Auch wenn aus zeitlichen Gründen meine Outputfrequenz immer noch verbesserungswürdig ist, lese ich trotzdem auch andere Blogs. Obwohl, lesen teilweise nur kurz reinschauen, feedreadern oder so bedeutet. Aber das genügt ja auch. Manchmal.
Der (extreme) Hype um die Blogs ist erst zu Twitter und jetzt zu Facebook weitergezogen. Geschadet hat dies nur den Blogs, die immer mehr sein wollten, als sie waren.
Blogs sind immer noch da und werden es wohl auch bleiben. Auch Posterous hat die older fashioned Blogs, wie schon zu erwarten war, nicht platt machen können.
Also, Grund genug sich die deutschsprachige Blogshäre mal im einzelnen anzusehen. Ohne Rangfolge, ohne System, einfach so.
Augsburger Weinblog
Geschrieben von einem Lehrer. Laut eigener Aussage geht es um „Wein, Verkostungsnotizen, Augsburger Weinrunde“. Genau so isses.
Johner Wein Welten
Das Blog von Patrick Johner. Der ist Winzer. Er schreibt aber nicht nur über sich, den eigenen Wein und Onlinezeugs, sondern macht auch eigene kultverdächtige Videos darüber. Und manchmal, ja manchmal packt er auch seine Farfisa Weltraumorgel aus. So was mag ich.
La Gazzetta del Vino
Was Brigitte Büscher für Frank Plasberg ist, das ist für Dirk Würtz der Direttore (aka Philipp Erik Breitenfeld). Während es auf seinen Blog noch recht gemächlich zugeht, hätte er das Zeug im Social Media Weinballon die vakante Stelle von Mario Scheuermann als Chefpolemiker zu übernehmen. Allerdings steht der Karriere ein ganz großer Stein im Weg: Man ist kein Weinjournalist.
Don Simon
Noch so’n Italiener. Auf dem Blog von Simon Atzei geht es neben persönlichen Tastings, hauptsächlich um die von ihm angeschmissenen Twitterweinverkostungen, die ihn schon zu ein wenig Ruhm verholfen haben.
Weinkaiser
Klingt zwar abgehoben, der Chef dort heißt aber wirklich so. Allerdings Ralf und nicht Wein. Dazu gibt’s Weinerlebnisse und Tastings.
Vinum Blog
Oh, je. Wenn Zeitschriften denken nun auch noch bloggen zu müssen, dann wird’s oft übel. Aber Carsten Henn macht seinen Job hier gar nicht schlecht.
Der Weinlakai
Eben ist mir wieder eingefallen, dass es ja auf stern.de auch ein Weinblog gibt. Das leidet stark an der „Weiterlesen“-Verlinkinkungskrankheit. Außerdem schreibt der Autor von sich selbst in der dritten Person. So was finde ich immer verwirrend…
Würtz Wein
Ja, gut. Am Würtz-Blog kommt man im Moment keiner vorbei. Und das ist manchmal ganz schön anstrengend, denn Würtz und Kollegen äußern sich wirklich zu jeden Thema. Und trotzdem findet er doch immer wieder ein spannendes Thema, auch für mich…
Weinakademie Berlin
Michael W. Pleitgen schreibt eben nicht nur über die Weinakademie, sondern zieht immer wieder Neuigkeiten aus der Branche und Online-Weinwelten hervor. Und das oft besser als manches Newsportal.
Winzerblog
Ein Urgestein in der Blogwelt, welches auch mal den Mund aufmacht. Hat aber in letzter Zeit hier und da leider etwas an Puste verloren. Das liegt wohl daran., dass der bloggende Kellermeister inzwischen (gefühlt) 25 Blogs, Foren, Facebook- und Twitteraccounts betreibt. Und so was schlaucht offensichtlich.
Weinverkostungen.de
Nicht nur nach eigener Meinung, sondern auch der eifriger Statistikauswerter, das Weinblog mit den meisten Lesern ever in der Szene. Das liegt wohl auch in einer ordentlichen Postingfrequenz, sowie mindestens ebenso eifrigen SEO-Aktivitäten.
Trotzdem macht Ruhm wohl nicht nur glücklich, ich verspüre seit einiger Zeit eine gewisse Lethargie.
The Drink Tank
Ja, der Mario Scheuermann. Seit gewissen Ereignissen ist es zumindest auf seinem Blog ruhiger geworden. Darüber wird nicht jeder traurig sein, aber früher gab es dort wenigstens immer wieder ein paar richtige Aufreger. Heute dominieren Pressemitteilungen, Südafrika und bebilderte Speisepläne.
Blind tasting club
Alex macht sein Ding. Was das eigentlich ist, weiß ich zwar nicht. Aber, er kommt ordentlich rum, schreibt schön über schönen Wein und über schöne Restaurants in aller Welt. Da er sich aus Bloggergedöns raushält, taucht er auch in keinen Ranking auf. Wieder mal ein Beweis dafür, das man selbige in die Tonne kloppen kann.
Originalverkorkt
Christoph Raffelt hat auch beruflich mit Wein zu tun. Das merkt man – im positiven Sinne – aber nicht. Auch so ein schön entschleunigtes Weinblog.
Wolfis Wein Worte
Wolfgang Fassbender ist einer der wenigen Weinjournalisten, die nicht immer alles besser wissen und dies auch noch jeden mitteilen müssen. Da man offenbar immer dann etwas schreibt, wenn man Lust dazu hat, ist die Postingdichte entsprechend. Leidet allerdings ebenfalls stark an der „Weiterlesen“-Verlinkinkungskrankheit.
Vinissimus
So grau wie das äußere ist der Inhalt zum Glück nicht. Ein typisches Weintagebuch, sach’ ich mal.
Bernhard Fiedlers We(in)blog
Hier kann man seinen Wein vom Winzer manchmal praktisch beim wachsen zusehen. Das hat manchmal was sehr beruhigendes.
Kaulwein-Weblog
Und schon wieder ein Winzerblog. Hier geht’s auch um die Weinelf, also um Fußball. Aber mit Wein ist der ja gut zu ertragen.
Weingut Steffens-Keß
Ein typisches Winzertagebuch. Im besten Sinne.
Der Ultes | Weinfachberater
Der Ultes führt den Weinfachberater im Namen, wie Ärzte den Doktortitel. Klingt trocken, ist es aber nicht. Hat vor allem gute Connections zu allen Weinköniginnen…
Social Wine
Das (nicht mehr ganz so) neue Weinblog von Matthias Metze. Sein Marketingjob lässt im offenbar nicht so viel Zeit zum bloggen, wie es früher bei seinem alten Blog war. Schade eigentlich.
Port-Blog
Ja, es gibt ihn noch, den (das) Port-Blog. Und es ist immer noch eine die einzige Adresse wenn es um Port und Wein Portugal geht.
Der Schnutentunker
Anstrengend nicht zu wissen was hinter einen Blog steckt. Der Schnutentunker ist der Schnutentunker. Ich hege den Verdacht, dass es sich um ein männliches Mitglied unserer Gesellschaft handelt. Sicher bin ich mir aber nicht. ..
Werner Elflein | Mein Weintagebuch
Hier ist alles eindeutig. Und gar nicht sooooo trocken, wie man es von einem Mathematiker erwarten würde. Allerdings ganz ohne Punke kommt er dann doch nicht aus.
Der Weinschreiber
Immer wenn man denkt, dass der Weinschreiber das schreiben aufgibt, isser wieder da. So wie im Moment…
Übrigens, es kann durchaus sein, dass hier ein Blog fehlen mag. Aber ich kann ja nicht alles kennen, manches scheint mir unwichtig oder ich habe es schlicht und einfach vergessen.
Blogs auf Posterous habe ich bewusst vergessen. Blogs die keine sind, wie Portale, Wein-Tageszeitungen oder die, die sich nur als Blog tarnen, ebenfalls.
[Update 26.07.2010]
Wie zu erwarten war, habe ich doch ein paar Blogs vergessen, die ich nicht vergessen wollte.
BACcantus
Matthias Lubner und Stefan Schwytz schreiben nicht nur über Wein, sondern auch über Themen die man im weiteren Genussbereich eintakten könnte. Da Stefan Schwytz Rechtsanwalt ist, könnte es jetzt für mich zwar unangenehm werden, aber… mit etwas weniger – auch animierter – Reklame würde es mir leichter fallen, nicht zum Feed-Reader zu greifen…
Weintipps von Michael Liebert
Auf den ersten Blick könnte man hier eine Art Portal oder so vermuten. Aber Michael Liebert gibt nicht nur Weintipps, er bezeichnet sich selbst als Weinblogger. Damit geht das an dieser Stelle klar. Außerdem hält er standhaft und tapfer die fast vergessene Tradition der Blogrankings aufrecht.
Weingut Lisson – Tagebuch einer Winzerin
Iris Rutz-Rudel darf man natürlich nicht vergessen. Sie ist nicht nur eine deutsche Winzerin in Südfrankreich, sondern auch die –weit und breit – einzige deutschsprachige Weinbloggerin. Selbst wenn sie nur belanglosen Blödsinn schreiben würde, man(n) könnte sie gar nicht ignorieren…
Darum taucht sie in Rankings wohl oft weit vorn mit auf. Das kann man aber nicht ernst nehmen, meint zumindest Captain Cork. Und der ist Weinjournalist, die kennen sich mit sowas ja aus.
St. Antony
Das ist nicht nur ein Weingut, das ist auch der Name des Blogs, des Weingutes. Hier geht es natürlich in erster Line (aber nicht nur) um den eigenen Wein. Ok, dass ist jetzt nicht so außergewöhnlich. Aber, wenn ich mich jetzt nicht sehr irre ist St. Antony, dass einzige VDP-Weingut mit einem echten Blog.
WorldWine Blog
„Die Menschen der Weinwelt auf ENO WorldWine“. Man ahnt es, hier erklärt uns ein Weinjournalist die Weinwelt. Theoretisch zwar noch 19 andere AutorInnen, aber praktisch wohl nur Eckhard Supp. Das macht er gelegentlich sogar recht unterhaltsam. Man merkt zumindest, dass er hier und da noch eine Rechnung offen hat. Zudem legt er sich gelegentlich gerne mit Bloggern, besonders mit dem Würtz an. Allerdings hat er seit Monaten wohl auch dazu keine Lust mehr. Liegt es am angekündigten „großem 2.0.-Relaunch von ENO WorldWine“? Oder an einer Blogger-Depression?
Drunkenmonday Wein Blog
Hier ist man nicht nur am Montag betrunken. Das sagt man auch von sich selbst. Obwohl das bei einem Gruppenblog auch nicht schwer fällt. Und noch eines ist anders: Während manche Einzelblogger gerne von sich als „wir“ schreiben, schreibt die Gruppe hier als „ich“. Das kann nur ein Zeichen eines sehr stark ausgeprägten Wir-Gefühls sein.
der weinfreak
Seinem Logo zu folge, heißt der weinfreak ja eigentlich weinfre@k. Aber da weinfreatk keiner aussprechen kann, nennt er sich einfach weinfreak.
Ansonsten geht es um Weinralleys und Wein. Außerdem stellt er seinen Lesern gerne Fragen und hat einen eigenen „Weingarten Zwonull“ mit zweikommanull Rebstöcken.
riesling|blog
Felix Eschenauer schreibt hier – nicht nur mäßig, aber nicht so regelmäßig – über Riesling. Überprüft habe ich das zwar nicht., es scheint aber so zu sein. Zumindest annähernd.
WeinSpion
Der WeinSpion stützt sich wie viele Spione auf ein Netzt von Agenten. Offenbar wurde er von diesen im Stich gelassen, denn seit einigen Monaten herrscht hier Funkstille.
Eventuell hat ihn Blofeld erwischt. So lautet sein Motto wohl nun „Das Leben war zu kurz für schlechten Wein“.
[Update 30.07.2010]
Erstaunlich, dass einem immer noch Weinblogs durch die Lappen gegangen sind. Also noch einmal eine Ergänzung. Und diesmal sind doch tatsächlich auch noch Frauen dabei.
six-to-nine
Es soll Leute geben, die halten das Blog von Pivu für ein Bierblog. Dabei stimmt das gar nicht. Warum ich ihn bisher hier vergessen habe, kann ich gar nicht sagen. Vielleicht liegt es an der etwas flachen Blogfrequenzkurve…
Herrenhof Lamprecht
Gottfried Lamprechts Winzer-Weinblog ist nicht nur selber geschrieben, sondern auch selber gemalt. Und so was gefällt mir schon mal gar nicht schlecht…
Der Weinspitz.
Das ist nicht nur das Weinblog der Wine-Times, sondern auch von Helmut. O. Knall, den manche auch Knalli nennen dürfen. Dinge von ihm lese ich zwar gerne, was für einen Weinjournalisten nicht selbstverständlich ist (Vielleicht liegt es ja daran, dass er auch selbst Wein macht). Trotzdem ist mir erst jetzt aufgefallen, dass er auch ein Weinblog hat.
Weingut Simon-Bürkle
Es ist schon nicht einfach, dass Weinblog der ehemaligen Weinkönigin Susanne Bürkle zu finden. Erschwerend kommt dazu, dass man sich auf den ersten Blick auf Drunkenmonday wähnt. Hat man diese Schwierigkeiten aber überwunden, ist man tatsächlich auf einem Weinblog, auf dem eine Frau bloggt.
theresa blogt…
…auch über Wein. Und das sogar schon seit einiger Zeit. Trotzdem verwundert es, dass man die Moselweinprinzessin Theresa Arns nicht auf Anhieb findet. Was allerdings nicht verwundert, dass der Ultes auch bei ihr in der Blogroll steht.
So, liebe Leser. Da dieser Beitrag nicht als „Liste aller deutschsprachigen Weinblogs“ angelegt war und ist, soll es jetzt mal gut damit sein. Wer mehr braucht, kann gerne mal bei genussblogs.net vorbeischauen. Ich schließe natürlich nicht aus, solch einen Artikel in Zukunft noch mal zu wiederholen. Korrigiert, ergänzt, wie auch immer. Schaun mer mal.
Flattr. Das ist ein so genannter Social Payment-Service, was nichts anderes bedeutet, dass man notleidenden Bloggern etwas Geld zukommen lassen kann.
Besonders einige A-Blogger sind sehr angetan davon. Das ist kein Wunder, haben sie doch genügend Groupies damit etwas in die Kassen kommen… könnte.
Es hat ja schon eine Weile gedauert, aber seit einiger Zeit ist Flattr auch unter den Weinblogs angekommen. Ende des Monats (und das ist ja irgendwie bald) will Dirk Würtz über seine Erfahrungen berichten. Obwohl sich die Begeisterung eventuell in Grenzen halten dürfte.
Das Ganze hat doch etwas von einer Kleingartensiedung in der einige Laubenpieper ihre Mützen von das Gartentor legen, sich daneben stellen und warten. Warten, dass jemand Geld rein wirft, weil er den Garten so toll findet. Schon komisch.
* * *
Der teilweise ziemlich durchgeknallte Hype um das iPhone… Just kidding.. Apropos… Bordeaux. Hier die Subscriptionspreise des 2009er Jahrgangs. Keine Überraschung, die Preise gehen weiter nach oben.
Und damit ist die Zielgruppe weiterhin jene, die keinen besonderen Geschmack, aber dafür umso mehr Geld hat.
Das wird wohl so lange gut gehen, bis jemand auf die Idee kommt von Pandabären vorgegohrene Trauben zu einer Art Wein zu verarbeiten und in Flakons von Swarovski teuer zu verscherbeln. Wird beschissen schmecken, ist aber Premium. Dann soll’s uns auch weiterhin egal sein.
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Apropos herkömmliche Medienhäuser. Das beliebteste Mittel um Gaga-Traffic wie PI’s zu erzeugen sind Klickstrecken. Also Minimal- oder Nullcontent so zu verpacken, dass der Leser zu erhöhter Aktivität auf einer Webseite verleitet wird. Auf Lambecks Weinwelt, wir hatten hier ja schon einige Male das Vergnügen, hat die WELT ONLINE diese Lücke nun geschlossen.
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Ravenswood hat eine tolle Idee. Wer sich das Logo der Firma auf die Plautze – oder wohin auch immer – tätowieren lässt, bekommt von denen bis ans Lebensende Wein for free. Erinnert ein wenig an ihn… Wie hieß er noch gleich?
Wer jetzt ernsthaft nachdenkt, sollte sich mal in die örtliche Fußgängerzone aufmachen und nachsehen wer inzwischen so alles mit Tatoos bestückt ist. (via)
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Das Tal der Ahnungslosen (ARD) ist zwar Weinanbaugebiet, aber weineventtechnisch sieht es hier eher verbesserungswürdig aus. Das mag an vielleicht der Randlage liegen, die doch eigentlich gar keine ist. Prag ist näher als Berlin. Und wenn mal etwas passiert, geht kaum einer hin.
Trotzdem hat es Patrick Johner and friends offensichtlich gefallen. Und nicht nur ihm, sondern auch denen, die hingegangen sind. So wie icke.
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So und jetzt noch ein Gadget. Man hat Gäste, schenkt einen ordentlichen Rotwein aus und irgendein Hammel kippt das Glas über die gute Damasttischdecke, welche seit Generationen im Familienbesitz ist.
Mit der Underfull-Tischdecke wäre die Aktion zumindest nicht ganz unwitzig.
Dass Weinblogger so ganz langsam auch vom Radio wahrgenommen werden, hat bislang kaum jemand gemerkt interessiert. So war Don Simon beim Themennachmittag ‘Wein’ bei Radio Eins (rbb), dem möglicherweise besten Radiosender in Deutschland, über die Twitter Weinverkostung on air.
Der von mir geschätzte Bernhard Fiedler aus Österreich durfte bei Radio Fritz (auch vom rbb), dem möglicherweise zweitbesten Radiosender in Deutschland, kurz, aber doch aussagefähig, über Weinblogs erzählen.
Und nun war Bernhard Fiedler schon wieder im Radio. Bei Jump (mdr), dem möglicherweise miesesten (öffentlich-rechtlichen) Radiosender in Deutschland zu Gast. Und zwar so kurz, dass er nach einer seltendämlichen, aber für den Sender typischen Anmoderation praktisch nur ganz ganz kurz das Thema Rodenstock anreißen und das Wort „Genussblogs.net“ sagen konnte.
Hier kann man aber sehen wie man dort recherchiert. Nämlich gar nicht. Nur kurz im ARD Intranet beim rbb geguckt. Das war’s. Sonst wäre den Recherchepraktikanten aufgefallen, dass es auch in Deutschland eine Menge Weinblogs gibt. Und sogar einen im Sendegebiet. Aber ein Interview mit dem wäre in diesem Sender womöglich auch nicht sendefähig…
* * *
Wo wir doch gerade bei Rodenstock waren. Hardy Rodenstock (The Vinter Formerly Known As Meinhard Görke) ist bekannt für seltenste Weinraritäten. So seltenste, das man sich nicht wundern würde, wenn er auch den Wein vom letzten Abendmahl auftreiben könnte.
Und das zieht natürlich nicht nur Weinfreunde an. Auch Prominente der Kategorien A bis F. Und so was bringt dann irgendwann auch Presse. Die fragt dann irgendwann auch mal nach der Herkunft dieser Weine und wenn man sich so wie Rodenstock etwas… sagen wir mal ungeschickt verhält, haken die Kollegen natürlich nach. Und wenn man sich immer wieder… sagen wir mal ungeschickt verhält, dann geht das ab wie ein Steak im Haifischbecken. So im Focus, New Yorker und immer wieder im Stern.
Und jetzt schon wieder im Stern. Aber leider nicht online. Inzwischen auch online.
Und da Dirk Würtz bei solcher einer Probe schon mal dabei war und offenbar aus diesem Kreis der einzige ist, der wenigstens versucht das Thema sachlich zu behandeln, sei er wieder einmal empfohlen.
* * *
Das Weinanbaugebiet Saale-Unstrut wird so langsam größer. Nachdem Prinz zur Lippe in Kromsdorf bei Weimar mit bis zu 50 Hektar mehr klotzt als kleckert, geht es nun auch saaleaufwärts weiter.
Als Joint Venture sozusagen, zwischen einer Agrargenossenschaft und dem Thüringer Weingut in Bad Sulza, kleckern nun zwei andere weiter.
In Jena, genauer gesagt in Kunitz, sind jetzt zwei Hektar Bacchus dazu gekommen. „Das wird ein gutes und interessantes Tröpfchen“, meint Winzer Andreas Claus.
Das klingt sportlich optimistisch, besonders wenn man die bisherigen Produkte aus Bad Sulza kennt.
Aber schon früher hat man ja in Jena gesungen: „Und ein Wein wächst auf den Bergen, Und der Wein ist gar nicht schlecht, Tut er gleich die Strümpfe flicken, Und den Hals zusammendrücken, Ist er doch zur Bowle recht!“
* * *
Wieder eine ABM-Maßnahme für Abmahnanwälte weniger: Das Deutschen Patentamt in München hat endlich Markennamen für geologische Begriffe gestrichen. ‘Kalkstein’, ‘Porphyr’ und ‘Roter Schiefer’ sind damit nicht mehr als Marke für Wein geschützt. Bleibt zu hoffen, dass diesen Begriffen auch noch ein paar anderen wie ‘Löß’ folgen werden. Hier beim Patentamt findet man übrigens nicht nur die Marken, sondern auch Ross und Reiter dazu.
(via)
* * *
Last but not least. Der Winzerblogger hat gute alte Werbefilmchen aus der Ostzone sog. DDR gefunden. Darunter auch einen über Wein. Ja, es war nicht alles schlecht… Hier bei Youtube gibt’s alle Filme.
An Produzenten von Weinvideos gibt es nun wirklich keinen großen Mangel mehr. Auch wenn sich inzwischen mancher wieder lautlos vom Acker gemacht hat, es gibt noch genügend Auswahl für jeden Geschmack.
Marlene Duffy erfreut jene, die wild über Wein gestikulierende Frauen im Internet wollen. Gary Vaynerchuk ist für alle, die stattdessen lieber Männer (und manchmal auch Frauen) sehen. Wer es weniger cholerisch möchte oder des englischen nicht ganz so mächtig ist, hält sich an Hendrik Thoma. Wer lieber einen Winzer mit Orgel mag, schaut bei Patrick Johner vorbei. Wer statt einer Orgel, lieber einen Winzer mit Mütze will, hält sich an Dirk Würtz. Na, und so weiter…
Sollte doch eigentlich reichen, möchte man meinen…
Wem bisher eine Art John Waters unter den Weinvideos gefehlt hat, dem kann jetzt geholfen werden:
Judd’s Enormous Wine Show. Ein Weinvideoblog, gemacht von Rudolf N. McClain, sowie Judd Finkelstein und seinen Leuten von der Judd’s Hill Winery in Napa, Kalifornien. Selbstironisch, authentisch (eine Modewort, I know), wunderbar trashig und besser als manches, was uns hier und da von Profis, gerne auch von außerhalb der Weinszene verkauft wurde und wird.

Blogs, Twitter, Facebook, MySpace. Schöne neue Onlinewelt. Man darf für sich entscheiden, ob man einzelne Bestandteile und Plattformen für sinnig oder unsinnig hält. Aber eines ist sicher, in ihrer Gesamtheit kommen sie nicht, Social Media (Soziale Medien) sind da. Selbst in der Weinbranche, auch wenn es da etwas länger gedauert hat.
Weinverkostungen mit Videochat, Winzer-Liveshows im Internet, alles fast schon selbstverständlich. Heikle Themen, die früher gerne unter den Tisch gefallen sind, werden transparent. Für eine schnelle Verbreitung sorgt Twitter. Neue Vertriebswege für Weinhändler, Winzer die ihre Weine zur Diskussion stellen.
Selbst die kostenlose Probepakete, eine feste Bastion des Weinjournalismus, gibt es nicht mehr exklusiv mit Presseausweis. Engagierte Blogger, Winzer, Sommeliers und Weinhändler blasen den Staub aus der Weinbranche.
Und die Weinjournalisten? Sie bleiben, bis auf ganz wenige Ausnahmen, eher Zaungäste. Man sitzt auf der Mauer, sieht sich das Treiben an, schaut ob man etwas abgreifen kann. Hier und da gibt es Hinweise wie man es richtig zu machen hat. Es gibt ja wohl noch einen Unterschied zwischen einem bloggenden Blogger und einem bloggenden Journalisten. Ansonsten denkt man in Klicks und Page Impressions und wartet auf den nächsten PR- oder Printauftrag.
Innovation? Darum kann man sich ja nicht auch noch kümmern. Aber wie wäre es mit einem Newsletter?
Und was Hänschen nicht macht, rührt Hans schon gar nicht an.
Während die Onlinewelt gelegentlich über das Ziel hinaus rennt, fahren die Weinverlage mit angezogener Handbremse.
Neue Onlineauftritte auf dem Stand er frühen 2000er Jahre werden als Aufbruch gefeiert. Dazu gibt es eine Auswahl an Inhalten, wer mehr will muss Abonnent werden. Am besten gleich für die Prinausgabe. Originäre Onlineartikel findet man so oft wie Brunnen in der Wüste. Höchstens mal ein paar Agentur- und Pressemeldungen. Die gibt’s zwar umsonst, aber dafür auch überall.
Da braucht man erst gar keine Möglichkeit Artikel gegebenenfalls kommentieren zu können. Diskussionen werden so wohl kaum stattfinden und die notorischen Nörgler fängt man so auch weiterhin im Netz der Leserbriefredaktion ab.
RSS Feeds um die Online-Leser wenigstens mit den Überschriften zu versorgen sind zu aufwändig. News liest man dann in vier Wochen, in der Printausgabe. Die Einbindung von interaktiven Inhalten ist in Zeiten von Youtube entweder immer noch zu kompliziert oder man hat einfach nichts zu zeigen.
Wie will man in Zukunft neue Entwicklungen bedienen, so wie in diesem Video das WIRED Magazin, wenn man schon das Heute nicht beherrscht?
Fragt man nach den Gründen, warum Online für der Weinjournalismus immer noch eine heiße Kartoffel ist, kommt DAS Totschlagargument:
Mit dem Internet ist kein Geld zu verdienen.
Es ist nicht zu refinanzieren. Gute Reportagen kosten eben Geld. Und wenn schon für Volontäre und Praktikanten nichts bleibt, wollen wenigstens die Redakteure, Frau und die zahlreiche Kinderschar durchbringen.
Sicher, da ist etwas dran. Allerdings auch sehr kurz gedacht.
Es ist eine Mär, dass niemand im Internet für etwas zahlt. Allerdings, man muss sich mehr Mühe geben als früher. Wie das in Zukunft aussehen kann, zeigt das WIRED-Video. Inhalt und Form müssen stimmen. Für einen digitalen Artikel, der schon in gedruckter Form nichts anderes als PR ist, gibt niemand einen Cent mehr aus.
Man kann es sich nicht mehr leisten die Onlineszene weiterhin pauschal als „Spinner“ zu betrachten. Damit verliert man eine ganze Generation, die Jungen und die Junggebliebenen. Warum holt man diese Generation nicht mit ins Boot, anstatt sie auf Abstand zu halten?
Weinblogger, Weintwitterer usw. sind eben nicht nur Egomanen, die ihre Meinung nie für sich behalten können. Sie sind nicht selten enttäuschte Leser von Weinführern und Weinzeitschriften. Und wenn ein Winzer bloggt, dann mag er vielleicht kein Journalist sein, aber er könnte dessen Job wieder ein Stück überflüssiger machen. Wenn der Kunde seine Infos an der Quelle holen kann, braucht er keinen Übermittler mehr.
Ist der Zug für den Weinjournalismus also abgefahren? Bye bye Weinjournalismus?
Nicht unbedingt. Der Kuchen ist nur kleiner geworden. Man muss sich mehr bemühen. Vor allem um die Leser, nicht nur um die Werbekunden. Noch sind die Möglichkeiten, die Kontakte, das Know-how da. Man muss sie nur entstauben.
Viel Zeit bleibt allerdings nicht mehr…
Nachdem die 40 außergewöhnlichen Weinetiketten so gut angekommen sind, geht’s jetzt weiter im Text. 30+1 neue außergewöhnliche Weinetiketten aus aller Welt, die oft in ihrer gestalterischen Qualität glänzen, aber immer positiv aus der grauen Weinlabel-Masse herausstechen. Die Auswahl ist natürlich immer noch rein subjektiv…

Archer&Vine Wines entworfen von Matt Davey

cellar*lavineta entworfen von Lluís Serra

À La Petite Ferme entworfen von DesignersJourney

Elbows Bend entworfen von THE CREATIVE METHOD

Reyneke Organic entworfen von Anthony Lane

Vinyes Mas Romaní entworfen von Gabriel Morales

Two Fins Wine entworfen von PUBLIC Creative

V&S Wine Maru entworfen von Silver

Polaner Selections entworfen von Louise Fili Ltd

Mad Bay Wines entworfen von PUBLIC Creative

Ψ PSI

First Drop Wines entworfen von /M/A/S/H/

Skylark Wine entworfen von Inhouse Design

Penfolds entworfen von Ben Krantz

Southpaw Vineyards entworfen von Parallax

megalomaniac entworfen von Brandever

Cash & Tasty “Recession Wine” entworfen von BOLD

Seriously Pink entworfen von Frank Aloi

Heathcote II Wine entworfen von Yello

Pfeiffer Wines entworfen von Frank Aloi

Weingut Günter & Regina Triebaumer

Koala Ranch Wineries entworfen von Colle + McVoy

Santé entworfen von Designers Journey

Tré entworfen von AUTOGRAPH creative

Small Gully entworfen von /M/A/S/H/

Shinas Estate entworfen von /M/A/S/H/

Dragonfly Winery entworfen von Paul Hutchinson – Hype Type Studio

Zugegeben, die neue Zeitschrift Beef!, eine Neon für kochende Männer, liegt schon ein paar Tage am Kiosk. Da wollte ich sie eigentlich auch liegen lassen. Ich bin einfach nicht der Kunde für Zeitschriften, in denen es um Essen & Trinken geht. Und sollte ich doch einmal schwach werden, handelt es sich wahrscheinlich um eine Weinzeitschrift. Trotzdem bereue ich es auch hier eigentlich immer.
Da sich Beef! nicht nur mit Fleisch, sondern auch ein wenig mit Wein beschäftigt, ist nun doch ein Exemplar auf meinem Tisch gelandet.
Und um Wein geht es mehr als wenig. In ganzen sieben Kapiteln, was 17 Seiten bedeutet, werden elementar die elementarsten Wein-Basics vermittelt. Flaschengrößen, Lagerung, Verschlüsse, Etiketten usw.
Solcherlei ist zwar weder originell, noch neu, trifft aber nach meinen Erfahrungen immer wieder auf dankbare Kundschaft.
Dazu berichtet in der vielfältig einsetzbaren Rubrik „Die Flasche meines Lebens. Große Männer, große Momente“, der Hamburger Pianist Joja Wendt über seine Begegnung mit einer Flasche 1947er Chateau Cheval Blanc in Kiew.
Am Rande sei erwähnt, dass TVINO Medienpartner ist. Demzufolge bekommt man die empfohlenen Weine natürlich auch dort. Den Cheval Blanc mal ausgenommen, nehme ich an. Dass dann unser Hendrik Thoma ein Glühwein-Rezept beisteuern darf, versteht sich ja beinahe schon von selbst.
Natürlich geht es auch ums Essen. Und um Fleisch. Selbstverständlich auch um das beste oder besser teuerste Steak(fleisch) der Welt. Überraschender Weise hat man sich nicht für Kobe-Rind entschieden.
Man(n) bekommt erklärt wie man einen Hasen das Fell abzieht und richtig zerlegt. Ein paar Seiten weiter werden die passenden, “zum sterben schönen” und entsprechend teuren Messer empfohlen.
Da der harte Kerl auch einen weichen Kern hat, kann er sich diesen in Form eines „feinsten Mozzarellas“, zum angeben und unter Anleitung nachbauen.
Theoretisch hätte es eine ganz nette Zeitschrift werden können. Wären da nicht das ständige Abreiten von „Männer sind so“-Klischees. Da man offenbar davon ausgeht, dass auch kochende Männer nur ans ficken denken, gibt’s noch „Kann man eine Frau ins Bett kochen, Prof. Drouard?“ Natürlich nicht, ohne die obligatorischen Bilder mit einer nackten Tante zu vergessen. Zum Glück nicht Sarah Wiener, die gibt’s nur in einer Anzeige.
Dazu so was wie das „Kochen mit Eiern. Alles Wissenswerte zur Gründung von Männerkochclubs.“ Hä?!
Und Premium für den kochenden Mann. Japanischer Whisky für 96 Euro, ein „Kultherd“ für 11200 Euro, ein Kilo Fisch für 760 Euro, einen Stuhl für 640 Euro, eine Lampe für 1000 Euro, usw.
Und wenn es mal ohne Beef! gehen muss, Rezepte für Toast Hawaii, Senfeier und Bratkartoffeln zum auswendig lernen.
Der Untertitel von Beef! lautet „Für Männer mit Geschmack“. Besser wäre „Für Männer ohne Geschmack, aber mit genug Geld, um alles nachzumachen was man ihnen sagt“.
Das wäre zwar ehrlicher, aber wohl etwas zu lang….

Muss man ein Blog als Buch herausgeben? Nö. Will man oft auch gar nicht haben. Eine Menge Blogs haben sowieso nichts besseres zu tun, als die Welt mit möglichst vielen Informationen zu beglücken, die eine Halbwertszeit von einigen Tagen haben. Wenn überhaupt.
Glücklicherweise gibt es in diesem Tümpel an Belanglosigkeiten einige Inseln der Glückseligkeit. Nicht viele, aber immerhin.
Die Anonymen Köche sind eine davon. Auch wenn ich schon mal erklärt habe, dass ich kein besonderer Freund von Koch… Rezept… Foodblogs bin, das Blog von Claudio tanzt gemeinsam mit einigen wenigen, anderen für mich aus der Reihe.
Und das liegt nicht nur daran, dass er mit mir die Liebe zu Hackbällchen teilt. Sogar zu denen aus dem schwedischen Möbelhaus mit dem Klecks Preiselbeermarmelade.
Wunderbar entschleunigt und mit sehr viel Liebe geschrieben, schaue ich gerne, immer wieder mal vorbei. Denn hier stimmt nicht nur der Inhalt, hier stimmt auch die Form. Für mich das einzige… zumindest fällt mir gerade kein anderes ein… deutschsprachige Foodblog bei dem man kein Augenkrebs bekommt.
Und nun gibt es dieses Blog als Buch. Damit eröffnen sich natürlich neue Möglichkeiten. Man kann Claudios kulinarischen Geschichten nun auch mit aufs Kl… in Badewanne oder Küche nehmen. Oder sich Fettes Brot, Discount Kobe-Beef, Kloß to heaven, Lämmle live, einem asketischem Abendmahl und anderen Konsorten, einfach frei von 1024×768, 1280×800, 1440×900 und Akkuzwang auf dem Sofa hingeben.
Da bleiben kaum Wünsche offen. Wenn ich doch einen frei gehabt hätte, dann wäre es ein Hardcover für das Buch gewesen.
Ja, hmmm und… Doch, ich sag’s: Einen etwas sparsameren Umgang mit der Aachen Bold hätte ich mir auch gewünscht. Die ist für Headlines gedacht und da sollte man sie auch lassen. Das war’s dann aber auch wirklich.
Zu bekommen im gut sortierten Buchhandel (und dort) und für die geizigeren Zeitgenossen unter anonymekoeche.net als Blog für umsonst.
Und für die, die nach dem Buch noch Nachschlag wollen…
Jetzt gibt’s was auf die Augen! 40 außergewöhnliche Weinetiketten aus aller Welt, die oft in ihrer gestalterischen Qualität glänzen, aber immer positiv aus der grauen Weinlabel-Masse herausstechen. Die Auswahl ist natürlich rein subjektiv…

DADA entworfen von Inhouse Design

Gut Oggau entworfen von Jung von Matt

Matsu entworfen von Moruba

Monster Vineyards entworfen von Brandever

Piper Heidsieck – Rosé Sauvage entworfen von Viktor and Rolf (mehr…)

Michael Austin Wines entworfen von Hatch Design

Frog’s Piss gefunden bei stuff4restaurants

Mini Garage Winery entworfen von Kolle Rebbe

Bin Wine entworfen von Dare!

Drinks Well. entworfen von Robot-food

Nice Nose entworfen von Robot-food

Blidfrukt Vit entworfen von Jop Quirinndongo

He Said She Said entworfen von Manifesto Design

Henry of Pelham Wines entworfen von Insite Design

Madeinmilan entworfen von Fabio Bressan

Marauding Vintners entworfen von /M/A/S/H/

Return of the Living Red entworfen von /M/A/S/H/

Weinquartier entworfen von bauer konzept & gestaltung

Changing Lanes Wine entworfen von /M/A/S/H/

Logan Weemala entworfen von War Design

Boarding Pass entworfen von ICON Design Group

M.A.D. Wine entworfen von Asylum

Mollydooker Velvet Glove entworfen von /M/A/S/H/

Mollydooker entworfen von /M/A/S/H/

Frank B entworfen von Talia Cohen

Elk & Wolf entworfen von Social UK

Shalev Wine entworfen von Nine99 Design

Shefa Wine entworfen von Nine99 Design

Gumbleone entworfen von The Creative Method

The Waxed Bat entworfen von STRANGER & STRANGER

McGuigan Wines (Handmade) entworfen von STRANGER & STRANGER

Ysios & Ion Fiz entworfen von Supperstudio

Weingut Markus Schneider entworfen von die medienagenten

Weingut Martin Tesch entworfen von Fuenfwerken Design AG

Niepoort Vinhos entworfen von alessandri design
[Update] Hier geht es inzwischen mit 30+1 neuen außergewöhnlichen Weinetiketten weiter.
[Update]
Es gibt eigentlich nur zwei Berufsgruppen, die unfehlbar sind. Auch wenn einige es gerne würden, Weinkritiker gehören nicht dazu. Wirklich bedeutend sind nur so wenige, dass man keine allgemeine Aussage treffen kann.
Also bleiben nur die Päbste auf der einen und die Restaurantkritiker auf der anderen Seite. Das weiß man einerseits schon seit Jahrhunderten und im konkreten Falle mindestens seit Beginn der 80er Jahre, als Foyer des Artes ‘Wolfram Siebeck hat Recht‘ zum Besten gab.
Und da es ja nicht Restaurantlober, sondern Restaurantkritiker heißt, ist Siebecks Meinung
Seit wann muss sich ein Kritiker entschuldigen, wenn er den missglückten Parsifal eines unbegabten Regisseurs kritisiert?
nur konsequent. In den fünf neuen Ländern Osten der Zone kam man besonders schlecht weg. Zwar gibt es
ein paar besternte Restaurants östlich der Elbe – aber wie wenige sind es!
Derlei Kritik kam bei den Ossis natürlich schlecht an, bedeutet es doch: Keine Sterne, kein Ahnung vom guten Essen.
Grund genug, um sich im Auftrage des ZEITMagazins, seine Meinung durch eine kleine kulinarische Reise untermauern zu lassen.
Dabei soll keiner sagen, er hätte sich nicht wohlwollend bemüht. Vergebens. In Weimar, im
Prominenten-Hotel Elephant … wo auch schon Adolf Hitler wohnte
der ja auch keine Ahnung von Geschmack hatte oder
im Restaurant Anna Amalia (immerhin: ein Michelin-Stern!)
Selbst in Heiligendamm hat er es versucht. Jenem Ort an der Ostsee, wo ja inzwischen Ossis, ob der exklusiven Preise, so häufig zu finden sind wie (echte) Nutten Nonnen im Puff.
Aber neben ein paar kleinen, wenigen Hoffnungsschimmern in Leipzig (Stadtpfeiffer, zum Glück mit einem Stern) oder Dresden (Bülow Residenz, auch ein Stern. Of course) gibt es an Siebecks Meinungsfels einfach nichts zu rütteln.
Selbst der Versuch eines eingewanderten Wessis, Siebeck mittels eines Tipps zu überzeugen, schlug fehl. Auch das Dresdner Umland konnte es nicht rumreißen:
Vor vierzig Jahren gab es viele Geheimtipps dieser Art [ja schon] in Nordrhein-Westfalen…
Und so bleibt die Aussage von ‘Foyer des Artes’ wohl immer noch gültig, denn Siebeck bleibt standhaft:
Es gibt jedoch auch Vorbilder für eine verfeinerte Form des Kochens. Diese fehlen östlich der Elbe fast völlig.
Allen Zweiflern wird noch schnell ein Hinweis mitgegeben:
Dreimal wurde ich in den zwei Tagen auf meiner Reise durch Thüringen und Sachsen von ZEIT-Lesern auf der Straße angesprochen. Und immer versicherten sie mir, dass ich recht habe: Mit der lokalen Gastronomie im Osten sei tatsächlich kein Staat zu machen.
Und vier Leute mit der gleichen Meinung können dann wirklich nicht mehr irren. Ihr festes Urteilsvermögen reicht bisweilen aus, um wie in Hessen (Fast)Regierungen zu stürzen.
Und falls man immer noch anderer Meinung sein sollte, kann man sich mit Blixa Bargeld trösten:
Das ist das größte Problem in guten Restaurants, dass das Publikum nicht gut ist
Und zu diesem gehört ja auch ein Restaurantkritiker…
[Update]
Er kann es doch. Das Loben. In Eichwalde bei Berlin hat es seine Sterne mal vergessen und ’seine’ Hausmannskost gefunden.
Es bleibt die Frage: Warum sind solche Köchinnen im Osten, im Westen, im Norden und im Süden so selten?
Weil es keinen Einheitsgeschmack gibt? Weil z.B. für manche ein Steinpilz-Cappuccino High Cuisine ist und für andere einfach eine aufgeschäumte Steinpilzsuppe im Cappuccino-Becher.
Das Jahr 2008 nähert sich nun intensiv seinem Finale. Für viele ist die Zeit einmal zurückzuschauen.
So auch für mich, mit meinem Blick auf die Szene.
Vor einiger Zeit habe ich mich von meiner Blogroll getrennt und über Bord geworfen. Es war eine sehr gute Entscheidung. Ich habe dieses Ding nie wirklich gebraucht und gemocht. Und, die Erfahrung gab mir recht. Weder meine Gewohnheiten, noch irgendetwas anderes haben sich geändert. Nur E-Mails mit Inhalten à la
Kompliment für das Design und die lesenswerten Beiträge. Nun geht mein Blog auch schon in den … Monat. Einen Link zu ihrem Blog habe ich sofort nach dem Einrichten gelegt. Über einen Gegenlink würde ich mich sehr freuen.
bekomme ich jetzt gar nicht mehr.
Aber unter den Weinbloggern hat sich etwas geändert. Nachdem sich lange Zeit eine Art Mehltau breitgemacht hatte, ging ein Ruck durch die Szene. Eine der Ursachen war auch, dass beim Urgestein der Weinblogs ein Fass übergelaufen ist. Aber erst nachdem es von einem selbsternannten ‘Leitmedium’ immer wieder und gegen seinen Willen mit schalem Wasser gefüllt wurde. Und jetzt hat es den Anschein, dass es nach diesem reinigendem Gewitter, unter den Weinbloggern (zurzeit?) eine gefühlte Trennlinie gibt. Wirklich exakt mag ich diese nicht festlegen, aber irgendwie, hängt sie von der Intensität der kommerziellen Ausrichtung ab.
Nun mag man dies bedauern. Aber ich finde, so was gab es schon immer, nur dass es jetzt offen zu Tage getreten ist. Und wirklich exklusiv ist das auch nicht, denn mit manchen Leuten kann man was anfangen und mit anderen nicht. So wie im richtigen Leben.
Besonders oft wurde 2008 festgestellt, dass nun Print endgültig tot sei und die Weinblogs das Ruder übernommen hätten. Ich kenne die ‘Print ist tot!’-Rufe zwar schon mindestens solange wie es Blogs gibt, aber etwas ist schon dran. Das mag auch an der oft gähnenden Langeweile in den deutschsprachigen Weinzeitschriften und deren miesen bis nicht vorhanden Onlineauftritten liegen.
Daran sollte sich etwas ändern. Sonst könnte es, bestimmt bald mit einer deutschen Premiumweinpostille und womöglich mit einigen anderen auch, vorbei sein.
Wie es richtig geht, zeigt wieder mal eine englischsprachige Publikation, deren Internetauftritt oft und gerne als Quelle für die ja so viel aktuelleren Blogs dient.
Der Buhmann oder besser die Buhfrau kam in Form einer deutschen Politikerin. Nicht ganz zu unrecht, aber leider lief die Argumentation zu oft auf ‘BILD’-Niveau. Was Blogs nun nicht unbedingt glaubwürdiger macht, wie wir auch aus einigen Studien wissen.
Wirklich witzig war in diesem Zusammenhang die Fokussierung auf einen wahren Feind der Wein- und Genussszene, die ‘Gesundheitslobby’. Ich befürchte, wenn sich diese noch mit der ’sozialen Gerechtigkeitslobby’ zusammen tut, wird es wirklich eng für die Weinfreunde in Deutschland.
Das Ding des Jahres war Twitter. Eine sogenanntes Microblogingwerkzeug mit max. 140 Zeichen. Unverzichtbar für alle, die der Welt zeitnah mitteilen müssen was gerade essen, trinken, pupsen, im TV sehen oder gerade in ihrem Blog geschrieben haben. Für mich liefert das Internet allerdings schon ohne Twitter genügend irrelevanten Informationen. Dass jetzt auch solche Herrschaften wie die von Spiegel Online twittern, dürfte ein Zeichen für den bald kommenden ‘Out’-Status sein.
So wie kleine Kinder nie genug von Schokolade bekommen können, geht es für die meisten Online-Redaktionen und manche Weinblogger nicht ohne Besucherzahlen Page Impressions. Auch wenn nun fast jedes Kind um die Manipulationsmöglichkeiten und damit deren Unsinn weiß, sie sind als Aphrodisiaka für wiederkehrende Rankingorgien einfach nicht tot zu kriegen. So kam es dann auch, dass sich das ‘besucherstärkste’ Weinblog vor lauter Appetit an der Schokolade verschluckt hat. Und wie es sich für trotzige Kinder gehört, sind an den folgenden Bauchschmerzen natürlich immer nur die Anderen und die böse Welt schuld.
Und zu guter letzt die Blog-Vorsätze für 2009? Keine. Ich werde hier weiterhin bloggen, so wie immer. Über was ich will. Wann ich will. So oft ich will. Und so lange ich noch will.
Ach ja, der Beitrag kommt bewusst ohne Links aus. Ich denke, die meisten Leser werden wissen worum es geht und den anderen dürfte es egal sein.
Like a bottle of Châteauneuf-du-Pape /
I’m fine like wine when I start to rap…
Beastie Boys, Body Movin’
I’m just getting better with time /
I#m like Opus One young
Jay-Z (below), Show Me What You Got
Is it’s cause I bust wit stuff that just shut up niggaz /
Flow like dro, I pull then clip it /
or mix it wit some Moët then sip it
Busta Rhymes, Violators
Gettin’ freaky with the thug niggaz up in the club /
Ask to buy a drink, you holla Dom Pérignon /
Knowin’ I’m a cash getter still I remain calm /
Let you chill with me
2Pac, Niggaz Nature
When we came through the do’ /
I copped a case of Cristal, an copped on bottle of Mo’
50 Cent, The Hit
Erwartungsgemäß zwar etwas Schampuslastig, aber gefunden in der aktuellen Ausgabe des Decanter.
Es ist ja nicht so, dass die ‘Welt(online)’ eine große Weinpostille ist. Man beschränkt sich mehr oder weniger auf Artikel à la Werbung Online oder auf die Kolumne von Herrn Lambeck.
Und nun ist dem ‘Weinkenner Martin S. Lambeck’ offenbar eine Flasche sächsischen Weines auf Tisch gestellt worden. Zeit sich auf ‘Der neue Wein aus der Goethezeit‘ kurz mit der Ostzone ‘DDR’ DDR dem Weinbau ‘drüben’ auseinanderzusetzen.
Zu den großen Zaubertricks im Deutschland unserer Tage gehört es, bei der Europäischen Union die Rechte zur Neu-Aufrebung von Weinbergen zu erlangen. Osteuropäische Nachbarn werden in Brüssel bevorzugt. Deutsche Winzer schauen zu 90 Prozent in die Röhre – es sei denn, man plant Rebflächen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR!
Gut, spätestens seit Wallraff wissen wir ja, wie bei Springer recherchiert wird. Und man braucht auch keine Glaskugel um diesen Blödsinn auseinander zunehmen.
Der ‘Zaubertrick’ bedarf rein innerdeutschen Beziehungen Kontakten, denn die Europäische Union hat keinen Quadrat-Millimeter zur weiteren Ausdehnung herausgerückt. Sondern Rheinland-Pfalz, auf dem Gebiet der ehemaligen BRD, die mit ihren Aufrebungs-Rechten nicht wissen wohin. Und auch der Westen schaut nicht NUR in die Röhre.
Die neuen Anbauflächen bei Weimar erfordern eine eigene Kellertechnik, und sie gehören zum deutschen Anbaugebiet “Saale- Unstrut”. Unter diesem Namen werden in den neuen Bundesländern kleine Einzelgebiete bis hin nach Mecklenburg-Vorpommern zusammengefasst.
Das ist zwar nicht unbedingt falsch, aber das Gros der Fläche liegt nach wie vor im Gebiet um Saale und Unstrut. Und ‘Sachsen’ ist auch nach wie vor nicht ‘Saale-Unstrut’.
Im Zuge des Klimawandels haben sich im Osten bereits mehrere hochprofitable Qualitätsweingüter entwickelt. Der Bereich Saal-Unstrut verdient am Leipziger Speckgürtel der Industrie. Sachsen mit Dresden und Meißen machen ein gewaltiges Geschäft mit internationalem Tourismus. Genau hier liegt auch die große Zukunft der Weimarer Weine: Ähnlich wie Dresden hat auch Weimar ein hochklassiges internationales Touristen-Publikum. Da werden selbst hohe Preise für gute Qualität schnell und gern bezahlt.
Wein aus dem ‘Osten’ ging schon immer gut weg. Besonderns an Einheimische, Stammkunden, den gut sortierten Weinhandel und die Gastronomie. Da brauchte es gar keinen Klimawandel.
Sollte man sich allerdings auf einen Leipziger Speckgürtel (Na, Herr Lambeck, Sie waren noch nie im Leipziger Umland? Oder?) oder internationale Luxus-Touristen in Dresden (Die Lieblichtrinker mit den Reisebussen aus Wanne-Eickel?) verlassen müssen, dann gute Nacht.
Achja, der Wein in der Flasche. Ein 2007 Müller-Thurgau vom Weingut Schloss Proschwitz.
Der 2007er Müller ist ein duftiger und dennoch dichter Wein von hoher Mineralität. Das liegt an dem Boden, auf dem der Sachse wächst: Granit von Löß durchsetzt. Im Aromenspektrum entwickeln sich Limette, Nuss und florale Aromen. Der Wein hat einen großen Nachhall und hat Lagerpotential. Freilich ist er frisch und kalt auf der Terrasse eine Offenbarung!
Ok, die Weine aus Proschwitz können sich schon seit Jahren nicht die schlechtesten. Und nicht nur im Osten. Aber das ist ja auch nichts Neues.

Sozusagen von Iris inspiriert habe ich mir endlich ‘The Winemaker’s Essential Phrasebook’ zugelegt.
Das Ganze hat zwar einen lausigen Pharma-Liste-Plastik-Einband und eine für Bücher aus Britannien nicht ganz untypische Packpapier-Qualität, ist aber sonst recht nützlich.
Mit Sätzen wie ‘¿Prefiere etiquetas normales autoadhesivas/adhesivas?’ lässt es sich beim nächsten globalen Winzerbesuch in ganzen sechs Sprachen wunderbar auf die Kacke hauen.
Da auch Ernie Loosen mitgewirkt hat, dürfte der Inhalt durchaus in Ordnung gehen.
Im Gegensatz zu den früher recht unerfreulichen £25, ist es inzwischen sogar recht günstig zu bekommen…
Shortlinks mit Kommentar. Für alles was sonst nirgends reinpasst, aber trotzdem mal erwähnt werden sollte. Erscheint regelmäßig unregelmäßig.