Januar 2009

Abseits der üblichen „Print ist tot. Weil, guck mal, meine Page Impressions sind höher als…“-Artikel der (Wein)Blogsphäre, hat Don Dahlman zu dem Thema mit ‘Weg mit den Verlagen, her mit den Redakteuren‘ einen sehr lesenswerten Artikel hinterlassen.

Print ist nicht tot, wird es auch nie sein, aber der wichtige Tageszeitungsjournalismus muss sich ein anderes Geschäftsmodell suchen, während der Online-Journalismus überhaupt erst mal eins finden muss, was nicht allein auf Werbung basiert.

Und da beim Thema vieles eben auch auf den Weinjournalismus passt, verlinke ich das hier gerne mal.

Weinblogs. Das war 2008.
Dienstag, 23. Dezember 2008

Das Jahr 2008 nähert sich nun intensiv seinem Finale. Für viele ist die Zeit einmal zurückzuschauen.
So auch für mich, mit meinem Blick auf die Szene.
Vor einiger Zeit habe ich mich von meiner Blogroll getrennt und über Bord geworfen. Es war eine sehr gute Entscheidung. Ich habe dieses Ding nie wirklich gebraucht und gemocht. Und, die Erfahrung gab mir recht. Weder meine Gewohnheiten, noch irgendetwas anderes haben sich geändert. Nur E-Mails mit Inhalten à la

Kompliment für das Design und die lesenswerten Beiträge. Nun geht mein Blog auch schon in den … Monat. Einen Link zu ihrem Blog habe ich sofort nach dem Einrichten gelegt. Über einen Gegenlink würde ich mich sehr freuen.

bekomme ich jetzt gar nicht mehr.
Aber unter den Weinbloggern hat sich etwas geändert. Nachdem sich lange Zeit eine Art Mehltau breitgemacht hatte, ging ein Ruck durch die Szene. Eine der Ursachen war auch, dass beim Urgestein der Weinblogs ein Fass übergelaufen ist. Aber erst nachdem es von einem selbsternannten ‘Leitmedium’ immer wieder und gegen seinen Willen mit schalem Wasser gefüllt wurde. Und jetzt hat es den Anschein, dass es nach diesem reinigendem Gewitter, unter den Weinbloggern (zurzeit?) eine gefühlte Trennlinie gibt. Wirklich exakt mag ich diese nicht festlegen, aber irgendwie, hängt sie von der Intensität der kommerziellen Ausrichtung ab.
Nun mag man dies bedauern. Aber ich finde, so was gab es schon immer, nur dass es jetzt offen zu Tage getreten ist. Und wirklich exklusiv ist das auch nicht, denn mit manchen Leuten kann man was anfangen und mit anderen nicht. So wie im richtigen Leben.
Besonders oft wurde 2008 festgestellt, dass nun Print endgültig tot sei und die Weinblogs das Ruder übernommen hätten. Ich kenne die ‘Print ist tot!’-Rufe zwar schon mindestens solange wie es Blogs gibt, aber etwas ist schon dran. Das mag auch an der oft gähnenden Langeweile in den deutschsprachigen Weinzeitschriften und deren miesen bis nicht vorhanden Onlineauftritten liegen.
Daran sollte sich etwas ändern. Sonst könnte es, bestimmt bald mit einer deutschen Premiumweinpostille und womöglich mit einigen anderen auch, vorbei sein.
Wie es richtig geht, zeigt wieder mal eine englischsprachige Publikation, deren Internetauftritt oft und gerne als Quelle für die ja so viel aktuelleren Blogs dient.
Der Buhmann oder besser die Buhfrau kam in Form einer deutschen Politikerin. Nicht ganz zu unrecht, aber leider lief die Argumentation zu oft auf ‘BILD’-Niveau. Was Blogs nun nicht unbedingt glaubwürdiger macht, wie wir auch aus einigen Studien wissen.
Wirklich witzig war in diesem Zusammenhang die Fokussierung auf einen wahren Feind der Wein- und Genussszene, die ‘Gesundheitslobby’. Ich befürchte, wenn sich diese noch mit der ’sozialen Gerechtigkeitslobby’ zusammen tut, wird es wirklich eng für die Weinfreunde in Deutschland.
Das Ding des Jahres war Twitter. Eine sogenanntes Microblogingwerkzeug mit max. 140 Zeichen. Unverzichtbar für alle, die der Welt zeitnah mitteilen müssen was gerade essen, trinken, pupsen, im TV sehen oder gerade in ihrem Blog geschrieben haben.  Für mich liefert das Internet allerdings schon ohne Twitter genügend irrelevanten Informationen. Dass jetzt auch solche Herrschaften wie die von Spiegel Online twittern, dürfte ein Zeichen für den bald kommenden ‘Out’-Status sein.
So wie kleine Kinder nie genug von Schokolade bekommen können, geht es für die meisten Online-Redaktionen und manche Weinblogger nicht ohne Besucherzahlen Page Impressions.  Auch wenn nun fast jedes Kind um die Manipulationsmöglichkeiten und damit deren Unsinn weiß, sie sind als Aphrodisiaka für wiederkehrende Rankingorgien einfach nicht tot zu kriegen. So kam es dann auch, dass sich das ‘besucherstärkste’ Weinblog vor lauter Appetit an der Schokolade verschluckt hat. Und wie es sich für trotzige Kinder gehört, sind an den folgenden Bauchschmerzen natürlich immer nur die Anderen und die böse Welt schuld.
Und zu guter letzt die Blog-Vorsätze für 2009? Keine. Ich werde hier weiterhin bloggen, so wie immer. Über was ich will. Wann ich will. So oft ich will. Und so lange ich noch will.
Ach ja, der Beitrag kommt bewusst ohne Links aus. Ich denke, die meisten Leser werden wissen worum es geht und den anderen dürfte es egal sein.

The Naked Wine Show [Update]
Donnerstag, 18. Dezember 2008

Nee, der Naked Chef macht jetzt nicht noch in Wein. Aber es ist schon nicht einfach mit einem Vlog (Video Blog) über Wein, aus der Masse herauszuragen. Obwohl man bei Video und Wein gar nicht von Masse sprechen kann. Jedenfalls ist Gary Vaynerchuk offenbar immer noch das Urmeter, welches seinen Nachahmern von ihm Inspirierten offenbar keinen großen Gestaltungsräume lässt.
Um gegen Gary V. anzukommen müssen schon blanke Tatsachen her. So hat Susan Sterling ‘The Naked Wine Show’ [Link entfernt] erfunden. Und das beste daran ist, die Videobeiträge sind zwar ziemlich amerikanisch, aber angenehm kurz.

The Naked Wine Show

Übrigens, falls einsame Weintrinker jetzt den Feierabend kaum erwarten können, die Videos sind in jeder Hinsicht sehr amerikanisch. Tja.
(via)

[Update]
Da die Tante ordentlich in Blogs rumspammt, fliegt der Link mal raus.

Unemployment Nights: Wine for under 10 bucks and more
Montag, 15. Dezember 2008

UN
Unemployment Nights, ist das Blog von Tania und John aus US and A. Und passend zur beginnenden gegenwärtigen Wirtschaftskrise berichten sie über ihren Alltag. Denn Tania und John sind, wie der Name des Blogs schon sagt, arbeitslos. Beide schreiben über ihre, nicht gerade einfache Situation, aber mit einer ordentliche Portion Galgenhumor.
Und so sind sie auch der Meinung, just because you’re broke doesn’t mean you don’t party und empfehlen gleich mal ein paar passenden Getränke. Weine für unter 10 Dollar!
Und zeigen damit nebenbei, warum Blogs in Amerika so viel erfolgreicher sind. Während deutschsprachige (Nicht-nur-Wein-)Blogs oft wochenlang über Rankings oder die eigene Bedeutung referieren oder z.B. darüber diskutieren, ob Weine unter fünf Euro überhaupt ein Genuss sein können, legt man dort oft einfach, ehrlich und authentisch schon mal los…

Eigentlich wieder mal bezeichnend,…
Sonntag, 14. Dezember 2008

WW

… diese Weinwerbung vom Deutschen Weininstitut, zu finden im aktuellen ZEIT Magazin.
Praktisch 50 Prozent des Textes handeln vom recht erfolgreichen (und amerikanischen) Film Sideways. Bei dem ging es ja ziemlich viel um Pinot Noir und soll dadurch den Absatz (‘Sideways-Effekt’) des selbigen in Amerika angekurbelt haben.
In den restlichen 50 Prozent des Reklametextes wird davon ausgegangen, dass sich dieser ‘Sideways-Effekt’ bei deutschen Spätburgunder zwar nicht nachweisen lasse, aber bestimmt, irgendwie auch da ist. Und wo man schon dabei ist, wird es anlässlich der Berlinale 2009 viel Spätburgunder geben. Aber nur Besonders auf Empfängen, Galas und Partys.
Und da der Pöbel dort sowieso nicht hin darf, sondern nur A- bis F-Promis, kann man ja wenigstens zu Hause bei einer DVD… Sie wissen schon. ‘Funktioniert immer’, meint man.
Und mir ist jetzt irgendwie nach Pinot Noir aus Kalifornien.

Hawesko and Rindchen’s Weinkontor go clever
Samstag, 29. November 2008

Nein, damit meine ich nicht die Beteiligung von Hawesko an einer neuen, etwas überflüssigen Weinsendung auf n-tv. Ich meine deren Engagement Namens wine4dinner.
Das ist eine Art Crowdsourcing, d.h. man stellt eine Plattform zur Verfügung, gibt noch ein paar Anreize dazu und lässt dann die Interessenten schön die Arbeit für sich machen. Wie zum Beispiel beim ‘Perfekten Dinner’ auf Vox. Und so ähnlich funktioniert es auch bei wine4dinner. Man veranstaltet eine Dinner-Party mit 6 bis 24 Gästen und bekommt von Hawesko ausgesuchten Wein in unbekannter Anzahl dazu. For free. Naja, man muss nur ein paar Bilder zum Weinhändler schicken.
Für mich wäre das natürlich nix, aber ich würde mich ja auch nicht beim ‘Perfekten Dinner’ zum (Koch)Löffel machen. Trotzdem ist die Aktion allemal besser als die sonst bei Hawesko üblichen Briefkastenvollmüllaktionen oder ausgesprochen sinnlose Blogs mit zugekleisterter Bannerwerbung das Überleben zu ermöglichen.
Noch etwas cleverer ist allerdings Rindchen’s Weinkontor. Der Hamburger Weinhändler Gerd Rindchen nimmt sich die hier schon erwähnte ‘5-Euro-Wein’-Geschichte zum Anlass, um nicht nur die Hamburger Presse, sondern u.a. auch Blogger wie mich, zum Medienbrunch ‘Untrinkbare Weine’ ins Poletto einzulanden. Es werden  20 Weine bis fünf Euro probiert und dazu kocht Frau Poletto herself, bekannt aus Presse, Funk und Fernsehen, ‘ein leckeres Mittagessen’.
Und wie man an meinem Beitrag sehen kann, wissen die  Schlawiner wie man es macht. Denn ich wäre natürlich gerne gekommen. Aber bevor am Unterlauf der Elbe bei einigen der Angstschweiß ausbricht, ich kann leider nicht. Aber das wird schon mal…

Danke.
Dienstag, 25. November 2008

Weingut Schloss Wackerbarth muss weg!
Samstag, 22. November 2008

SWB

Und zwar weg aus Staatsbesitz. Das fordert zumindest der Sächsische Rechnungshof. Denn der Betrieb eines Weingutes sei grundsätzlich keine staatliche Aufgabe. Soweit, so gut.
Allerdings wird in dieser Kosten-Nutzen-Rechnung gern vergessen, dass ein großer Teil der Gelder in den Erhalt der Kulturlandschaft, nämlich der Bewirtschaftung der Steillagen und den Unterhalt von Schloss, Park und Weinbergsmauern gehen.
Eine Privatisierung ist bislang auch daran gescheitert, dass Interessenten wie Rotkäppchen zwar den Namen haben wollten, aber keinesfalls den Rest.
Und falls ein Verkauf doch gelingen sollte?  Im schlimmsten Falle käme der Sekt dann aus Freyburg an der Unstrut und die Weine aus Rheinhessen. Das Schloss könnte ja ein exklusives, pöbelfreies Fünf-Sterne-Hotel (so wie in Heiligendamm?) werden und für den Unterhalt der Anlage sorgen Land und Bund via Fördermittel, Zuschüsse und Bürgschaften. Und für die nicht mehr benötigten Angestellten die Agentur für Arbeit.
Aber wenigstens wäre das Weingut Schloss Wackerbarth in Radebeul erfolgreich privatisiert und nicht mehr in Staatsbesitz.

Den Buscholäh Priemöhr Wilasch 2008…
Freitag, 21. November 2008

BP2008

…hätt’ ich doch beinahe vergessen, this year.
Und, ja ja ja, I know. Aber, es gibt nun wirklich dümmere Marketingaktionen auf die man reinfallen kann. Oder?!

Mit fünf Euro sind sie dabei. Oder auch nicht.
Dienstag, 28. Oktober 2008

Die Debatte ist zwar noch im Gange, dennoch kann man jetzt schon ein Fazit ziehen.
Die Blogger haben ihre Claims abgesteckt, Meinungen geäußert, aber nächste Woche wird alles vorbei sein, als sei nichts gewesen.
Denn wie hier schon geschrieben, beantworten kann man diese Frage nicht wirklich. Zu vielschichtig ist das Thema, zu wenig lassen sich z.B. eine Liebfraumilch, welche ich persönlich nicht mal unter Folter (mit Ausnahmen natürlich) anrühren würde oder ein Premiers Cru miteinander vergleichen.
Dabei hatten wir uns alle bemüht. Thoma’s ehemaliger Welt online Kollege Niko Rechenberg hat ihm beigepflichtet. Mario Scheuermann war sich nicht zu schade, offenbar ‘alle’ Rotweine in Hamburg unter fünf Euro zu leeren um ihm das Gegenteil zu beweisen. Dirk Würtz will noch eine Probe aufs Exempel starten, Lars Breidenbach und Christoph Raffelt sehen besonders auf die Produktionskosten und Matthias Metze das Ganze unter dem Bioweinschirm. Selbst Werner Elflein hat sich so seine Gedanken gemacht. Und alle haben natürlich recht.
Nur dem Auslöser der Geschichte, Hendrik Thoma, geht alles so ziemlich am Sommelierbesteck vorbei.
Natürlich kann man nicht erwarten, dass erfolgreiche Sommeliers unbedeutende Weinblogs lesen. Aber selbst die Diskussion auf Welt online bleibt mit 34 Meinungen unberührt, unkommentiert, ungelesen?
Und natürlich muss man sich auch nicht wirklich mit lästigen Leserbriefschreibern, die ja angeblich als Auslöser des Artikels dienen sollten oder gar noch lästigeren Online-Kommentatoren rumschlagen.
Aber eine Frage bleibt dann doch: Warum bietet man die Möglichkeit dazu überhaupt an?

Guter Rotwein für unter fünf Euro?
Donnerstag, 23. Oktober 2008

HT

Hendrik Thoma, bekannt als ehemalige Chef-Sommelier eines Hamburger Hotels, ehemaliger Bereichsleiter bei einer Cash & Carry Gruppe, ehemaliger Werbepartner einer bayerischen Weißbierbrauerei und ehemalige (und bemitleidenswerte) Randfigur bei Kerners kochenden Selbstdarstellern, hat sich in einem Selbstgespräch ‘Leserfragen’ beantwortet und zur oben genannten Frage geäußert:

Für diesen Preis gibt es kein Erlebnis, sondern nur Wirkung. Sicher, Geschmack ist eine subjektive Angelegenheit. Doch einen wirklich guten Wein zu diesem Preis zu bekommen ist Utopie.

Und damit hat Thoma die Lieblingspandora der Weinszene geöffnet. Jene Geschmacksfrage, die immer wieder gestellt wird, aber nie wirklich rational beantwortet werden kann. Trotzdem wird immer wieder versucht Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
Natürlich gibt es rote Zechweine unter fünf Euro, z.B. den Zweigelt Landwein vom Weingut Hahn aus dem Weinviertel, die zu einer Party wie der Hintern auf den Topf passen. Und natürlich kann man diese dann auch als ein ‘Erlebnis’ bezeichnen.
Aber niemand, der sich nur halbwegs mit Wein beschäftigt hat, würde ernsthaft erwägen, einen Saufwein in der gleichen Liga wie einen Monte Bello von Ridge oder einen Barabaresco von Angelo Gaja spielen zu lassen.
Und ebenso darf gefragt werden ob ein Château Haut-Brion, welcher in einem Moskauer Edellokal über den Tisch geht, ein Erlebnis für die Gäste ist oder doch nur eine gewisse, wie auch immer, Wirkung erzielen soll.
Es bleibt wie es ist. Ob die Flasche nun fünf oder fünfzig Euro gekostet hat, niemand sollte sich von niemandem den Spaß am Wein verderben lassen.
Auch wenn bei die fünfzig Euro die Spaßdichte tendenziell doch höher ist.

Schluss mit lustig [Nachtrag]
Donnerstag, 9. Oktober 2008

BDX

Wieder mal ist eine Blase geplatzt. Und diesmal hat es die Finanzmärkte getroffen. Mit weitreichenden Folgen.
Die Erkenntnis, dass die Globalisierung nicht nur Vorteile bietet, erreicht zurzeit neue Gesellschaftsschichten.
Und damit wird es auch der Weinbranche spürbar weh tun. Im besonderen jene Teile, die sich bislang mit hoch- und höchstpreisigen Weinen ihre Korken vergolden ließen.
Vorbei die Zeiten, in denen Kunden in New York, London, Shanghai und Moskau der Inhalt ihrer Gläser vollkommen relativ egal gewesen ist, solange er nur teuer genug war.
Und tatsächlich verzeichnen Bordeaux-Händler, wie APF berichtet, erste Umsatzrückgänge von zehn Prozent. ‘Deutsche und Briten bestellten derzeit so gut wie nichts mehr…’, meint Fabrice Bernard von Millesima.
Zwar macht man sich hier und da noch Hoffnungen, dass einige ihre letzten Groschen in Wein anlegen, aber dieser Nebel dürfte sich alsbald im Licht der Wahrheit auflösen. Weininvestment hat schon in den Zeiten des Booms nicht wirklich funktioniert.
Auch die Hoffungen auf Asien könnten trügen. Dazu ist die Weltwirtschaft inzwischen zu vernetzt, als dass einige Teile der Welt davon unbeeindruckt blieben.
So dürfte sich einiges wieder einpegeln. Natürlich wird man einen Mouton-Rothschild, Château Margaux oder Château Haut-Brion auch in Zukunft nicht vom Wühltisch bekommen, aber die Zeiten der ungehemmten Preisspiralen dürften erstmal vorbei sein.
Und echten Weinfans kann das ja nur recht sein.

[Nachtrag]

‘The world of fine wine is proving to be no longer immune to the global financial crisis…’, meint auch der Decanter.

Zwei (Up)starts zum Wochenende
Freitag, 3. Oktober 2008

Bottleplot kommt aus Hamburg. Das ist nicht neu, aber nun hat es Marlene Duffy von YouTube zur eigenen Website geschafft.

ScS 1

Nach dem Vorbild des, inzwischen nicht ganz unumstrittenen, Gary Vaynerchuk, mit einer ordentlichen Prise ‘Elsa Seefahrt‘ und einem großen Klecks ‘Ehrensenf‘, gibt es von Marlene Duffy Deutschlands (beinahe) einzigen Videopodcast zum Thema Wein.
Und auch wenn mir der Stil, wie bei den oben genannten Vorbildern, zu bemüht originell und viel zu ‘laut’ ist, das ist schon eine Leistung. Allein wenn man weiß, was man in solche Projekte an Arbeit stecken darf.
Allerdings zeigt nicht nur die gut gemachte Website, mit Forum, E-Commerce etc., sondern auch der Einsatz einer PR-Agentur, dass hinter der One-Woman-Show mit den selbstgedrehten Videos ‘aus dem eigenen Wohnzimmer’, wohl mehr ‘WoMen’ stehen, als man suggerieren möchte. (via)

Die Nummer zwei ist aromicon (Formerly known as Wein-X), kommt aus Halle an der Saale und soll am Montag die Beta-Phase nun endgültig verlassen. Hier wagt man sich an den Versuch, den Geschmack des Weines zu visualisieren.

ScS 2

Kein leichtes Unterfangen, wie ich finde. Und auch wenn ich nach wie vor, eher ein Anhänger der unvisualisierten Beschreibung bin, die Ansätze sind nicht uninteressant. Allerdings ist das Einsatzgebiet, der im virtuellen Weinglas herumwuselnden, virtuellen Aromen  zur Zeit wohl eher unter den Online-Shops zu suchen.
Auf jeden Fall müssten die ‘Freunde des guten Geschmacks und schönen Designs’ an letzterem noch kräftig arbeiten. Es kommt doch sehr old fashioned daher. Dazu tragen auch die Farben à la ‘Variationen in Grau’ nicht unerheblich bei. Vielleicht sollte man nach den Programmierern, doch nochmal die Kreativen ran lassen. Und die gibt’s, da bin ich mir sicher, auch in Halle genug.

Studie: Weblogs haben ein Glaubwürdigkeitsproblem
Montag, 29. September 2008

Der Winzerblog hatte sich vor kurzem kritisch mit einigen unbefriedigenden Facetten unter den Weinblogs auseinander gesetzt und Lösungswege gesucht.
Dazu passt die ARD/ZDF-Onlinestudie 2008 ‘Mitmachnetz Web 2.0: Rege Beteiligung nur in Communitys‘ ganz gut ins Bild. (Selbige kann man sich hier als PDF runterladen.)
Auch wenn man Studien immer mit einem gesunden Misstrauen begegnen sollte, gibt es hier einige Punkte die sich durchaus mit meinen Erfahrungen decken.
So wird zwar ein durchaus positives Bild des Web 2.0 als Ganzes gezeichnet, aber besonders bei den Blogs sieht es recht düster aus:

ScrS 01
Auch unter denen, die Blogs kennen bzw. nutzen:

ScrS 02

Nicht sehr erfrischend ist es auch bei der Glaubwürdigkeit:

Nur 29 Prozent halten die auf  Weblogs verbreiteten Informationen für glaubwürdig. Eine Mehrheit von 71 Prozent ist skeptisch und misstraut dem Wahrheitsgehalt von Weblogs eher. Entsprechend sieht auch nur eine Minderheit in Weblogs eine Konkurrenz zu professionellen journalistischen Angeboten.

Und dies deckt sich nicht unbedingt mit Aussagen, die von einigen Bloggern, aber auch aus der PR- und Marketingecke kommen.
Und jetzt kann sich jeder (Wein)Blogger fragen, woran das wohl liegen könnte.
Ich hätte da so eine Idee… Oder zwei… Oder drei… Oder vier… Oder fünf… Oder sechs

[via]

Best of WeinSalon
Samstag, 20. September 2008

Eigentlich wollte ich ja öfter über unsere Zusammenkünfte beim Doc schreiben. Aber… die Zeit, die Zeit. Die Lust, die Lust. So gibt es hier wenigstens mal eine Auswahl der (mehr oder weniger) Exoten, zur Ablage.

1967 Massandra
Das Zeug aus der ehemaligen Sowjetunion, bezeichnet man laut Etikett als Portwein.
Es ist inzwischen(?) eine ziemlich trübe Brühe geworden, die aber noch tatsächlich
trinkbar ist. Und ein klitzekleinwenig riecht er auch nach Portwein und Rosinen. Und auch im Geschmack Rosinen, Rosinen, Rosinen… und das altersbedingte Kerosin(Petrol).

1974 Barolo Borgogno Riserva DOCG
Ein Barolo vom richtig alten (seit 1761) Weingut Borgogno.  In der Jugend ausgeruht in slavonischer Eiche, spürt man in der Nase das Alter. Riecht etwas nach nahem Ende, geschmacklich aber sehr nach Cassis, satt und schwer.

1988 Tokaji Aszu
Eine Tokajer Spätlese aus den ‘alten’ Tagen der Ungarn. Die nicht nur schlecht waren.
In der Nase etwas wie Bananenchips. Im Geschmack fruchtig und wie süß-saure Pommes aus Bonn.

1993 Heymann-Löwenstein Riesling Cuvée ‘R’
Das Besondere am ‘R’ vom ‘rebelischen’ Löwenstein ist, dass er bewusst oxidierend ausgebaut wurde. Riecht etwas nach nasser Tapete und recht würzig. Geht geschmacklich in die Richtung Sherry oder eines nicht ganz so süßen Tokajier.

1998 Kindsmarauli
Stalins ehemaliger georgischer Lieblingswein. Gibt es inzwischen so oft im Angebot, dass man denken könnte der ganze Kaukasus ist mit Weinstöcken für Kindsmarauli überzogen. Oder es ist nicht immer das in der Flasche, was drauf steht.
Riecht und schmeckt natürlich etwas nach Kerosin. Ist noch leicht süß, hat aber seine besten Zeiten, so wie Stalin, schon weit hinter sich.

1998 Renner Müller Thurgau Auslese
Eine Auslese vom Müller Thurgau zu machen, darauf muss man erstmal kommen. Dachte sich Birgit und Helmuth Renner aus Gols im Burgenland offenbar auch.
Riecht schon etwas alt, aber nett nach Rosinen. Der Geschmack geht etwas in Richtung von alten Limetten, hat aber noch eine hübsche Säure.

1999 Clos St. Landelin Tokay Pinot Gris
Damals hat man sich im Elsass noch nicht so ganz darum geschert, dass der Tokay nur nach Ungarn gehört. Auch René Muré nicht.
Riecht nach Rosinen und Kerosin. Und schmeckt nach Birne und… da sind wir wieder bei Ungarn, etwas nach Traubisoda.

2001 La Pieve Rosso del Pievano IGT
Einer der ‘Super Tuscans‘.  Riecht  etwas nach Pferd. Schmeckt aber nicht so. Recht marmeladig, aber schön kirschig und würzig. Bei dem  ‘adligen’ Titel durchaus ein Schnäppchen.

2002 Traminer Trockenbeerenauslese [Alois Kracher]
Kracher at it’s best. In der Nase eine sehr frische Süße, die noch ordentlich knallt krachert. Im Mund etwas wie die Orangenbonbons vom ‘nimm2′. Im wirklich positiven Sinne.

2003 Riesling ‘Quasaar’ Weinhof Herrenberg
Was Claudia & Manfred Loch an der Saar da machen ist nicht von schlechten Eltern. Der Riesling riecht leicht nach alten Möbeln und  schmeckt dabei schön schmelzig und fruchtig. Noch Fragen? Nö.

2004 Mopr [Porta Bohemica]
Wenn jemand noch eine Menge zu tun hat, was den Wein angeht, dann sind es die Weingüter in Böhmen und Mähren. Von Schloss Melnik (bisher) mal abgesehen.
Der Mopr riecht nach Zahnpasta und Pfefferminzpastillen… und schmeckt irgendwie auch so. Und das ist ja schon fast wieder interessant.

2004 Château Mouton-Rothschild
Eindeutig Kindermord. Vielleicht DER berühmteste Wein der Welt. Nicht ganz unumstritten, vielleicht nicht der beste, aber er hat was. Wumms, Kraft und Saft. Allerdings stehen die noch etwas unentschlossen in der Ecke rum. Da sollte noch was kommen.
Warten wir also in Zukunft noch etwas ab und wundern uns über die Mondpreise die man inzwischen für sowas bezahlt.

2005 Roter Uhudler [Weingut Mayer]
Ein rechter Exot, weil… kann man hier nachlesen. Riecht und schmeckt wie Erdbeerbowle. Nicht ganz uninteressant.

2006 Hölder [Winzergenossenschaft Freyburg/Unstrut]
Noch so ein Ding. Der Hölder ist eine Kreuzung aus Riesling und Ruhländer.
Riecht wie ein nasser Hund und liegt geschmacklich irgendwo zwischen… Riesling und Ruhländer. Auch gar nich so schlecht. Und definitiv das beste, was ich bisher von den Genossen aus Freyburg im Glas hatte…

Little Big Man oder Das Werbeverbot-Ding
Dienstag, 16. September 2008

Seit geraumer Zeit geistert ein eventuell… bestimmt… möglicherweise… am Horizont heraufziehendes Verbot von Werbung für Alkohol durch die wundersame Welt der Medien.
Und natürlich ist so ein Thema durchaus diskussionswürdig. So kann man sich damit sachlich, unbedingt sarkastisch und/oder – ab und zu – auch objektiv damit befassen.
Und natürlich gibt es auch Menschen, die es schaffen, sich noch unter Augenhöhe von Bild-Zeitung-Autoaufkleber-Protest-Aktionen mit dem Thema… öhmm… auseinanderzusetzen.
Wie zum Beispiel:

Manchen Politikern sollte man einfach den Mund stopfen, weil sie immer wieder ihre Wunschvorstellungen zur Wahrheit erklären. Eine davon ist die Drogenbeauftragt der Bundesregierung Sabine Bätzing (SPD).

Egal wie: der Kampf hat begonnen und ich habe hiermit feierlich das Kriegsbeil ausgegraben. Häuptling Scharfe Zunge will den Skalp dieser SPD-Squuaw an seinem Gürtel!

Who cares?! Stimmt. Allerdings handelt es sich hier nicht um einen Leserbriefschreiber einer Lokalzeitung, sondern – nach eigener Aussage – um DAS ‘Leitmedium’ unter den deutschen Weinblogs und bei dieser Art um keinen Einzelfall.
Und so lassen sich zwar manche, aber doch nicht alle, auf diese Art und Weise (ver)leiten:

Hier sinkt das gedanklich und sprachliche Niveau deutlich unter jenes einer Zeitung mit vier Buchstaben. Ich musste an Bölls „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ denken.

Das und noch mehr dazu bei Pasta.

Blogoscoop. Das Ding mit dem Schwänzchen.
Mittwoch, 27. August 2008

Natürlich hab ich mir Blogoscoop angesehen, das neue Spielzeug der Blogger-Gemeinde. Nicht, dass ich nach dem Ende von Blogscout einen Sinn sehen würde, ein Tool neu zu erfinden welches einfach nicht funktionieren kann…
Ich finde den Namen witzig. Blogoscoop erinnert mich irgendwie an poop scoop (engl. Schäufelchen zum Wegräumen von Hundehäufchen).
Und trotz langer Beta-Phase hat man das Gefühl, genau dieses Utensil schon wieder zu benötigen.
Auf Platz eins der Kategorie ‘Meistgelesen’ liegt, zum Beispiel, ein Blog mit 400.000 Page Impressions. Das dies nicht immer etwas aussagt wissen wir ja. Google auch. Der Blog bekommt einen Page Rank von 0. In Worten: Null.
Dabei bekommt jedes, nicht mal besonders öhmm… seriöse Blog – so wie beispielsweise – Weincasting, nach einer gewissen Zeit ohne Zutun auf einen Page Rank 4.
Aber dies ist natürlich kein Einzelfall, unter den Top 50 tummeln sich noch eine Menge Kandidaten mit solchen Diskrepanzen.
Es bahnt sich also das an, was Blogscout zum Handtuchwerfen bewogen hat: Der Drang einiger recht sinnfreier Blogs, sich in solchen Rankings nach oben zu bescheißen.
Und sonst? Ein paar weitere Funktionen wie das Erstellen von Statistiken sind zwar ganz nett, bekommt man aber von Programmen wie ‘Mint’ mindestens genau so gut gemacht. Allerdings ohne die ja eigentlich soooo nebensächliche Möglichkeit zum Schwanzvergleich.
Themenverwandte Blogs zu finden, ist theoretisch zwar auch ganz hilfreich, allerdings gibt’s zumindest beim Thema Wein keine neuen Entdeckungen. Wie auch, die findet man -wenn- bei genussblogs.net.

Dunkle Wolken über Weingut Schloss Melnik
Montag, 25. August 2008

Vor einigen Monaten hat sich der Eigentümer des Weingutes Schloss Melnik Jiri Lobkowicz von seiner Frau Bettina getrennt und neu orientiert. Dass diese Trennung gerade in einer Art Rosenkrieg abläuft ist eigentlich Privatsache, welche höchstens die Yello Press interessieren dürfte.
Das Problem ist aber, dass Bettina Lobkowicz bisher für die Leitung des Weingutes verantwortlich war und dort eine recht ordentliche Arbeit geleistet hat.
Denn die Melniker Weine sind immerhin ein zarter Silberstreif am Horizont des tschechischen Weinbaus, welcher bislang qualitativ nicht wirklich überzeugen konnte.
Ob dies auch in Zukunft so sein wird, bleibt nach dem derzeitigen Stand der Entwicklung allerdings abzuwarten.

Weinprobe 2.x
Sonntag, 24. August 2008

Die Weinprobe 2.irgendwas ist endlich da. Ein Weinhändler sponsert jeweils eine Kiste Wein, deren Inhalt er selbst aussucht und sich von den Teilnehmern natürlich (mit a litte bit Rabatt) auch bezahlen lässt. Zuhause darf dann ausgepackt und probiert werden. Das ist zwar nicht wirklich neu, kennen wir schon von einigen Zeitungsverlagen.
Das wirkliche bahnbrechende ist, dass die Teilnehmer jetzt darüber twittern. Live und in 140 Zeichen.
Und so haben beide etwas davon. Die Veranstalter bekommen mindestens Reklame für lau und die Teilnehmer können beim probieren prima Sozialgeräusche erzeugen.
Und wer denkt, dass dies alles so erfrischend sei wie Zwieback in Mehl zu tunken, verschläft sicher gerade wieder einen Trend…
[via]

Bottle Shock. Der Film (irgendwie) zur Weinjury von Paris
Dienstag, 29. Juli 2008

Endlich mal wieder ein Film zum Thema Wein. Das ist schon mal gut. Das Thema ist, zumindest ansatzweise, die sog. Weinjury von Paris. Das ist schon mal nicht schlecht.

BS

Einer der Hauptdarsteller, ist der von mir sehr geschätzte Alan Rickman. Das ist schon mal sehr gut. Nicht so gut ist, dass die Kritiken bislang eher durchwachsen sind. Aber, die Geschmäcker sind verschieden, die Erwartungen auch und so kann sich ab 8. August in ‘ausgesuchten Theatern’ (mit anderen Worten: Pech, liebe Kino- und Weinfreunde in der Provinz) jeder seine eigene Meinung bilden. Das werde ich auch tun und solange gibt’s hier schon mal den Trailer:

Page Impressions machen reich und sexy
Donnerstag, 24. Juli 2008

Gelegentlich hat man ein Déjà-vu. Meins heißt im Moment Page Impressions (PI). Diese sollen aussagen: ‘Wie oft hatte der Besucher ‘Sichtkontakt’ mit einer Webseite? Dieser Wert misst, wie gut oder schlecht ein Webauftritt angenommen und genutzt wird.’ Thank you, Dr. Web.
Nicht verstanden? Ok. Angenommen, nur ein einziger Besucher liest diesen Beitrag. Damit hat er auf Weincasting eine Page Impression erzeugt. Klickt er dann noch hier, hier, hier und hier sind es schon fünf.
Zählt man noch die ganzen Bots und Spider von Google und Co, sowie die Anzahl der Besucher, die durch diesen reißerischen Titel fälschlicherweise angelockt wurden, kommt da eine hübsche Anzahl an PI’s zusammen.  Die Anzahl an echten Besuchern bleibt aber gleich. Genau einer.
Das man mit dem Wissen darum, seine Webseiten auch noch gut ‘optimieren’ kann, ist seit Jahren bekannt. Erstaunlich aber, dass sich die Mär von deren Aussagefähigkeit immer noch hält.
Denn zur Zeit tauchen die Page Impressions unter den Weinblogs auf. Sie wurden mal wieder mal aus dem Sack gezogen um daran zu verkünden, dass Drink Tank, Nikos Weinwelten und Weinverkostungen die meistgelesenen Wein-Blogs seien. Und nicht nur das, die ermittelten 60000 PI’s pro Monat dienen auch gleich mal dazu, um sie mit den 30000 Abonnenten der Weinzeitschriften gegenzurechnen und Print damit irgendwie für tot zu erklären.
Natürlich möchte ich dies überhaupt nicht infrage stellen, schließlich hat man es ja selbst ausgerechnet.
Übrigens, dass auch nicht ganz unumstrittene StudiVZ hat 100000 PI’s. Pro Minute.
Vielleicht sollte man es mit den Worten von Robert Basic, nicht nur laut Page Impressions, Deutschlands Blogger Nummer eins sagen:
Was sind hohe Page Impressions wert? Nix.

Wein aus der Dose?
Freitag, 18. Juli 2008

Grau-en-haft! Allerdings, wenn er so verpackt wäre:

WeCa

Entworfen von Jens Andersson und Jonas Forsman, mit dem Swedish Aluminium Packaging Design Award ausgezeichnet und noch immer auf eine Umsetzung wartend. Leider.

Superblogs, Superflops 08
Samstag, 12. Juli 2008

Seit ein paar Tagen geistern die sogenannten Superblogs 08, inszeniert von den Superflipflopseiten Hitflip und Hitmeister, durch die Wein- und Genussbloggerszene.
Dabei geht es um die Wahl eines Blogs zum besten Blog… what ever. Vielleicht vergleichbar mit der LocalWineEvents-Geschichte. Die Weinblogger werden sich erinnern.
Nun ist es möglich, dass alle teilnehmenden Wein- und Genussblogs, vor lauter Vorfreude auf den erhofften Ruhm, einfach versäumt haben mal nachzusehen, wem sie denn ihr Baby und die Klicks ihrer Leser in die Hände geben. Oder es ist ihnen schlicht egal.
Allen Anderen sei die Artikel ‘Bücher-Tauschbörse Hitflip wirbt für umstrittenen Adressensammler‘ und ‘Superblogs 2007: Billige Marketing-Idee für unter 1.500 Euro‘ beim Literatur-Café wärmstens empfohlen.

Guten Tag, auf Wiedersehen!
Mittwoch, 9. Juli 2008

WWW

Was man an einem Weinblog so falsch machen kann, haben heute Wolfis Wein Worte gezeigt. Nein, nein… es war nicht der Inhalt, es war die Form.
Wenn man am Bloghoster spart, kann es leider passieren, dass sich jener seine kostenfreien Leistungen über Werbung vergüten lässt.
Und so kann es – wie heute – passieren, dass sich ein Layer Ad, die aller-aller-aller-schlimmste Pest der Online-Werbung über den eigenen Content breit macht. Und just dieser Layer Ad kennt weder das richtige Datum, noch die richtige Zeit. Der vorgeschriebene ‘Schließen’-Button und der nicht vorgeschriebene ‘Mehr Info’-Button teilen sich auch noch den selben… Button. Dies hat zur Folge, dass man unweigerlich an Infos kommt, die man gar nicht haben will.
Das ist nicht nur scheiße, das ist auch wirklich schade um den Bloginhalt. Denn so kommt manch ein Besucher garantiert nicht wieder…

Quo vadis Weinblogs?
Dienstag, 8. Juli 2008

Weinblogs haben sich etabliert. Recht gut sogar, aber lange nicht so, wie erwartet. Sie haben weder Handel, Kritik oder Marketing nachhaltig umgekrempelt, geschweige denn Magazine und Zeitschriften abgelöst. Sie sind ein zusätzlicher Bestandteil der Weinszene, aber weder zum Big Player geworden, noch haben sie den Einfluss, wie manche ihn noch vor Monaten vorausgesagt haben.
Diese Erkenntnis dürfte auch mitschuldig sein an jenem ‘Blues’, der an anderer Stelle schon beschrieben wurde und trotz manch gegenteiliger Meinung weiterhin anhält.
Der Markt ist gesättigt, könnte man meinen. Seit gut einem Jahr gibt es praktisch keinen nennenswerten Neuzugang mehr.
Blogs der Kategorie ‘Kaum Content, aber viel Werbung’ klammere ich hier bewusst aus. Denn man muss kein Hellseher sein um zu ahnen, dass diese Seifenblasen bald ihren Vorgängern hinterher springen werden und verschwinden. Sie dürften eher ein Beispiel dafür sein, dass beim Wein manche Prozesse wohl etwas länger dauern (bis man es kapiert).
Aber nun sollen es ja soziale Netzwerke bringen. Ein Thema wie Wein, welches besonders auf Nachhaltigkeit geprägt ist, soll mit Sozialen Netzwerken à la Twitter die Aufmerksamkeit erringen, die die Weinblogs nicht geschafft haben.
Gebilde, die darauf angelegt sind, Massen an – mehr oder weniger wichtigen – Informationen, schneller, zu jeder Zeit an jedem Ort zu verbreiten, sollen den Durchbruch bringen. Das mag in der Medienbranche, wo die Meldung des Morgens am Abend schon von gestern ist, vielleicht noch nachvollziehbar sein.
Aber führt dieser Druck ständig Output zu produzieren nicht eher dazu, dass man mit  einem Großteil an nutzlosen Infos zugemüllt wird und die wirklich nützlichen gar nicht herausfiltern kann?
Wer sich die nächste große Enttäuschung doch ersparen will, dem sei der Artikel ‘Three Statistics That Lie‘ des Twitterers, FriendFeeders und Tumblrs Fred Wilson empfohlen.
Was nun? Bloggen einstellen? Web 2.0 abhaken?
Nicht unbedingt. Blogs können hier eine Sonderrolle spielen. Sie lassen sich gut entschleunigen und auf eine hervorragende Eigenschaft reduzieren: Die Möglichkeit ohne große Programmierkenntnisse Content ins Internet zu stellen. Ohne Filter und Hemmnisse.
Zwar sind Weinblogs subjektiv, können aber doch oft frei von finanziellen oder anderen wirtschaftlichen Abhängigkeiten publizieren. Jene Felder beackern die aus o.g. Gründen von den etablierten Medien gemieden werden. Dies wird dann auch von Lesern honoriert und wahrgenommen, die keine Blogger sind.
Denn es bringt gar nichts möglichst viele Links von anderen Bloggern einzusammeln, wenn sich die Inhalte nicht von denen unterscheiden, die täglich aus den Pressetickern rutschen.
Die einzige Zukunft der Blogs ist die Außenwirkung. Das Interesse von jenen Gruppen die oft gar nicht wissen was ein Blog überhaupt ist. Endlich raus kommen aus den blogeigenen Mechanismen, dem ständig sich miteinander vergleichen, der Blogwart-Mentalität einiger, der Gefügigkeit mancher.
Ob hierbei die erstmalig stattfindende European Wine Bloggers Conference mehr bringt als internes, wenn auch europaweites Selbstumarmen à la Re:Publica wird sich zeigen. Aber ein Blick über den deutschen Tellerrand ist eigentlich schon mal ein guter Anfang…

Wie hieß der doch gleich…?
Dienstag, 1. Juli 2008

Das Problem ist be-kannt: Man hat einen guten Wein getrunken und den Namen danach dummerweise vergessen. ‘Oxford Landing’ hat das Problem er-kannt und mittels der Staubsaugerbeutel-Methode gelöst.

Ol

Das da vorher keiner drauf gekommen ist?
Obwohl… wirklich guten Wein vergisst man eigentlich nicht…

(via)

Die Handtasche von Gallo
Samstag, 28. Juni 2008

Handbg
Wenn das mal nicht clever ist. Die Gallo Family führt die Zielgruppe der ‘Sex and the City’-affinen WeintrinkerInnen an das Bag-in-Box-Konzept heran.
Entworfen von Davison Williams und mit dem 2008 Drink Business Award für Verpackungsdesign ausgezeichnet.
Der Inhalt ist natürlich ein Rosé, genauer ein White Grenache und die Verpackung im ‚Clutch bag’ Design fasst 1,5 Liter.
Der Nachteil ist… eventuell, außer dass es sich um einen Gallo handelt… es gibt ihn zurzeit exklusiv nur bei Tesco in UK.

Newman’s Own’gene Weine
Freitag, 27. Juni 2008

N's O.

Paul Newman dürfte hierzulande jeder kennen. Mit seiner Marke Newman’s Own sieht das etwas anders aus.
Aber in US and A ist die Marke für Marinaden, Dressings und anderen – mehr oder weniger – nützlichen Zutaten in jedem Supermarkt zu finden.
Und inzwischen gibt es unter diesem Label mit ‘Chardonnay’ und ‘Cabernet Sauvignon’ auch zwei Weine.
Ob die allerdings, so wie seine anderen Produkte, etwas taugen oder mehr zum verfeinern von Salaten genutzt werden sollten, entzieht sich meiner Kenntnis.
Produziert werden beide Weine übrigens von Three Thieves in Kalifornien.

Weinfahne
Mittwoch, 25. Juni 2008

Ich neige nicht dazu ein vexillum, in welcher Art auch immer, an mein Auto zu heften. Zu keiner Zeit und auch zu keinem Anlass.
Darum verlaufen Fragen à la ‘Und? Auch ne Fahne?’ im Anschluss an Verkaufsgespräche immer mit ‘Nö, danke’.
Das ging bisher immer gut. Bis heute. ‘So und hier noch Ihre beiden Fah-nen! (sic!) Tschüß!’ Bei solcher Forschheit musste ich mich geschlagen geben.
Aber was macht man mit zwei Nationalitätssymbolen aus synthetischen Material, Made in China. Die Straßenränder sind schon voll und im Müll entsorgen ist sicher justiziabel.

Dschland

Zum Glück hab ich zum Deckel noch den passenden Topf gefunden. So wächst zusammen, was (geschmacklich) zusammen gehört.

P.S. Nur, was mach ich mit der anderen Fah-ne…?

Lambecks kleine Weinwelt
Dienstag, 24. Juni 2008

Es ist ja nicht so, dass die ‘Welt(online)’ eine große Weinpostille ist. Man beschränkt sich mehr oder weniger auf Artikel à la Werbung Online oder auf die Kolumne von Herrn Lambeck.
Und nun ist dem ‘Weinkenner Martin S. Lambeck’ offenbar eine Flasche sächsischen Weines auf Tisch gestellt worden. Zeit sich auf ‘Der neue Wein aus der Goethezeit‘ kurz mit der Ostzone ‘DDR’ DDR dem Weinbau ‘drüben’ auseinanderzusetzen.

Zu den großen Zaubertricks im Deutschland unserer Tage gehört es, bei der Europäischen Union die Rechte zur Neu-Aufrebung von Weinbergen zu erlangen. Osteuropäische Nachbarn werden in Brüssel bevorzugt. Deutsche Winzer schauen zu 90 Prozent in die Röhre – es sei denn, man plant Rebflächen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR!

Gut, spätestens seit Wallraff wissen wir ja, wie bei Springer recherchiert wird. Und man braucht auch keine Glaskugel um diesen Blödsinn auseinander zunehmen.
Der ‘Zaubertrick’ bedarf rein innerdeutschen Beziehungen Kontakten, denn die Europäische Union hat keinen Quadrat-Millimeter zur weiteren Ausdehnung herausgerückt. Sondern Rheinland-Pfalz, auf dem Gebiet der ehemaligen BRD, die mit ihren Aufrebungs-Rechten nicht wissen wohin. Und auch der Westen schaut nicht NUR in die Röhre.

Die neuen Anbauflächen bei Weimar erfordern eine eigene Kellertechnik, und sie gehören zum deutschen Anbaugebiet “Saale- Unstrut”. Unter diesem Namen werden in den neuen Bundesländern kleine Einzelgebiete bis hin nach Mecklenburg-Vorpommern zusammengefasst.

Das ist zwar nicht unbedingt falsch, aber das Gros der Fläche liegt nach wie vor im Gebiet um Saale und Unstrut. Und ‘Sachsen’ ist auch nach wie vor nicht ‘Saale-Unstrut’.

Im Zuge des Klimawandels haben sich im Osten bereits mehrere hochprofitable Qualitätsweingüter entwickelt. Der Bereich Saal-Unstrut verdient am Leipziger Speckgürtel der Industrie. Sachsen mit Dresden und Meißen machen ein gewaltiges Geschäft mit internationalem Tourismus. Genau hier liegt auch die große Zukunft der Weimarer Weine: Ähnlich wie Dresden hat auch Weimar ein hochklassiges internationales Touristen-Publikum. Da werden selbst hohe Preise für gute Qualität schnell und gern bezahlt.

Wein aus dem ‘Osten’ ging schon immer gut weg. Besonderns an Einheimische, Stammkunden, den gut sortierten Weinhandel und die Gastronomie. Da brauchte es gar keinen Klimawandel.
Sollte man sich allerdings auf einen Leipziger Speckgürtel (Na, Herr Lambeck, Sie waren noch nie im Leipziger Umland? Oder?) oder internationale Luxus-Touristen in Dresden (Die Lieblichtrinker mit den Reisebussen aus Wanne-Eickel?) verlassen müssen, dann gute Nacht.
Achja, der Wein in der Flasche. Ein 2007 Müller-Thurgau vom Weingut Schloss Proschwitz.

Der 2007er Müller ist ein duftiger und dennoch dichter Wein von hoher Mineralität. Das liegt an dem Boden, auf dem der Sachse wächst: Granit von Löß durchsetzt. Im Aromenspektrum entwickeln sich Limette, Nuss und florale Aromen. Der Wein hat einen großen Nachhall und hat Lagerpotential. Freilich ist er frisch und kalt auf der Terrasse eine Offenbarung!

Ok, die Weine aus Proschwitz können sich schon seit Jahren nicht die schlechtesten. Und nicht nur im Osten. Aber das ist ja auch nichts Neues.

Bundesverwaltungsgericht: No capacité für réservé!
Mittwoch, 18. Juni 2008

Vorerst.

Der seit Jahren andauernde Streit um die Etikettierung von Pfälzer Qualitätsweinen geht weiter. Nach einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig darf ein Winzer seinen Wein zunächst weiterhin nicht mit den französischen Begriffen “Réserve” oder “Grande-Réserve” versehen.
Diese Bezeichnungen für einen deutschen Wein könnten irreführend sein, so das Gericht. Das letzte Wort hat nun die Vorinstanz, das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz. Es muss prüfen, ob die französischen Bezeichnungen mit bestimmten Qualitätsstandards verbunden werden.

Warum sich ein Pfälzer Winzer ausgerechnet das Recht zur Verwendung der Namen “Réserve” oder “Grande-Réserve” einklagen will, ist mir wirklich schleierhaft. Eine (Schnäpschen-)Idee der Abteilung Marketing?
Als gäbe es in Deutschland (und der Pfalz) nicht schon genug Verwirrung im Wust von Spätlese, Landwein, Erstes Gewächs, Eiswein, Tafelwein, Trockenbeerenauslese, Kabinett, Großes Gewächs, Beerenauslese, Spätlese, Auslese…
Wie wäre es in Zukunft mit Premier Cru aus Brandenburg? Wegen der besonderen Qualität und der hugenottischen Tradition…

Mehr…

Weinrallye #12 ‘In Gottes Namen’: Koscherer Wein [Update]
Dienstag, 10. Juni 2008

WeinralleyNach einiger Zeit wieder ein etwas anspruchsvolleres Weinrallye-Thema, bei dem man sich trotzdem nicht in eine Art Schulaufsatz-Situation zwingen muss.
Mit dem Thema ‘In Gottes Namen’ kehrt die Rallye an ihren Ursprung, den Winzerblog zurück und lässt mehr Freiraum als man denkt. Denn man kann sich sowohl mit einem Klostergut aus der Affäre ziehen oder wie hier Israel zuwenden.
Der israelische Wein kommt gut voran, wie die ProWein gezeigt hat. Und passend dazu sind nicht alle, aber ein Großteil der Weine koscher.
Dies bedeutet, dass die Erzeugung unter strenger Aufsicht von Rabbinern steht. So soll der Weinberg eigentlich alle sieben Jahre ein Jahr Pause machen, also brach liegen. Das schmerzt natürlich jeden Weinbauern und so zeigt man sich findig, indem man ihn in jenem Jahr pro forma an einen Nichtgläubigen verkauft. So macht man keine Miese und der Rabbi nickt es trotzdem ab.
Auch sonst ist die Erzeugung von koscherem Wein mit manchen Hürden verbunden. So dürfen bei der Herstellung nur orthodoxe Juden in direkten Kontakt mit dem Wein kommen. Nicht koschere Zusätze fallen dabei natürlich auch flach.
Dazu kommen Sonderregeln, wie die Vernichtung von einem Prozent der jährlichen Ernte, welche auf den zu entrichtenden Zehnten im Tempel von Jerusalem zurückgeht. Oder die erforderliche Schnellpasteurisierung, damit der Wein nicht seine kosherness verliert, sollte er durch nicht orthodoxe Juden ausgeschenkt werden. Dass dabei auch die Sabbatruhe eingehalten werden muss, braucht man eigentlich nicht mehr zu erwähnen.
Bei diesem Aufwand könnte man denken, dass die Erzeugung Biowein doch recht easy zu bewerkstelligen ist.
Dieses Prozedere muss den Wein aus Israel vielleicht nicht besser machen, schadet aber auf keinen Fall.
Ob auch der Vineyards SelecteD von Carmel diesem positiven Trend folgt, wird hier in einem eigenen Beitrag nachgegangen.

[Update]
Hier gibt es inzwischen die Zusammenfassung aller teilnehmenden Beiträge.

Discounter, Weine, Sensationen. [Update]
Dienstag, 3. Juni 2008

sb

Wenn ein Blogger, der unter dem Dach eines großen deutschen Magazins schreibt, geradezu ekstatisch einen Wein lobt, den es in Kürze bei einem deutschen Discounter geben soll, ist das zumindest nicht verwerflich.

Sensationsangebot ab Montag bei NORMA! Wer glaubt der 90-Punkte-ALDI-Wein war ein super Angebot, hat jetzt besser eine Papiertüte zur Hand, um das Hyperventilieren in den Griff zu bekommen

Klingt zwar nach einem überambitionierten Werbeprospekt. Well, so what.
Wenn aber drei Tage später, just oben genannter Discounter eine Pressemitteilung mit folgende Passage rumspammtschickt:

… für unvergleichbar günstige 2,99 Euro erhältlich ist. Im Urteil des Magazins ‘Stern’ beschert NORMA damit allen Rotweinkennern ein absolutes ‘Sensationsangebot’

Dann ist das schon… etwas… öhm… ein komischer Zufall.
Nicht, dass man Blogs immer ignorieren würde, schon gar nicht wenn sie ein Mäntelchen eines großen deutschen Wochenmagazins sind. Aber warum ein ‘Stern’-Blogger bei einem Wein für 2,99 Euro vollkommen ekstatisch wird, will sich mir partout nicht erschließen.
Besonders wenn der schnäppchengünstige Entzückungsverursacher ein 2006 Seigneur de Montfort ‘Comté Tolosan’ ist, der unter dem Label 2006 Seigneur de Montfort ‘Cuvée L’Amaury’ zwar ein paar Sterne im Guide Hachette haben soll, aber auch schon für 4,99 Euro verramscht wird.
Sensationen sehen anders aus.
Offenbar sehen das auch andere so, denn die Flasche die ich heute ‘geschossen’ habe, war in der Filiale die Nummer zwei. Insgesamt und bisher. Also bislang auch keine ‘leere Regale’ und schon gar keine ‘enttäuschte Gesichter’. Noch nicht.
Da es mir zurzeit für einen französischen Rotwein zu warm ist, werde ich meine Degustationsnotiz später nachreichen.

[Update]

So und nun mein Senf zum Inhalt. Es empfiehlt sich, das Weinchen unbedingt mit Luft zu versorgen. Vorher ist es extrem kratzbürstig, beinahe untrinkbar.
Aber nach einigen Stunden zeigt sich eine ansprechende leicht vanillige, fruchtige, aromatische Fülle, die aber nach einer Sekunde zerplatzt und eine trockene Wolke Talkum hinterlässt. Normalerweise würde ich sagen, einfach noch ein paar Monate liegen lassen. Ich befürchte aber, dass der ‘Comté Tolosan’ nicht solange durchhält.
Kurze Fahrt, Geschmack gespart. Passt zum Steak von der Supermarkt-Fleischtheke.
So was geht für den Preis zwar in Ordnung, ist aber mit nichten eine Sensation.
Sicher, es gibt für das Geld oft schlechtere Weine, aber auch bessere. Jene nämlich, die sich nicht mit Auszeichnungen behängen, von denen wir oft wissen wie sie zustande kommen, sondern einfach ehrlich sind und damit Spaß machen.
Über Geschmack kann man streiten, aber nicht darüber was ein Schnäppchen (oder gar ein ‘Sensationsangebot’) ist und was nicht.

Fazit: Traue nur deinem eigenen Urteil und sei vorsichtig bei ganz besonders lautem Beifall. Auch in Blogs. Möglicherweise hat da jemand, wie vermutlich hier, entweder vom Thema null Ahnung oder urteilt wider besseren Wissens.

Me, Himself & Vinum
Freitag, 30. Mai 2008

Vinum

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. In der aktuellen Ausgabe der Vinum geht es u.a. um Inselweine. Aufmerksame Blogger dürften sich erinnern, das Thema war schon einmal Motto einer Weinrallye.
Und jetzt kommt das Zeichen: Auch das wusste die Vinum und war sich nicht zu schade – jetzt kommt das Wunder – explizit darauf hinzuweisen. Mit Hausnummer und Links zum Organisator, dem Winzerblogger. Sogar das Logo hat sich mit eingeschlichen, welches bescheidenerweise von mir stammt. Dies ist zwar vollkommen unwichtig und ich hätte auch gar nicht darauf hinweisen müssen, aber so uneitel bin ich dann doch nicht.
Auch die Teilnehmer der Rallye werden zumindest mittelbar erwähnt.
Ein besonderer Dank geht an Matthias Metze vom Biowein Blog, ohne ihn dieser Artikel wohl gar keinem Blogger aufgefallen wäre.

Nach dem Hype oder Weinblogger’s Blues
Dienstag, 27. Mai 2008

Es wird allgemein ruhiger um die Blogs. Den Top 100 laufen die Links und damit ihr selbst gewähltes Bedeutungskriterium davon. Diejenigen wenigen, die vom bloggen zumindest mittelbar leben wollen und dies halbwegs auch können, sind inzwischen handzahm und belanglos in ihrer Schreibe geworden. Offenbar wollen sie es sich nicht mehr leisten, jemanden auf die Füße zu treten. Der Rest übt sich im ständigen wiederkäuen seiner Lieblingsthemen.
Ganz so krass sieht es in der Nische Weinblogs zwar nicht aus, dennoch gibt es ähnliche Tendenzen.
Auch hier wird – zumindest gefühlt – weniger geschrieben. Nicht nur die Winzer unter den Bloggern melden sich nur noch wenn sie Zeit und Lust dazu haben. Es scheint als wäre der Druck weg, ständig und überall seinen Senf dazugeben zu müssen, immer mit seiner Meinung vorn dabei zu sein.
So bringt allenfalls die monatliche Weinrallye etwas flächendeckende Bewegung in die Sache, bleibt aber trotzdem nur ein Sturm im Wasserglas.
Ziemlich windstill ist es auch bei denen geworden, die ihr Blog primär als sprudelnde Geldeinnahmequelle gesehen haben. Die, die meinten, es würde genügen die Leserschaft regelmäßig mit abgeschriebenen Pressemitteilungen oder ähnlich Flachgründigem zuzumüllen. Diese ‘Kollegen’ schleichen inzwischen auf anderen Spielplätzen rum oder man lässt sie einfach links liegen.
Erinnern wir uns noch an die unzähligen und oft an den Statistik-Haaren herbeigezogenen Rankings und Toplisten? Nix. Keine Rankingsau wird mehr durchs Weinbloggerdorf getrieben. Und wenn, dann ist es höchstens ein einsames Ein-Tages-Ferkel.
Offenbar hat es inzwischen auch der Letzte gemerkt, dass Blogs einfach ‘nur’, mehr oder weniger interessante Tage- und Notizbücher im Netz sind.
Bliebe zusammenfassend eigentlich nur noch eine Frage: Was ist eigentlich so schlecht daran?

Robert Mondavi 1913 – 2008
Samstag, 17. Mai 2008

R. Mondavi

Robert Mondavi (*18.06.1913; †16.05.2008)

more…

Twitter: Fazit
Sonntag, 11. Mai 2008

Nach eingehender Beschäftigung mit dem Spielzeug für Personen mit erhöhtem Mitteilungsbedürfnis, habe ich noch folgendes zu ergänzen: Nichts

Hinweis: Der Beitrag hat genau 140 Zeichen. Diese stehen einem Twitterer maximal pro Eintrag zur Verfügung. Und reichen also für eine eingehende Charakterisierung vollkommen aus.

Best of… Zeulenroda.
Donnerstag, 8. Mai 2008

Eulenstadt

Am letzen Wochenende fanden das Tasting und die Gala zur Best of Bio Wein 2008 statt. Das ist sicher eine feine Sache, aber nicht der Grund dieses Eintrages.
Der eigentliche Grund ist: In Zeulenroda?! In Zeulenroda?!?! In Zeulenroda?!?!?!

Anmerkung: Leider werden mir an dieser Stelle nur eine Hand voll Insider wirklich folgen können. Die Anderen mögen mir das verzeihen.

Mehr Schein als Fine?
Mittwoch, 30. April 2008

F-i-n

Das neue Weinmagazin Fine geistert seit geraumer Zeit durch den BlätterOnlinewald, aber nun durfte ich es livehaftig in den Händen halten.
Gemacht für eine Zielgruppe, die irgendwo zwischen interessierten Laien, Erben von Bäckereiketten und Möchtegern-Fachleuten liegt. Egal, Hauptsache Premium. Das illustrieren nicht zuletzt die Anzeigen recht deutlich. Diese dominieren in ihrer Anzahl zwar nicht so stark wie befürchtet, zeigen aber wo es langgehen soll: Money, Money, Money. Auch beim Inhalt wird sich – zumindest preislich – voll auf die Spitzengruppe konzentriert. Bordeaux und Château, etwas gewürzt mit Weil und Seppelt. Als give away gibt es die obligatorische Dollase-Kolumne. Der Jürgen wird eh schon von Tre Torri verlegt, Biolek hatte wohl keine Zeit.
Warum man schon beim Cover gespart hat, will auch nicht einleuchten. Das Motiv kennen wir ja schon, zum Beispiel von der Skandinavischen Ausgabe, allerdings aus dem Jahr 2006. Auch die Art Direction des Blattes ist, im Gegensatz zum selbst gesetzten Anspruch, ganz und gar nicht fine. Mit der Azubi-Typografie aus einem Immobilienprospekt und dem ‘Viel hilft viel’-Einsatz von Photoshop-Filtern wird ein Ambiente erzeugt, welches mal näher bei Rosamunde Pilcher, Pottery Barn oder Bram Stoker’s Dracula liegt.
Ob nun die 15 Euro, oder gar die evtl. später geplanten 25 Euro, pro Heft gerechtfertigt sind, sei mal dahingestellt. Man könnte sich vom gespartem Geld auch ein gutes Wein- oder Genussbuch kaufen.
Zum Beispiel aus dem Tre Torri Verlag…

Sunday Drinker Wine Review
Donnerstag, 17. April 2008

Vollkommen indiskutabel, british, respektlos, unkultiviert, prollig, ungezogen… aber trotzdem, oder gerade darum, gut.

Twitter: Sozialgeräusche 2.1
Dienstag, 15. April 2008

Wenn alle Blogs geschlossen sind, macht das letzte Weinblog drei Jahre später endgültig zu. Will sagen, beim Thema Wein brauchen Trends und Phänomene bekanntlich etwas länger. Und das ist im Prinzip auch gar nicht schlecht, denn wenn man Glück hat, muss man sich nicht mit Zweitagsfliegen wie beispielsweise Second Life herumärgern. So hat es eben auch etwas gedauert bis sich die ersten Weinblogs durchsetzten und über eine Art WeinVZ nachgedacht wurde, als über StudiVZ schon Regionalzeitungen schrieben.
Und jetzt zieht auch Twitter über die Weinberge herauf. An vorderster Front sind (natürlich) Mario Scheuermann und Matthias Metze mit dabei, aber auch Niko Rechenberg, Thomas Günther und einige Karteileichen. Twitter ist auch ganz einfach, nämlich nichts anderes als eine Art SMS-Chat (Erklärung SMS und Erklärung Chat) oder Blog very light mit wenig Text und gar keinen Bildern. Anhänger sprechen da lieber von einem sozialen Netzwerk, ohne das sowieso gar nichts mehr geht. Mitmachen ist auch ganz einfach, notfalls mit einem Handy zu bewerkstelligen.Es ist also möglich, ständig allen und jedem mitzuteilen was man macht (oder nicht macht) oder ob man gerade einen Korkkrümel im Weinglas hat.
Bleibt nur die Frage, ob man selbst oder jemand anderes diese Infos auch braucht. Oder sind das auch wieder nur neue Tropfen im Ozean der überflüssigen Informationen? Vermutlich ist es ja auch wirklich nur einer dieser kollektiven Mitmachzwänge, ein Knüpfen von Pseudokontakten die Dauerhaftigkeit suggerieren. Es gibt die ersten Interviews mit Twitterern und längst die obligatorischen Schwan… Rankings.
Doch die ersten Wolken ziehen bereits am Horizont herauf. So wird über Werbung auf Twitter diskutiert, Domaingrabber sind ebenfalls unterwegs und die ersten Twitter-Konten werden bei ebay versilbert. Möglicherweise die ersten Anzeichen dafür, dass die Karawane der Nerds weitergezogen ist.
Und ich? Ich habe mir gestern ein sehr dickes Buch gekauft…

Kleinvieh macht auch Mist
Sonntag, 13. April 2008

Normalerweise hütet die EU ihre Rebrechte zwar wie der Teufel seine drei goldenen Haare. Trotzdem können jetzt ein paar Karten mehr gemischt werden.
Da Rheinland-Pfalz auf 100 Hektar Rebfläche verzichtet, kann man unter anderem im Osten die Weinanbaufläche etwas aufbohren. Die Region Saale-Unstrut bekommt vom begehrten Kuchen 46 Hektar, verteilt auf Sachsen-Anhalt mit 31 und Thüringen mit 15. Das Elbtal in Sachsen darf sich über 31 Hektar die Hände reiben. Das bedeutet zwar auch weiterhin kein Trend in Richtung Massenproduktion, aber, wenn man mal alle Augen zudrückt, fast ein Plus von jeweils zehn Prozent.
Den Rest teilen sich Brandenburg, das Saarland und Nordrhein-Westfalen.

Klaus Zimmerling hat die Nase voll…
Donnerstag, 10. April 2008

… immer dabei zuzusehen, dass bei jedem großen Hochwasser sein Weinkeller absäuft. Dieser liegt nämlich im Schloss Pillnitz direkt an der Elbe und lief beim Jahrhunderthochwasser 2002 bis über die Decke voll. Es gibt sogar Leute die behaupten, sie hätten anschließend die eine oder andere Flasche Grauburgunder stromabwärts aus dem Wasser gefischt.
Damit soll es in Zukunft vorbei sein, denn jetzt wurde im Weinberg auf dem Bergweg der Grundstein für einen neuen Keller gelegt.
Schon die nächste Lese im Herbst soll in den neuen Keller eingefahren werden. Notfalls kann Zimmerling dann auch mal nachts und in Puschen nach dem Rechten sehen.

Klaus Zimmerlings Weine auf Weincasting:
2006 Gewürztraminer
2003 Grauer Burgunder “R” Trocken
2003 Müller-Thurgau Trocken

Porca miseria!
Samstag, 5. April 2008

Der Skandal könne jedoch auch eine positive Wirkung haben: ‘Er zeigt, dass wir fähig sind, streng und wirksam zu kontrollieren.’

Stuart Pigott neuer Autor bei Weincasting [Update]
Dienstag, 1. April 2008

Es hat etwas Überzeugungsarbeit gekostet, aber jetzt ist es soweit: Der Weinkritiker Stuart Pigott wird auf Weincasting schreiben. Nach einem ersten Kontakt auf der ProWein hat sich Stuart Pigott doch breitschlagen lassen, hier in unregelmäßigen Abständen Gedanken und Kurzkritiken zu hinterlassen. Trotz seiner Aussage: „ Nichts gegen das Internet, aber lange Texte habe ich lieber gedruckt auf Papier“, hat ihn dieser kleine Teil des Internets offenbar vom Gegenteil überzeugt. Morgen geht’s los mit Stuart’s Nachlese zu ProWein.

[Update 2.4.08]

Obwohl ich kein besonderer Freund von Aprilscherzen bin, war ich mir dafür trotzdem nicht zu Schade. Natürlich wird Stuart Pigott hier weiterhin nur mittelbar auftauchen. Man soll ja niemanden zu etwas überreden, wozu er offensichtlich keine Lust hat. Und ausserdem sind zwei Punks auch einer zu viel…

Kostenlos 2.0
Freitag, 28. März 2008

Es gibt da ein Bildbearbeitungsprogramm, welches sicherlich eines der Besten der Welt ist. Allerdings sind dafür rund 1000 Euro auf den Tisch zu legen. Oder man nimmt die abgespeckte Variante für ein Zehntel des Preises. Wem dies immer noch zu viel ist, der kann das Ganze jetzt auch für lau als Webversion bekommen. Ja, ganz für umsonst und legal.Und bevor sich jetzt alle Blogger verwundert die Augen reiben und sich auf die vielen bearbeiteten Bilder freuen: Die Sache hat einen klitzekleinen Haken. Für die Nutzung des Programms gibt man seine sämtlichen Rechte an den dort bearbeiteten Bildern her. Für immer und ewig. Auch für umsonst. Willkommen bei Kostenlos 2.0.

[Nachtrag 06.04]
Zumindest die Bereitsteller des o.g. Bildbearbeitungsprogrammes haben etwas zurückgerudert. Trotzdem, ein Gschmäckle bleibt weiterhin…

Vom Glanz und Elend der Weinschreiberei
Mittwoch, 26. März 2008

Es gibt zwei landläufige Vorstellungen von Weinjournalisten, Weinkritikern und/oder Weinschreibern:
Auf der einen Seite die Stars, vor deren Besuch ein Winzer schlaflose Nächte hat, da sie nicht selten über sein zukünftiges Schicksal entscheiden.
Auf der anderen Seite die Masse, die für ein kostenloses Wochenende in der Weindorf-Pension jede Plörre zu einer Empfehlung hochschreiben.
Nun, das kommt sicherlich oft genug vor, doch gibt es da noch eine Menge mehr, wie unschöne Verquickungen und einiges Versaubeuteln seitens der Verlage. Um derlei Unfeinheiten geht es in den Artikeln ‘Geiz ist dumm!‘ von ENO WorldWine-Herausgeber Eckhard Supp und ‘Lob oder finanzielle Krise‘ von Zeit-Autor Rainer Schäfer. Während sich Eckhard Supp einige Mühe gemacht hat en détail das Thema zu beleuchten, übt sich Rainer Schäfer en gros im Gault Millau-Bashing. Da ist zwar manches dran, wirklich neu ist das Thema aber auch nicht gerade.
So wäre es schön, wenn Eckhard Supp mehr Gehör finden und Rainer Schäfer sich vielleicht doch mehr auf das Thema Fußball konzentrieren würde.

(via und via)

Zeige mir deine Bannerwerbung und ich sage dir…
Mittwoch, 12. März 2008

…wer du bist. Dieses abgewandelte Sprichwort dürfte für eine Menge Websites im Internet zutreffen. Offenbar auch für Technorati.
Der Sinn dieser Website hat sich mir nie wirklich erschlossen. Sicher, eine Art Google für Blogs ist zumindest theoretisch keine schlechte Sache. Aber praktisch hat man sich eher in Rankings und Authorities für Blogger-Schwanzvergleiche verzettelt. Aber zumindest sind sie einigermaßen seriös.

Dachte ich. Denn jetzt ist die Website, die für viele (auch minderjährige) Blogger oft der Gradmesser ihrer Existenz ist, offenbar ganz unten in der Werbe-Schmuddelecke des Internets angekommen.
Übrigens, die Unkenntlichmachungen der Bildchen und des Anbieters stammen von mir. Im Original ist alles live und in Farbe. Und wohl auch kein einmaliger Ausrutscher…

Gut und Edel
Dienstag, 4. März 2008

Klecks

Dass die BILDzeitung zwar oft gelesen wird, aber trotzdem ziemlich evil ist, dürfte wohl klar sein. Ob im Umkehrschluss der/die/das BILDblog damit automatisch gut ist, darüber gehen die Meinungen auseinander. Oder auch nicht.
Aber ganz klar ist, dass die Markgräfler Gutedelgesellschaft e.V. nicht nur gute Sprüche drauf hat (‘Guter Wein, in Maßen genossen, schadet auch in größeren Mengen nicht’), sondern auch eine Rebsorte clever zu promoten weiß.
Da können sich einige andere, hochoffizielle Verbände aber mal eine ordentliche Scheibe abschneiden. Respekt!

Ullrich mag (auch) keine Blogs. [Update]
Samstag, 23. Februar 2008

Der SpON-’Besserwisseresser’ Ullrich Fichtner mag keine (Koch)Blogs und teilt uns dies, in einer Art Leif-Beitrag 2.0 ausführlich mit.

Das digitale Selbstgespräch ist ein Hobby, das mir seltsam fremd bleibt. Mir begegnen im Netz Menschen, deren Tagebücher dafür sprechen, dass sie sich für gebildeter als Siebeck, für witziger als Axel Hacke, für beseelter als Hape Kerkeling und für schlauer als Einstein halten. Das Problem ist nur: Sie sind es in aller Regel nicht.

Und die Hausfrauen-Seiten: Ich habe dort Anleitungen gefunden, step-by-step, mit Fotos, wie aus der Gewürzmischung für “Hackbällchen Toskana” eine Lage Hackbällchen Toskana herzustellen ist. Jetzt mal ganz offen gefragt: Spinnen die? Oder spinne ich?

Das ist tatsächlich die Frage. Oder um es auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen: Who cares?

P.S. Weinblogs werden selbstverständlich nur ganz am Rande erwähnt. Wir ahnen, mit welchem Ereignis.

[Update]

Apropos Relevanz. Heute findet sich im gleichen Organ, in der Rubrik Kultur (sic!), ein Beitrag vom Kollegen und ‘Hobbykoch Peter Wagner’ über ein Rezept für fränkische ‘Bratwürste mit Sauerkraut (Hauptgericht für 4 Personen)’ und ein paar ‘Küchenkniffe’ gegen die Flatulenz.
Wie meinte doch der Ullrich noch? ‘Es wird nicht mehr lange dauern, bis im Netz ‘Tipps & Tricks’ dafür zu finden sind, wie man Milch in einem Topf erwärmt. Oder wie man Butter auf eine Scheibe Brot streicht.’
Tja, so schnell kann’s gehen…

Alles Fine?!
Freitag, 22. Februar 2008

F_I_N

Was macht man, wenn es zu viele Weinzeitschriften gibt die kaum jemand liest? Richtig, man bringt noch eine weitere heraus.
Und da man sich nicht immer alles neu ausdenken muss, übernimmt man das Konzept und siedelt es im so genannten Premium-Segment an. Fertig ist FINE.
Dort findet man nette Berichte über Opus One, Château Petrus und alles was manchmal gut, aber immer teuer ist. Hübsch eingebettet in Premium-Hochglanzpapier und ganz viel Premium-Werbung.
‘Anders als in anderen Weinzeitschriften geht es in FINE ausnahmslos um die edelsten Weine der Welt’. Diese Aussage des gelernten Sommeliers Ralf Frenzel und Herausgebers von FINE zeugt dann auch von einer expliziten Kenntnis des deutschen Zeitschriftenmarktes im Allgemeinen und vom Wein im Besonderen.
Ab April bei Ihrem Premium-Zeitschriftendealer für schnäppchengünstige 15 Euro (danach 25 Premium-Euro).
Na, wenn das mal nicht nach einem großen Erfolg rich… t.

[via]

Jetzt without Roll
Montag, 11. Februar 2008

Da ich noch nie ein besonderer Freund des Gedöns um die Wichtigkeit und Bedeutung von Blogrolls und ähnlichen ‘Submit and forget’-Leichen war, habe ich sie trotzdem lange halbherzig mitgeschleppt. Immer mit einem neidischen Blick auf einige Antville-Blogs, die keine Blogroll haben und trotzdem gut damit leben.
Damit ist jetzt Schluß und an der Zeit, diesen Ballast über Bord zu werfen und Platz zu schaffen.
So dürften sich auch ‘Linktausch’-Mails und einige Verlinkungs-Ranking-Wettbewerbe für mich erledigt haben.
Die Blogs die ich gerne lese tauchen hier natürlich auch weiterhin hier auf, nur viel aktueller und kontextbezogen in Beiträgen wie z.B. in der Rubrik WC Lektüre.

Der ‘Bordeaux-Krieg’ oder Wie ein Elefant zur Mücke wird
Donnerstag, 7. Februar 2008

Es hat ja nett begonnen. Die Journalistin Andrea Exler hat auf WELT online einen Beitrag über Bordeaux-Winzer veröffentlicht der, sagen wir mal, nicht gerade vorbildlich recherchiert war. Der Journalist Mario Scheuermann hat auf einem seiner zahlreichen Blogs, nämlich Planet Bordeaux darauf reagiert und den Beitrag auseinander genommen.
Soweit, so gut. Was allerdings dann passierte ist sehr exemplarisch für den Umgang zwischen Journalisten im Allgemeinen und Bloggern (bzw. bloggenden Journalisten) im Besonderen.
Anstatt sich in einer offenen Diskussion mit dem Thema auseinanderzusetzen, wird in Kommentaren à la ‘Was ich auch schon immer mal sagen wollte…’ munter aufeinander eingeschlagen. Versuche einiger Weniger etwas Sachlichkeit in die Diskussion zu bringen, verhallen ebenso ungehört wie die Behauptung das die Erde doch eine Scheibe sei.
Einen Krieg mit einer „Kampflinie zwischen den Wein- und Genussbloggern auf der einen und der Verbraucherjournalistin auf der anderen Seite“ (O-Ton M. Scheuermann) auszumachen ist ebenso albern, wie die Art von Frau Exler mit persönlichen Angriffen auf Sachkritik zu reagieren.
Und am Ende wird durch den vermeintlichen Gewinner, der sich (mal wieder) nicht zu schade ist die Blogger-Szene für sich zu instrumentalisieren, publicityträchtig auf dem ‘toten Pferd’ herumgeschlagen.
So bleibt am Ende (offenbar auch hier) nur ein fader Nachgeschmack von einem Sturm im Wasserglas.

Prinz goes Thüringen. Aufrebung statt Aufregung.
Montag, 7. Januar 2008

Lange Zeit sah es wie die Neverending Story des Weinbaus im Saale-Unstrut Gebiet aus, aber jetzt soll es (mal wieder) losgehen. Im April soll diesmal wirklich mit der Aufrebung in Kromsdorf bei Weimar begonnen werden. Das teilen übereinstimmend Land und Winzer Prinz Georg zur Lippe mit. Vorerst auf zehn Hektar sollen rote und weiße Burgundersorten gepflanzt werden. Der Weinberg hat mit ‘Weimarer Poetenweg’ inzwischen auch eine Lagebezeichnung.
In Zukunft sollen es bis zu 80 Hektar und der Prinz somit zum Big Player in Thüringen werden. Die nötigen Rechte gab es übrigens aus Rheinland-Pfalz, der Heimat des Ex-Ministerpräsidenten Bernhard Vogel.
Noch nicht geklärt ist ob eine alte Brauerei in Weimar oder ein Neubau in Kromsdorf der Standort der Kellerei wird.
Da wird es wohl in nicht allzu ferner Zukunft einen Weimarer ‘Goethewein’ als Pendant zum Marbacher ‘Schillerwein’ geben.

[via mdr]

Neue Rubrik: WC Lektüre
Donnerstag, 3. Januar 2008

Shortlinks mit Kommentar. Für alles was sonst nirgends reinpasst, aber trotzdem mal erwähnt werden sollte. Erscheint regelmäßig unregelmäßig.

The Weincasting 2008 Show
Sonntag, 30. Dezember 2007

WC Show

[thx]

Jahresendflügelfigurpause
Montag, 24. Dezember 2007

JESP

Allen Lesern da draußen ein paar ruhige, ruhige, ruhige Tage, einen guten Tropfen im Glas und ein Weihnachtsgedicht von Christopher Walken:

Twas the night before Christmas, when all through the house,
Not a creature was stirring, not even this mouse.
For I bit off its head, and shaved off its hair,
Stuck it in Timmy’s stocking, hung from the chimney with care.

The children asleep, waiting for Santa to come,
While visions of sugar…wait…what the fuck is a sugar plum?
Grandma in her ‘kerchief, Grandpa in his cap,
Had just settled down, for a long winter’s nap.

To say “just settled in” is a bit of a mistake,
Twelve years in those chairs, they won’t soon awake.
I think they’re fun, you can move them about,
I had just put Grandpa’s cold fist in his mouth.

When out in the yard, there arose such a clatter,
I looked onto the lawn to see only bone and grey matter,
The moon lit the moisture on the new-scattered flesh,
The blood yet to freeze, you could tell it was fresh.

Photo by tinyGorillas via Flickr.
Then, what to my wondering eyes should appear,
But eight stupid little dogs … err … tiny reindeer,
Strapped to a driverless sleigh were these fawn,
And I knew Santa’s remains were all over my lawn.

He always was a bit jolly, a little bit high,
And what’s Christmas Eve without a DWI?
I took a seat in the sleigh, between seven large bags,
Peered over the front, and read off the dogs’ tags:

“Now, Dasher! Now Dancer! Now, Prancer and Vixen!”
What lonely sicko names their stupid dog Vixen?
“On, Comet! on Cupid! on, Donder and Blitzen!”
Your master is mangled, and surely we’ll miss him.

But Christmas goes on, with me at the reigns,
Sure beats hanging out here and cleaning up brains,
But the reindeer won’t budge, kinda makes you wonder,
If they know that I was in The goddam Deer Hunter.

“C’mon silly dogs! I know you recall,
how to dash away! Dash away! Dash away all!”
That got them started, and to the house-tops they flew,
With a sleigh full of toys, and the Angel of Death too.

So to all you naughty kids, don’t ever fear,
I’m running the show, and this might be your year,
You might hear me cackle, as I swoop down like a hawk and
Howl “Merry Chris-mas to all, from your pal Santa Walken!

Note to the little ones: Do not worry about your fat friend. There are 17 confirmed immortals in the world. I am one of them. Santa is another. He will be back next year. Hopefully he’ll lay off the sauce.

Video Killed the ‘Radio’ Star
Mittwoch, 19. Dezember 2007

Aus eigener Erfahrung weiß ich um die Problematik Podcast und Wein. Allein über das Wort ist dem Thema Wein sensorisch kaum beizukommen, ohne den Zuhörer nach wenigen Sekunden zum Sandmann zu schicken. Etwas besser sieht es bei Video Podcasts aus. Auch wenn es hier leider auch oft heißt „Kunst kommt von Können, käme sie von Wollen, so würde sie Wulst heißen“ (Max Liebermann)

Wine Rendez-Vous

Grund zur Hoffnung gibt aber z.B. Olivier Magny welcher unter Wine Rendez-Vous einen sehr erfrischenden VideoPodcast betreibt. Ok, manches erinnert an seinen kochenden Namensvetter. Aber, besser gut inspiriert, als schlecht selber erdacht. Auf jeden Fall ‘Thumbs up’!

CWPC

Christians Wein Podcast kommt von Christian Wolf und (zurzeit noch) anderen Studenten der FH Geisenheim. Dies ist allein darum schon erwähnenswert, weil hier offenbar eine (Winzer)Generation heranwächst für die Web nicht nur aus „ein E-Mail“ und „Ich brauche auch mal so eine Internetpräsenz“ besteht. Und so was muss man unterstützen …

[via E-Mail]

Champagner mit PH Wert
Freitag, 30. November 2007

Es ist ja so eine Sache mit der Zuhälterbrause. Obwohl räumlich und damit anbaumäßig begrenzt, gibt es das Zeug an jeder Ecke. Da muss man sich schon etwas einfallen lassen, wenn Inhalt und Name nicht soooo dolle sind.
Einfälle, wie die Flaschen mit überteuerten österreichischen Bergkristallen zu bekleben, erhöhen zwar in manchen Kreisen die Aufmerksamkeit, sind aber ein Megagau für jeden Ästheten.

PH

Glücklicherweise hat Piper Heidsieck etwas weiter gedacht und Viktor & Rolf an eine Flasche rangelassen. Die haben aus der Piper Heidsieck (natürlich) Rose Sauvage limited edition sogar ein Set gemacht, bei dem alles (irgendwie passend) ‘andersherum’ ist.
Eventuell nicht besonders praktisch, aber doch eine sehr witzige Idee. Natürlich gibt es dazu auch eine sehr nette Microsite.

Der Depp und das Weinparadies
Mittwoch, 28. November 2007

John ‘Johnny’ Christopher Depp II wendet sich nach hartem Stoff nun offenbar auch etwas weicherem zu. Der bekennende Fan französischer Rotweine der Preiskategorie ‘exorbitant plus’ hat seiner Lebensabschnittsgefährtin Vanessa Paradies angeblich ein Weingut gekauft. Dieses soll sich in der Nähre ihrer Villa in Plan de la Tour bei St.Tropez befinden.
Es bleibt zu hoffen, dass man sich nicht auf die ausschließliche Hilfe eines ‘flying winemakers‘ verlassen muss, denn das Gut besitzt nach Angabe der örtlichen Weinkooperative keine Einrichtungen zur Weinerzeugung.
Und hoffentlich kommt bei der Preisgestaltung nicht auch noch Obelix zur Hilfe …

[via]

Martenstein über Weinhändler
Donnerstag, 22. November 2007

Besser gesagt, über einen Weinhändler namens Giordano. Die Geschichte erinnert mich teilweise auch an einen bekannten hanseatischen Weinversender. Nachzulesen im aktuellen ZEITmagazin LEBEN (oder online) zum Thema Genuss und 99 Gründe Deutschland zu genießen. Dabei dürfen natürlich der Siebeck, die Wiener Poletto und gaaanz viele Rezepte nicht fehlen. Dass die Künstlersozialkasse im Heft eine ganzseitige Werbung schaltet gibt mir allerdings etwas zu denken…

WeinSalon November
Donnerstag, 22. November 2007

Die illustre Kollektion der Weine von Doc Müllers fast schon legendärem, unelitärem Dresdner Weinsalon. Ausgabe November. Meine kurzen Notizen, eher für Insider gedacht und für mich. Natürlich.

P.J. Valckenberg Liebfrauenstift-Kirchenstück Riesling 2006
Die Urmutter aller Liebfrau(en)milchs uff da Welt. Kein Vergleich mit den sämtlich aus der Reihe fallenden Nachfahren. Angenehm fruchtig, ziemlich ordentliche Säure. Im Vergleich zu seinen ‘Kindern’ sensationell, sonst ganz nett. Rheinhessen.

Maison Galhaud Viognier-Muscat 2006
Mit den inzwischen seltenen Viognier-Trauben. Relativ wenig Frucht, aber dafür mit viel Lindenblüten. Sehr gefällig und angenehm läckor. Côtes Catalanes.

Castel Peter Schwarzriesling Rosé Trocken 2006
Über den 2004er habe ich mich hier schon mal ausführlicher ausgelassen.

Köster-Wolf Spätburgunder Albiger Hundskopf 2005
Ziemlich kräftiger Spätburgunder. Hat eventuell länger neben einer Ladung Spreewald-Gurken gelagert. Rheinhessen.

Rotwild Dornfelder Classic 2006
Dornfelder von Peter Mertes. Ich mach’s kurz, es hätte wirklich schlimmer kommen können. Rheinhessen.

Weingut Hahn Zweigelt Landwein 2007
Jung, frisch. Schöner Wein zum wegsaufen. Weinviertel.

TRIE 2005
Auch über den habe ich mich hier schon ausführlicher ausgelassen.

Yalumba Barossa Shiraz-Viognier 2004
Der Anteil von Viognier ist auch hier ungewöhnlich. Recht typischer, fruchtiger DownUnder-Shiraz. Braucht unbedingt Luft, wird dann zugänglicher. Barossa Valley.

Château de Brégançon 2006
Gefällig. Etwas strohig mit einer Ladung Vanillepudding. Braucht noch etwas Zeit, kommt dann möglicherweise noch besser. Côtes de Provence.

Domaine du Moulin de Lène ‘Rêve de Marie’ 2004
Nett, würde ich sagen. Eher von der herzhafte Sorte. Allerdings wird so tüchtig gegerbt, dass die Zunge trocken gelegt wird. 100% Cabernet Franc. Côtes de Thongue. Tongue, that’s sehr passend.

Chateau du Trignon Gigondas AOC 2002
Eine nicht zu fette, aber kräftige Fruchtbombe mit eingestreuten Kräutern und Bitterschokolade von der (Côtes du) Rhône. Yepp.

Domaine St. Damien 2003
Eher dunkle Beeren. Schlehe und Cassis. Auch nett. Côtes du Rhône too.

Douro DOC 2004
Last but not least. Auch über den habe ich mich schon ausführlicher ausgelassen. Und zwar hier.

Irgendwas war doch heute?!
Donnerstag, 15. November 2007

Hmmm.. Was war das nur? Nee, nicht die Verleihung von irgendwelchen Blogger-Preisen in Berlin. Ach! Le Beaujolais nouveau est arrivé!
Mein Gott, schon wieder ein Jahr rum

Trauben, Charts und Sternchen
Mittwoch, 14. November 2007

Herbstzeit ist Führer… Weinführer-Zeit. Wie Blätter im Wind, fallen die mehr oder weniger genialen Weinführer mit ihren meist französisch klingenden Namen aus dem Verlagshimmel. Die Meinungsmacher der Weinbranche sind da! Den dazu gehörigen und notwendigen Respekt verschafft man sich mit der Vergabe von Noten. Keine banalen Noten, dazu bastelt man sich je nach Geschmack Stars, Sternchen, Trauben oder gleich Gläser. Fertig sind die Weingut-Charts.
Und so ist es wie jedes Jahr, die so Begünstigten jubeln und die Abgewatschten nörgeln. Aber leise, denn man möchte sich die Chancen aufs nächste Jahr ja nicht gänzlich verderben.
Aber alle anderen sind eigentlich glücklich. Die Verlage freuen sich, weil man die (total) veralteten Ausgaben vom letzten Jahr jetzt natürlich in die Tonne hauen kann. Die Trend-Trinker wissen nun endlich welchen Wein sie kaufen müssen, um wieder mitreden zu können. Die Verschwörungstheoretiker können an ihren Verschwörungstheorien arbeiten. Manche Weinhändler bekommen ihre so bitter benötigte Verkaufsförderungsmaßnahme à la „Ausgezeichnet vom Goodyear mit drei Korken!!!“. Insider können die Nase rümpfen und feststellen, dass die Macher eben auch nur eine Meinung haben. Auch wenn die das nicht immer zugeben wollen.
Und alle anderen wissen, dass es auch mal ohne gehen kann und man Führer ab und zu im Laden stehen lassen darf.

Aus gewissen Gründen…
Montag, 12. November 2007

… muss zurzeit schon wieder der Leser selber ran:

...

Die Feinde des Weines
Sonntag, 4. November 2007

E of W

Die vier Feinde des Weines, eigentlich die vier Feinde der Weines bei der Lagerung, kann man sich schön anschaulich bei Sub-Zero ansehen. Dass es sich dabei um Werbung für Weinschränke der oben genannten und nicht in Deutschland vertretenen Firma handelt, soll natürlich nicht unerwähnt bleiben.

Was sagt eigentlich Heinz Schenk… [Update]
Freitag, 2. November 2007

dazu? Richtig, gar nichts. Der sagt nämlich immer ‘Ebbelwei’. Sowie ‘Bembel’ und nicht regionaltypischer Tonkrug.
Und alle anderen brauchen sich auch keine Sorgen zu machen. Das Ding ist, wie immer bei der EU, noch längst nicht in trockenen Tüchern und dürfte sich auch nicht durchsetzen. Und so lange können sich noch ein paar hessische Regionalpolitiker öffentlich profilieren und somit für die kommende Landtagswahl empfehlen.

[Update]
Bitteschön. Hab ich es nicht gesagt… ?!

Decanter ausgebloggt? [Nachtrag]
Sonntag, 28. Oktober 2007

Kein Blog mehr beim Decanter? Offenbar, denn auf der Startseite sind alle Hinweise darauf verschwunden. Den Blog an sich gibt es zwar noch, aber wie man unschwer erkennen kann, hat die Postingfrequenz im Laufe der Zeit doch stark nachgelassen. Seit Mitte September ist (möglicherweise) nun gänzlich Ruhe eingekehrt.
Es wäre ja nicht das erste Mal, dass solch ein Projekt groß aus der Taufe gehoben wird und nach einiger Zeit klammheimlich wieder verschwindet.
Aber vielleicht auch besser so. Warum sollte eine ambitionierte Fachzeitschrift, neben einem (halbwegs) ambitionierten Webauftritt, auch noch einen wenig ambitionierten Blog führen. Vielleicht hatte man sich damals auch nur überreden lassen, dass es heutzutage ohne Corporate-Blog nicht mehr gehen würde…

[Nachtrag]
Nein, es gibt sie noch wieder. Irgendwie. Stephen Brook schreibt im Gewitter-Stil. Geballt und heftig. Und dann wieder eine ganze Weile nix… Vernachlässigbar.

Google Page(k)rank
Donnerstag, 25. Oktober 2007

Ehrlich gesagt, ich interessiere mich nicht wirklich für solches Zeugs wie Technorati Authorities oder Google Pageranks. Andere dafür umso mehr.
Und jetzt, so scheint es, hat es die suchmaschinenoptimierten SEO’s und deren Freunde aus der „Nur viele Links sind gleich viel Aufmerksamkeit sind gleich große Bedeutung sind gleich Geld in der Kasse sind gleich Alles was zählt“-Fraktion tüchtig erwischt.
Mehr dazu nicht hier, sondern in einer schönen Zusammenfassung bei F!XMBR

Von Listen und Statisten
Samstag, 20. Oktober 2007

Wer hätte das gedacht, in diesem (leider nicht für alle) belanglosen Schwanzvergleich führt ein Leithammel aus Deutschland die Herde an. Der Wineterminator brauchte offenbar noch nicht einmal Kommentare in seinem ‘Blog’ um die Number One in diesem Wettbewerb mit olympischen Tugenden zu werden. Doc Schwarzenegger brauchte eben nur Geduld und Spucke, sowie eine riiiiiesige Fangemeinde. Da hilft es auch jemanden wie Gary Vaynerchuk überhaupt nichts, sich tüchtig den Hintern mit seinen Vlog aufzureißen…
Aber im Ernst, Eric V. Orange, der Mann hinter LocalWineEventsDotCom dürfte sich jeden Abend kräftig die Hände reiben, bei den Klicks die ihm die rankinggeilenverrückten Weinblogger aus aller Welt einbringen und somit zu einem netten Nebenverdienst aus dem Hause ‘Ads by Google’ verhelfen.
An anderer Stelle scheinen genau diese Einnahmen wohl schon zu bröckeln. Nachdem Don Quijote, aka Blogscout den Kampf gegen die Windmühlenflügel aufgegeben hat, zeigt auch Sancho Panza, aka Deutsche Blogcharts Nerven. Dort weisen nicht nur bei den sog. A-Blogs die Verlinkungszahlen und damit das offizielle Zahlungs- und Identifikationsmittel mancher Business- und PR-Blogger, steil nach unten.
Diese – natürlich nicht nur von mir festgestellte – Blogdepri dürfte denjenigen ‘Blogs’ so langsam das Wasser abgraben, die außer unreflektierten Pressemitteilungen und jeder Menge Werbung nichts anzubieten haben.
Und darüber werden wohl nur deren Macher wirklich traurig sein.

Ein Rotweintrinker wird 80
Dienstag, 16. Oktober 2007

GG
Foto: Florian_K /Wikipedia

Der bekennende Rotweintrinker und Autor von Worten wie ‘Halt’s Maul! Trink deinen Rotwein, fahr’ in die Ferien’ wird heute 80.
Na denn, herzlichen Glückwunsch Günter Grass!

Deutschlands populärstes Weblog…
Dienstag, 16. Oktober 2007

… welches ‘per Abstimmung aus zehn von der Jury ausgewählten Weblogs’, die sich vorher selbst bei der Veranstaltung von Genussblogs angemeldet haben… also, Deutschlands populärstes Weblog iiiiiisst:
*Trommelwirbel*
The Driiiink Täääänk!
Bleibt nur noch die Frage: Warum gewinnen bei solchen Aktionen eigentlich fast immer nur die üblichen Verdächtigen?
Weil sie einfach tatsächlich die Besten sind oder weil…?!

USB Wine-Stick [Update]
Sonntag, 14. Oktober 2007

WUSB

Na, darauf hat die Welt doch nun wirklich gewartet. Der USB-Stick in Form einer Weinflasche von BeWine aus Frankreich. Doch, ehrlich.
Allerdings sollte man sich vor der Eintragung von ‘Abrechnungsadresse’ und der ‘Verschiffeninformationen’ schon überlegen was man da tut wieviel man bestellt. Denn das Teil verfügt nicht nur über einen ‘Gesamtspeicherraum von einem Giga’, es bringt noch einige Unannehmlichkeiten Unverzichtbarkeiten mit. Als da wären:

  • ‘Film auf Pontet-Canet’ (Könnte man sich zwar auch hier ansehen…)
  • ‘Weinprobe mit Michel Rolland’ (Na ja, keine Probe, sondern nur ein Filmchen und bei YouTube zwar auch für umsonst, aber auch nur mit einem ‚l’ )
  • ‘Klingeltöne für Ihr Handy’ (Klasse, zum Beispiel ein Wein-Einschenkgeräusch)
  • ‘Vademecum Tastet & Lawton’ (Öhmmm…)
  • ‘Open Cellar, Verwaltung des Weinkellers’ (Gibt’s zwar auch für lau, z.B. hier)
  • ‘Bewineconnected Club’ (Ahaaa!)
  • ‘Screensaver & Windows Desktop’ (Ohhhjaaa, doll…)

Na denn, holt euch den ‘USB Stick der Ihnen endlich das Tor zu einem großen Wein öffnet…’ für nur 42 Euro nach Germany!
Oder etwas anderes…

[Update]

Ich habe inzwischen eine E-Mail vom Emmanuel Etcheparre, dem Projektdirektor bekommen. In dieser nimmt er Stellung zu meinem Eintrag. Auch wenn ich nach wie vor nicht besonders von diesem Teil überzeugt bin, möchte ich mich nicht zwischen ihn und seine möglichen Kunden drängeln und veröffentliche fairerweise seine Stellungnahme mal in den Kommentaren.

‘Ich glaube, die Sachsen ticken voll aus’
Sonntag, 14. Oktober 2007

sagte die 59. Deutschen Weinkönigin Evelyn Schmidt aus Dresden, auf die Frage nach der Wirkung ihrer Wahl auf die Landsleute.

ES
Bild:DWI

Na, wenn sich die Touristik-Fachfrau da mal nicht etwas verschätzen tut?!
Ich hoffe nur, dass der Arbeitgeber von Frau Schmidt, das Sächsische Staatsweingut Schloss Wackerbarth jetzt nicht noch eine Sonder-Edition ‘59. Deutschen Weinkönigin’ plant. Wo doch schon die Editionen ‘Dresdner Frauenkirche’ und ‘August der Starke’ überall rumliegen. Aber ich freu’ mich schon ganz dolle auf die nächsten sächsischen Weinfeste…

Liebe Leser in der Schweiz, …
Freitag, 12. Oktober 2007

… falls jemand vor ein paar Tagen bei Coop eine 0,25 cl Flasche 2006 Cabernet-Syrah du Pays d’Oc von J.P. Chenet gekauft hat, hat es jetzt einen Grund mehr das Ding zurückzubringen oder wenigstens zu entsorgen. Nicht nur das dieses Zeug nicht schmeckt, jetzt sind zumindest bei der Losnummer L70927203 eventuell auch noch Glassplitter drin.

[via]

Der frühe Vogel ist nicht (immer) ausgeschlafen!
Freitag, 12. Oktober 2007

Sonst wäre mir das eher aufgefallen. Ich brauchte also über ein Jahr um zu merken, dass die von mir sehr gemochte ‘Reinhör’-Verlinkung der ‘Songs zum Wein’ auf den iTunes-Store, auch ohne den Umweg über das dämliche Affiliates-Reklame-Programm funktioniert. Nur eben viel einfacher und ohne ‘Partner-Programm’.
Mit anderen Worten, ab jetzt fließt nicht nur praktisch, sondern auch theoretisch kein Cent mehr an mich. Und Weincasting ist damit frei von Affiliates-Programmen.
Das gilt aber leider nicht rückwirkend, denn die Links alle von Hand zu ändern ist mir zuviel Arbeit. Aber über einen neuen Button könnte ich ja mal nachdenken… Ich glaube einen Button brauch ich auch nicht mehr.

Bloggen auf der Frankfurter Buchmesse.
Mittwoch, 10. Oktober 2007

Die Frankfurter Buchmesse steht nicht nur im Zeichen eines gewissen Aufwärtstrends, sie will auch mit einem eigenen Blog Zeichen setzen.
Und wenn man hier exemplarisch zeigen wollte, dass der Studiengang Online-Journalismus Absolventen verklappt die sich auf dem Niveau von Schülerzeitungen bewegen und Bücher verkaufen nichts mit (Bücher) schreiben zu tun hat, dann liebe Leute, ist dies tatsächlich gelungen.
So bringt es die Aussage ‘Ihnen entgeht nichts’ wahrlich auf den Punkt.

Postskriptum: Natürlich ist das Thema etwas off topic, da aber dort (auf der Messe) auch eine Menge – mehr oder weniger gute – Weinliteratur präsentiert wird, habe ich den Bogen mal gespannt.

Woran erkennt der deutsche Weinfreund, dass ein Jahr vergangen ist?
Freitag, 5. Oktober 2007

Richtig, es ist an der Zeit für eine neue Deutsche Weinkönigin. Diese wird nämlich morgen bald gewählt und deren Wahl soll nach Aussage des DWI so ’spannend wie nie’ werden. Dafür soll ein neuer Wahlmodus sorgen und nicht etwa der neue Moderator. Durch das Programm führt diesmal nicht Gunther Emmerlich, sondern der mit Recht außerhalb des SWR-Sendegebiets völlig unbekannte ‘SWR-Commedy-Star’ Andreas Müller.
Und so brauche ich trotz Ermangelung einer persönlichen Teilnahme doch gar keine Glaskugel um den Ablauf der Veranstaltung, ähnlich der des letzten Jahres, vorauszusagen:
Blabla… Einlage, ähnlich der des Fernsehballetts… Andreas Müller… haha… blabla… volkstümliches Schlager-Intermezzo…Wein… haha… blabla… nächste Kandidatin… Wein… blabla… haha… Einlage, ähnlich der des Fernsehballetts … Andreas Müller… haha… blabla… Wein… haha… blabla… nächste Kandidatin… Wein… blabla… haha… Einlage, ähnlich der des Fernsehballetts … Andreas Müller… haha… blabla… volkstümliches Schlager-Intermezzo…Wein… haha… blabla… nächste Kandidatin… Wein… blabla… haha… Einlage, ähnlich der des Fernsehballetts … Andreas Müller… haha… blabla… Wein… haha… blabla… nächste Kandidatin… Wein… blabla… haha… Einlage, ähnlich der des Fernsehballetts … Andreas Müller… haha… blabla… volkstümliches Schlager-Intermezzo…Wein… haha… blabla… nächste Kandidatin… Wein… blabla… haha… Einlage, ähnlich der des Fernsehballetts … Andreas Müller… haha… blabla… Wein… haha… blabla… nächste Kandidatin… Wein… blabla… haha…

Na denn, Prösterchen!

Prinz goes Thüringen. Aufregung statt Aufrebung.
Donnerstag, 4. Oktober 2007

Prinz Georg zur Lippe ist in Sachsen kein unbekannter, verkörpert er doch das sächsische Weingut ‘Schloss Proschwitz‘.
Dass der Prinz nach Thüringen (Kromsdorf bei Weimar) expandieren möchte ist auch kein Geheimnis mehr.
Durch die Weinbrille gesehen, ist dies auch keine schlechte Entscheidung, denn handwerklich gibt es da gar nichts zu meckern und auch dem Thüringer Wein könnte ein kräftiges Zugpferd eigentlich nicht schaden.
Offenbar sehen dass aber nicht alle Thüringer so, wie man einem Bericht des ‘Thüringen Journal’ entnehmen darf.
So wurde es nichts mit dem Beginn der, ursprünglich für dieses Jahr geplanten Aufrebung.
Ich bin gespannt wie das weitergeht…
Das gestreamte Video des mdr kann man sich hier ansehen (es sollte sich der Windows Media Player o.ä. automatisch öffnen). Und bitte nicht vom untermotivierten Off-Ton einschläfern lassen.

Wein-Deutsch / Deutsch-Wein?
Donnerstag, 4. Oktober 2007

Als dieser Tage die Moderatorin mit der ziemlich schlimmen Stimme ihr neues Buch vorgestellt hat, dachte ich mir so: Wieso gibt’s so was eigentlich noch nicht für Wein? Gemeint ist Politiker-Deutsch / Deutsch-Politiker aus Langenscheidts Serie Irgendwas-Deutsch / Deutsch-Irgendwas. Selbige Reihe ist zwar ziemlich sinnfrei und in meiner Wahrnehmung sehr mit dem subkomischen T-Shirt-Träger Mario Barth verknüpft, aber zumindest in der verkauften Auflage ist die Buchreihe wohl ein großer Erfolg.
Und als ich mir so diese Gedanken machte, durfte ich doch feststellen, dass an solch einem Projekt tatsächlich schon gearbeitet wird. Zwar nicht bei Langenscheidt, sondern wie es sich für das bierernste Thema Wein gehört, von einem Forscherteam in Karlsruhe in Zusammenarbeit mit der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz. Als Ergebnis soll dann das ‘Wörterbuch der deutschen Winzersprache’ herauskommen. Allerdings erst so gegen 2011. Inzwischen kann man die Entwicklung unter www.winzersprache.de mitverfolgen. Und wenn ich mir das so ansehe, bin ich mir fast sicher: Das wird doch wieder so eine Sache der Kategorie ‘Desert Extra Dry’. Made by Elfenbeinturm. Oder?!

Wein für Windows?
Dienstag, 2. Oktober 2007

Stormhoek ist bekannt für clevere Marketingaktionen. Der neuste Clou ist eine Aktion für Microsoft, den größten Fehlerproduzenten Softwarehersteller der Welt, in Form des ‘Stormhoek Blue Monster Reserve‘.
Hugh MacLeod von Stormhoek meint:

Viele Leute sehen Microsoft als großes, böses Konzern-Monster. Doch alle Microsoft-Mitarbeiter, die ich kennen gelernt habe, haben mir erzählt, dass ihnen lediglich daran liegt, tolle Produkte herzustellen.

Ich vermute, dass sehen viele Anwender doch etwas anders und hätten, anstatt eines witzigen Comic-Etikettes, eher an sowas gedacht:

werr

Ob der Wein besser ist als sein selbst gewählter Ruf kann man schlecht beurteilen, es gibt ihn nur für Microsoft-Mitarbeiter.

Am 1. Februar 2008 wird die Welt untergehen.
Donnerstag, 27. September 2007

Mhh, naja…. eigentlich nicht die Welt, sondern nur Sachsen. Eigentlich auch noch nicht einmal Sachsen, sondern nur dessen Gastronomie.
Die Gründe dafür sind nicht etwa Ideenlosigkeit, das Fehlen von rudimentären Umgangsformen beim Personal, sich selbstüberschätzende Eigentümer, ein grenzwertiges Publikum, schlampig geführte Läden, mieses Essen, überteuerte Getränke oder gar eine lieblos zusammengestückelte Weinkarte mit Mondpreisen.
Es gibt auch nicht mehrere Gründe, es gibt nur einen: Dass ab 1. Februar 2008 geltende Nichtraucherschutzgesetz.
Und falls die Gastronomie doch nicht untergehen sollte, haben wir jetzt wenigstens eine schöne Universalausrede.

Welches ist Deutschlands bestes Blog?
Mittwoch, 19. September 2007

Unter diesem Titel suchte jetzt.de Deutschlands interessantestes Weblog und hat damit wohl unbewusst(?) sämtliche Umfragen dieser Art auf den Punkt gebracht.
Ich fasse mal zusammen:

Anzahl Stimmen: 168
Die Abstimmung ist zu Ende.
Blogwahl entschieden: Sieg für die Riesenmaschine

Und danke.
Ach… und die Kommentare runden das Bild noch ab.

Bob Dylan ist Fan von Weincasting.
Freitag, 14. September 2007

Bob

Bob Dylan liest nicht nur Weincasting, jetzt wirbt er auch noch…
Nein, alles Quatsch. Bob Dylan, dessen Fan ich bestimmt nicht bin, schon überhaupt gar nicht nach einem sehr sehr lahmen Konzert vor vielen vielen Jahren, dieser Bob Dylan ist sicher (noch) kein Fan von Weincasting, macht aber eine wirklich funktionierende virale Werbung, von der mancher PR-Fuzzy noch eine Menge lernen kann. Selbiges kann man sich hier nicht mehr ansehen und auch selber ausprobieren nicht mehr ausprobieren…
Aber, im Hinblick auf die Angabe einer E-Mail nicht vergessen, es ist und bleibt Werbung.

[via]

Der Dieter Bohlen des Weines
Donnerstag, 13. September 2007

Eben noch über die ‘Welt’ gemeckert, liefert sie doch heute einen ganz netten Beitrag zum Thema.
Es geht um Michel Willkomm, den Mann hinter der Kellerei Peter Mertes. Jener Weinproduzent, dessen Name bei echten Weinfreunden ein ziemlich pelziges Gefühl auf der Zunge hinterlassen dürfte.
Peter Mertes ist die mit Abstand größte Weinfabrik Deutschlands und beliefert mit seinen Tröpfchen von Aldi über Tengelmann bis hin zu Schlecker praktisch die gesamte Bandbreite des modernen Einzelhandels.
Ein durchaus lesenswerter Artikel, über das Selbstverständnis dieses Bereiches der Weinwirtschaft.
Zum Beispiel:

Die Verschnitte aus den EU-Mitgliedsländern kommen überwiegend im Tetra Pak in die Supermärkte, wo sie 79 bis 99 Cent kosten. “Grundversorgung für Vieltrinker”, sagt Willkomm lakonisch.

oder

Im Supermarkt nimmt eine unkomplizierte Bezeichnung und Verpackung dem Kunden die Schwellenangst, die er in einem Fachgeschäft hätte”, sagt Willkomm.

oder

Gerne vergleicht Willkomm seine Kellerei mit einer Fabrik für Kirschmarmelade. “Die Kirschen können aus Spanien, Osteuropa oder Übersee kommen. Das Entscheidende ist, das daraus am Ende ein qualitativ gleichbleibendes Produkt wird, das der Kunde wieder erkennt.”

Da dürfte es bei vielen Weinfreunden locker über eine Miosga-Augenbrauengymnastik hinausgehen.

Link nochmal zum mitmeißeln

Werbung Online.
Montag, 10. September 2007

WOWE
Die Welt, besser die Welt Online zeigt mit ihrer neuen Serie ‘Die besten Weingüter der Welt‘ wie man Werbung Online richtig macht.
Man mache einfach ein paar Geschichten über berühmte Weingüter. Natürlich beginnen wir mit Château Lafite Rothschild, fummeln etwas am Text der Pressemappe herum und lassen das Ganze mit Unterstützung eines Praktikanten, sowie Wikipedia ganz ganz viel Fachwissen von einem berühmten Sommelier schreiben. Damit wir auf Nummer Sicher gehen, greifen wir auf den werbeerprobten berühmten Hendrik Thoma zurück. Genau, der aus der Erdinger Weißbier-Werbung in den Weinzeitschriften.
Dazu gibt es dann in Zusammenarbeit mit einem Hanseatischen Wein & Sekt Händler, der den Wein vom Weingut glücklicherweise zufällig rumliegen hat, eine ‘einzigartige, neunteilige und streng limitierte Edition mit den Weinen der besten Winzer’.
Fertig ist ein hochwertiger redaktioneller Beitrag mit Verbraucherinformationen.
Wetten, dass Château Palmer auch bald dran kommt?!

Multiwein hat ausgeweint.
Montag, 10. September 2007

Nach gut einem Jahr war es für Hawesko an der Zeit ihren Versuchsballon ‘multiwein’ (siehe hier) wieder platzen zu lassen. In Pressemitteilungs-Deutsch vom vergangenen Freitag liest sich das so: ‘Hawesko konzentriert sich auf Premiumsegment’.
Mit anderen Worten: Hawesko macht ‘multiwein’ dicht. Ein Verlust den ambitionierte Weintrinker sicherlich verschmerzen werden. Bleibt nur die Frage was mit den paar ‘multiwein’-Filialen passiert. Vielleicht die ‘Heraufstufung’ ins ‘Premiumsegment’, zu Jacques’ Wein-Depots?

‘S Wiener(t) wieder
Freitag, 7. September 2007

Frau Wiener, die Verona Feldbusch Pooth der modernen Küche ist wieder da. Na gut, sie war eigentlich nie wirklich weg, aber egal.
Der Grund für die neu aufgewärmte Medienpräsenz, u.a. in der Zeitung mit den vier großen Buchstaben, ist ‘Das große Sarah Wiener Kochbuch’, denn anstatt Kochbücher zu lesen, schreibt Frau Wiener welche. Schließlich hat sie ja auch großen Erfolg, denn sie ist Chefin von gleich drei Restaurants in Berlin. Dass ein gewisser Herr McDonald in der gleichen Stadt sogar Chef von 50 Restaurants ist, soll nur am Rande erwähnt sein.
Und so dürfen wir wieder die gleichen schönen G’schichten hören. So zum Beispiel die G’schicht von der Sozialhilfe:

Zum Genuss gehört auch Verzicht. Ich darf das sagen. Ich war Sozialhilfeempfängerin, habe von Resten gelebt.

Gut, dann darf man nun wirklich keine Haute Cuisine erwarten. In dieser Zeit ist ihr aber eine kleine Revolution in der Kochkunst gelungen.

Ich lernte z.B., aus Pellkartoffeln später Bratkartoffeln oder Brei zu machen.

Ein weltweit verbreitetes Rezept. Wer hätte gedacht, dass dies praktisch von Frau Wiener stammt. Vermutlich auch das Wiener Schnitzel und die Wiener Würstchen.
Übrigens, da sie sich ihre Kochkunst angeblich komplett selbst beigebracht hat, dürfte es heute bei Kerner’s Kulinarischen Kindheitserinnerungen (KKK) wieder recht eng werden. Obwohl der Schuhbeck und die Poletto zur Sicherheit diesmal nicht eingeladen wurden.
Aber möglicherweise ist das alles sowieso unwichtig und damit an der Zeit für ein Schlußwort zu Kerner und Co. von Wiglaf Droste:

Was Johannes B. Kerner in der Welt der medialen Pfannenschwinger tut, hat mit Kochen nichts zu tun, nicht einmal mit Kochfernsehen. Der Mann lässt kochen und grinst dazu, überflüssiger noch als Bertolt Brechts „Fisch mit Namen Fasch“. Die Mischung aus Gedankenarmut, uneingeschränktem Abgreiferinstinkt und Ich-hab’s-geschafft-Erfolgsgrienen imponiert hierzulande nicht wenigen; so substanzfern wie Kerner kämen viele Landsleute auch gern durch ein zusammengelogenes Teuerteuerleben. Müssen dafür aber unschuldige Filets verbraten werden?

Die sieben Plagen der Blogwelt
Sonntag, 2. September 2007

DonAlphonso hat die sieben Plagen der Blogwelt zwar ‘Die sieben Lawinen der Spaßbremsen‘ genannt, was aber am Inhalt gar nichts ändert.
In dieser Liste, die wie der Arsch auf den Deckel passt, ist ein persönlicher Favorit der Punkt 7:

Werbeverstrahlte Listengeillinge und SEO-Freaks, die alles manipulieren, um nach vorne zu kommen … Dazu zählen dann auch alle Linkorgienveranstalter und Blogzählakteure, die sich gegenseitig pushen, um bei Technorati und Google möglichst weit zu kommen, was dann auch gerne für Werbung genutzt wird.

So und jetzt versuche ich mich wieder im ignorieren…

R.I.P. Blogscout
Freitag, 31. August 2007

Blogscout, das Blogrankingportal macht dicht. Schade eigentlich.
Schade für alle, denen ihr morgendliches Zentimetermaß für den Schwan… ihre grandiose Bedeutung in der Blogwelt abhanden gekommen ist.
Schade für alle, denen ein, zwar nicht immer nachvollziehbares, aber dennoch ganz nützliches Werkzeug zur Befriedigung ihrer ständigen ‘Wer-kommt-woher-und-wieso-und-weshalb-und-warum?’-Neugierde abhanden gekommen ist.
Trotzdem. Danke.

Weincasting macht dicht.
Montag, 20. August 2007

Weincasting macht natürlich nicht wirklich dicht, sondern geht nur für ein paar Tage in die Sommerpause. Ich werde solange mit Abwesenheit glänzen und frische Kommentare in der Moderationsschleife verbleiben.

[Update]
So, jetzt geht es wieder wie gewohnt an dieser Stelle weiter.

An-der-Nase-herum-Führerchampagne.
Freitag, 17. August 2007

Na, das hatten wir doch schon einmal. Diesmal wurde aber kein Wein, sondern ein Moet & Chandon Jahrgang 1937 versteigert. Und genau diesen soll ein englischer Soldat 1945 aus der Reichskanzlei organisiert haben. Trinken sollte man ihn aber nicht, denn:

Es ging damals das Gerücht um, dass in einige der Champagner-Flaschen Gift mit Spritzen durch den Korken injiziert worden war.

Eine prima Geschäftsidee. Man nehme eine Flasche Rotkäppchen, ein falsches Etikett und pimpe die Flasche auf alt. Damit niemand auf die Idee kommt einmal zu probieren, behauptet man, dass sie eventuell vergiftet sei.

[via]

Spock. Die nächste Plage ist auf dem Weg.
Mittwoch, 15. August 2007

Spuuu.

Big Brother würde sich die Hände reiben. Nach – höchstens – eher lästigen Web-Plagen wie SecondLife, MySpace oder StudiVZ, Blogs klammere ich natürlich bewusst aus, erwartet uns nun Spock. Nicht der mit den Ohren, sondern die ‘Wir wollen ein Profil von jedem Menschen dieser Welt anlegen’-Suchmaschine. Dies bedeutet genau, alles was über eine Person zu finden ist wird fein gesammelt. Falls es jemand, so wie Mario Scheuermann, nicht erwarten kann, darf man sich natürlich gerne vordrängeln und anmelden.
Was bei Stichworten wie ‘wine’ noch ganz nett ist oder bei ‘idiot’ witzige Treffer bringt, könnte bei ‘drunk driver’ schon anders aussehen. Spätestens dann, wenn man sich selbst in der Liste wieder findet.
So ist es vielleicht doch keine Paranoia, wenn man sich in Zukunft zweimal überlegt, was man denn so alles ins Internet stellt. Sonst wird aus Spock für manchen vielleicht schnell Schluck und Spuck…

Wordpress 2.2.2. inside.
Dienstag, 14. August 2007

Nachdem Weincasting vor kurzem eine neue ‘Karosserie’ übergestülpt wurde, war es auch an Zeit etwas für den ‘Motor’ zu tun. Weincasting läuft jetzt unter Wordpress 2.2.2.
Offenbar hat der Datenbank-Update-Kram auch gut geklappt, da bin ich ja immer etwas skeptisch. Für den Leser gibt es aber nichts Neues zu sehen, beim Update ging es hauptsächlich um das Schließen von Sicherheitslücken.

[Update]
Doch, etwas gibt es für den Leser. The PageBar Wordpress Plugin. Dieses nützliche Ding ermöglicht es selbigem durch die einzelnen Seiten dieses Blogdings zu blättern oder zu springen. Vor und zurück, hin und her. Eine Sache, die vor allem neue Leser sicher gerne mal nutzen und die einem den Griff ins Archiv ab und zu erspart. Die Funktion kann man sich auf dieser Seite gaaaaanz unten ansehen. Genau, das mit den Zahlen…

Blubb blubb blubb.
Montag, 13. August 2007

blub.

Hmmm?! Vielleicht schätzt man beim Deutschen Weininstitut die eigenen Beiträge doch ziemlich realistisch selbstkritisch ein? Auf der Website (siehe Screenshot) kann man diesen Eindruck gelegentlich bekommen…

Weinrally(e) zwei(tausend).
Sonntag, 12. August 2007

WeinralleyJahaa, schon wieder ist ein Monat rum und das Wein-Bonbon-Logo ruft. Was bedeutet, man trifft sich als ordentlicher Weinblogger zur Weinrallye. Diesmal lautet das – ziemlich ehrgeizige – Ziel ‘MustTaste Weiss unter 10 Euro’. That means einen Weißwein für unter zehn Euro zu finden, den man unbedingt probiert haben muss, um dann darüber zu schreiben. Wer sich der sportlichen Herausforderung stellen möchte, sollte sich beeilen, es ist nur noch bis Dienstag Zeit.
Alles weitere beim aktuellen Ausrichter Mr. Günther oder beim ‘Erfinder’ Mr. Lippert.
Ich kann leider wieder mal nicht teilnehmen, da ich mich seit Tagen unter anderem mit diesem äußerst diffizilen Problem rumschlagen muss…

10 Tipps die verhindern könnten, bei der Weinbestellung im Restaurant als Vollidiot dazustehen.
Samstag, 11. August 2007
  1. Keinesfalls die Frage stellen: ‘Welcher Wein ist am preisgünstigsten?’ Ab jetzt kann man davon ausgehen, als letzter im Lokal bedient zu werden.
  2. Bemerkungen wie ‘Den Spätburgunder habe ich aber bei Wein-Kobelsky in der Stresemannstraße billiger gesehen?!’ gehen immer nach hinten los. Wein ist im Restaurant immer teurer. Dies kann durchaus bis zum fünffachen des Handelspreises gehen.
  3. Vorsicht bei offenen Weinen. Ich habe schon gesehen, dass ein Spätburgunder mit Merlot aufgefüllt wurde, weil man offenbar keine neue Flasche öffnen wollte. Also, wenn man ganz sicher gehen will, am besten eine Flasche ordern.
  4. Sollte die Weinkarte ausschließlich aus einem Rotwein und einem Weißwein bestehen, darf man auf das schlimmste gefasst sein… oder besser ein Bier bestellen.
  5. Nicht ausgiebig am Naturkorken riechen. Kork riecht nach Kork. Wichtiger ist es, ob der Kork intakt ist. Ist er ‚unten’ feucht, wurde der Wein richtig gelagert. Ist die Flasche richtig, richtig, richtig teuer, lohnt es sich auf die Beschriftung des Korkens zu achten. Geizige Gastwirte könnten versuchen durch eine ‘Umetikettierung’ die Gewinnspanne zu optimieren.
  6. Nicht ausgiebig am Kunststoff-Korken riechen. Kunststoff-Korken riecht nach Kunststoff-Korken, außerdem fallen zusätzlich sämtliche Naturkork-Gründe weg.
  7. Den Satz ‘Billig ist immer schlecht und teuer ist immer gut’ darf man getrost vergessen. Dies gilt ja auch schon im Handel. Bei den teuren Weinen ist nicht selten nur die Gewinnspanne für den Wirt besser. Trotzdem bitte auch hier an Punkt 2 denken.
  8. Der Bedienung nicht immer trauen, die kaut nicht selten Hörensagen wieder und ist dem ahnungslosen Gast damit oft näher als dieser glaubt.
  9. Der Bedienung kann man durchaus einmal vertrauen, die hat täglich mit Wein zu tun und greift in der Beratung nicht immer daneben.
  10. Bei der Bestellung keine langen Vorträge halten. Das in Weinkursen erworbene Halbwissen ist bei langweiligen Freunden besser aufgehoben als im Lokal. Die Bedienung und die Nachbartische werden es Ihnen danken.
Ultraman Wein
Donnerstag, 9. August 2007

UM

万歳!!!!!!! Ultraman (ウルトラマン) wird 40. Trotzdem hören meine Kenntnisse über dieses Genre leider bei Godzilla (ゴジラ) auf.
Zu einem zünftigen Jubiläum gehört aber – nicht nur in Japan – auch ein ordentliches Merchandising. Da aber die Zielgruppe inzwischen aus dem Gröbsten raus ist, sind Actionfiguren wohl nicht mehr ganz das richtige.
Da muss dann schon ein Ultraman Wein her. Der Merlot wird dann auch im Geschenkkarton, mit Schmuckglas und Autogramm vom Hauptdarsteller (glaube ich jedenfalls erkennen zu können) geliefert. Zum Preis von 9800 Yen, also knapp 60 Euro. Interessenten sollten sich aber beeilen, es gibt nur 777 Sets und die gehen ganz bestimmt weg wie geschnitten Brot. Mehr Infos dann hier.

[via]

Snooth™
Freitag, 3. August 2007

Snoo...

Zeugs über und um Wein im Internet gibt es reichlich. Datenbanken, Führer, Suchmaschinen. Einiges ist ziemlich nützlich und manches recht gut. Vieles aber schlicht und einfach Müll mit Werbung.
Snooth™ aus US and A verspricht nun die Weinsuche zu revolutionieren und mixt Suchmaschine, Empfehlungen, Forum, dazu einen Hauch Wikipedia und natürlich eine Prise Business.
Die Ansätze sind zwar sehr amerikalastig, trotzdem nicht übel. Aber, revolutionieren? Na, schau’n mer mal … Nett sieht’s aber schon aus.

[Nachtrag]
Huch, da sehe ich gerade Joachim Ott von bestebioweine.de hat das ganz kurz vor mir auch schon entdeckt. Da haben wohl zwei ganz ähnliche Quellen…

Weincasting goes 3.0
Mittwoch, 1. August 2007

Adieu Orange. Bonjour Gelb ‘Gold’. Weincasting hat es nun zur 3. Version geschafft.
Die Gründe dafür lagen weniger im Design begründet, sondern eher am technischen Unterbau. Dieser basierte beim alten Template auf einem angepassten K2 Theme. Eigentlich richtig gut, hat sich für meine Zwecke als zu aufgebläht und nicht ganz so optimal, suboptimal sagt man heute, erwiesen.
Außerdem gab es einige Darstellungsprobleme mit dem Internet Explorer 6 und 7 auf Windows-Systemen. Und da eher die Hölle gefriert, als dass einige Windows-User einen funktionierenden Browser wie z.B. den Firefox benutzen, musste auch darum (leider) etwas geschehen. Und wenn, dann eben gleich richtig.
So gibt es neue Farbkombinationen, die auch den Inhalt mehr auf den Punkt bringt. Hoffe ich. Auch das Archiv ist jetzt übersichtlicher und besser nutzbar.
In dem Zusammenhang habe ich gleich einmal die Google-Bildersuche blockiert. Das wird natürlich Zugriffe kosten und mich in einigen Statistiken weiter nach hinten rutschen lassen, aber drauf geschi****. Wenn dafür die Bilder-Für-Foren-Klau-Kids weg bleiben, lohnt sich dies doch allemal.
Alles ist ausgiebigst getestet worden und läuft soweit. Da sich manches erst im Ablauf herausstellt, könnte es in der nächsten Zeit hier und da noch ein paar Arbeiten am Äußeren geben. Auch ein paar kleinere Dinge werden noch eingebaut. Sorry, falls es hier und da noch etwas ‘holprig’ sein wird.

[Nachtrag]
Wie es immer so ist, die Nacharbeiten waren dann doch etwas größer und aus 3.0 wurde 3.1. Jetzt sollte es aber alles funktionieren und somit ist auch das finale und neue Layout online. Der Rest ist die übliche Pflege…

Weininvestitionalpitalismus.
Donnerstag, 26. Juli 2007

In letzter Zeit geistert das Thema Wein nicht nur mit seinen Mondpreisen aus dem Bordeaux, sondern auch verstärkt und angeregt dadurch(?) als Investment durch den Raum.
Mit einem speziellen rheinland-pfälzischen Angebot für Spekulanten Anleger haben sich WeInvestment und der Drink Tank intensiv befasst und sind zu recht ernüchternden Ergebnissen gekommen (Siehe o.g. Links). Natürlich ist es jedem selbst überlassen, wo er sein sauer ergauner verdientes Geld versenken will.
Aber im Grunde genommen ist es doch ganz einfach: Jeder, der Wein als bloßes (Spekulations-)Kapital betrachtet, hat vom Wein als Kulturgut nicht die geringste Ahnung und muß damit irgendwann unweigerlich auf die Fresse fallen.
Anstatt mit André Kostolany halte ich es dann doch lieber mit Helmut Schmidt:

...die Aktie an sich ist ein meinem Gefühl und meinem Denken wenig entsprechendes Instrument. Als Altersvorsorge ist die Aktie unbrauchbar.

Punkt.

Kinotip… D’oh! Kinotipp.
Donnerstag, 26. Juli 2007

D'Oh.

Auch wenn die Marketingmaschinerie mit Plakaten, TV-Berichten usw. allerorten schon ziemlich nervt, möchte ich trotzdem dringendst ‘The Simpsons Movie‘ empfehlen.
Auch wenn viele es immer dafür halten, es handelt sich um keinen Kinderfilm, so wie beispielsweise die glatten und überperfekten Pixar Filme á la ‘Finding Nemo‘ oder ‘Ratatouille‘.

[via]

[Nachtrag Kurz-Kurz-Kurzkritik]
Der Film ist keinesfalls ‘nur lustig’, sondern ca. 80 Minuten die sich durchaus lohnen. Wenn es irgendwie geht, im Original sehen und nicht auf Möchtegern-Filmkritik-Blogger hören…

Milch.Lait.Latte.
Dienstag, 24. Juli 2007

SwiM

Wenn ich die Wahl hätte, würde ich mich ganz bestimmt gegen Milch aus Deutschland und für Milch aus der Schweiz entscheiden.

[via]

Programmhinweis: Weinrallye
Dienstag, 10. Juli 2007

Logo WeinrallyeObwohl ich aus verschiedenen Gründen (noch) nicht teilnehme, sei doch ein Hinweis auf die heute startende Weinrallye erlaubt. Vom Winzerblog initiiert, wird hier monatlich zu einem bestimmten Thema gebloggt. Den Anfang macht ‚Inselwein’. Dürfte ganz interessant werden, da verschieden Sichtweisen zu einem bestimmten Thema dargestellt werden. Ganz so wie früher beim Hausaufsatz, nur ohne Noten.
Teilnehmen können übrigens auch Nichtblogger, der benötigte Platz wird vom jeweils Huthaufhabenden zur Verfügung gestellt. Dies könnte also auch für jene interessant sein, die erstmal reinriechen möchten.
Ach, das Logo stammt übrigens aus diesem etwas unseriösen Laden…

[Nachtrag]
Hier gibt es inzwischen die Zusammenfassung…

Bordeauxkapitalismus?
Freitag, 6. Juli 2007

R.I.P. Bordeaux

Große Namen, von Ausone über Mouton-Rothschild und Le Pin bis Yquem, rennen um die Wette.
Nicht unbedingt bei der Qualität, dafür umso mehr bei den Preisen. Für eine Flasche Le Pin sind beispielsweise 650 Euro auf den Tisch zu legen (mehr Preise bei Planet Bordeaux). Wohlgemerkt, es handelt sich immer noch um ein alkoholisches Getränk aus dem vergorenen Saft von Weintrauben, abgefüllt in Glasflaschen. Auch nicht um Raritäten aus dem 18. Jahrhundert, sondern frisch im Fass, Jahrgang 2006. Trotzdem ist preislich sicher noch etwas Luft nach oben, bis man die Weine im Keller hat. So man dies überhaupt kann oder möchte.
Schuld an den Preisen sind eben nicht herausragende Qualitäten, es wird auch nicht jede Traube einzeln auf einem Seidenkissen vom Weinberg geholt, es ist die Nachfrage.
Die Nachfrage von den Papa und Paris Hiltons dieser Welt, besonders aus Russland und China, denen Marke und Protz alles, Moral und Geld nichts sind. Die trittbrettfahrenden Spekulanten sind dann eigentlich nur noch die logische Folge.
Dass sich die Châteaux dabei die Hände reiben und kräftig zulangen ist zwar verständlich, aber auch nicht ungefährlich. Denn nichts ist in dieser Art Jetset so out wie die Marke von gestern. Dann könnte dem raschen Aufstieg von heute, ein noch rascherer Fall, nicht nur der Preise, folgen.
Und vielleicht bezeichnet man das Ganze dann irgendwann einmal als Bordeauxkapitalismus, einer Form des Manchesterkapitalismus im 21. Jahrhundert.

[Nachtrag]
Natürlich wird es auch in Zukunft bezahlbaren Wein aus dem Bordeaux geben. Die Spekulationswelle bezieht sich eher auf Weine die mit ihren Preisen auch vorher schon jenseits von gut und böse waren. Solange sich nicht die ‘Kleinen’ anstecken lassen und von den ‘Großen’ mitgerissen werden dürfte könnte alles im grünen Bereich bleiben.

[2. Nachtrag]
Nach meinen eigenen Erfahrungen gibt es tatsächlich noch sehr gute Qualität auch diesseits der Mondpreise.

Winzer-Website. And the Oscar goes to …
Freitag, 29. Juni 2007

So, jetzt ist es raus, der Wettbewerb um die beste deutsche Winzer-Website ist gelaufen. Der Gewinner (wohlgemerkt, unter den selbst eingereichten Websites) ist das Weingut Max Müller I. Die Fachjury des Deutschen Weininstituts hat sich also entschieden.
Der zweite Platz geht verdientermaßen an Schloss Wackerbarth.
„Den dritten Preis vergab die Jury an die eher futuristisch anmutende Site für ein junges Publikum, des Klostergutes Himmeroder Hof, das mit gezielt gesetzten Farben, Flächen und Formen als grundlegende Gestaltungsmerkmale, den weininteressierten Internet-Surfer umgehend in die Welt des Klosterguts eintauchen lässt.“ Diese Aussage lässt allerdings vermuten, dass die Verantwortlichen nicht immer und in jedem Punkt genau wussten von was sie eigentlich sprachen.
Dass die Leistung des Winzerblogs (Weingut Clauer) und Familie Jonas aus Eltville mit „Sonderpreisen für die Einbindung von interaktiven Web2.0-Elementen“ (umgangssprachlich auch als Blogs bezeichnet) gewürdigt wurde, bestätigt zwar o.g. Vermutung ein wenig, ist aber auf jeden Fall sehr positiv zu werten und freut mich besonders für Winzerblogger Thomas Lippert.
Die Vergabe des sog. Publikumspreises an die badische Winzergenossenschaft Hex vom Dasenstein ist inzwischen keine Überraschung mehr. Gegen die Erzeuger der Tony Marshall-Weine und deren offensichtlich zu starke Schunkel-Voting-Fraktion war offenbar kein Kraut gewachsen…

(No) flickr today II.
Mittwoch, 27. Juni 2007

Ok, flickr™ bleibt. Vorerst. Ich habe mir die ganze Sache angesehen. Was ich nicht auf Weincasting stellen möchte, geht zu flickr™. Bilder, die dort liegen, halte ich für ganz nett, mehr aber auch nicht. Picturedump, irgendwie. Dies ist so und wird sicher auch so bleiben.
Mehr dazu, mehr über das Dilemma im Allgemeinen, bei Telepolis.

[Nachtrag]
Da ich flickr™ eigentlich nie wirklich benutzt habe, lasse ich den den Account jetzt auslaufen. Also nicht wundern wenn da nichts mehr sein sollte…

The 2007 Decanter Power List.
Mittwoch, 20. Juni 2007

Im Decanter werden die wine’s top 50 power brokers, die aktuell 50 einflussreichsten Namen der Weinindustrie vorgestellt. Eine Liste, welche nicht ganz uninteressant ist. Deutsche sind, wie nicht anders zu erwarten war, zwar nicht vertreten, aber bitteschön, hier die Plätze 1 bis 50:

  1. Robert Parker (USA), Herausgeber und Weinkritiker
  2. Mel Dick (USA), Vizepräsident der Southern Wine & Spirits of America
  3. Richard Sands (USA), Vorsitzender und CEO Constellation Brands
  4. Trevor O’Hoy (AUS), CEO Forster’s Group
  5. Richard Evans (USA), Präsident und CEO Alcan Inc.
  6. Patrick Picard (F), Vorsitzender und CEO Pernod Ricard
  7. Joseph Gallo (USA), Präsident und CEO E&J Gallo
  8. Michel Rolland (F), Weinberater
  9. Jancis Robinson (GB), Autorin, Journalistin und Beraterin
  10. Annette Alvarez-Peters (USA), Einkaufsdirektorin von Costco Wh. Corp.
  11. Bernard Arnault (F), Vorsitz und CEO Louis Vuitton Moët Hennessy
  12. Dan Jago (GB), Weindirektor Tesco
  13. Robert Paulinski (USA), Einkäufer bei Sam’s Clubs, Wal-Mart
  14. Eduardo Guilisasti (RCH), CEO Concha y Toro
  15. Marvin Shanken (USA), Eigentümer, Herausgeber des Wine Spectator
  16. Steven Spurrier (GB), Beratender Autor des Decanter
  17. Hugh Johnson (GB), Weinautor
  18. Nobutado Saji (J), Vorsitzender Suntory
  19. Miguel Torres (E), Präsident Torres
  20. Yves Bénard (F), Präsident INAO
  21. Piero Antinori (I), Direktor Antinori
  22. Bernard Magrez (F), Eigentümer Bernard Magrez Grands Vignobles
  23. Pierre Castel (F), Präsident und Gründer Groupe Castel
  24. Nicolas Joly (F), Biowein-Erzeuger
  25. Tony Laithwaite (GB), Vorsitzender Direct Wines
  26. Simon Berry (GB), Vorsitzender Berry Bros & Rudd
  27. Frédéric Rouzaud (F), Manager Louis Roederer
  28. Eric de Rothschild (F), Präsident Domaines Barons de Rothschild
  29. Stéphane Derenoncourt (F), Weinberater
  30. Jean-Charles Boisset (F), Vize-Präsident Boisset La Familie des Gr. Vines
  31. Marcel Guigal (F), Vorsitzender E. Guigal
  32. Jeff Zacharia (USA), Präsident Zachys
  33. Denis Dubourdieu (F), Professor und Weinberater
  34. Daniele Cernilli (I), Autor Gambero Rosso
  35. Pierre-Henry Gagey (F), Präsident Maison Lousi Jadot
  36. Eric Boissenot (F), Weinberater
  37. Don St Pierre Jr (CN), Vorsitzender ASC Fine Wines
  38. Philippe Casteja (F), Händler, Château-Besitzer, Lobbyist
  39. Yasuhisa Hirose (J), Präsident Enoteca
  40. Hubert de Boüard (F), Eigentümer Château Angélus
  41. Dr. Richard Smart (AUS), Berater
  42. Mariann Fischer Boel (DK), Europa-Politikerin EUAC
  43. Christian Moueix (F), Eigentümer Moueix
  44. Georges Duboeuf (F), Eigentümer Les Vines Georges Duboeuf
  45. Brian Croser (AUS), Gründer Petaluma
  46. Oz Clarke (GB), Autor und TV-Moderator
  47. Angelo Gaja (I), Eigentümer Gaja
  48. Al Gore (USA), Ehem. Vizepräsident der USA
  49. John Casella (AUS), Direktor Casella Wines
  50. Richard & Judy (GB), TV-Moderatoren

Mehr Informationen über die jeweiligen Personen und Hintergründe in der aktuellen Juli-Ausgabe des Decanter.

Rat Race. Reductio ad absurdum.
Samstag, 16. Juni 2007

Es ist schon interessant. Innerhalb weniger Tage schafft man es in einem Riesen-Schwanzvergleich locker unter die Top 20.
Wie das geht? Es genügt nur eine clevere Rundmail, ein paar freundliche Kollegen, kollegiale Freunde und einige nette Leser, natürlich. Natürlich hätte man auch noch ein schönes Mailing machen können oder eine richtig fette Linkliste. Wenn man sich einigermaßen auskennt, braucht man gar nichts von dem, noch nicht einmal bescheißen.
Ein nettes Spielchen in guter Tradition des Friedrich Wilhelm August Fröbel, ich würde es hier mal als ein Hauch von Anarchie bezeichnen, welches keinerlei, wirklich keinerlei Aussagen über eine vorhandene oder nicht vorhandene Popularität oder Qualität aussagt.
‘This is not a contest. There is no prize.’ Manche sehen das wohl genauso, aber offenbar nicht alle. Wer denkt, dass solche sinnfreien Votings irgendetwas aussagen, hat schon verloren. Weiß es entweder nicht besser oder schlimmer, tut nur so.
Was hier ziemlich harmlos ist, funktioniert an anderer Stelle mehr oder weniger nach dem gleichen Prinzip. Dort würde man es allerdings Public Relations (PR) nennen.
And Now For Something Completely Different

No flickr today.
Samstag, 16. Juni 2007

Nachdem flickr™ seine Filialen eröffnet hat, wurden gleich ein paar neue Filter installiert. Diese sind offenbar äußerst “gründlich”. Näheres kann man sich bei heise, hier oder hier ansehen.
Ich werde dies auch tun, solange ein Platzhalter-Bild einblenden und ggf. nach Alternativen suchen.

[via port-blog]

Riesen-Schwanzvergleich. [Nachtrag]
Donnerstag, 14. Juni 2007

Der kleine Schwanzvergleich hatte vor kurzem ja für einigen Wirbel gesorgt. Zudem war er nicht ganz unumstritten, da die Platzierung ausschließlich auf dem Technorati-Ranking, also der Anzahl der Verlinkungen beruht.
Der unumstritten aussagefähigste Wettbewerb ist natürlich ein Publikums-Ranking. Hier entscheidet ausschließlich Qualität und guter Geschmack. Ganz wie in den Deutschen Single-Charts.
Solch ein internationales Leser-Ranking gibt es jetzt, u.a. auch für Weinblogs, als eine Art Riesen-Schwanzvergleich, bei LocalWineEvents.com.
Und da schon eine Menge Blogger-Kollegen dabei sind, mache ich doch auch gleich mit.
Ein Platz unter den ersten 100 wäre ja schon mal nicht schlecht und ist sogar mit 10 11 Stimmen zu schaffen.
Also, jetzt an alle: Anrufen, anrufen, anrufen!
Hier klicken, klicken, klicken. Machen Sie Weincasting zum Star!
Mitmachen lohnt sich, unter allen die FÜR Weinacasting abstimmen, wird ein exklusiver Kalender mit geschmackvollen und ästhetischen Fotos von attraktiven Jung-Winzerinnen verlost.

[Nachtrag 15.06.2007]
Herr- und Damenschaften, ich bin gerührt. Binnen einiger Stunden 29 Stimmen und somit zurzeit Platz 80. Chapeau!
Aber wir wollen uns ja nicht auf den Lorbeeren ausruhen. Wie wäre es denn mit mehr? Mit läppischen 109 Stimmen sind die Top 50 zu knacken.
Also fleißig weitermachen oder muss ich erst den Spengemann holen?

[Nachtrag 16.06.2007]
Résumé. Fazit.

Kassel, Katalonien.
Mittwoch, 13. Juni 2007

Mit Spannung wurde, auch von mir, der Auftritt von Ferran Adrià auf der documenta12 erwartet. Nun ist die (Pressemitteilungs-)Katze aus dem Sack, SpOn meint dazu:

Da es nicht möglich gewesen sei, dessen Küche nach Kassel zu verlegen, erklärte Buergel (Anmk.: der künstlerische Leiter der documenta12), habe man kurzerhand sein Restaurant bei Barcelona zu einem documenta-Standort erklärt. 100 Tage lang stünde im “elBulli” ein Tisch für documenta-Besucher bereit. Die Auswahl erfolge jedoch “nach dem bewährten Modell der kuratorischen Willkür”, so Buergel: Die Gäste werden von der künstlerischen Leitung der documenta ausgewählt. “Wer mich darauf anspricht und darum bittet, hat schon verloren”, sagte Buergel.

Höhö. *räusper*. Und was für eine Hammer-Innovation! Der chinesische Künstler Ai Weiwei schafft es 1001 Chinesen nach Kassel zu bringen, der Kurator aber nichtmal einen Koch und seine Küche.

Erfrischung ohne Reue.
Donnerstag, 7. Juni 2007

DW.

Wer auf dem Weg zur Traumfigur nicht auf gutes Wasser verzichten möchte, für den ist Sapporo Diet Water das Richtige. Der volle Geschmack reinsten Wassers, aber mit weniger Kalorien. Sapporo Diet Water. Nicht nur für Models!

Welt ohne Wein?
Sonntag, 3. Juni 2007

Ich gebe es zu, sehr oft konnte man mich nicht als Leser bei Nikos Weinwelten begrüßen, dem Wein-Blog von Niko Recherberg bei der Online-Ausgabe der WamS.
Das lag zum kleinen Teil an den – gefühlt – etwas zu promotionslastigen Restaurantkritiken und Publikationsankündigungen, zum großen Teil am Ort des Geschehens.
Gelegentlich aber, habe ich mich dann doch dorthin ‘verirrt’. Kollege Rechenberg hatte nämlich nicht selten Zugang zu Tasting-Events, vor denen dem ‘Normalo’ die Tür verschlossen bleibt. Auch der äußerst kurze Versuch von Stuart Pigott, sich an dieser Stelle als Blogger zu versuchen, fand ich recht amüsant.
Dies ist jetzt entgültig vorbei, zumindest bei der Welt. Herr Rechenberg zieht in sein eigenes Domizil. Die Welt hat ihren Online-Relaunch offenbar dazu genutzt, nicht nur ihr Layout aufzuhübschen, sondern auch sämtliche Spuren von Nikos Weinwelten zu tilgen. Ganz so wie im Orwellschen Ministerium für Wahrheit und in der Tradition von Arthur Landwein und Vinum TV.
Bliebe nur noch eine Frage: Ist bei der Welt jetzt ein Platz für ein Weinblog frei?

War nur ein Scherz.

[Nachtrag 10.06.07]

Falls es noch niemand gemerkt hat: Der Auch über-Weinblogger Herr Rechenberg, der von sich selbst immer in der dritten Person schreibt, hat jetzt sein eigenes Blog. Mit Kommentarfunktion, aber ohne Blogroll. Der Böse.

[Nachtrag 14.06.2007]
Niko Rechenberg hat das Mysterium an dieser Stelle etwas entmystifiziert. Siehe Kommentare dieses Artikels.

Die beste Winzer-Website 2007.
Freitag, 1. Juni 2007

Oje, die Publikums-Wahl zur besten Winzer-Website 2007 hat begonnen. Gestaltung und Usabiliy standen – wie befürchtet – bei der Vorauswahl wohl nicht so sehr im Vordergrund. Oder sieht es damit unter deutschen Winzer-Webseiten tatsächlich so schlecht aus? Gut, man kann nur das auswählen, was eingesandt wurde, aber dann müsste es doch besser heißen: DBWW2007AATW. Die beste Winzer-Website 2007, aus allen teilnehmenden Websites.
So und ich werde mir jetzt einreden, dass es ja nur auf den Inhalt ankommt …

Also, hier meine persönlichen Top 3:
1. Weingut Clauer (Mit Web 2.0 und ich möchte nicht aus der Blogroll fliegen…)
2. Sächsisches Staatsweingut GmbH Schloss Wackerbarth (Lokalpatriotismus)
3. Winzerkeller Hex vom Dasenstein ( ‘Tony Marshall-Weine’, auf so eine Idee muss man erstmal kommen…)

Wine County Soda.
Donnerstag, 31. Mai 2007

Die Idee Traubensaft mit Mineralwasser zu pimpen und als Erfrischungsgetränk zu verkaufen, ist ja so neu nicht. Die Traubisoda zum Beispiel, ist an die 80 Jahre alt und hinterließ in meiner kindlich-gustatorischen Wahrnehmung durchweg positive Eindrücke. Allerdings ist das schon eine Weile her und Traubisoda … naja, irgendwie nicht mehr so up to date.

WCS

Wie man aus einem Ding wie Traubisoda ein schickes Getränk macht, das auch in einen Weinladen passen würde, zeigt Vignette Wine Country Soda.
Nett verpackt, ohne (zugesetzten) Zucker, Alkohol und Konservierungsstoffe. Traubenrein in den Varianten ‘Pinot Noir’ und ‘Chardonnay’ im Angebot. Eigentlich ideal für Situationen á la “waking up the next morning with a hangover”. Für schlappe $2,50 erhältlich … und nur innerhalb der San Francisco Bay Area. Leider.

Erbarme, die Hesse komme!
Mittwoch, 23. Mai 2007

Es gibt, hier und da, bewusst oder unbewusst, irreführende Gebietsbezeichnungen. Als da wären Fränkische Schweiz, Elbflorenz, Paris des Nordens oder Mitteldeutschland, um nur einige zu nennen.
So gab es beim Festakt zum 60-jährigen Bestehen des Landes Rheinland-Pfalz nur Weine aus dem Rheingau. Was auf den ersten Blick eher nach einer langweiligen Pressemitteilung aus Mainz aussieht, birgt doch eine gewisse Brisanz. Denn Rheingau klingt zwar nach dem Weinland Rheinland-Pfalz, ist aber ein Weinanbaugebiet in … Hessen.
Ob der ‘Verschenker’ jetzt eine Panne, ein großes Ärgernis, ein Affront, Guerilla-Marketing oder gar ein Thema für den Landtag war und ist, darf man mal so stehen lassen.
Aber wenn ich mir gerade die aufgewühlten Bedenkenträger so vorstelle, halte ich das Ganze, ob nun aus mangelnder Kenntnis über Weinanbaugebiete oder gar Absicht, dann doch für eine ganz witzige Aktion.

Don’t Like Mondays?
Montag, 21. Mai 2007

In Österreich herrscht gerade eine mittelstarke Aufregung um einen abgesetzten Radio-Werbespot über Grünen Veltliner aus dem Weinviertel. Und der ging so:

Schon wieder so ein Montag, wissen Sie, wie Sie diesem Montag etwas Pfefferl geben können. Am besten glasweise, mit einem Grünen Veltliner aus dem Weinviertel, Weinviertel DAC, Österreichs pfeffrigster Wein.

Dieser Spot brachte den Grünen Veltliner als ‘Problemlöser’ ins Spiel und damit gefährlich in die Nähe des ‘Komatrinkens’. Meinte man. Meinte man richtig.
Dann doch besser ein gesunder und aufbauender Energy-Drink. Am besten gleich als Flügerl

[via]

Frankreichs Rote Wein Fraktion.
Samstag, 19. Mai 2007

Was sich etwas nach Rote Gourmet Fraktion mit einem Schuß Asterix anhört, ist ziemlich ernst. Während in Deutschland noch auf Weinfesten gemütlich geschunkelt wird, geht es einigen französischen Winzern inzwischen offenbar so dreckig, dass sie auch vor Gewalt gegenüber anderen nicht mehr zurückschrecken. Die Situation ist durch die neue Regierung Sarkozy auch nicht gerade einfacher geworden.
Mehr dazu, auch zu den Hintergründen, gibt’s beim Drink Tank. Ich bin gespannt, wann die BILD das Thema für sich entdeckt und auch mancher deutsche Noch-Nicht-Einmal-Mittelmaß -’Naja, in Frankreich wird doch nur gepanscht, mit den Eichenchips zum Beispiel…’*-Winzer auf den Zug aufspringt…

*Original-Ziat eines Winzers aus der Pfalz

Europe´s Wine Label Of The Year 2007.
Freitag, 18. Mai 2007

EWLOTY 2007

Konsequent klein (awc vienna) und konsequent groß (VINUM), Wettbewerben mal wieder. Es gilt aus 10 ‘Finalisten’, von 4260 eingesendeten Weinetiketten, DAS Etikett auszusuchen. Das ist eigentlich Quatsch nicht ganz einfach, denn eigentlich gehört zum Etikett auch eine Flasche, ein Wein, ein Winzer und eine Philosophie. Außerdem fallen mir auf Anhieb sofort manch bessere Etiketten ein, aber gut. Man musste ja aus den Einsendungen auswählen und solche Wettbewerbe sind natürlich auch immer ziemlich subjektiv.
Nichtsdestotrotz würde ich auf die Nummer 3 (s.o.), den Schiefer Blaufränkisch 2004 tippen. Modern, schick und schlicht, ohne großes Rumgedöns …
Hier kann sich aber jeder selbst seine Meinung bilden und auch voten mitmachen.

[via]

Schwanzvergleich II oder die Schwarmintelligenz.
Donnerstag, 17. Mai 2007

Das Thema Top ’soundsoviel der Weinblogs’ (siehe auch) geht inzwischen als Sau durch das Dorf der Bloggerszene und hat sogar deren Top ’soundsoviel der Blogs insgesamt’, die sog. ‚A’-Blogger erreicht.
Allerdings ist durch die Verlinkung á la ‘Stille Post‘ der Urheber inzwischen nicht mehr wirklich Kollege Mario Scheuermann, sondern Thomas Günther eher der PR Blogger (sic!).
In ein paar Tagen dürfte man sich auf Johnny Haeusler als Urheber geeinigt haben und Weincasting vielleicht auf Platz eins gar nicht mehr auftauchen etwas weiter vorn liegen … oder die ganze Geschichte vergessen sein.

Schwanzvergleich.
Dienstag, 15. Mai 2007

Na, das hat aber lange gedauert. Die Weinblogs haben endlich ihren eigenen Schwanzvergleich.
Inklusive der – gesetzmäßig – folgenden Diskussionen über „Für und Wider“.
Es wird Zeit für die ‘Top 10 of Fucking Weinblogs mit vielen Vulgärausdrücken’:
1. Weincasting
2. …

Glamour.
Montag, 14. Mai 2007


I got my name in lights with notcelebrity.co.uk

WinePod.
Freitag, 11. Mai 2007

Endlich ein Weinführer für meinen iPod! Der Wine iPod™Guide führt über 12000 Weine, schön sortiert nach Herkunft, Sorte, Preis.
Feine Sache, wäre da nicht ein Problem: Das Ding ist für Food Vancouver programmiert worden und zielt damit speziell auf Weine, die in British Columbia verkauft werden.
Also für den modernen mitteleuropäischen Weintrinker doch eher uninteressant, da sich die Angebotspalette deutlich unterscheiden dürfte. Aber für den nächsten Besuch Westkanadas eine nette Sache.

[via]

Nominierungen GOA.
Freitag, 11. Mai 2007

Die Nominierungen für die diesjährigen ‘Grimme Online Preise Awards für hervorragende Qualitätsangebote im Netz’ sind raus. Auf der Liste stehen zwar (meistens) keine wirklich schlechten Kandidaten, aber eben doch nur wieder die üblichen Verdächtigen. Oder solche, die aus dem Dunstkreis der üblichen Verdächtigen kommen.
Weincasting ist, wie zu erwarten war, nicht nominiert. Aber ich schaffe es ja noch nicht mal auf die ‘Linkliste’ des deutsche Weininstituts.
*hrchhrchhrchrch*

Sansibahn.
Montag, 7. Mai 2007

CA.
©Sony Pictures

Wir wissen nicht was Daniel Makatsch Craig (alias der beste James Bond seit Sean Connery), der etwas unterkühlt wirkenden Eva Green (alias Vesper Lynd) hier im Zug nach Montenegro ins Gläschen gießt…
Doch, natürlich wissen wir es. Auch wenn man, im Gegensatz zum sonst üblichen James Bond Product Placement, nicht ständig mit der Nase drauf gestupst wird. Es handelt sich um einen Château Angélus.
In den Genuss dieses Feelings könnte jetzt ein größerer Personenkreis kommen. Gut, mit dem Zug nach Montenegro ging bisher auch schon, aber jetzt noch mit guten Weinen. Zwar muss man sich auch den Château Angélus immer noch selbst mitbringen, aber immerhin werden bei der Deutschen Bahn nun Namen wie Robert Weil, Joachim Heger, Günther Künstler und andere angeboten. Die Weinkarte entstand in Kooperation mit dem Sylter Weinhändler ‘Sansibar’. Nicht die schlechteste Voraussetzung, meine ich.
Zum Bond-Gefühl wird es aber wohl trotzdem nicht reichen, denn wir sind leider nicht Daniel Craig, auch nicht Eva Green und die Bahn leider…
Na, das ist wieder ein ganz anderes Thema.

Tipps für ein erfolgreiches Geschäftsessen auf Island.
Montag, 30. April 2007

Wer kennt das nicht, man wird auf Island ganz plötzlich zu einem Geschäftsessen eingeladen. Leider konnte man dies in der Schule nicht ahnen, sonst hätte man nicht den Hindikurs belegt. Weincasting.com hilft mit den gebräuchlichsten Redewendungen aus dieser Patsche. Bitteschön.

Hallo, Guten Tag.
Halló, Góðan dag.

Sehr erfreut.
Gaman að hitta þig.

Prost!
Skál!

Guten Appetit! Wo ist die Toilette?
Verði þér að góðu! Hvar er klósettið?

Mein Luftkissenfahrzeug ist voller Aale!
Svifnökkvinn minn er fullur af álum!

Wieviel kostet das?
Hvað kostar það?

Entschuldigung?
Fyrirgefðu?

Die Dame zahlt!
Þessi fröken mun borga allt!

Rufen Sie die Polizei!
Náið í lögregluna!

Wine That Loves™
Sonntag, 29. April 2007

WTL.
NormaloweintrinkerInnen mögen es gerne einfach. Keine komplizierten Weinbeschaffungsmaßnahmen, keine Keller-Vorratshaltung im Wert eines durchschnittlichen Mittelklassepersonenkraftwagens, keine Viniversität um entscheiden zu können, welcher Wein nun zu welchem Gericht passen möge.
Oft genug damit allein gelassen, greift er dann verunsichert zu den üblichen Geschmacks- und Gestaltungskatastrophen im Supermarktregal.
Das muss aber nicht sein. Wine That Loves™ kommt den Kunden entgegen und nimmt ihnen die Antwort auf die Frage: „Welcher Wein passt eigentlich zu…?“ ab. Bis jetzt erhältlich für Pasta with Tomato Sauce, Roasted Chicken, Pizza, Grilled Steak aaaannd Grilled Salmon.
Simpel gedacht und schick verpackt.
Jetzt muss eigentlich nur noch der Inhalt stimmen…

[via]

Boris Jelzin 1931-2007
Montag, 23. April 2007

BJ.

Boris Nikolajewitsch Jelzin (*01.02.1931; †23.04.2007)

Übrigens, heute ist der Tag…
Montag, 23. April 2007

TDDB

des Deutschen Bieres. Wieder einer dieser ziemlich sinnfreien… Wasauchimmer-Tage und keiner hat’s bemerkt.
Trotzdem, meinen Glückwunsch an das Deutsche Bier, es hat es ja auch nicht immer leicht…

Paper or Plastic?
Freitag, 20. April 2007

Früher, als die Welt noch in Ordnung war, als man Wein nicht trank, sondern höchstens verkost… degustierte, da galt das Bier in der Dose noch etwas. Es war sozusagen das untere Ende aller Möglichkeiten ein alkoholisches Getränk zu sich zu nehmen. Der Ballermann unter den Szenecafés sozusagen.
Wie gesagt, das war früher. Heute haben Prosecco und sogar Wein in Dosen diesen Alleinstellungsanspruch des Bieres zunichte gemacht.
Da war es doch Zeit wieder Maßstäbe zu setzen, dem Bier seine Führerschaft zurückzugeben, zumindest in Shanghai:
To Go.

(via)

Summer Wine.
Samstag, 14. April 2007

Bei April-Temperaturen von knapp 30 Grad, fällt mir zu Wein nicht wirklich etwas ein…
Also lasse ich lieber The Corrs und Bono von U2 solange über Summer Wine singen.
Tja, wenn man es wirklich kann, kommt der Titel live und als lausiges Internet-Video trotzdem 1000mal besser als die müde Studio-Version von Wischi Ville Waschi Vallo und der Tante, deren Namen ich schon wieder vergessen habe, die sich zurzeit in den Charts rumtreibt.
Das vorzügliche Original von Nancy Sinatra und Lee Hazlewood stammt leider aus der Pre-Musikvideo-Ära…

Die schrecklichen Vier…
Mittwoch, 11. April 2007

Ds4.

… oder was macht man eigentlich mit solchen ‘Mitbringseln’???

The Last Snack.
Donnerstag, 5. April 2007

Jesus!
‘The Last Snack’ ©Tom Altany

…anstatt Ostereiern.

Der Weinspender.
Samstag, 31. März 2007

WC Dispenser

Naja, schick sieht er ja nicht gerade aus, aber eine coole Idee steckt trotzdem dahinter. Der Weinspender, wine dispenser oder ‘Vin au Verre‘. Die konsequente Weiterentwicklung der ‘Wine in a box’-Idee für die Gastronomie.
Passt nicht immer, ich kann mich aber schon an Gelegenheiten und Lokalitäten erinnern, bei denen ich mir so ein Teil sehr gewünscht hätte.
Übrigens ‘Made in France’…

[via]

SpOn_taner Weingenuss!
Freitag, 30. März 2007

Aber wir sollten die falschen Regeln abschaffen, allen aufgeblasenen Kennern eine Nase drehen und einfach wieder unserem Geschmack und unseren Gelüsten vertrauen …
Auch wir Deutsche wissen das in Wahrheit längst, wir lassen uns nur immer wieder von den Eierköpfen der vinologischen Expertokratie verschrecken.

Recht hat er, der Ullrich Fichtner in ‘Ein Toast auf mutigen Weingenuss!‘ auf SpOn.

‘Die Zeit’: Das große Gepansche.
Donnerstag, 22. März 2007

Unter diesem – etwas missverständlichen – Titel hat es die ‘Th.J.’-Story um Meinhard Gör… Hardy Rodenstock, um Weinauktionen und -fälschungen nun auch in das Feuilleton der ‘Zeit‘ geschafft.
Sobald der Artikel online ist, reiche ich den Link nach. Versprochen.

[Nachtrag]
Offenbar geht der Artikel nicht online. Na, dann halt nicht…

And the (Wein-) Oscar® goes to…
Montag, 19. März 2007

DH.

Dominique „Klar, einen Grimme-Preis hätte ich lieber“ Horwitz. Zumindest fast, selbiger wurde von der WEIN GOURMET als “Weingourmet des Jahres” ausgezeichnet worden.
Ein weiterer “Wine Award” ging u.a. an Telmo Rodriguez (“Newcomer des Jahres”). Soso.
Warten wir jetzt aber gespannt auf die Goldene Wein-Palme, die Goldenen Wein-Bären, den Goldener Wein-Löwen, die Wein-Bambis, die Wine-Grammies, den St. Laurent-Brillant, die Goldene Wein-Henne …

Wochenendtipp: Pizza Super Royal DeLuxe.
Freitag, 16. März 2007

Pizza Pizza.

Warum sollte man sich zu einem gutem 2001er Gaja Sori San Lorenzo nicht mal eine Pizza gönnen? Eben. Das dachte sich auch Nino Selimaj von ‘Nino’s Bellisima’ in New York und kreierte eine Pizza zum Preis von $1000, welche sich vor einem Sori San Lorenzo nicht wirklich verstecken muss.
Wem dafür die Anreise nach New York dafür zu aufwendig oder die üblichen 10-15% Trinkgeld im Restaurant zuviel sind, kann diese eigentlich auch selber machen.
Man benötigt nur einen normalen Pizzateig, Creme Fraiche, etwas Schnittlauch, Lachskaviar (Lachsrogen), ca. 230g viererlei Kaviar von Petrossian aus der Seventh Avenue (die Filiale Rue de Latour-Marbourg in Paris dürfte aber auch gehen), ca. 115g fein geschnittene Hummerschwänze aus Maine (der ist der Beste) und etwas Wasabi.
Guten Appetit!

[via]

Gallos Fusel.
Sonntag, 11. März 2007

Vor rund siebzig Jahren gründete Ernest Gallo sein Weinimperium. Nun ist er im Alter von 97 Jahren gestorben. Die Gallo-Weine sind auch in Deutschland populär. Seinen Erfolg verdankt der Unternehmer allerdings einem hier unbekannten Fusel.

Doch nicht etwa Blanchet?

Weincasting.com ist in China…
Freitag, 9. März 2007

verboten.

… offenbar verboten nicht erwünscht und wird zensiert. Zumindest nach den Angaben von greatfirewallofchina.org.

Ernest Gallo 1909 – 2007
Mittwoch, 7. März 2007

EG
Ernest Gallo (*18.03.1909; †06.03.2007)

Grands Crus Reloaded.
Dienstag, 6. März 2007

Wer schon immer mal wissen wollte, warum die Grands Crus eigentlich so teuer sind und vor allem was das überhaupt ist, der sollte sich mal den neuen Internetauftritt des Conseil der Grands Crus Classés ansehen.
CCR.
Denn selbiger war mit Sicherheit nicht billig, bietet aber eine Menge nützliche Informationen um das ganze Gedöns und ist für die Weinbranche geradezu ein eye candy

Es geht auch teurer.
Freitag, 2. März 2007

$1000,-

Seltsame Produkte mit ebenso seltsamen Preisvorstellungen, das gibt es nicht nur in der Weinbranche. Auch Konditoren Pâtissiers, wer hätte das gedacht, sind in dieser Richtung kreativ.
Das ‘Brûlée’ in Atlantic City bietet den ‘Brownie Extradordinaire with Saint Louis’ für schnäppchengünstige $1000 an. Dahinter verbirgt sich ein Schokoladenkuchen mit italienischen (sic!) Haselnüssen und einer Goldpuderauflage. Gereicht wird dazu ein (offenbar) seltener 1996 Quinta do Noval Nacional Portwein im St. Louis Kristall-Zerstäuber für $750. Diesen braucht man aber nicht heimlich in der Tasche verschwinden zu lassen, er ist im Preis inbegriffen.
Hmmm… was kostet noch mal eine Flasche Danziger Goldwasser?

[via]

film & wein
Donnerstag, 1. März 2007

Dass ich, nicht soooo oft ins Kino gehe, liegt nicht immer am Mangel an wirklich guten Filmen.
So kommt es, dass ich auch in Wien praktisch nie in ein Kino komme. Sonst wäre mir schon früher aufgefallen, dass es im dortigen Votivkino eine monatliche Samstags-Matinee unter dem Titel ‘film & wein’ gibt.
Eine sexy Idee, Filme mit Wein zu kombinieren. Das bedeutet aber nicht bei einem Blockbuster eine Flasche Vin de table zu reichen. Vielmehr gibt es zu passenden Filmen Weinverkostungen mit wechselnden Winzern.
Also, ich finde so was gar nicht schlecht. Denn wer sich für einen guten Film interessiert, dürfte auch vor einem guten Wein nicht weglaufen. Übrigens, nicht nur in Wien…
Das erinnert mich an eine Website, die sich mit dem Thema Wein in Filmen beschäftigt. Auf selbige hätte ich hier schon längst einmal verwiesen, wenn sie nicht so ein Augenkrebs verursachendes Design hätte. Außerdem ist sie dermaßen mit Reklame zugemüllt, dass es mir einfach widerstrebt, das auch noch zu fördern… Eventuell muss ich mich mal selbst dieses Themas annehmen.

Heute schreibt der Leser:
Montag, 26. Februar 2007

ähmm...

ProWein. IHR kommt da net rein!
Dienstag, 20. Februar 2007

Wenn alles auf der diesjährigen internationalen Fachmesse Weine und Spirituosen ProWein ähnlichen Anforderungen unterliegt, wie die Akkreditierungsrichtlinien für Pressevertreter der Messe Düsseldorf GmbH, dann erwartet einen dort nur Qualität allerersten Ranges. Bravo!

Nicht akkreditiert werden:

8. Mitglieder von Internet-Redaktionen werden aufgrund der allgemeinen Zugänglichkeit des Internets und der damit verbundenen mangelnden Überprüfbarkeit der eigenen journalistischen Leistung nur gegen Vorlage eines anerkannten Presseausweises akkreditiert. Ausnahme: Internet-Redaktionen, die zu Vollredaktionen oder Verlagen gehören, z.B. Die WELTonline usw..

Tja, Blogger
Ich werde zur Abwechslung mal meinen Fix & Foxy-Clubausweis vorlegen…

An-der-Nase-herum-Führerwein.
Montag, 19. Februar 2007

Ob der sog. Führerwein, der in England für knapp 4000 Pfund über den Auktionstresen ging, nun echt oder doch nur ein Fake ist, ist ziemlich irrelevant.Ganz und gar nicht irrelevant ist die – zu einem ähnlichen Thema formulierte Aussage – von Banksy, der ich mich hier anschließen würde:B.©Banksy (banksy.co.uk)

Dresdner Vinum.
Freitag, 9. Februar 2007

[regional content]
Was soll ich eigentlich von einer Messe ‘Dresdner Vinum’ halten, die also mitten im sächsischen Weinanbaugebiet stattfindet, folgerichtig auch mit dem ‘Messespecial (sprich: Messesbeschl) Sächsischer Wein’ aufwartet und an der genau 0, in Worten null, sächsische Winzer teilnehmen?
Obwohl, das Koch-Event ‘Super Suppe’ könnte was reißen…
[/regional content]

Halbvoll oder Halbleer?
Donnerstag, 8. Februar 2007

Für alle, die sich ständig mit dieser Frage konfrontiert sehen, gibt es jetzt eine Argumentationshilfe. Und zwar in Form des Pallino Weinglases.

Halbvoll oder...

Für mich stellt sich aber nun eine neue Frage: Wann ist ein Weinglas eigentlich ein Weinglas?

Auf die Länge kommt es an.
Mittwoch, 7. Februar 2007

http://www.hugeurl.com/?Yjk0YmM5ZDZiOWVlODhkMDU2YmIyMWI4ODVm ZjY1YjUmMTImVm0wd2QyUXlVWGxXYTJoV1YwZG9WVll3Wkc5alJsWjBUVlpP V0Zac2JETlhhMUpUVmpGYWMySkVUbGhoTWsweFZqQmFTMk15U2tWVWJHaG9U VmhDVVZadGVGWmxSbGw1Vkd0c2FsSnRhRzlVVjNOM1pVWmFkR05GZEZSTlZU VkpWbTEwYTFkSFNrZGpTRUpYVFVad1NGUlVSbUZqVmtaMFVteFNUbUY2UlRG V1ZFb3dWakZhV0ZOcmJGSmlSMmhZV1d4b2IwMHhXbGRYYlVaclVsUkdXbGt3 WkRSVk1rcElaSHBHVjJFeVVYZFpWRVpyVTBaT2NscEhjRlJTVlhCWlZrWldh MVV5VW5OalJtUllZbFZhY1ZscldtRmxWbVJ5VjI1a1YwMUVSa1pWYkZKRFZq QXhkVlZ1V2xaaGExcFlXa1ZhVDJOdFNrZFRiV3hYVWpOb1dGWnRNSGRsUjBs NFUydGthVk5GV2xSWmJHaFRWMVpXY1ZKcmRGUldiRm93V2xWb2ExWXdNVVZT YTFwWFlrZG9jbFpxU2tabFZsWlpXa1prYUdFeGNGaFhiRnBoVkRKT2RGSnJh R2hTYXpWeldXeG9iMWRHV25STldHUlZUV3RzTkZVeGFHOWhiRXBYVjJ4U1dt SkhhRlJXTUZwVFZqRmtkVnBGTlZOaVJtOTNWMnhXYjJFeFdYZE5WbVJxVWxk b1dGUlhOVU5oUmxweFUydGthbUpWVmpaWlZWcHJZVWRGZUdOR2FGaGlSbkJv VmtSS1QyUkdTbkpoUjJoVFlYcFdkMVp0Y0V0aU1rbDRWMWhvWVZKRlNtOVVW bHBYVGxaYVdFNVZPVmhTTUhCSlZsZDRjMWR0U2tkWGJXaFhZVEZ3VkZacVJt dGtWbkJHVGxaT2FXRXdjRWxXYlhCTFpXczFWMWRzYUZSaE1sSndWV3RhUzFZ eFVsaE9WazVyWWtad2VGVnRkSGRpUjBwV1YydHNXbFpXY0ROWlZXUkdaVWRP UjFWc2FHbFNiSEJ2VjFaU1MxUnRWa2RhU0ZaVllrWmFjRlpxVG05a2JGcEhW bTA1VWsxWFVucFdNV2h2V1ZaS1JsTnRSbGRpV0U0MFZHdGFXbVZIUmtoUFYy aHBVbGhCZDFac1pEUmpNV1IwVTJ0b2FGSnNTbGhVVmxwM1YwWnJlRmRyZEd0 U2EzQjZWa2R6TVZZeVNsbFpNMmhYVFc1b1dGWnFSbEpsUm1SWldrVTFXRkpZ UWxsWFZtUjZUVlpzVjFWc1dsaGliVkpZVlcxNGQyVkdWblJOVldSWFRVUkdl VlJzVm05V01VbzJVbXRvVjFaRldreFdha3BQVW14YWMxcEhiRk5OVlZZelZt eGFVMUl4YkZkWGJrcE9WbXh3V0ZsWWNGZFdSbFp5Vm10YVQxVlVNRGs9

Mangas, Tangas und Wein.
Dienstag, 6. Februar 2007

WC_Man_ga.

Naja, man muss sie ja nicht mögen, die Mangas. Die japanische Version der eigentlich von mir sehr geschätzten Comics. Dass dies viele anders sehen, beweist ein kurzer Blick in die proppenvollen Regale in den entsprechenden Abteilungen der Buchhandelsketten.
Die Mangas boomen, von der pinkibunti Kleinmädchen-Version für kleine Mädchen, bis hin zur nichtganzsobunti Kleinmädchen-Version für allein stehende Herren Erwachsene.
Darüber hinaus gibt es sogar Mangas mit gänzlich unanrüchigen Adult Content, Mangas über Wein. Die Serie ‘Sommelier’ handelt, wie der Name schon sagt, von einem japanischeren Sommelier und seinen Abenteuern in Frankreich. Eine Art James Bond mit der Lizenz zur Flasche.
Auch ‘Les gouttes de Dieu’ beschäftigt sich mit französischen Wein. Offenbar so gut, dass dieser in Japan und Südkorea neue Verkaufsrekorde einfährt. Während die, dort naturgemäß eher konsumunkritische Massen, mit den Heften unterm Arm, die erwähnten Weine wie Château Mont Pérat 2001 ordern.

[via]

The Fish & Chip Shop of the Year iiiissss…
Sonntag, 28. Januar 2007

‘Petrou Bros.’. Mark und Pete Petrou in Chatteris, Cambridgeshire are the winners of the ‘Fish & Chip Shop of the Year Competition 2006′.
Die ‘Petrou Brüder’ im ostenglischen Chatteris, sind also bester britischer Fish & Chips-Laden des Jahres geworden. Wir sprechen von den wunderbaren und echten Fish & Chips, einem der Beiträge Englands zur Zivilisation. Neben dem ‘Five o’clock Tea‘, natürlich.
Eine Auszeichnung die man nicht verachten sollte. Die Gewinner des letzten Jahres, Nigel und Linda Hodgson von Hodgson’s Chippy in Lancaster, hatten ein Umsatzplus von 30% zu verzeichnen.
Für alle die, die jetzt nicht in der Nähe von Chatteris weilen, aber trotzdem auf den Geschmack gekommen sind. Hier gibt es die Liste der regionalen Gewinner. (Ms H., do you know one of them?)
Bliebe dann eigentlich nur noch die Suche nach dem passenden Wein…

Top Ten. Webseiten von Weinmachern. Ausgabe 1/2007.
Samstag, 6. Januar 2007

Webseiten von Weinerzeugern sind immer noch meist ein Hort von augenkrebsverursachenden ‘Designs’ und gebrauchsuntauglicher Gebrauchstauglichkeit. Daran hat sich leider nichts geändert.
Die Suche nach den Beauties oder den Werken mit eigenem Charakter ist mühsam, aber lohnend. Darum, an dieser Stelle wieder zehn Beispiele, die zeigen, wie man es machen könnte. Die Auswahl ist selbstverständlich, wie immer, rein subjektiv

BO_1
Bonny Doon Vineyard
Inzwischen fast ein Urmeter für gutes und originelles Design von Wein im Web. Durchgearbeitet bis ins Detail und bestens abgestimmt auf Inhalte und Produkte. Komplett neu gemacht und wieder so gut, dass es keinen Grund gibt, hier nicht zu erscheinen.

BO_2
Weingut F.X. Pichler
Das Thema ‘Buch’ als Webseite scheint bei österreichischen Winzern offenbar sehr beliebt zu sein. Trotzdem, auch in diesem Fall, schick und schön umgesetzt.

BO_3
JAX Vineyards
Modern, klar, edel. Kein Schnickschnack, aber dafür mit jeder Menge Informationen.

BO_4
Anthony’s Mini Garage Winery
Die sehr schicke Micro Website von Anthony’s Garage Winery from Germany. Die Seiten der ‘Maxi’ Garage Winery sind zwar auch nicht sooo schlecht, aber doch a little boring. Darum gebe ich diesmal dem Ableger den Vorzug.

BO_5
Château d´Yquem
Gelegentlich fragt man sich, wohin eigentlich die exorbitanten Gewinnmargen der großen französischen Châteaus fließen. Selten wohl in innovatives Design. Der Webauftritt von Château d´Yquem ist zwar auch nicht preisverdächtig, aber endlich mal etwas, was man erwarten kann. Und das ist ja auch schon was…

BO_6
Weingut Joh. Bapt. Schäfer
Hier stehen die Informationen klar im Vordergrund. Diese sind aber so ordentlich ‘verpackt’, dass man gerne vorbeischaut. Chhhön…

BO_7
Weingut Josef Leitz
Edel. Allerdings sollte man die Seite nicht in Schönheit und mit den Nachrichten von gestern sterben lassen. Oder werden die Weine von 2003 bei Leitz tatsächlich erst in diesem April (2007) abgefüllt?

BO_8
R.H. Phillips Winery
Die Aufmachung ist nett und man hat sogar die Auswahl zwischen einer ‘fetten’ und einer ‘mageren’ Version. Sonst hat man höchstens mal die Auswahl zwischen erzwungener (‘optimierter’) Ansicht mit einem Internet Explorer und gar keiner Ansicht…

BO_9
Shafer Vineyards
Im edlen Schwarz-Weiß. Aktuell und jede Menge Informationen für Kenner.

BO_10
Camel Valley Vineyard
Es muss ja nicht immer nur außergewöhnlich sein. Wenn die meisten Winzer ihre Seiten nur halb so stilsicher und informativ machen würden, wie die Engländer aus Cornwall, wäre ich schon sehr zufrieden…

[Archiv]
Hier geht es übrigens zur Ausgabe 5/2006.

Achtung! Jetzt kommt (k)ein Karton.
Dienstag, 19. Dezember 2006

Oh, das wird bitter. Während die Don Quijotes de la Phellemes noch tapfer gegen den Untergang des Abendlandes in Form von Schraubverschlüssen, Plastik- und Glaskorken kämpfen, droht ihnen am Horizont schon neues Ungemach. Denn wo es eben noch um die Verschlüsse ging, geht es nun ums Ganze.
Die Flasche. Die Flasche in Form von Karton, Beutel, Schlauch etc. Weg von der Billigstwein-Verpackung hin Lifestyleprodukt. Alternativverpackungen mit besserer Ökobilanz und geringeren Herstellungs- und Transportkosten auf der Habenseite. Alternative oder nicht. Ein paar Gedanken zu neuen Verpackungsmodellen, ohne Rücksicht auf die Qualität des Inhalts. Diesmal nicht.

Three Thieves (Tetra Pak)
one
Three Thieves spielt ganz klar mit dem Outlaw-Image. Trotzdem gelingt es, zumindest beim 0815-Karton nicht, sich wirklich von Saft, Milch und Billigwein abzuheben. Doch zu etwas zu ordinär.

French Rabbit (Tetra Prisma)
two
French Rabbit hoppelte schon des Öfteren durch das Weinlager. Gefällt allein schon durch seine exklusivere Form etwas besser.
Wenn der Inhalt stimmt, könnte ich mir das durchaus mal im Picknickkorb vorstellen… oder auch nicht.

Baldivis Estate (Cheer Pack)
tree
Nein, das geht gar nicht. Irgendwo zwischen Flüssigwaschmittel und Capri-Sonne. Da könnte der Inhalt noch so gut sein, würde ich noch nicht mal beim Zelten in Erwägung ziehen.

Dtour Wine (Bag-in-Tube)
four
Keine Whisky-Umverpackung, sondern eine Variante der/des Bag-In-Box (BIB). Der Zylinder gefällt mir sogar noch besser. Macht was her und könnte für die entsprechende Gelegenheit (Party) durchaus passen.

Sofia Mini / Francis Ford Coppola (Dose)
five
Bei Prosecco lass ich mir eine Dose gerade noch gefallen… Aber Wein? Von Coppola! Und auch noch mit Strohhalm. Geht’s noch?!

Hardy’s Shuttle (PET)
six
Eigentlich für Gelegenheiten gedacht, bei denen Glas nicht erlaubt ist. Hat was. Zumindest in dieser Form mit angedocktem Glas Trinkgefäß. Durchaus nicht unsexy. Muss ja nicht von Hardy’s sein…

Merry Crapmas 2006!*
Mittwoch, 29. November 2006

Nicht mehr lang bis Weihnachten und so “…kommt Sie wieder…. Diese doch so Nerven aufreibende Frage: ‘WAS SOLL ICH NUR ZU WEIHNACHTEN VERSCHENKEN???’”
Alles, liebe Firma ‘muellpraesenteausdeminternet.de’ (Name geändert), nur nicht dies:
Willst du ein...
Denn das “persönliche Weihnachtsgeschenk! Weinflasche mit Gravur!” wird bei jedem, auch nur rudimentär mit einem Sinn für Geschmack versehenen Weinfreund, mitnichten “…einen Ehrenplatz im Regal des Beschenkten sichern!”, sondern zeitnah im Klo bzw. Glascontainer landen.
Und für 19.95 EUR inkl. MwSt zzgl. Versandkosten, liebe potentielle Verschenker, kann man Weinfreunde auch schon anderweitig glücklich machen…

*crap (engl.) (Mist, Scheiße, Schrott, Unsinn)

Mouton 2004 TAFKAP (The Artist formerly known as Prince)
Dienstag, 28. November 2006

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Symbolbild ©2DTV

Château Mouton-Rothschild hat das aktu… Château Mouton-Rothschild sind die Rotweine, die bei besser sortierten Weinhändlern immer in den verschlossenen Glasvitrinen liegen.
Also, Château Mouton-Rothschild, dessen Jahrgänge von unterschiedlichen Künstlern gestaltet werden, sind offenbar selbige ausgegangen. Denn statt eines Salvador Dali, Marc Chagall, Wassily Kandinsky, Andy Warhol oder Keith Haring hat man sich dieses Jahr für Charles Philip Arthur George Mountbatten-Windsor entschieden.
Und das ist niemand geringeres als Charles, der oft verspottete und leider nicht selten unterschätzte Prince of Wales and Duke of Cornwall.
Ob dies nun für einen Wein, von dem nicht wenige behaupten, das Beste an ihm wäre das Etikett, positiv oder negativ zu bewerten sei, möchte ich mal im Raum stehen lassen. Es hätte auch schlimmer kommen können… viel schlimmer.

[via Monsieur Bargatzky]