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We, Myself and Wine and Online. [3.Update]
Freitag, 4. Februar 2011

Man mag es nicht glauben, weincasting! geht nun irgendwie in das sechste Jahr und keiner hat was gemerkt.
Aber nun,  nachdem ich im letzten Jahr schon keinen Blick zurück geworfen habe, versuche ich es doch mal mit einem Auge auf das Jetzt und das Morgen.
Ja, die Onlineweinwelt ist bunter geworden. Blogs und Co. bemühen sich kräftig und man nimmt sie war. Mehr als früher jedenfalls. So dürfen Blogger zum Beispiel auch schon mal als solche auf Weinfachmessen.
Auch Presse und Verlage haben sich zaghaft dem Web 2.0 bzw. Wein 2.0 angenommen. (Jaja, inzwischen Begriffe mit einem Bart von hier bis zum Kaiserstuhl. Ich werde versuchen, sie nicht noch einmal zu bemühen.)
Allerdings holt man sich nicht etwa Blogger ins Boot. Man schickt hier und da seine Späher aus, ist natürlich gerne dort mit dabei wo es vermeintlich was zu holen gibt. Ansonsten macht man es selbst. Wer in der Redaktion den Unterscheid zwischen Facebook und Twitter halbwegs kennt, darf sich Onlineexperte nennen und vielleicht sogar in seinem Blog Redaktionsthemen recyceln. Apropos, natürlich arbeitet man fieberhaft an Apps für iPhone und Co. Damit soll ja richtig Geld zu verdienen sein. Da aber hier auch keiner so richtig Ahnung hat, gibt es auch höchstens ein paar digitalisierte Druckfahnen. Man muss ja erstmal abwarten. Vor lauter nachdenken um “Wie können wir schnell, mit wenig Aufwand, möglichst viel Geld verdienen?” bleibt die Kreativität auf der Strecke. Es reicht dann höchstens zum kopieren von vermeintlich erfolgreichen Formaten. Wir erinnern uns an den vergangenen Hype um die Videoblogs.
Hin und wieder steigt ein Journalist herab und erklärt der Onlinegemeinde – mehr oder weniger deutlich – wie doof man doch ist und wie man es richtig macht.
An Inhalten ändert sich nicht viel. Das Internet ist nach wie vor der Wurmfortsatz der Printinhalte. Konkurrenz hat man eh schon genug, die macht man sich nicht auch noch selber.
Alles in allem, eine prima Steilvorlage für Blogs und Co. Und was machen die? Nichts. Na, gut. Nicht viel. Bis auf einige wenige duckt man sich gerne weg und wartet bis das CO2 aus dem Glas raus ist. Nach wie vor gelingt es dem Onlineweindorf am besten Content aus sich selbst heraus zu produzieren. Wenn man sich streitet, dann oft darüber ob oder wie man sich streiten darf und am Ende siegt die Harmonie, will heißen: Wenn Ruhe im Puff ist, dann gibt’s kein Sorgen. Man sucht sich ständig und findet sich selten. Darüber vergisst man oft echte und vor allem interessante Inhalte auch für Außenstehende zu produzieren. Nur ein wenig lockerer und bunter reicht da nicht. Da muss mehr Klartext geredet werden. Und nicht nur im eigentlichen Sinne, sondern auch was ein ordentliches Maß an Transparenz angeht.
Und weincasting? Ich fasse mir bei aller Kritik natürlich auch gehörig selbst an die Nase. Nicht nur die lange Pause hat mir da noch den letzten Rest Staub von den Augen geblasen. Ich habe dieses Blog im letzten Jahr zwar schön aufgehübscht, hier und da sicher noch ein paar Pfeile im Karton, aber das genügt nicht. Die Luft ist raus und es geht auch nicht mehr einfach so nebenher.
Mehr klotzen statt kleckern, mehr ran an das Thema, weniger vor der eigene Tür kehren und mehr hinter die anderen Türen schauen. Das geht natürlich nur mit mehr Aufwand, einer gewissen oder besser, ordentlichen Professionalisierung. Keine Ahnung ob das nach meinen Vorstellungen funktionieren würde, aber einen Versuch wäre es sicher wert.
Ideen hätte ich da schon einige, aber die müssen überdacht… durchdacht werden. Aber ergebnisoffen. Und ein Umsetzen bräuchte Zeit, die ich im Moment und auch noch mittelfristig nicht haben werde. So kann ich mir auch gut vorstellen, bei aller Liebe zum Thema, meine Weinweisheiten in Zukunft für mich zu behalten. Wie dem auch sei, ob es weitergeht oder auch nicht, weincasting! muss, würde anders aussehen. Und das nicht nur in der Form.
Darum kann es zum jetzigen Zeitpunkt nur eine Entscheidung geben, damit es nicht peinlich wird,  um nicht wie manch anderes Blog in der endgültigen Belanglosigkeit zu enden: Dieser Blogbeitrag ist nicht nur der erste, im inzwischen nicht mehr ganz so neuen Jahr. Er ist auch der letzte, ever. Ende, Fin.
Das fällt mir nicht unbedingt leicht, man hat ja auch eine Menge Schweiß rein gesteckt. Aber, man soll bekanntlich aufhören, wenn… Na, Sie wissen schon.
Darum: Muchas gracias, an alle Leser! So Long, and Thanks For All the Fish.

PS. So ganz bin ich ja nicht verschwunden. Wer will, findest mich ja immer noch auf Facebook und Twitter. Und im richtigen Leben, natürlich.
PPS: Die Kommentare lasse ich noch eine gewisse Zeit „offen“. Zumindest so lange, bis kein Interesse mehr besteht.

[Update 10.02.2011]
So, langsam kann ich hier wohl Feierabend machen. Die Anbindung an Facebook ist schon gekappt. Demnächst kann ich wohl auch die Kommentare dicht machen.

[Update 12.02.2011]
Da sich der Bedarf mittlerweile in Grenzen hält, werden die Kommentare nun sukzessive geschlossen.

[Main Update 16.02.2011]
Weil es irgendwie doch noch zum Thema passt, aus aktuellem Anlass, ein kleines Update. Eine neue Generation von selbsternannten “Onlineweinleitmedien” schickt sich an, die alte ablösen. Wenn man aber genau hinschaut, bedeutet “neu” in diesem Falle aber mitnichten “besser”.
Aber vielleicht sind es auch nur Grabenkämpfe unter Weinjournalisten um einen Kuchen, der offensichtlich nur noch für einige wenige reicht.
Es scheint, als ob ich mit meiner Einschätzung nicht so daneben gelegen haben kann.
Eigentlich eine gute Steilvorlage für Weinblogger. Eigentlich.
Zur Erklärung hier zumindest zwei Links, aber nicht direkt. Warum, können Sie sich ja schon denken…
Link 1: http://drinktank.blogg.de/eintrag.php?id=3107
Link 2: http://www.captaincork.com/Weinleute/Weinblogs-das-Schiff-unter-Attacke
Das war’s dann aber wirklich. Danke.

Kreative Pause. Galore.
Dienstag, 7. September 2010

Zugegeben, kreative Pause klingt nicht gut. Für manche Castingbands war dies eine Umschreibung für den Anfang vom Ende. Und obwohl ich mir durchaus vorstellen kann bei weincasting! auch mal den letzten Vorhang fallen zu lassen, so weit will ich an dieser Stelle nicht gehen.
Es gibt aber seit einiger Zeit ein paar sehr, sehr spannende Projekte, die einfach meine ganze Aufmerksamkeit erfordern. Und diese Situation wird wohl auch noch einige Wochen anhalten. Da ich weincasting! zwar immer noch sehr mag, es aber nun nicht unbedingt mein Lebensmittelpunkt ist, muss, will und kann ich weincasting! auch mal länger Zeit mit Standgas fahren. Dies bedeutet, es wird zumindest an dieser Stelle, auch weiterhin ruhig bleiben. Da ich aber noch einige Themen in der Pipeline habe, kann sich aber trotzdem auch in dieser Zeit der eine oder andere Artikel hier her verirren. Muss aber nicht. We will see…

Weinblogs in Deutsch. Kommentierte Ausgabe. [Update_2]
Donnerstag, 22. Juli 2010

Auch wenn aus zeitlichen Gründen meine Outputfrequenz immer noch verbesserungswürdig ist, lese ich trotzdem auch andere Blogs. Obwohl, lesen teilweise nur kurz reinschauen, feedreadern oder so  bedeutet. Aber das genügt ja auch. Manchmal.
Der (extreme) Hype um die Blogs ist erst zu Twitter und jetzt zu Facebook weitergezogen. Geschadet hat dies nur den Blogs, die immer mehr sein wollten, als sie waren.
Blogs sind immer noch da und werden es wohl auch bleiben. Auch Posterous hat die older fashioned Blogs, wie schon zu erwarten war, nicht platt machen können.
Also, Grund genug sich die deutschsprachige Blogshäre mal im einzelnen anzusehen. Ohne Rangfolge, ohne System, einfach so.

Augsburger Weinblog
Geschrieben von einem Lehrer. Laut eigener Aussage geht es um „Wein, Verkostungsnotizen, Augsburger Weinrunde“.  Genau so isses.

Johner Wein Welten
Das Blog von Patrick Johner. Der ist Winzer. Er schreibt aber nicht nur über sich, den eigenen Wein und Onlinezeugs, sondern macht auch eigene kultverdächtige Videos darüber. Und manchmal, ja manchmal packt er auch seine Farfisa Weltraumorgel aus. So was mag ich.

La Gazzetta del Vino
Was Brigitte Büscher für Frank Plasberg ist, das ist für Dirk Würtz der Direttore (aka Philipp Erik Breitenfeld). Während es auf seinen Blog noch recht gemächlich zugeht, hätte er das Zeug im Social Media Weinballon die vakante Stelle von Mario Scheuermann als Chefpolemiker zu übernehmen. Allerdings steht der Karriere ein ganz großer Stein im Weg: Man ist kein Weinjournalist.

Don Simon
Noch so’n Italiener. Auf dem Blog von Simon Atzei geht es neben persönlichen Tastings, hauptsächlich um die von ihm angeschmissenen Twitterweinverkostungen, die ihn schon zu ein wenig Ruhm verholfen haben.

Weinkaiser
Klingt zwar abgehoben, der Chef dort heißt aber wirklich so. Allerdings Ralf und nicht Wein. Dazu gibt’s Weinerlebnisse und Tastings.

Vinum Blog
Oh, je. Wenn Zeitschriften denken nun auch noch bloggen zu müssen, dann wird’s oft übel. Aber Carsten Henn macht seinen Job hier gar nicht schlecht.

Der Weinlakai
Eben ist mir wieder eingefallen, dass es ja auf stern.de auch ein Weinblog gibt. Das leidet stark an der „Weiterlesen“-Verlinkinkungskrankheit.  Außerdem schreibt der Autor von sich selbst in der dritten Person. So was finde ich immer verwirrend…

Würtz Wein
Ja, gut. Am Würtz-Blog kommt man im Moment keiner vorbei. Und das ist manchmal ganz schön anstrengend, denn Würtz und Kollegen äußern sich wirklich zu jeden Thema. Und trotzdem findet er doch immer wieder ein spannendes Thema, auch für mich…

Weinakademie Berlin
Michael W. Pleitgen schreibt eben nicht nur über die Weinakademie, sondern zieht immer wieder Neuigkeiten aus der Branche und Online-Weinwelten hervor. Und das oft besser als manches Newsportal.

Winzerblog
Ein Urgestein in der Blogwelt, welches auch mal den Mund aufmacht. Hat aber in letzter Zeit hier und da leider etwas an Puste verloren. Das liegt wohl daran., dass der bloggende Kellermeister inzwischen (gefühlt) 25 Blogs, Foren, Facebook- und Twitteraccounts betreibt. Und so was schlaucht offensichtlich.

Weinverkostungen.de
Nicht nur nach eigener Meinung, sondern auch der eifriger Statistikauswerter, das Weinblog mit den meisten Lesern ever in der Szene. Das liegt wohl auch in einer ordentlichen Postingfrequenz, sowie mindestens ebenso eifrigen SEO-Aktivitäten.
Trotzdem macht Ruhm wohl nicht nur glücklich, ich verspüre seit einiger Zeit eine gewisse Lethargie.

The Drink Tank
Ja, der Mario Scheuermann. Seit gewissen Ereignissen ist es zumindest auf seinem Blog ruhiger geworden. Darüber wird nicht jeder traurig sein, aber früher gab es dort wenigstens immer wieder ein paar richtige Aufreger. Heute dominieren Pressemitteilungen, Südafrika und bebilderte Speisepläne.

Blind tasting club
Alex macht sein Ding. Was das eigentlich ist, weiß ich zwar nicht. Aber, er kommt ordentlich rum, schreibt schön über schönen Wein und über schöne Restaurants in aller Welt. Da er sich aus Bloggergedöns raushält, taucht er auch in keinen Ranking auf. Wieder mal ein Beweis dafür, das man selbige in die Tonne kloppen kann.

Originalverkorkt
Christoph Raffelt hat auch beruflich mit Wein zu tun. Das merkt man – im positiven Sinne – aber nicht. Auch so ein schön entschleunigtes Weinblog.

Wolfis Wein Worte
Wolfgang Fassbender ist einer der wenigen Weinjournalisten, die nicht immer alles besser wissen und dies auch noch jeden mitteilen müssen. Da man offenbar immer dann etwas schreibt, wenn man Lust dazu hat, ist die Postingdichte entsprechend. Leidet allerdings ebenfalls stark an der „Weiterlesen“-Verlinkinkungskrankheit.

Vinissimus
So grau wie das äußere ist der Inhalt zum Glück nicht. Ein typisches Weintagebuch, sach’ ich mal.

Bernhard Fiedlers We(in)blog
Hier kann man seinen Wein vom Winzer manchmal praktisch beim wachsen zusehen. Das hat manchmal was sehr beruhigendes.

Kaulwein-Weblog
Und schon wieder ein Winzerblog. Hier geht’s auch um die Weinelf, also um Fußball. Aber mit Wein ist der ja gut zu ertragen.

Weingut Steffens-Keß
Ein typisches Winzertagebuch. Im besten Sinne.

Der Ultes | Weinfachberater
Der Ultes führt den Weinfachberater im Namen, wie Ärzte den Doktortitel. Klingt trocken, ist es aber nicht. Hat vor allem  gute Connections zu allen Weinköniginnen…

Social Wine
Das (nicht mehr ganz so) neue Weinblog von Matthias Metze. Sein Marketingjob lässt im offenbar nicht so viel Zeit zum bloggen, wie es früher bei seinem alten Blog war. Schade eigentlich.

Port-Blog
Ja, es gibt ihn noch, den (das) Port-Blog. Und es ist immer noch eine die einzige Adresse wenn es um Port und Wein Portugal geht.

Der Schnutentunker
Anstrengend nicht zu wissen was hinter einen Blog steckt. Der Schnutentunker ist der Schnutentunker. Ich hege den Verdacht, dass es sich um ein männliches Mitglied unserer Gesellschaft handelt. Sicher bin ich mir aber nicht. ..

Werner Elflein | Mein Weintagebuch
Hier ist alles eindeutig. Und gar nicht sooooo trocken, wie man es von einem Mathematiker erwarten würde. Allerdings ganz ohne Punke kommt er dann doch nicht aus.

Der Weinschreiber
Immer wenn man denkt, dass der Weinschreiber das schreiben aufgibt, isser wieder da. So wie im Moment…

Übrigens, es kann durchaus sein, dass hier ein Blog fehlen mag. Aber ich kann ja nicht alles kennen, manches scheint mir unwichtig oder ich habe es schlicht und einfach vergessen.
Blogs auf Posterous habe ich bewusst vergessen. Blogs die keine sind, wie Portale, Wein-Tageszeitungen oder die, die sich nur als Blog tarnen, ebenfalls.

[Update 26.07.2010]
Wie zu erwarten war, habe ich doch ein paar Blogs vergessen, die ich nicht vergessen wollte.

BACcantus
Matthias Lubner und Stefan Schwytz schreiben nicht nur über Wein, sondern auch über Themen die man im weiteren Genussbereich  eintakten könnte. Da Stefan Schwytz Rechtsanwalt ist, könnte es jetzt für mich zwar unangenehm werden, aber… mit etwas weniger – auch animierter – Reklame würde es mir leichter fallen, nicht zum Feed-Reader zu greifen…

Weintipps von Michael Liebert
Auf den ersten Blick könnte man hier eine Art Portal oder so vermuten. Aber Michael Liebert gibt nicht nur Weintipps, er bezeichnet sich selbst als Weinblogger. Damit geht das an dieser Stelle klar. Außerdem hält er standhaft und tapfer die fast vergessene Tradition der Blogrankings aufrecht.

Weingut Lisson – Tagebuch einer Winzerin

Iris Rutz-Rudel darf man natürlich nicht vergessen. Sie ist nicht nur eine deutsche Winzerin in Südfrankreich, sondern auch die –weit und breit – einzige deutschsprachige Weinbloggerin. Selbst wenn sie nur belanglosen Blödsinn schreiben würde, man(n) könnte sie gar nicht ignorieren…
Darum taucht sie in Rankings wohl oft weit vorn mit auf. Das kann man aber nicht ernst nehmen, meint zumindest Captain Cork. Und der ist Weinjournalist, die kennen sich mit sowas ja aus.

St. Antony
Das ist nicht nur ein Weingut, das ist auch der Name des Blogs, des Weingutes. Hier geht es natürlich in erster Line (aber nicht nur) um den eigenen Wein. Ok, dass ist jetzt nicht so außergewöhnlich. Aber, wenn ich mich jetzt nicht sehr irre ist St. Antony, dass einzige VDP-Weingut mit einem echten Blog.

WorldWine Blog
„Die Menschen der Weinwelt auf ENO WorldWine“. Man ahnt es, hier erklärt uns ein Weinjournalist die Weinwelt. Theoretisch zwar noch 19 andere AutorInnen, aber praktisch wohl nur Eckhard Supp. Das macht er gelegentlich sogar recht unterhaltsam. Man merkt zumindest, dass er hier und da noch eine Rechnung offen hat. Zudem legt er sich gelegentlich gerne mit Bloggern, besonders mit dem Würtz an. Allerdings hat er seit Monaten wohl auch dazu keine Lust mehr. Liegt es am angekündigten „großem 2.0.-Relaunch von ENO WorldWine“?  Oder an einer Blogger-Depression?

Drunkenmonday Wein Blog
Hier ist man nicht nur am Montag betrunken. Das sagt man auch von sich selbst. Obwohl das bei einem Gruppenblog auch nicht schwer fällt. Und noch eines ist anders: Während manche Einzelblogger gerne von sich als „wir“ schreiben, schreibt die Gruppe hier als „ich“. Das kann nur ein Zeichen eines sehr stark ausgeprägten Wir-Gefühls sein.

der weinfreak
Seinem Logo zu folge, heißt der weinfreak ja eigentlich weinfre@k. Aber da weinfreatk keiner aussprechen kann, nennt er sich einfach weinfreak.
Ansonsten geht es um Weinralleys und Wein. Außerdem stellt er seinen Lesern gerne Fragen und hat einen eigenen „Weingarten Zwonull“ mit zweikommanull Rebstöcken.

riesling|blog
Felix Eschenauer schreibt hier – nicht nur mäßig, aber nicht so regelmäßig – über Riesling. Überprüft habe ich das zwar nicht., es scheint aber so zu sein. Zumindest annähernd.

WeinSpion
Der WeinSpion stützt sich wie viele Spione auf ein Netzt von Agenten. Offenbar wurde er von diesen im Stich gelassen, denn seit einigen Monaten herrscht hier Funkstille.
Eventuell hat ihn Blofeld erwischt. So lautet sein Motto wohl nun „Das Leben war zu kurz für schlechten Wein“.

[Update 30.07.2010]

Erstaunlich, dass einem immer noch Weinblogs durch die Lappen gegangen sind. Also noch einmal eine Ergänzung. Und diesmal sind doch tatsächlich auch noch Frauen dabei.

six-to-nine
Es soll Leute geben, die halten das Blog von Pivu für ein Bierblog. Dabei stimmt das gar nicht. Warum ich ihn bisher hier vergessen habe, kann ich gar nicht sagen. Vielleicht liegt es an der etwas flachen Blogfrequenzkurve…

Herrenhof Lamprecht
Gottfried Lamprechts Winzer-Weinblog ist nicht nur selber geschrieben, sondern auch selber gemalt. Und so was gefällt mir schon mal gar nicht schlecht…

Der Weinspitz.
Das ist nicht nur das Weinblog der Wine-Times, sondern auch von Helmut. O. Knall, den manche auch Knalli nennen dürfen. Dinge von ihm lese ich zwar gerne, was für einen Weinjournalisten nicht selbstverständlich ist (Vielleicht liegt es ja daran, dass er auch selbst Wein macht). Trotzdem ist mir erst jetzt aufgefallen, dass er auch ein Weinblog hat.

Weingut Simon-Bürkle
Es ist schon nicht einfach, dass Weinblog der ehemaligen Weinkönigin Susanne Bürkle zu finden. Erschwerend kommt dazu, dass man sich auf den ersten Blick auf Drunkenmonday wähnt. Hat man diese Schwierigkeiten aber überwunden, ist man tatsächlich auf einem Weinblog, auf dem eine Frau bloggt.

theresa blogt…
…auch über Wein.  Und das sogar schon seit einiger Zeit. Trotzdem verwundert es, dass man die Moselweinprinzessin Theresa Arns nicht auf Anhieb findet. Was allerdings nicht verwundert, dass der Ultes auch bei ihr in der Blogroll steht.

So, liebe Leser. Da dieser Beitrag nicht als „Liste aller deutschsprachigen Weinblogs“ angelegt war und ist, soll es jetzt mal gut damit sein. Wer mehr braucht, kann gerne mal bei genussblogs.net vorbeischauen. Ich schließe natürlich nicht aus, solch einen Artikel in Zukunft noch mal zu wiederholen. Korrigiert, ergänzt, wie auch immer. Schaun mer mal.

WC! Lektüre vom 30. Juni 2010
Mittwoch, 30. Juni 2010

Flattr. Das ist ein so genannter Social Payment-Service, was nichts anderes bedeutet, dass man notleidenden Bloggern etwas Geld zukommen lassen kann.
Besonders einige A-Blogger sind sehr angetan davon. Das ist kein Wunder, haben sie doch genügend Groupies damit etwas in die Kassen kommen… könnte.
Es hat ja schon eine Weile gedauert, aber seit einiger Zeit ist Flattr auch unter den Weinblogs angekommen. Ende des Monats (und das ist ja irgendwie bald) will Dirk Würtz über seine Erfahrungen berichten. Obwohl sich die Begeisterung eventuell in Grenzen halten dürfte.
Das Ganze hat doch etwas von einer Kleingartensiedung in der einige Laubenpieper ihre Mützen von das Gartentor legen, sich daneben stellen und warten. Warten, dass jemand Geld rein wirft, weil er den Garten so toll findet. Schon komisch.

* * *

Der teilweise ziemlich durchgeknallte Hype um das iPhone… Just kidding.. Apropos… Bordeaux. Hier die Subscriptionspreise des 2009er Jahrgangs. Keine Überraschung, die Preise gehen weiter nach oben.
Und damit ist die Zielgruppe weiterhin jene, die keinen besonderen Geschmack, aber dafür umso mehr Geld hat.
Das wird wohl so lange gut gehen, bis jemand auf die Idee kommt von Pandabären vorgegohrene Trauben zu einer Art Wein zu verarbeiten und in Flakons von Swarovski teuer zu verscherbeln. Wird beschissen schmecken, ist aber Premium. Dann soll’s uns auch weiterhin egal sein.

* * *

Apropos herkömmliche Medienhäuser. Das beliebteste Mittel um Gaga-Traffic wie PI’s zu erzeugen sind Klickstrecken. Also Minimal- oder Nullcontent so zu verpacken, dass der Leser zu erhöhter Aktivität auf einer Webseite verleitet wird. Auf Lambecks Weinwelt, wir hatten hier ja schon einige Male das Vergnügen, hat die WELT ONLINE diese Lücke nun geschlossen.

* * *

Ravenswood hat eine tolle Idee. Wer sich das Logo der Firma auf die Plautze – oder wohin auch immer – tätowieren lässt, bekommt von denen bis ans Lebensende Wein for free. Erinnert ein wenig an ihn… Wie hieß er noch gleich?
Wer jetzt ernsthaft nachdenkt, sollte sich mal in die örtliche Fußgängerzone aufmachen und nachsehen wer inzwischen so alles mit Tatoos bestückt ist. (via)

* * *

Das Tal der Ahnungslosen (ARD) ist zwar Weinanbaugebiet, aber weineventtechnisch sieht es hier eher verbesserungswürdig aus. Das mag an vielleicht der Randlage liegen, die doch eigentlich gar keine ist. Prag ist näher als Berlin. Und wenn mal etwas passiert, geht kaum einer hin.
Trotzdem hat es Patrick Johner and friends offensichtlich gefallen. Und nicht nur ihm, sondern auch denen, die hingegangen sind. So wie icke.

* * *

So und jetzt noch ein Gadget. Man hat Gäste, schenkt einen ordentlichen Rotwein aus und irgendein Hammel kippt das Glas über die gute Damasttischdecke, welche seit Generationen im Familienbesitz ist.

Mit der Underfull-Tischdecke wäre die Aktion zumindest nicht ganz unwitzig.

Es gibt für alles eine App. Außer für Wein.
Montag, 21. Juni 2010

App ist die Abkürzung für Application, was nichts anderes als Anwendung bedeutet, also ein Programm. Erdacht hat das Ganze die Firma Apple und zwar für den iPod touch, das iPhone und neuerdings fürs iPad. Und da besonders die letzten beiden Dinger für Nerds und Fanboys das sind, was die Bibel mal im Mittelalter war, nämlich ein bedingungsloser Kaufgrund, sind auch die Apps ein Renner.
Etliche gibt es kostenlos, umfangreichere Dinge wie Spiele bekommt man aber meist nicht für lau. Der Durchschnittspreis aller Apps liegt dabei um die drei Euro.
Dass Apple auch ordentlich Kritik für seinen App-Store einsteckt (u.a. hier), soll hier zwar nur am Rande, aber dennoch nicht unerwähnt bleiben.
Trotzdem gibt es zum jetzigen Zeitpunkt fast 200.000 verschiedene Apps. Und darunter sollten sich doch eigentlich auch einige zum Thema Wein finden lassen?!

Im amerikanischen App Store gibt es ungefähr 100 verschiedene Wein-Apps, im deutschen sind es dann nur noch rund 30.
Damit entgeht einem auch der Parker’s Wine Buyer’s Guide. Denn einfach mal von Deutschland aus im amerikanischen App Store einkaufen geht natürlich nicht. Es ist eben immer noch einfacher sich aus Nordkorea eine Kiste Handfeuerwaffen schicken zu lassen, als ein paar Megabyte Daten gegen Bezahlung, auf den persönlichen Computer, aus dem befreundeten Ausland zu laden. In diesem konkreten Fall ist das auch nicht schlimm. Die „Parker“-App ist mit 35$ nicht nur recht teuer, sie bekommt im User Rating gerade mal zwei Sterne („don’t like it“) und schrammt damit knapp am Lone Star („hate it“) vorbei.

Zur Jubelei besteht aber trotzdem kein Grund, denn was in Deutschland bisher angeboten wird ist… nun sagen wir mal, so spannend wie Dornfelder in der Dose.
Beispiel gefällig? Kein Problem, ich habe mal willkürlich ein paar kostenlose Apps ausgewählt.

BadenWein

Kommt von der Badischer Wein GmbH und soll ein „echter Mehrwert und genau das richtige für” … mich sein.
Die Aufmachung folgt der Designline von Badischer Wein und ist demzufolge gar nicht so schlecht.
Inhaltlich gibt es auch das, was man auf der Webseite findet. Allgemeines, Pressetexte, die Weinempfehlungen von Natalie Lumpp und aktuelle Wein- und Winzerfeste.
Dazu die entsprechende Winzersuche, auch unter Einbeziehung des jeweiligen Standortes. Was für ein mobiles Gerät nicht so ganz unnützlich sein kann. Auch wenn ich damit nicht so viel anfangen kann, für ne kostenlose App gar nicht so übel.

Die großartigen Weine aus Médoc

Tja. Eine total lieblos zusammengestückelte Gurke von WineSpace Inc., mit dem Charme einer PowerPoint Präsentation. Im Prinzip nichts anderes als eine Liste der entsprechenden Weingüter und einer popeligen Karte. That’s it. Keinerlei weitere, brauchbare Infos. Dazu kommen Werbeeinblendungen, die den Mist finanzieren sollen. Sinnlos.

Weingüter Lite

Die kostenlose Version von Weingüter. Die Gestaltung ist zwar auch mittelprächtig, aber der Inhalt geht deutlich über das, was einem von den „großartigen Weinen aus Médoc“ angeboten wird.  Was allerdings auch keine große Kunst ist.
Diese App soll angeblich einen Weinführer in Buchform ersetzen. Und so gibt es in der “leichten” Version eine sehr, sehr, sehr überschaubare Auswahl  (Sachsen: 1. Weingut, Saale-Unstrut: 2 Weingüter) an Winzeradressen und –informationen aus Italien und deutschsprachigen Anbaugebieten. Allerdings soll auch die Vollversion nicht gerade üppig ausgestattet sein.
Da „die Informationen [...] durch die Weingüter selbst bereitgestellt“ werden, dürfte auch klar sein, warum.
Immerhin gibt es bei denen die drin sind, Adressen, Öffnungszeiten, Rebsorten, Kontaktdaten und eine Map-Funktion wie bei BadenWein.
Das ist für lau zwar ganz nett, aber haben muß ich so was trotzdem nicht.

WineLedger

Eine App die es auch in einigen anderen (ausländischen) App-Stores gibt. Und theoretisch, gar nicht so dumm. Es  handelt sich um eine Art Wein-Notizbuch, eben für Notizen, Punktevergaben und was sonst noch. Dazu kann man ein frisch geschossenes Foto einfügen. So man denn ein iPhone hat, iPod touch oder iPad haben ja keine Kamera an Bord.
Notizen ist allerdings auch etwas übertrieben, denn man kann nur Begriffe aus einer Liste (Floral, Fruit, Oak, Spice…) verwenden.
Das macht allerdings nichts, denn speichern kann man seine Eingaben sowieso nicht. No chance. Da das offenbar nicht nur mir so geht, kann man sich diesen Datenmüll getrost sparen und fragen warum Apple das durchgewunken hat.

Wine & Vinatge free

Viele Worte in der Beschreibung, die sich auf ein Wort zusammenfassen lassen. Trinkreifetabelle. In der Free-Version nur mit den „wichtigsten Weinregionen Frankreichs“. Also Bordeaux und Burgund, meint man. Mit einem, sich drehendem Barrique und selbst füllenden Weingläsern, die grafisch die bisher aufwendigste App. Trotzdem lässt der Spieleffekt nach ca. 4,37 Sekunden nach. Die Vollversion legt zwar noch die „relevanten Anbaugebiete Frankreichs, Spaniens, Italien und Deutschlands“ oben drauf, zieht mich aber auch nicht vom Hocker. Hat der passionierte Weintrinker sowieso schon dutzendmal rum liegen. Wozu also noch eins…

winez

Das soll jetzt ein „Geheimtipp“ sein um „immer den richtigen Wein für den richtigen Anlass“ zu haben. Weinsnobs können sich hier also ausblenden. Das Ganze ist wohl eher für GelegenheitstrinkerInnen gedacht, die gerne mal in Brigitte oder GQ blättern.
Allerdings merkt man schnell, das die Sache ziemlich willkürlich und unausgegoren ist. Das englische Original blitzt immer noch unter einem dünnen deutschsprachigen Mäntelchen durch und ein paar holländische Rest-Erklärungen geben einem den selbigen. Und spätestens jetzt merkt man, dass man damit Kunde eines niederländischen Onlineweinshops werden soll. Sinnlos. Again.

Fazit

Natürlich gibt es noch ein paar weite Apps. Aber von Welt-Wein-Jahrgängen, Weinjahrgängen, Weinquiz, Weinkellerverwaltungen und Trinksprüche-Sammlungen haben wir schon in der Offline-Welt schon genug.
Nee, das war nix. Wirkliche neue, schöne Sachen finden sich unter dem Thema Wein nicht und richtig Mühe hat sich auch kaum einer gegeben. Die meisten Apps sind mehr oder wenig erfolgreiche Portierungen von vorhanden Webseiten, Sinnlosratgebern, Wein-Groschenheftchen oder Billigprogrammen. Im besten Fall ganz nett und kostenlos. Im schlimmsten Fall ein Haufen Nullinfos, für die man zwar nicht viel, aber immerhin Geld bezahlt hat. Mit dieser Einschätzung liege ich auch nicht allein, denn kaum eine Anwendung kommt über zwei Sterne („eher nicht“) in der Kundenbewertung.
Dabei bieten Apps durchaus eine Menge Chancen. Wie so was geht zeigt mal wieder die Vermarktungsmaschine um Jamie Oliver. „20 Minute Meals“ ist nützlich, schön und vor allem explizit für diese mobile Plattform gemacht. Und die Mühe wird auch belohnt. Die App verkauft sich nicht nur ausgesprochen gut, sie hat auch einen der Apple Design Awards 2010 abgeräumt.
Gut, Rezepte gehen ja irgendwie immer, aber auch beim Wein würden mir ein paar witzige und nützliche Dinge einfallen.

Winzer Spezial: Frédéric Fourré
Mittwoch, 9. Juni 2010

Wenn man aus der Mitte von Paris kommt, gibt es eigentlich nicht viele Gründe diesen Ort, zumindest für längere Zeit, zu verlassen. Das war auch bei Frédéric Fourré so. Erst im zarten Alter von 27 Jahren ging er im Rahmen seiner Sommelier-Ausbildung für sechs Monate nach Ammerschwihr ins Elsass.
Um Paris dann wirklich zu verlassen, brauchte es schon einen wichtigen Grund. Eine Frau zum Beispiel. Seine Frau zum Beispiel.
Diese verschlug es 1993 nach einem Engagement in Oldenburg nach Dresden an die Sächsische Staatsoper. Diese ist auch als Semperoper bekannt und wird manchmal mit einer Brauerei verwechselt.
Diese Konstellation brachte aber zwei Probleme mit sich.
Erstens, Frédéric Fourré war mit seiner Sommelier-Ausbildung noch nicht fertig. So mussten die beiden über fünf Jahre eine Fernbeziehung führen.
Zweitens, die Sprache. Fourré hatte an der Schule Spanisch gelernt, aber kein Deutsch. Als er 1998 endgültig nach Dresden kam, hatte sich dies zwar schon geändert, für den Beruf des Sommeliers reichte das aber noch nicht.
Trotzdem war man im Hotel Taschenbergpalais so angetan von ihm, dass er zunächst einen Job als Chef de Rang bekam. Also ging er in den ersten sechs Monaten morgens in die Sprachschule und abends ins Restaurant.
Inzwischen auch als Sommelier dort angekommen, konnte er sich vorstellen selbst ein paar Reben zu bewirtschaften.

Da traf es sich gut, dass er in der Zwischenzeit Karl-Friedrich Aust kennen gelernt hatte. „Alles was ich vom Winzern und vom Weinberg kenne, habe ich von ihm gelernt“, denn inzwischen hatte es tatsächlich mit seiner eigenen Weinbergsfläche geklappt. Und zwar so gut, dass er vor fünf Jahren, von der Dresdner Neustadt in die Nähe seiner Reben, in die Radebeuler Bennostraße zog.
Das eigentliche Weingut befindet sich aber bei Karl-Friedrich Aust, mit dem er auch persönlich befreundet ist. Nicht unbedingt selbstverständlich unter Winzern, auch in Sachsen nicht. Trotz dieser räumlichen und persönliche Nähe ist der Wein von Fourré auch wirklich der Wein von Fourré.
Das schmeckt man. Die Weine von Fourré sind einen Tick schlanker und herber als die Aust’schen. Mal durchaus französisch und dann wieder sehr deutsch.
Deutsch oder besser Ostdeutsch ist auch das Erbe, welches er übernommen hat. Die Artenvielfalt aus DDR-Zeiten. So kamen am Anfang auf zehn Stöcke auch schon mal zehn verschiedene Sorten. Wie zum Beispiel Müller-Thurgau, Riesling, Grauburgunder, Gutedel, Weißburgunder und Traminer. Dazu kommt noch die Scheurebe. „Ich mag diese Traubensorte“ und Morio Muskat. Der ist zwar „sehr schwierig im Weinberg, hat eine dünne Haut und sobald er reif ist, fault er“, meint Fourré. Aber als Wein ist er wunderbar und geht bei Weinfesten immer sehr gut.
Alle Weine gibt es übrigens ausschließlich als sächsischen Landwein. Damit ist er aber in Sachsen nicht ganz allein und „man hat einfach mehr Freiheiten.“
Absatzprobleme gibt es also keine und Frédéric Fourré könnte durchaus mehr verkaufen.
Allerdings hat er nur knapp 0,5 ha auf der Steillage „Radebeuler Goldenen Wagen“. Insgesamt hätte er schon gerne die magischen vier Hektar um vom Weinbau allein leben zu können. Keine einfache Aufgabe. Steilhänge gibt es zwar noch, aber Fläche, um auf Menge zu kommen ist sehr knapp.
Da muss man den Wein mit dem Barockengel auf dem Etikett selbst in der Gegend schon suchen.
Am besten bekommt man die sächsischen Franzosen also direkt ab Weingut. Oder im Weinhaus Aust, wo man auch immer wieder Frédéric Fourré antrifft.

Kontakt:
Weingut Frédéric Fourré
Bennostrasse 41
D-01445 Radebeul

Telefon: +49 (0)351 80 11 345
E-Mail: fourre.fred(at)t-online(punkt)de
Web: …

Weinhaus Aust
Weinbergstrasse 10
D-01445 Radebeul
Web: www.weingut-aust.de

Anfahrt:
Auto
Straßenbahn Linie 4, Haltestelle Haltestelle ‘Wasastraße’
S-Bahn S1, Haltestelle ‘Radebeul-Weintraube’

2002 Château Bahans Haut-Brion
Dienstag, 4. Mai 2010

Ok, der Name Zweitwein klingt… Naja, klingt nach 2.Wahl, nach Diesel Jeans mit Löchern, aber an der falschen Stelle. Oder, wenn wir es wohlwollend sehen, nach der zweiten Chance. Beim ersten Mal hat’s nicht funktioniert, sind wir gnädig und lassen dich noch mal ran. Immerhin.
So ähnlich kommt das hin. Ist doch der Château Bahans Haut-Brion schon eine zweite Chance, als Zweitwein. Und zwar vom, da brauchen wir nicht lange zu rätseln, Château Haut-Brion. Im folgenden, so wie auch vom Château, als “Grand Vin” bezeichnet. Bahans kommt übrigens von einer Familie, die früher einen kleinen Teil des Guts Haut-Brion besaß. Wie sie diesen Teil los wurde, ist offiziell nicht überliefert.
Zurück zum Thema: Ein Stiefbruder also?
Nicht unbedingt, eher der kleine Bruder. Er teilt sich die gleichen Parzellen, „Erziehungsmethoden“ und darf  gerne mal die Fässer vom großen Bruder auftragen.
So weit die Theorie. Keine Sorge, die Châteaus von Haut-Brion sind oft eine ganz gute Hausnummer. Im Gegensatz zu manchen Ikonen aus der Gegend doch ziemlich zuverlässig. Und davon kann auch der „Kleine“ profitieren. Auch beim 02er, kein Jahrhundertjahrgang, aber eine sichere Bank. Fein und samtig wie eine Jacke von Louis XIV, aber keinesfalls so kitschig wie Harald Glööckler. Dazu gibt es ordentlich Bordeauxfrüchte (Kirsche, Cassis) auf den Tisch. Sowie etwas Lack und Leder, aber kitschig ist er immer noch nicht.

Offiziell soll der Bahans recht jung getrunken werden. Trotzdem braucht jetzt niemand panisch in den Keller zu rennen. Der 2002er ist so frisch, dass er bestimmt noch ein paar Jährchen schafft. Bis zu seinen ersten Fältchen dürfte also noch ein paar Winter ins Land gehen.
Nein, er erfreut das Herz und erinnert dabei doch an den “Grand Vin”. Bei einem Preis von (ungefähr) zehn BigMacs, geht das Preis-Leistungsverhältnis in Ordnung. Doch, doch. Auch wenn in diesen Sphären schon eine Menge prima Erstweine herumschippern. Aber, wir erinnern uns, wir sind nicht nur im, sondern sogar in Bordeaux und da ticken die Uhren anders. Und es wird wohl nicht besser.
Da der kleine an den großen Bruder, wie der Gas- an den Ölpreis gebunden ist, zeigt die Nadel auch hier nach oben. Also werden wir wohl für den Zweitwein in nicht allzu ferner Zeit einen alten Erstweinpreis hinlegen dürfen. Schade eigentlich…

Song zum Wein:
Hole – ‘Someone Else’s Bed’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

WC! Lektüre vom 26. April 2010
Montag, 26. April 2010

Dass Weinblogger so ganz langsam auch vom Radio wahrgenommen werden, hat bislang kaum jemand gemerkt interessiert. So war Don Simon beim Themennachmittag ‘Wein’ bei Radio Eins (rbb), dem möglicherweise besten Radiosender in Deutschland, über die Twitter Weinverkostung on air.
Der von mir geschätzte Bernhard Fiedler aus Österreich durfte bei Radio Fritz (auch vom rbb), dem möglicherweise zweitbesten Radiosender in Deutschland, kurz, aber doch aussagefähig, über Weinblogs erzählen.
Und nun war Bernhard Fiedler schon wieder im Radio. Bei Jump (mdr), dem möglicherweise miesesten (öffentlich-rechtlichen) Radiosender in Deutschland zu Gast. Und zwar so kurz, dass er nach einer seltendämlichen, aber für den Sender typischen Anmoderation praktisch nur ganz ganz kurz das Thema Rodenstock anreißen und das Wort „Genussblogs.net“ sagen konnte.
Hier kann man aber sehen wie man dort recherchiert. Nämlich gar nicht. Nur kurz im ARD Intranet beim rbb geguckt. Das war’s. Sonst wäre den Recherchepraktikanten aufgefallen, dass es auch in Deutschland eine Menge Weinblogs gibt. Und sogar einen im Sendegebiet. Aber ein Interview mit dem wäre in diesem Sender womöglich auch nicht sendefähig…

* * *

Wo wir doch gerade bei Rodenstock waren. Hardy Rodenstock (The Vinter Formerly Known As Meinhard Görke) ist bekannt für seltenste Weinraritäten. So seltenste, das man sich nicht wundern würde, wenn er auch den Wein vom letzten Abendmahl auftreiben könnte.
Und das zieht natürlich nicht nur Weinfreunde an. Auch Prominente der Kategorien A bis F. Und so was bringt dann irgendwann auch Presse. Die fragt dann irgendwann auch mal nach der Herkunft dieser Weine und wenn man sich so wie Rodenstock etwas… sagen wir mal ungeschickt verhält, haken die Kollegen natürlich nach. Und wenn man sich immer wieder… sagen wir mal ungeschickt verhält, dann geht das ab wie ein Steak im Haifischbecken. So im Focus, New Yorker und immer wieder im Stern.
Und jetzt schon wieder im Stern. Aber leider nicht online. Inzwischen auch online.
Und da Dirk Würtz bei solcher einer Probe schon mal dabei war und offenbar aus diesem Kreis der einzige ist, der wenigstens versucht das Thema sachlich zu behandeln, sei er wieder einmal empfohlen.

* * *

Das Weinanbaugebiet Saale-Unstrut wird so langsam größer. Nachdem Prinz zur Lippe in Kromsdorf bei Weimar mit bis zu 50 Hektar mehr klotzt als kleckert, geht es nun auch saaleaufwärts weiter.
Als Joint Venture sozusagen, zwischen einer Agrargenossenschaft und dem Thüringer Weingut in Bad Sulza, kleckern nun zwei andere weiter.
In Jena, genauer gesagt in Kunitz, sind jetzt zwei Hektar Bacchus dazu gekommen. „Das wird ein gutes und interessantes Tröpfchen“, meint Winzer Andreas Claus.
Das klingt sportlich optimistisch, besonders wenn man die bisherigen Produkte aus Bad Sulza kennt.
Aber schon früher hat man ja in Jena gesungen: „Und ein Wein wächst auf den Bergen, Und der Wein ist gar nicht schlecht, Tut er gleich die Strümpfe flicken, Und den Hals zusammendrücken, Ist er doch zur Bowle recht!“

* * *

Wieder eine ABM-Maßnahme für Abmahnanwälte weniger: Das Deutschen Patentamt in München hat endlich Markennamen für geologische Begriffe gestrichen. ‘Kalkstein’, ‘Porphyr’ und ‘Roter Schiefer’ sind damit nicht mehr als Marke für Wein geschützt. Bleibt zu hoffen, dass diesen Begriffen auch noch ein paar anderen wie ‘Löß’ folgen werden. Hier beim Patentamt findet man übrigens nicht nur die Marken, sondern auch Ross und Reiter dazu.
(via)

* * *

Last but not least. Der Winzerblogger hat gute alte Werbefilmchen aus der Ostzone sog. DDR gefunden. Darunter auch einen über Wein. Ja, es war nicht alles schlecht… Hier bei Youtube gibt’s alle Filme.

Mosel bridge over troubled water
Freitag, 16. April 2010

Ich hatte ja schon mal vor knapp einem halben Jahr, spät und auch nur kurz auf das Thema „Hochmoselübergang“ hingewiesen. Nur kurz, weil man aus Dresden heraus besser die Klappe hält, was neue Brücken in einem sensiblen Umfeld angeht. Und spät, weil auch schon damals der Zug praktisch abgefahren war.
Hinter dem Wort „Hochmoselübergang“ versteckt sich eine Brücke. Nicht besonders schön, aber dafür hoch. Hoch über der Mosel soll sie endlich jeden Menge Verkehrsprobleme lösen. Darum war das Wort Brücke allein wohl zu profan.

Dabei bin ich eigentlich ein Freund von Brücken. Gerne auch von großen, richtig großen. Aber während in anderen Ländern ein paar Euro mehr in die Hand genommen werden um eine Brücke von Könnern in die Landschaft einzupassen, wie zum Beispiel bei der Sunnibergbrücke, liegen hier die Prioritäten – wie so oft – anders. Schnell, breit, stark. Die Umgebung wird an die Brücke angepasst.
Oder in Planerdeutsch, es geht um die Verbesserung der Infrastruktur. Sollen viele Menschen nicht schneller und besser ans Ziel kommen? Nutzt das nicht auch der Wirtschaft, schafft oder sichert man damit nicht Arbeitsplätze?
Dass es immer jemanden gibt, der dagegen ist, ist auch klar. Fast jeder möchte schnell von A nach B. Nur die dazu passende Autobahn soll doch bitte durch des Nachbars Winzergarten führen, nicht durch den eigenen. Natürlich gehören zu einer solchen Brücke auch noch die entsprechenden Zugänge, also Straßen. Und wenn man dabei Weinbergslagen wie Wehlener Sonnenuhr, Zeltinger Himmelreich oder Bernkasteler Doctor tangiert, dann tangiert man sie ja nur. Außerdem haben alle Gerichte das Ding jetzt abgesegnet. Basta.

Hochmoselübergang

Doch schaut man sich die Sache mal genauer an, gibt es schon einige Zweifel, ob sie denn wirklich so unausweichlich wichtig ist. Zu viel scheint hier nach dem Prinzip Hoffnung kalkuliert worden zu sein. Und wenn das Geld vom Konjunkturprogramm schon mal da ist … kann man ja mal Fakten schaffen.
Und nun kommt der Widerstand doch noch in einer breiteren Öffentlichkeit an. Von der Bürgerinitiative gegen die „B 50 neu“ mal abgesehen, haben sich bislang nur unmittelbar betroffene Winzer wie Ernst „Ernie“ Loosen und Weingrößen wie Hugh Johnson, Jancis Robinson oder Stuart Pigott gegen das Projekt stark gemacht.
Jetzt gibt es, als letzten Hoffungsanker sozusagen, eine Onlinepetition. Diese sind gerade groß in Mode, also warum nicht auch hier. Außerdem geben sie den Unterzeichnern ein gewisses „Ich hab ja was getan“-Gefühl. Wirklich etwas bewegen können sie wohl nicht. Da reicht allein Blick auf ein paar vergangene Petitionen.
Und ein wenig scheint sich hier das Dresdner Brückendilemma zu wiederholen. Es scheint gar nicht mehr so richtig um die Brücke zu gehen, zumindest nicht allen. Hier geht es um Macht. Und die gibt die Politik ungern aus der Hand. Ministerpräsident Beck und sein Verkehrsminister Hering (beide SPD) werden sicher einen Teufel tun hier noch einmal umzufallen. Das schlimmste was einem als Politiker passieren kann. Nächstes Jahr sind schließlich Parlamentswahlen im Lande. Da heißt es die Reihen geschlossen zu halten und der Opposition keine Munition zu liefern.
Die müsste eigentlich mit den Hufen scharren. Tut sie aber nicht. Spitzenkandidatin Julia Klöckner (CDU), immerhin ehemalige Weinkönigin und Chefredakteurin des Sommelier-Magazins, hält sich auffällig, unauffällig zurück. Warum auch nicht? Mit Lobbyisten verdirbt man es sich gerade in der CDU nicht. Und sollte es mit der Wahl klappen, hat der Beck genug Tatsachen geschaffen, damit man nicht mehr zurück kann. Denn nichts ist schlimmer in Deutschland, als eine Investruine. Und für das Negative kann man mindestens über die erste Legislaturperiode die Vorgängerregierung verantwortlich machen. Da ist wohl nichts zu erwarten.
Apropos, während bei ähnlichen Themen schon mal hunderte Bauern mit ihren Traktoren die Bundesstraßen blockieren, halten sich die Kollegen Weinbauern zurück. Parallel zur zunehmenden, räumlichen Entfernung vom Ort, nimmt auch das Interesse am Thema ab. Der Hang zur Aufmüpfigkeit scheint bei der deutschen Winzerschaft, im Unterschied zu ihren französischen Kollegen, ja sowieso unterentwickelt zu sein.
Im Gegensatz zu manchen Vertretern des deutschen Weinjournalismus. Aber merkwürdigerweise herrscht , bis auf wenige Ausnahmen, Totenstille. Hier sind es allenfalls die Kollegen aus Österreich oder eben dem Vereinigten Königreich, die sich bemerkbar machen.
Sollte man doch noch etwas bewirken wollen, kann man nur noch auf die Masse setzen. Nur wie diese erreichen? Womöglich rächt sich hier das Verhalten einiger Teile der Weinbranche. Die elitäre Denke vergangener Jahre hat die Gefolgschaft viele Weintrinker gekostet oder erst gar nicht gewonnen. Und wer seinen Wein beim Discounter kauft, wird vielleicht mit dem Namen Rolex etwas anfangen können, aber kaum mit einer Wehlener Sonnenuhr. Geschweige denn dafür zu begeistern sein. Ein Riesling für 60 Euro? So what?
Möglich, dass ein Prominenter diese Stimmung ändern könnte. Ein Zugpferd? Manfred Klimek (Captain Cork) fragt zum Beispiel nach Lafer und Lichter. Es ist allerdings anzunehmen, dass diese sich lieber auf der Verpackung eines Fertiggerichtes sehen, als auf einem politischen Plakat. Und Mälzer kann ja nicht alles machen.
Wie wäre es mit dem Neuwinzer und VDP-Mitglied Günter Jauch? Wer solch eine Kuh vom Eis bringt, der kann dann auch Bundespräsident werden.

Mehr zum Thema:
Bürgerinitiative gegen B50 neu und Hochmoselübergang
Website Hochmoselübergang Landesbetrieb Mobilität Rheinland-Pfalz
ZDF Frontal21: Monsterbrücke bedroht Kulturlandschaft (Youtube Video)
Dirk Würtz | Hochmoselübergang – AUFWACHEN!!!
TVINO | Stoppt die Hochmoselbrücke
Der Weinschreiber | Hochmoselübergang: Wer stoppt endlich diesen Wahnsinn?
Johner Wein Welten | B50 neu – Moselbrücke Verschandelung einer Kulturlandschaft
Captain Cork | Wie man die Moselbrücke killt
Captain Cork | Moselbrücke: Wer ist Mister X?
Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter (VDP) | Geht Infrastruktur vor Spitzenlagen?
Der Ultes | Moselweine – oder: Mosel weine! Petition gegen den Hochmoselübergang

Die neue Vinum. Bonum et malum? [Update]
Montag, 12. April 2010

Die neue Vinum ist seit einigen Tagen endlich da. Nun, ganz neu ist sie nicht, sondern gefacelifted. Laut Roland Köhler, seit einem Jahr Verleger, hat man „die Zeitschrift nicht neu erfunden, aber neu inszeniert“. Dazu gibt es von ihm eine Menge starke Worte „Glaubwürdigkeit“, „Authentizität“ und „Kompetenz“. Das Ergebnis soll eine „Mischung aus Innovation und Tradition“ sein. Da neben der Printausgabe, auch gleich der neue Webauftritt diesem Anspruch genügen soll, ist es an der Zeit sich beide neuen Geschwister einmal anzusehen.

Print

Schon die Headline ist anders. Der Name wurde glatt gezogen und präsentiert sich weniger in rot, als in blau-grau. Das brachte schon Assoziationen mit einer lilafarbenen Schokoladenmarke. Offenbar keimten auch im Verlag solcherlei Befürchtungen, also hat man sich nicht auf die Ergänzung „Europas Weinmagazin“ verlassen, sondern dem Ding noch schnell einen stilisierten Rotweinkelch angehängt.
Der Hinweis auf die einverleibte „Alles über Wein“ ist dabei auch gleich mit verschwunden.

Dergleichen umlackiert ist die VINUM auch auf dem ersten Blick bei Zeitschriftenhändler als neu zu erkennen. So man sie denn überhaupt entdeckt, denn der Signaleffekt der „alten“ Vinum hat optisch deutlich Federn lassen müssen. Finde ich.
Na gut, vielleicht macht es ja der Inhalt.
Hier lautet die Devise: Mehr Weißraum, also mehr unbedruckte Fläche. Das wirkt edler und sagt: Wir können uns was leisten, zum Beispiel unsere Seiten nicht bis in die letzte Ecke voll zu drucken. Kann aber auch den Eindruck erwecken, man hat nicht genug Material um es abzudrucken. Und genau dieser Eindruck kommt manchmal doch stark durch. Beispiel? Die Texte der Doppelseitigen Rubrik „Schöne Dinge“ hätten locker auf eine einzige DIN A5 Seite gepasst. Und warum ein Bang&Olufson Wecker eine ganze Seite in einem Weinmagazin einnimmt sei mal dahin gestellt. Möglich, dass sich ja mit solchen Teilen die ganze Redaktion wecken lässt? Oder man hat den Hinweis „Anzeige“ vergessen.
Auch die News Deutschland lassen manche Frage offen. Gut, dass Jauch jetzt Winzer und VDP-Mitglied ist zwar seit Wochen bekannt, mehr weiß aber auch die VINUM nicht zu berichten. Und dass Silvio Nitzsche in Dresden seine „WeinKulturBar“ aufgemacht hat, ist auch seit Ende 2007 nicht mehr so neu. Dass sie Weinbar des Jahres geworden ist allerdings schon, noch. Aber diesen Hinweis hat sich die VINUM eventuell für eine der nächsten Ausgaben aufgespart.
Und sonst? Es gibt einen Artikelmix à la „Wein-Kaderschmiede“ in Geisenheim über Rebsorten aus Griechenland, einem Interview mit Jancis Robinson oder einem Bericht über Claus Preisinger. Dazu kommt obligatorisches wie Weinwissen, Fragen an Johann Lafer oder ein Luxusweingut. Diesmal Château Petrus. Und sogar die Aktion WeinZwoNull.
Teilweise ganz nette Artikel. Für mich aber alles keine „Must Haves“. Und ob dies genügt  um Kunden zu halten oder gar zurück zu gewinnen? Das ist zu bezweifeln.
Dazu bekomme ich viele der angebotenen Infos früher und nicht immer unbedingt schlechter recherchiert. Aber, vielleicht überzeugt mich ja die Onlineversion? Schau’n mer mal.

Online

Um es vorweg zu sagen, die Website von vinum.de gehört zu den besten, was es als Weinmagazin im Internet gibt. Dies ist allerdings auch keine so große Leistung, da die Konkurrenz entweder nicht vorhanden oder nicht selten ohne wirklichen Informationsgehalt ist.

Vinum online

Hier hat man sich etwas mehr Mühe gegeben. Das Design orientiert sich an der Prinausgabe. Keine Innovation, aber immerhin besser als der Vorgänger und für eine Profiseite schon ganz ok.
Allerdings geht einem die flackernde Bannerwerbung ziemlich auf den Sack. Man hat die eigene Facebookseite eingebunden und auch ein Blog. Hinter diesem steckt Carsten Henn, welcher bislang sogar regelmäßig dort schreibt. Und auch nicht nur seine Artikel die sowieso schon in der Printausgabe stehen. Ob man am Anfang Dirk Würtz interviewt hat, um die Blogger „ruhig zu stellen“ kann ich allerdings nicht sagen. Bei mir hat es jedenfalls nicht gefruchtet. Denn, um Kommentieren zu können, muss man sich registrieren. Ein absolutes No-go-Area. So stellt man sich in Verlagen offenbar immer noch ein Blog vor.
Aber es gibt ja auch hier die Infos zu „WeinZwoNull – Der interaktive Wein“. Immerhin. Und sogar ein WeinZwoNull-Blog. Ach so, da hinter firmiert das schon abgehakte Blog von Carsten Henn. Dazu kann man sich aber alle(?) Artikel der Printausgabe als Vinum eMag ansehen. Wie das aussieht kann ich mir leider nur vorstellen, denn das eMag ist natürlich kostenpflichtig. Zu beziehen über den Abo Service:
„Als Vinum Abonnent profitieren Sie exklusiv vom Weinwissen führender Experten – in Magazin und Internet. Und von den neuesten technischen Möglichkeiten des Web 2.0. ” Aha.
Aber es gibt ja auch noch Videos. Und die sind sogar frei verfügbar. Weinwissen, mit einer animierten Reblaus im Pixarstil 1.0. Und so witzig wie Mario Barth.
Für die Onlineversion gilt trotz ein paar Web 2.0 Gimmicks das gleiche, wie für die Printausgabe. Nur, dass ich hier ständig das Gefühl habe, zum Abo gedrängt zu werden. Aber ohne mich vorher wirklich neugierig zu machen. Selbst der Joker WeinZwoNull kann da nicht wirklich punkten. Das Aha-Erlebnis fehlt einfach auch hier.
Für „Europas Weinmagazin“ ist das – für mich – zu wenig.

[Update]
Wie Carsten Henn in den Kommentaren richtig angemerkt hat, man kann nun auch ohne Registrierung im Vinum Blog kommentieren.

Weincasting! goes five, new and blue
Dienstag, 6. April 2010

Weincasting! darf sich in diesem Jahr sein fünfjähriges Bestehen an den Kragen heften. Darum war es an der Zeit, die letzten Wochen zu nutzen, hier kräftig aufzuräumen und umzubauen. Nebenbei, darum hat es auch etwas gedauert.
Aufmerksame Leser dürften das schon gemerkt oder geahnt haben. Erst der Serverumzug hin zu PHP 5, dann still und heimlich auf die neuste Wordpressversion geupdatet und endlich die Permalinkstruktur geändert. Genau, aus den Permalinks sind seit einigen Tagen die Fragezeichen verschwunden.
Und jetzt dürften es alle merken, denn sowohl Template, als auch Layout sind neu. Auch Dank der phantastischen, technischen Zuarbeit der Informationsarchitekten ist jetzt alles neu, bis in die letzte Schraube.
Der Name kommt nun als Wortmarke mit Ausrufezeichen: weincasting! Das eigentliche Logo, wurde um ein paar Beine ergänzt und kann damit endlich ohne Hilfe laufen und erscheinen.
Weg mit den Gimmicks in den Keller, hin zu mehr Weißraum und einer neuen Farbe. Denn was ist das Beste an einer guten Flasche Wein? Richtig, ein leichter Rauschzustand. Und darum gibt es weincasting! nun in einem leichten Blau.
Das Blog kommt nun bei Bildschirmauflösungen ab 1024 × 768 Pixel am besten rüber. Also auch jene mit 2560 x 1440 Pixel können das Browserfenster endlich mal ordentlich aufziehen.
Da 2/3 der Leser mit Firefox 3+, Safari, oder Google Crome angetrottet kommen, können diese auch alle neuen Features schön sehen. Denn weincasting! arbeitet jetzt schon mit HTML 5 und CSS3 Standards. Internet Explorer Benutzer bekommen jetzt wohl Schweißausbrüche. Aber auch diese werden, bis auf ein paar optische Einschränkungen, hier weiter klar kommen. Jedenfalls bis zur Version 6 herunter. Besserung könnte es mit der Version 9 geben, die im Herbst folgen und sich (mal wieder) endlich an die Standards halten soll. Oder sie schauen sich doch einmal Firefox und Co an. Ähnliches gilt hier übrigens für Opera 9 und 10.
Wer aber versionstechnisch drunter liegt, also immer noch mit einem fast zehn Jahre alten Browser unterwegs ist, dem ist nicht mehr zu helfen.
Moment? HTML5, CSS3, und JavaScript? Damit ist weincasting! auf dem besten Wege um  iPad ready zu sein. Ready for iPhone/Android ist es übrigens jetzt schon. Denn dafür gibt es eine eigene Version.
Richtig viel hat sich übrigens auch an der Struktur getan. Auf den Gewohnheiten der Leser aufbauend, wurde auch hier kräftig Ballast von Bord geworfen. So gibt es nur noch wenige Kategorien.
Aktuell, Tastings, Leute, Vermischtes, Medien und natürlich die WC! Lektüre. That’s it. Das Archiv gibt es natürlich noch, nur nicht mehr in seiner bisherigen Form. Über das Menü und die entsprechenden Punkte kann man sich die jeweils bis zu 200 Artikel der einzelnen oder aller Kategorien anzeigen lassen. Dazu gibt es ein Echtzeitsuchfeature welches sich gewaschen hat.
Das komplette Archiv kann man natürlich auch durchsuchen. Mit dem Eingabefeld ganz unten im Blog. Einfach Suchbegriff eingeben und schon geht’s los. Wer möchte, kann sich natürlich auch weiterhin Artikel für Artikel durchklicken.
Übrigens, wer das komplette weincasting! getwittere ohne Twitter Account verfolgen will, kann dies jetzt auch direkt, hier auf der Webseite. Dass die Darstellung manchmal etwas buggy ist, liegt aber an den üblichen Performanceproblemen von Twitter.
Natürlich wird weincasting! auch weiterhin nicht auf der Stelle stehen bleiben. In der nächsten Zeit kommen hier und da noch ein paar Sachen dazu. Ein paar weitere Features und auch inhaltliche…
Außerdem sollte sich jetzt wieder die Postingfrequenz etwas erhöhen. Was sich nicht ändern wird, ist natürlich die Schreibe auf weincasting!.
Ach so. Trotzdem alles ausgiebig getestet wurde, ist es natürlich nicht auszuschließen, dass hier und da noch in paar Dinge gefixed werden oder im echten Leben bewähren müssen. And Now for Something Completely Different

[Nachtrag]
Es gab nur ein paar kleine Probleme mit dem “Get Recent Comments”-Plugin und einem “doppelten” Datum bei den Kommentaren. Beides läuft jetzt ordentlich.

Weltneuheit bei gourmondo.de?
Freitag, 19. März 2010

Stephan Reinhardt, bekannt nicht nur durch den WEINWISSER,  liest im Gegensatz zur mir die Anzeigen auf Facebook. Dort hat er diese entdeckt:
Gourmondo
Natürlich dachte er an Naheliegendes:
“Es gibt Sachen, die dürfen einfach nicht passieren. Schalke 05. Oder eben Campagner – in einer Anzeige.
Die leicht dünnhäutige und schnell geschossene Reaktion von Paul Truszkowski, bekannt von drunkenmonday.de und immerhin bei gourmondo.de inzwischen für den Bereich Produktmanagement und Einkauf tätig, sah folgendermaßen aus:
“und warum nicht? schließlich ist es bei dem screenshot deutlich ersichtlich, dass es sich um eine Anzeige handelt – im Gegensatz zu den schoninflationär werdenede Freundschaftsanfrage a la “Spanien- Weine xyz” will dein freund werde…..
Dass hier so die Nerven blank liegen, kann nur eine Ursache haben: Es wird ein vollkommen neues Produkt (zur Prowein?) gelaunched, welches durch einen Fehler zu früh auf das Werbebanner geraten ist. So etwas passiert sonst nur bei Apple…

ProWein 2010. Lieber Blogger…
Donnerstag, 18. März 2010

In drei Tagen ist es nun soweit, die ProWein 2010 startet. Dies merkt man ganz besonders am erhöhten Postaufkommen. Darunter ist, wie sollte es anders sein, eine Menge Müll. Aber auch die eine oder andere wirklich schöne Einladung, wie zum Beispiel vom Unione Consorzi Vini Veneti D.O.C.:

Lieber Blogger,

Meine Name ist M***** L****,

Ich fordere eine Nahrung und Wein’s Event, eine Verkostung des Italienisch Wein aus Veneto Region, der wird erfolgen in Prowein 2010 Messe, in Dusseldorf erfolgen.
Wir werden nämlich bei Stand 3 Halle 3 STAND J 46 – L 30 (siehe Daten) statt. März 21-22
Wir fragen Ihnen annelmen davor für besser Event’s Organisation.
Ich frage Ihnen auch ob Sie können ein Post veröffentlichen.
Für andere Informationen Sie können www.veneto-wines.com besuchen.
Danke für Ihre Zusammenarbeit.

M***** L****

Ja, so kennen wir unsere italienischen Freunde. Dann werde ich auch mal den Google Übersetzer anwerfen, leider absagen und den Post hier veröffentlichen:

Caro M***** L****,
Grazie per il vostro invito Nizza. Purtroppo io non potrò partecipare quest’anno a ProWein di Dusseldorfe, pertanto, non possono permettersi di seguire il loro invito.
Potrebbe funzionare così un’altra volta.
Cordiali saluti,
Charles Bugnowski

WeinSalon SuperDeluxe Reloaded
Dienstag, 16. März 2010

WeinSaon

Doc Müller hat mal wieder eingeladen und Tino Schmidt seinen Keller aufgemacht. Und es war zum heulen. Vor Freude! Genug der (Vor-)Worte. Die Kandidaten:

1995er Taittinger “Comtes de Champagne” Prestige Cuvée Blanc de Blancs, Champagne
Unglaublich. Schmeckt frischer als jedes Rotkäppchen. Besser sowieso. Dazu nehmen wie einen Mund voll Äpfel, etwas Akazienhonig und etwas Holz. Kann gerne noch ein paar Jahre liegen bleiben.

1969er Lanson Red – Gold Label Grand Cru, Brut Millésimé, Champagne
Aus der Zeit, als Lanson noch nicht die überteuerte, belanglose Schickimicki-Brühe war. Wer denkt, dass ein Schampus, der schon etwas drüber ist und fast alle Kohlensäure hat davon fleuchen lassen, versaut ist, der hat sich getäuscht. Nussig und wie ein cremiger Sherry. Nur noch ganz leicht moussierend (prickelnd). Vermisst man aber nicht.

1990er Corton-Charlemagne Grand Cru AOC Domaine Nudant, Burgund
Ein, reifer… Nein, ein matschiger Pfirsich. Dazu ein paar Nüsse. Etwas Parfüm. Hat 24h gebraucht um ausgeschlafen zu sein. So viel zu Weißweine muss man nicht dekantieren…

2007er Sauvignon blanc “Kirchleiten” Große STK-Lage, Weingut Winkler-Hermaden, Steiermark
Sehr schöne, frische Kiste Äpfel von der Streuobstwiese. Dazu mit der Parmesanreibe etwas Granit drüber. Frischer als der Corton-Charlemagne. Klar. Aber bestimmt nicht schlechter. Dafür viel billiger. Die Trophäe für das bessere Preis-Leistungsverhältnis geht in die Steiermark.

2004er Riesling “Uhlen, Roth Lay”, Erste Lage, Weingut Heymann-Löwenstein, Terassenmosel
Der Montrachet von der Mosel? Eisbonbon, geriebene Kiesel und gehäuteter Pfirsich. Und ein Fass, welches sich nicht vordrängelt.

2004er Riesling “Oestricher Doosberg”, Erstes Gewächs, Weingut Querbach, Rheingau
Hat es einfacher, als der Moselaner, der ja erst von der Steillage runter muss. Wirkt auch frischer. Auch Eisbonbon, ordentlich geriebener Kiesel, geht aber mehr in die Apfelecke.

1990er Château Musar, Serge Hochar, Libanon
Aus der Zeit, als es im Libanon mehr blaue Bohnen, als rote Trauben gab. Château Musar war das einzige Weingut, welches damals die Fahne hoch halten konnte. Die Qualität ist sehr, sehr schwankend. Hui und Pfui können praktisch von Flasche zu Flasche wechseln. Aber wenn, dann! Schwarze Johannisbeere. Kräuter. Sehr eigen. Respekt!

1982er Schloss Vaux “Assmannshäuser Höllenberg” Spätburgunder Brut, Rheingau
Ein Sekt aus Spätburg… Pinot Noir, meine Damen und Herren! Ein kleiner Stinker, der aber nach Leder, Minze und getrockneten Tomaten schmeckt. Unglaublich! Und gut.

1998er “Clos de Vougeot” Grand Cru AOC, Domaine du Clos Fratin, Burgund
Angeblich hat Napoleon seine Truppen vor ihm paradieren lassen. So weit würde ich dann nicht gehen. Aber schon nicht schlecht. Hatte ich ja schon mal mit „Schoko und im Mund auch wieder Karamell, dazu Kaffee, Haselnüsse“ beschrieben. Hätte ich nichts hinzuzufügen.

1987er Barolo DOCG “Bussia”, Prunotto, Piemont
Veilchen, Pflaumen und olles Obst. Ein Barolo den man auf einem Samtkissen servieren sollte.

1989er Barbaresco DOCG, Angelo Gaja, Piemont
Auch wenn die Piermontkirsche sich als Mon Cherie prostituiert, hier ist sie drin. Und besser als bei Ferrero hübsch eingepackt in Samt und Seide. Serviert in einer gereiften Holzkiste. Gaja at the best.

2003er “Grange”, Penfolds, Barossa Valley, Australien
Schmeckt so, wie viele Überseeweine schmecken wollen. Cassis, Beeren, Leder und frisch geteerte Straße. Ziemlich gut, kann aber noch etwas liegen bleiben. Bei einer Legende erwartet man allerdings auch legendäres, das hab ich allerdings nicht gefunden…

1998er Château Latour, Premier Grand Cru Classé, Pauillac AOC, Bordeaux
Sehr noble Samt und Seide-Kutsche. Klassisch. Schokoladenmanufaktur mit perfekten Marmeladenspritzern. Ich ziehe meine Mütze. Is eben doch nich alles schlecht aus Bordeaux. Trotzdem, liegen lassen.

1944er Cueta Port, Real Companhia Velha, Portugal
Oh my God! Grissini, milder Honig, Kräuter. Unglaublich! Udo J. hatte recht: Mit 66 Jahren , da fängt das Leben an… Mit 66 Jahren, da hat man Spaß daran… Mit 66 Jahren, da kommt man erst in Schuss… Mit 66 Jahren, ist noch lang noch nicht Schluss… Genau!

1993er Tokaji Aszú 6 Puttonyos “Crus Select”, Baron Bornemisza, Ungarn
Ok, nach dem Vorgänger etwas unfair… Aber getrocknete Feigen und Aprikosen, Orangenschalen, Karamell… Schon ziemlich gut, dieser kleine Botrytis-Schlawiner…

WC Lektüre vom 8. März 2010
Montag, 8. März 2010
  • Dass Günter Jauch, nach eigenen Angaben “eine Art Gesichtsvermieter” oder auch als der “beliebteste Deutsche” bekannt, hier auftaucht ist schon verwunderlich. Ich finde, was er der Nation beispielsweise mit einem Format wie SternTV zumutet, ist… unzumutbar. Auch hatte er bislang nichts mit Wein zu tun. Jedenfalls nichts Nennenswertes.
    Das hat sich gerade geändert. Günter Jauch ist jetzt VDP-Mitglied. Und in seinem Falle auch keine nachgeworfene Ehrenmitgliedschaft oder gar eine Verwechslung. Jauch wird Winzer. Und das ist nicht nur mir, sondern sogar der britischen Weinpresse eine Meldung wert.
  • Dass die, nun ehemalige, Bischöfin Margot Käßmann hier auftaucht ist allerdings ebenso verwunderlich. Na gut, inzwischen wird man sich denken können, warum. Richtig, Margot Käßmann hat etwas zuviel Wein… oder wie es der Volksmusikdarsteller Stefan Mross ausdrücken würde: “Mal etwas über den Durst getrunken”. Mit unschönen Konsequenzen, aus denen sie, ohne Alice Schwarzer zu konsultieren, selbige gezogen hat. So werden wir also nie erfahren: Was war es denn eigentlich für ein Wein?
  • Das toskanische Weingut Tenuta dell’Ornellaia will seine Spitzenweine mit einem Radio Frequency Identification System (RFID) aussatten. Offenbar ist der Ornellaia Bolgheri Rosso Superiore DOC nicht nur ein etwas überhochpreisiger Kalifornier aus der Toskana, sondern offenbar manchmal so falsch wie die Lippen vieler Schauspielerinnen aus Hollywood. Will sagen, Tenuta dell’Ornellaia will es Fälschern mit dem RFID-Chip schwerer machen. Das solche Mistteile nicht ganz unumstritten sind und auch für andere Dinge taugen, sei mal nur am Rande erwähnt. Aber gut, wer kauft sich schon einen Ornellaia.
  • Ich mag Bio. Als Fleisch, als Gemüse, als Obst… und gelegentlich auch als Wein. Auch wenn ich von extrem mit Bio-Logos zugelabelten Bioweinen lieber die Finger lasse.
    Jedenfalls ist das mit den Bio-Logos so eine Sache. Als ob die Welt nicht darauf gewartet hätte, jetzt gibt es auch ein Bio-Logo für… Biomineralwasser. Dann wird man dann nach einem ordentlichen Schluck Biomineralwasser endlich wieder ohne Scham kräftig aufstoßen dürfen. Mit einem Biobäuerchen, sozusagen…
  • Die Wiener Weine möchten das Schunkelimage loswerden. Erfreulich. Die “Weltstadtweine, die wie die Metropole selbst für Weltoffenheit, Vielfalt und Gegensätze stehen, [...] sind Botschafter der soziodemographischen Pluralität Wiens und sie kommen alle aus dem Epizentrum von Philosophie und Kulinarik, der Hauptstadt Wien.”
    Aha, aus soviel Bedeutungsschwere hat man folgenden Slogan geboren: “Kultiviert für Kultivierte”. Kultivierte? Auf den Punkt gebracht klingt es doch eher nach “Snobs und Spießer”. Beruhigt aber dann doch, dass bescheuerte Weinslogans nicht ausschließlich nur aus Deutschland kommen.
  • Heute ist Weltfrauentag. Darum: Die FAZ und die Frauen. Und Alice Schwartzer gegen den Weltfrauentag. Henryk M. Broder hat sich (noch) nicht geäußert. Darauf einen Rosé! Oder doch lieber einen Rotwein von Johnny?
Judd’s Enormous Wine Show
Mittwoch, 24. Februar 2010

An Produzenten von Weinvideos gibt es nun wirklich keinen großen Mangel mehr. Auch wenn sich inzwischen mancher wieder lautlos vom Acker gemacht hat, es gibt noch genügend Auswahl für jeden Geschmack.
Marlene Duffy erfreut jene, die wild über Wein gestikulierende Frauen im Internet wollen. Gary Vaynerchuk ist für alle, die stattdessen lieber Männer (und manchmal auch Frauen) sehen. Wer es weniger cholerisch möchte oder des englischen nicht ganz so mächtig ist, hält sich an Hendrik Thoma. Wer lieber einen Winzer mit Orgel mag, schaut bei Patrick Johner vorbei. Wer statt einer Orgel, lieber einen Winzer mit Mütze will, hält sich an Dirk Würtz. Na, und so weiter…
Sollte doch eigentlich reichen, möchte man meinen…
Wem bisher eine Art John Waters unter den Weinvideos gefehlt hat, dem kann jetzt geholfen werden:

Judd’s Enormous Wine Show. Ein Weinvideoblog, gemacht von Rudolf N. McClain, sowie Judd Finkelstein und seinen Leuten von der Judd’s Hill Winery in Napa, Kalifornien. Selbstironisch, authentisch (eine Modewort, I know), wunderbar trashig und besser als manches, was uns hier und da von Profis, gerne auch von außerhalb der Weinszene verkauft wurde und wird.

Wartungsarbeiten: Große Ereignisse… [Update]
Donnerstag, 18. Februar 2010

…werfen ihre Schatten unter die Augen. Das meint schon Udo Lindenberg. Darum und um für die Zukunft fit zu bleiben, wird weincasting.com heute Nacht in der Zeit von 02.00 bis 06.00 Uhr MEZ auf einen neuen Server umziehen. In dieser Zeit ist weincasting.com nicht erreichbar. Das sollte eigentlich kein Problem und morgen hier alles wie gewohnt sein.
Falls nicht, kommt wohl etwas Arbeit auf mich zu…

[Update]
Die Kisten sind alle rüber geschleppt worden und nach einem ersten Check scheint auch alles da zu sein wo es hingehört. Dann kann es ja ganz entspannt weiter gehen…

Bye bye Weinjournalismus?
Mittwoch, 17. Februar 2010

Bye bye?

Blogs, Twitter, Facebook, MySpace. Schöne neue Onlinewelt. Man darf für sich entscheiden, ob man einzelne Bestandteile und Plattformen für sinnig oder unsinnig hält. Aber eines ist sicher, in ihrer Gesamtheit kommen sie nicht, Social Media (Soziale Medien) sind da. Selbst in der Weinbranche, auch wenn es da etwas länger gedauert hat.
Weinverkostungen mit Videochat, Winzer-Liveshows im Internet, alles fast schon selbstverständlich. Heikle Themen, die früher gerne unter den Tisch gefallen sind, werden transparent. Für eine schnelle Verbreitung sorgt Twitter. Neue Vertriebswege für Weinhändler, Winzer die ihre Weine zur Diskussion stellen.
Selbst die kostenlose Probepakete, eine feste Bastion des Weinjournalismus, gibt es nicht mehr exklusiv mit Presseausweis. Engagierte Blogger, Winzer, Sommeliers und Weinhändler blasen den Staub aus der Weinbranche.
Und die Weinjournalisten? Sie bleiben, bis auf ganz wenige Ausnahmen, eher Zaungäste. Man sitzt auf der Mauer, sieht sich das Treiben an, schaut ob man etwas abgreifen kann. Hier und da gibt es Hinweise wie man es richtig zu machen hat. Es gibt ja wohl noch einen Unterschied zwischen einem bloggenden Blogger und einem bloggenden Journalisten. Ansonsten denkt man in Klicks und Page Impressions und wartet auf den nächsten PR- oder Printauftrag.
Innovation? Darum kann man sich ja nicht auch noch kümmern. Aber wie wäre es mit einem Newsletter?
Und was Hänschen nicht macht, rührt Hans schon gar nicht an.
Während die Onlinewelt gelegentlich über das Ziel hinaus rennt, fahren die Weinverlage mit angezogener Handbremse.
Neue Onlineauftritte auf dem Stand er frühen 2000er Jahre werden als Aufbruch gefeiert. Dazu gibt es eine Auswahl an Inhalten, wer mehr will muss Abonnent werden. Am besten gleich für die Prinausgabe. Originäre Onlineartikel findet man so oft wie Brunnen in der Wüste. Höchstens mal ein paar Agentur- und Pressemeldungen. Die gibt’s zwar umsonst, aber dafür auch überall.
Da braucht man erst gar keine Möglichkeit Artikel gegebenenfalls kommentieren zu können. Diskussionen werden so wohl kaum stattfinden und die notorischen Nörgler fängt man so auch weiterhin im Netz der Leserbriefredaktion ab.
RSS Feeds um die Online-Leser wenigstens mit den Überschriften zu versorgen sind zu aufwändig. News liest man dann in vier Wochen, in der Printausgabe. Die Einbindung von interaktiven Inhalten ist in Zeiten von Youtube entweder immer noch zu kompliziert oder man hat einfach nichts zu zeigen.
Wie will man in Zukunft neue Entwicklungen bedienen, so wie in diesem Video das WIRED Magazin, wenn man schon das Heute nicht beherrscht?

Fragt man nach den Gründen, warum Online für der Weinjournalismus immer noch eine heiße Kartoffel ist, kommt DAS Totschlagargument:
Mit dem Internet ist kein Geld zu verdienen.
Es ist nicht zu refinanzieren. Gute Reportagen kosten eben Geld. Und wenn schon für Volontäre und Praktikanten nichts bleibt, wollen wenigstens die Redakteure, Frau und die zahlreiche Kinderschar durchbringen.
Sicher, da ist etwas dran. Allerdings auch sehr kurz gedacht.
Es ist eine Mär, dass niemand im Internet für etwas zahlt. Allerdings, man muss sich mehr Mühe geben als früher. Wie das in Zukunft aussehen kann, zeigt das WIRED-Video. Inhalt und Form müssen stimmen. Für einen digitalen Artikel, der schon in gedruckter Form nichts anderes als PR ist, gibt niemand einen Cent mehr aus.
Man kann es sich nicht mehr leisten die Onlineszene weiterhin pauschal als „Spinner“ zu betrachten. Damit verliert man eine ganze Generation, die Jungen und die Junggebliebenen. Warum holt man diese Generation nicht mit ins Boot, anstatt sie auf Abstand zu halten?
Weinblogger, Weintwitterer usw. sind eben nicht nur Egomanen, die ihre Meinung nie für sich behalten können. Sie sind nicht selten enttäuschte Leser von Weinführern und Weinzeitschriften. Und wenn ein Winzer bloggt, dann mag er vielleicht kein Journalist sein, aber er könnte dessen Job wieder ein Stück überflüssiger machen. Wenn der Kunde seine Infos an der Quelle holen kann, braucht er keinen Übermittler mehr.
Ist der Zug für den Weinjournalismus also abgefahren? Bye bye Weinjournalismus?
Nicht unbedingt. Der Kuchen ist nur kleiner geworden. Man muss sich mehr bemühen. Vor allem um die Leser, nicht nur um die Werbekunden. Noch sind die Möglichkeiten, die Kontakte, das Know-how da. Man muss sie nur entstauben.
Viel Zeit bleibt allerdings nicht mehr…

WC Lektüre vom 30. Januar 2010
Samstag, 30. Januar 2010
  • Auch wenn alle von Apples iPad reden, ich werde es auf keinen Fall… auslassen. Auch wenn es nicht ganz zum Thema Wein passt. Oder… doch?
    Egal ob das Ding ein Erfolg wird oder nicht, eines ist inzwischen klar, Informationen werden mobil. Und nicht nur auf skatkartengroßen Mobiltelefonen mit Mondtarifen, wie sie zurzeit der deutsche Marktführer anbietet.
    Es wird in Zukunft möglich sein im Weinladen, auf dem Sofa, in der Bahn oder sogar im Weinberg an einen Haufen an Informationen zu kommen. Dafür werden, falls nicht nur zusammengeklaubte PR- und Pressebelanglositäten, Nutzer auch zunehmend bereit sein Geld zu bezahlen. Apple hat mit seinem App Store die Richtung ja schon vorgegeben.
    Das Modell wird sicher weitere Nachahmer finden und könnte durchaus eine Chance sein. Für engagierte Journalisten, Verlage und auch Blogger. Allerdings ist hier schon etwas kreatives Engagement gefragt.
    Ob wir also in Zukunft einen Gault Millau 201x nur noch als digitale Ausgabe finden werden, wird sich zeigen. Oder besser, ob wir sowas, in der Form überhaupt haben wollen…?
  • Matthias Metze befasst sich auf seinem Blog Social Wine nicht ganz unkritisch mit der Aktion „WeinWeb für Haiti“. Ein Thema bei dem man sich ganz schnell die Hände verbrennen kann. Sie wissen schon, Spenden und guter Zweck.
    Trotzdem teile ich die Gedanken, bei aller Sympathie für das „WeinWeb für Haiti“-Projekt. G’schmäckle hat so etwas eben ganz schnell, da braucht man noch nicht mal ein Textildiscounter zu sein…
  • Die “Süddeutsche Zeitung” soll sich lobende Blogposts gekauft haben. Im Nachhinein will natürlich niemand etwas damit zu tun gehabt haben, war es ganz anders gemeint. Kennen wir.
    Hach, wie gut ist es doch in der Nische der Weinblogs unterwegs zu sein. Hier geht alles noch richtig ehrlich zu und jeder Blogpost ist frei von jeder Einflussnahme dritter… Oder etwa nicht?
  • Apropos Weinblogs: Die ZEIT online hat sich mit den Weinbloggern beschäftigt. Und diese bekommen, wie sollte es anders sein, kräftig ihr Fett ab. Auch wenn der Artikel hier und da nicht ganz Unrecht hat, neu ist das alles ja auch wieder nicht. Lauwarmer Kaffee, höchstens.
    Neu ist auch nicht, dass alles darauf hinausläuft: „Man kann also durchaus etwas lernen, zumindest von den professionell geführten Weinblogs.“ Genau, wenn schon ein Weinblog, dann wenigstens von einem Kollegen.
    Übrigens hatte sich wirres.net mal die ZEITBlogs angesehen, inklusive eines Weinblogs, welches damals noch dazugehört hatte. Ist zwar schon etwas länger her, sieht jetzt anders aus, hat sich total verändert… obwohl, anscheinend ja nicht.
  • Apropos neu: Verkorkte Welt. So hieß vor kurzem ein Artikel in… Richtig, der ZEIT. Wie wir vermuten, es geht um Korken, Weinkorken, die wunderbare Welt der Weinverschlüsse aus Naturkork. Denn die Korkenhersteller haben nun ihre Hausaufgaben gemacht. Jetzt ist alles ganz prima und toll. Denn die Ausfallrate liegt nur noch bei 3 Prozent.
    Wer jetzt immer noch keinen Korken aus Kork verwenden will, ist geizig oder ein Umweltbanause, meint sogar der WWF. Irgendwie.
    Ja, man kann also durchaus etwas lernen, zumindest von Journalisten die gut den Presseverteiler der Korklobby studiert haben…
  • Und die gute Nachricht am Ende: GWN, Good Wine News aus Dresden. Nein, Gunther Emmerlich hört leider nicht auf sich für Wein zu engagieren. Trotzdem findet auch das Dresdner Huhn diesmal mal sein Korn. Die WeinKulturBar von Silvio Nitzsche hat von der FAZ den Titel Deutschlands bestes Weinlokal 2010 angehangen bekommen. Und auch wenn ich bei solchen Auszeichnungen immer vorsichtig bin, schlecht ist es ja trotzdem nicht…
The WC Rothschild Race: 1992 Château Mouton Rothschild vs. 2008 Bordeaux Rouge
Donnerstag, 21. Januar 2010

Mouton vs Bordeaux

Auf der einen Seite, ein 1992er Château Mouton Rothschild, der Erstwein vom gleichnamigen Weingut. Ohne sich zu weit aus dem Fenster lehnen zu müssen, sicher einer der berühmtesten Weine der Welt. Bekannt auch in weinferneren Kreisen, nicht zuletzt durch seine legendären Künstleretiketten. Dazu kommt noch der Titel Premier Cru, eine der imaginären Spitzen der Weinwelt.
Auf der anderen Seite ein 2008er, welcher zwar ebenfalls unter Baron Philippe de Rothschild gelabelt ist, aber diesmal schlicht und einfach auf den Namen Bordeaux hört und das Château höchstens als vorbeifahrende Traube vom Lastwagen aus gesehen hat.
Unter dem Namen Philippe de Rothschild ist der Mouton so etwas wie das Luxus Penthouseappartment mit Blick über die Stadt und der Bordeaux die Einzimmerstudentenbude im Souterrain.
Das macht sich selbstverständlich im Preis bemerkbar. Für den Obolus eines Mouton könnte man durchaus 50 Flaschen des Bordeaux aus dem Laden tragen. So man beide denn im Laden kauft.
Damit dürfte das Rennen eigentlich gegessen sein. Oder vielleicht doch nicht?
Fangen wir mit dem Château Mouton Rothschild an.
Natürlich die typischen Bordeaux-Tugenden. Brombeere, etwas abgestandener Tabak, mürbes Gehölz und eine kleine Schaufel Humus. Erstmal gar nicht so übel für einen 92er Jahrgang, der in der Gegend eher durchwachsen oder besser durchwässert war. Wäre da nicht auch hier das Gefühl einer gewissen Dünne, als wären die Fässer kräftig mit Wasser aus der Garonne aufgefüllt worden.
Easy to drink? Ja. Aber Komplexität? Dichte? Nada! Dazu kommt, dass er sein Alter inzwischen auch durch seinen schicken Klamotten nicht mehr ganz kaschieren kann. (Anmk.: Ja, auch ich hatte auch schon bessere Moutonjahrgänge im Glas. Viel, viel bessere. Aber auch die waren nie so gut, dass ich jubelnd um den Block gelaufen wäre.)
Da hat es der Bordeaux einfacher. Man erwartet nicht viel bis gar nix. Und diese Latte reißt er dann auch nicht. Mürbes Gehölz, etwas Cassis, eine Schaufel Alkohol, alles zusammengepresst auf die Größe einer Euromünze, umgeben mit einem zarten Nichts und fertig ist das Ganze.
Damit ist er auch in seiner Preisklasse um die fünf Euro kein Schnäppchen. Aber man braucht auch nicht vor lauter Ärger mit dem Kopf vor die Wand rennen.
Mit dem 1992er Château Mouton Rothschild und seiner Aura könnte man trotzdem leben. Wäre da nicht sein Preis. Hat man für ihn mehr als einen moderat höheren zweistelligen Betrag gezahlt, sollte man sich schon mal der nächsten Wand zuwenden.
Trotz Glamour, Marketing und Künstleretikett.

Song zu den Weinen:
Yello – ‘The Race’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

2007 Montes Alpha Cabernet Sauvignon
Montag, 11. Januar 2010

Montes Alpha

Ein Wein mit einem sehr ordentlichen Preis-Leistungsverhältnis gefällig? Kein Problem, da fällt doch bestimmt jedem was ein.
Aber was, wenn es um die Verfügbarkeit geht. Und zwar an (fast) jedem Ort und vor allem: Rápido!?
Gell, da wird es schon eng!?
Und hier könnte der gute Aurelius Montes aus Chile helfen. Und zwar mit dem Montes Alpha.
Nicht der billigste, nicht der teuerste Montes, aber für knapp 14 Euro ein sehr ordentliches Stöffchen.
Und wie bei McDonalds oder Burger King bekommt man hier genau das was man erwartet: Einen Überseewein für Jungs. Mit 14, 5 Umdrehungen Alkohol, Herrenschokolade, dunkle Beeren und einer Portion Vanille, serviert auf einem harten Samtkissen. Zumindest in dieser Ausführung als Cab S.

[Gefunden bei… vielen Weinhändlern von Jacques' bis Karstadt]

Song zum Wein:
Daft Punk – ‘Around the World’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Online und Wein 2009. Ein kleiner Rückblick.
Mittwoch, 30. Dezember 2009

Im Prinzip war das Jahr 2009 wie die viele anderen zuvor. Die Weinszene bleibt für viele Außenstehenden ein undurchschaubares Mysterium.
Sicher auch ein Grund, warum viele potentielle Weintrinker lieber vorher abbiegen und den Weg zu Aldi, Lidl und Co nehmen.
Statt offener Transparenz, versteckt man sich gerne hinter dem trügerischen Bild eines Hortes des ewigen Friedens und des bedingungslosen Miteinanders.
Doch dieses Bild bekommt langsam Risse.
Und daran sind die Online-Werkzeuge nicht ganz unschuldig. Es deckelt sich nicht mehr ganz so einfach. Blogs, Twitter und Facebook haben sich in der Weinszene nun endgültig breit gemacht. Auch wenn Twitter und Facebook derzeit gut dafür taugen seine Tagesfreizeit zu reduzieren, Blogs haben sie entgegen anderslautenden Prophezeiungen immer noch nicht abgelöst. Auch in Posterous sehe ich nicht mehr als einen Spoiler auf einem Golf III. Von Spinnern bei Posterous werden wir womöglich nie etwas hören.
Manchmal gelingt es zwar aus dem Topf herauszuwinken, Wein bleibt trotzdem eine Nische.
Selbst wenn man als Empfehlung auf einem Top-Blog oder gar im Radio landet, mehr als einen kurzen Hauch von zusätzlicher Aufmerksamkeit gibt es nicht.
Wem das nicht reicht, der sucht sein Heil in den üblichen Selbstverarschungstricks oder sollte das Thema wechseln.
Einen Boom haben die Video-Weinblogs erlebt. Die Krone darf sich zurzeit Tvino aufsetzen. Das ist auch kein Wunder, denn vor Tvino steht Hendrik Thoma und dahinter Hawesko. Wir werden sehen wie es mit der Vielfalt weitergeht, wenn der Reiz des Neuen endgültig verblasst ist. Nimmt man hier und da den Weg von Bottleplot?
Die größten Geschichten liefert aber doch weiterhin das echte Leben.
Auch wenn manche Print weiterhin für tot reden, die großen Knallerthemen kamen immer noch von dort.
Eine gewisse Premium-Postille gibt es zwar immer noch, doch durften wir uns von einigen Druckerzeugnissen verabschieden. Die Vinum hat schweres Wasser hinter sich und ob tatsächlich Land in Sicht ist, wird sich zeigen. Die WeinGourmet hat es nicht geschafft. Ebenso das Gault Millau… Magazin. Dafür hat der Gault Millau Weinguide eine Menge Aufregung und Ärger produziert.
Auch hier werden wir sehen, ob man sich tatsächlich an den eigenen Haaren aus dem Sumpf gezogen hat. Die aktuellste Ausgabe in meinem Bücherregal stammt jedenfalls aus dem Jahr 2004 und ich sehe auch weiterhin keinen Grund daran etwas zu ändern.
Sabine Bätzing, Ex-Drogenbeauftragte der Ex-Bundesregierung und Ex-Lieblingsgegnerin 2008/09 vieler Weinblogger musste den schweren Weg des Platz Freimachens gehen. Nun ist wieder alles im Lot und der Blick frei auf ein Schlachtfeld voll kalter Rauch um rein gar nix.
An einem leeren Schlachtfeld arbeitet sicher auch der Weinreporter „Mr. Winecontest“ aus Hamburg. Ob nun mit einer „brutalstmöglichen“ Aufklärung oder doch lieber mit dem „brutalstmöglichen“ Aussitzen der Situation sei mal dahingestellt. Im Moment sieht es allerdings stark nach letzterem aus.
Dass der Anstoß zu dieser Geschichte ausgerechnet von einer Weinfachzeitschrift gekommen ist, sollte uns Onlinern mal zu denken geben. Vieles war auch hier hinter den Fensterläden bekannt und etwas Offenheit zur rechten Zeit hätte sicher manchen Ärger erspart.
Das ist vielleicht eine gute Idee für 2010, das Jahr in dem Weincasting sein 5-jähriges Bestehen feiert.
Und Anlässe um den Finger auf die Wunde zu legen wird es sicher auch hier wieder genügend geben…

30+1 neue außergewöhnliche Weinetiketten
Mittwoch, 23. Dezember 2009

Nachdem die 40 außergewöhnlichen Weinetiketten so gut angekommen sind, geht’s jetzt weiter im Text. 30+1 neue außergewöhnliche Weinetiketten aus aller Welt, die oft in ihrer gestalterischen Qualität glänzen, aber immer positiv aus der grauen Weinlabel-Masse herausstechen. Die Auswahl ist natürlich immer noch rein subjektiv…

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Don Sebastiani & Sons

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Archer&Vine Wines entworfen von Matt Davey

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cellar*lavineta entworfen von Lluís Serra

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À La Petite Ferme entworfen von DesignersJourney

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Elbows Bend entworfen von THE CREATIVE METHOD


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Reyneke Organic entworfen von Anthony Lane

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Vinyes Mas Romaní entworfen von Gabriel Morales

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Two Fins Wine entworfen von PUBLIC Creative

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V&S Wine Maru entworfen von Silver

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Polaner Selections entworfen von Louise Fili Ltd

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Mad Bay Wines entworfen von PUBLIC Creative

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Ψ PSI

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First Drop Wines entworfen von /M/A/S/H/

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K Vinters

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Skylark Wine entworfen von Inhouse Design

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Penfolds entworfen von Ben Krantz

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Southpaw Vineyards entworfen von Parallax

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megalomaniac entworfen von Brandever

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Cash & Tasty “Recession Wine” entworfen von BOLD

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Seriously Pink entworfen von Frank Aloi

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Heathcote II Wine entworfen von Yello

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Pfeiffer Wines entworfen von Frank Aloi

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Big House Wines

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Wine That Loves

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Weingut Günter & Regina Triebaumer

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Koala Ranch Wineries entworfen von Colle + McVoy

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Santé entworfen von Designers Journey

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Tré entworfen von AUTOGRAPH creative

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Small Gully entworfen von /M/A/S/H/

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Shinas Estate entworfen von /M/A/S/H/

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Dragonfly Winery entworfen von Paul Hutchinson – Hype Type Studio

1999 Barbaresco Asili [Bruno Giacosa]
Montag, 21. Dezember 2009

Giacosa Barbaresco

Ok, wie fängt man bei Bruno Giacosa an? Vollkommen egal ob er nun der König, Kaiser, King, Beste, Titan oder sonst was aus dem Piemont ist. Giacosa macht sehr klassische und sehr gute Weinchen. Dazu gehört auch, dass man sie ein paar Jährchen liegen lassen sollte. Dem 99er Asili hat das nicht geschadet, im Gegenteil. Er steht gerade am Beginn seiner Karriere.
Ein ziemlicher heißer Stoff ist er geworden. Keine fette Ente, die vor lauter Frucht nur noch pupsen kann. Sondern ein eleganter… ähmmm… Kranich.
Fein, elegant, kräftig und schööööön laaaang. Kandierte Früchte, ein klitzekleinwenig Tabak, dazu Ragù alla bolognese mit einer Extrabrise Thymian. Also… ist der Wein… nicht das Essen dazu. Ginge aber auch.
Bleibt natürlich die Frage nach dem Preis-Leistungsverhältnis. Auch das bleibt königlich, hier und da legt man schon einen Hunni dafür hin. Mit etwas Geschick geht es aber auch günstiger.
Trotzdem, ein Sonderangebot ist er nicht. Würde ich persönlich aber etlichen „neuen“ Prestige-Weinchen wie dem Sassicaia vorziehen…

[Gefunden bei Pinard de Picard]

Song zum Wein:
Alice in Chains – ‘Rooster’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Beef! oder Bifi?
Dienstag, 15. Dezember 2009

BEEF!

Zugegeben, die neue Zeitschrift Beef!, eine Neon für kochende Männer, liegt schon ein paar Tage am Kiosk. Da wollte ich sie eigentlich auch liegen lassen. Ich bin einfach nicht der Kunde für Zeitschriften, in denen es um Essen & Trinken geht. Und sollte ich doch einmal schwach werden, handelt es sich wahrscheinlich um eine Weinzeitschrift. Trotzdem bereue ich es auch hier eigentlich immer.
Da sich Beef! nicht nur mit Fleisch, sondern auch ein wenig mit Wein beschäftigt, ist nun doch ein Exemplar auf meinem Tisch gelandet.
Und um Wein geht es mehr als wenig. In ganzen sieben Kapiteln, was 17 Seiten bedeutet, werden elementar die elementarsten Wein-Basics vermittelt. Flaschengrößen, Lagerung, Verschlüsse, Etiketten usw.
Solcherlei ist zwar weder originell, noch neu, trifft aber nach meinen Erfahrungen immer wieder auf dankbare Kundschaft.
Dazu berichtet in der vielfältig einsetzbaren Rubrik „Die Flasche meines Lebens. Große Männer, große Momente“, der Hamburger Pianist Joja Wendt über seine Begegnung mit einer Flasche 1947er Chateau Cheval Blanc in Kiew.
Am Rande sei erwähnt, dass TVINO Medienpartner ist. Demzufolge bekommt man die empfohlenen Weine natürlich auch dort. Den Cheval Blanc mal ausgenommen, nehme ich an. Dass dann unser Hendrik Thoma ein Glühwein-Rezept beisteuern darf, versteht sich ja beinahe schon von selbst.
Natürlich geht es auch ums Essen. Und um Fleisch. Selbstverständlich auch um das beste oder besser teuerste Steak(fleisch) der Welt. Überraschender Weise hat man sich nicht für Kobe-Rind entschieden.
Man(n) bekommt erklärt wie man einen Hasen das Fell abzieht und richtig zerlegt. Ein paar Seiten weiter werden die passenden, “zum sterben schönen” und entsprechend teuren Messer empfohlen.
Da der harte Kerl auch einen weichen Kern hat, kann er sich diesen in Form eines „feinsten Mozzarellas“, zum angeben und unter Anleitung nachbauen.
Theoretisch hätte es eine ganz nette Zeitschrift werden können. Wären da nicht das ständige Abreiten von „Männer sind so“-Klischees. Da man offenbar davon ausgeht, dass auch kochende Männer nur ans ficken denken, gibt’s noch „Kann man eine Frau ins Bett kochen, Prof. Drouard?“ Natürlich nicht, ohne die obligatorischen Bilder mit einer nackten Tante zu vergessen. Zum Glück nicht Sarah Wiener, die gibt’s nur in einer Anzeige.
Dazu so was wie das „Kochen mit Eiern. Alles Wissenswerte zur Gründung von Männerkochclubs.“ Hä?!
Und Premium für den kochenden Mann. Japanischer Whisky für 96 Euro, ein „Kultherd“ für 11200 Euro, ein Kilo Fisch für 760 Euro, einen Stuhl für 640 Euro, eine Lampe für 1000 Euro, usw.
Und wenn es mal ohne Beef! gehen muss, Rezepte für Toast Hawaii, Senfeier und Bratkartoffeln zum auswendig lernen.
Der Untertitel von Beef! lautet „Für Männer mit Geschmack“. Besser wäre „Für Männer ohne Geschmack, aber mit genug Geld, um alles nachzumachen was man ihnen sagt“.
Das wäre zwar ehrlicher, aber wohl etwas zu lang….

WC Lektüre vom 06.12.2009 (Nikolaus-Edition)
Sonntag, 6. Dezember 2009
  • Südafrika und Wein… Nein, nein. Falsch gedacht. Es geht nicht nach Hamburg, sondern zu Dirk Würtz. In Weinland Südafrika – Fakten genau genommen, geht es um Wein, Südafrika und Fakten. Ok, es gab beim Blogggwart schon spannendere Artikel. Aber es soll ja Leute geben, die auf solche Zahlen abfahren.
  • Zum Beispiel Eckhard Supp aus Hamburg. Dieser hat, nachdem Statler zurzeit ärgerbedingt ausfällt, als Waldorf beide Rollen zu stemmen. Also hackt er auf dem Würtz und seinen Südafrika-Fakten rum. Auch wenn es mir vollkommen Rille ist, ob es zum Beispiel in Südafrika 504 statt 481 private Kellereien gibt, der Versuch Aufmerksamkeit zu erzeugen, gelingt. Zumindest bei mir…
  • Apropos Zahlen. Warum muss erst ein Brasilianer kommen, um so schick ein paar Fakten über global levels of wine consumption darzustellen? Planet of Grapes.
  • Der gar nicht so “idealistisch-naive” Christian Hörtrich wünscht sich den Weinfrieden 2.0. Der Grund sind gewisse Ereignisse in der Weinszene der letzten Wochen. Wer hat schon was gegen Frieden.
    Allerdings grüßt hier wieder mal das Murmeltier. Exakt die gleichen, frommen Wünsche kommen jedes Mal wieder, nachdem es in der Weinszene etwas turbulenter zuging.
    Und führt nicht genau dieses zwanghafte Streben nach „Friede, Freude, Deckel drauf, Klappe halten“ erst zu dem Ärger, den es verhindern soll? Aber das Thema ist ja schon fast einen eigenen Artikel wert.
  • Apropos Frieden. Einige Leser haben bei mir nach Neuigkeiten in der Causa Scheuermann nachgefragt. Antwort: Es gibt keine. Zumindest sind mir keine bekannt. Zurzeit habe ich zum Glück auch keine Muse und wenig Lust mich damit zu beschäftigen… Eine Art Zusammenfassung zu späterer Zeit schließe ich natürlich nicht aus.
  • Beim Ultes, bekannt als IHK-geprüfter Weinfachberater und Gärtner vom Würtz, gab es vor einiger Zeit einen schönen Beitrag (incl. ebensolcher Diskussion) zum Thema Kennzeichnungspflicht auf Weinetiketten in naher Zukunft.
  • Es gibt wenige Winzer die bloggen. Und es gibt ganz, ganz wenige Winzer die in ihren Blogs auch mal unangenehme Themen ansprechen. Patrick Johner ist einer davon. Hier hat er mal laut über seinen Umgang mit WeinPlus nachgedacht. Respect!
  • Und zum Schluss noch 10 Bizarre Wine Brand Names. Einige kennen wir zwar schon von den 40 außergewöhnlichen Weinetiketten. Aber, egal…
WC Lektüre vom 21.11.2009 [Updates]
Samstag, 21. November 2009
  • Ich hatte zum neuen Gault Millau hier schon meinen Senf hinterlassen. Trotzdem nochmal zum Thema zurück. Dirk Würtz ein paar sehr schöne Interviews geführt, die einen hübschen Einblick geben wie man bei einem Weinführer so tickt.
    Zuerst Ex-Herausgeber Armin Diels Abschiedsrede. Nicht Dr. Helmut Kohl im Interview mit Heinz Klaus Mertes, sondern als nächstes Armin Diel im Interview mit Dirk Würtz. Und zu guter letzt Herausgeber Max… ähmm… Joel Payne ebenfalls im Interview. Sehenswert mit allen Zwischenhieb… tönen für alle die, die noch nicht die Nase voll vom Thema haben.
  • Passt dazu: Ein offenes Statement von Patrick Johner zum Ende des sog. Winzeraufstandes gegen Gault Millau. Die Runde mag an den Weinführer gegangen zu sein. Ich bezweifle aber stark, dass der Gault Millau mit dem Konzept ‘Wenn die Leser weg sind, holen wir uns das Geld eben woanders und eigentlich sind sie uns ja egal. Basta.’ auf Dauer den Erfolg haben wird.
  • Ein Blick rüber, nach Britannien. Ich mag ja eigentlich die schick gemachten und locker geschriebenen Weinbüchlein von Matt Skinner. Aber als Einkaufsführer hab ich sie noch nie gesehen. Darum wundert mich auch die Meldung nicht, dass manche empfohlene Weine gar nicht wirklich probiert wurden.
  • Ich habe mir ja schon lange die Finger fusselig geschrieben, was den Blödsinn von Blogoscoop, Page Impressions and friends angeht. Nun ist das Thema auch in den B2B-Weinblogs angekommen. Michael Pleitgen hat auf seinem Blog zurzeit eine sehr hübsche Diskussion laufen. Ich mag ja so was.
  • Last but not least, the Weinreporter. Mario Scheuermann ist im Moment abgetaucht unbekannt ‘verzogen’ irgendwie nicht da. Dass es eventuell an diesem Märchen oder an gewissen neuen, alten Geschichten (hier direkt als PDF) liegt, ist aber nur ein Gerücht. Kein Gerücht ist es aber, dass eine Menge faule Trauben in der Maische sind. Und dabei meine ich ganz bestimmt nicht Botrytis cinerea.
  • [Update 22.11.09] Auch wenn ich ja bei Niko Rechenberg nie genau weiß, was er eigentlich ist, ein Schisser ganz bestimmt nicht. In einem durchaus offenen Brief an Dirk Würtz und an uns alle, schreibt er seine Meinung zum neuen Gault Millau, der Sperrfrist, den Reaktionen dazu und dem ganzen anderen Rest. Dazu bestätigt er einige Aussagen des ‘Scheuermann-Artikels’ in der Weinwirtschaft. Jedenfalls lese ich das so. Das passt alles so dermaßen hier rein, dass ich es in diese WC Lektüre gerne nachschiebe.
    P.S. Sein Server hat sich inzwischen wohl erholt. Gestern Abend war da noch Schicht im Schacht vor lauter Page Impressions.
    P.P.S. Eine ‘angedrohte Strafe’ in Höhe von 5000 Euro für die Nichteinhaltung seiner ‘Sperrfrist’ riskiere ich gerne. Mit den Zugriffen auf Weincasting, die ich in letzter Zeit hatte, zahle ich so was inzwischen aus der Portokasse.
  • [Update 23.11.2009] Mario Scheuermann hat sich gemeldet. Zum allerersten Mal nimmt er auf seinem Blog öffentlich Stellung, bittet bei den Betroffenen um Entschuldigung und spricht eine Regulierung des entstandenen Schadens an. Dies muss dies darf kann man anerkennen.
    Aber, das waren erstmal nur ein paar Worte. Es bleiben noch viele Fragen offen. Auch wenn der Schaden am selbsternannten Leitmedium der Online-Weinszene irreperabel bleiben wird, an den Taten wird er sich messen lassen müssen. Von einer ‘brutalstmöglichen Aufklärung’, von der Dirk Würtz gesprochen hat, kann dies nur der Anfang sein. Die Latte liegt immer noch hoch, sehr hoch.
  • [Update 24.11.2009] Mario Scheuermann hat sich wieder gemeldet. Aber diesmal direkt bei mir. Er hat mir im groben, aber sehr sehr sanft, die Dinge geschildert, so wie er sie sieht. Die sehen naturgemäß ein klein wenig anders aus, als es in der ‘Weinwirtschaft’ steht. Gehen aber in die Richtung seines Statements von gestern.
    Die Wettbewerbe hätten stattgefunden, alles wäre von ihm nur einfach schlecht kommuniziert worden. Bis auf die Sauvignon blanc Trophy, da kam noch der bewusste Crash dazu.
    Er wird sich aus der Diskussion hier und anderswo auch weiterhin heraushalten, aber in den nächsten Tagen ausführlicher Stellung nehmen. Bei sich, zu den Wettbewerben, vielleicht auch noch zu mehr.
    Na schau’n mer mal.
    Und es geht weiter. Jetzt hat sich auch Niko Rechenberg, Kollege und Medienpartner eines Wettbewerbs, in einem offenen Brief zur Causa Scheuermann gemeldet. Und das liest sich nicht gerade nach Wogen glätten… überhaupt nicht.
Gault Millau. Es nervt womöglich schon, aber…
Dienstag, 17. November 2009

Ja, da isser nun, der Gault Millau 2010. Und immer noch eine Story wert.
Nachdem es vor einiger Zeit einen kleinen Winzeraufstand gab, von dem ich gar nicht weiß was eigentlich daraus wurde, ist die aktuelle Ausgabe nun offiziell auf dem Markt. Offiziell bedeutet, dass einige Exemplare schon zum letzten Wochenende in den Handel sickerten. Möglicherweise ein Versehen des Zwischenhändlers Koch, Neff & Volckmar, den wir ja von Denis Scheck kennen.
Wenn man der Abteilung Wein in der Verlagswelt etwas mehr Cleverness unterstellen würde, könnte man dabei sogar Absicht vermuten. Aber vermutlich hält man Guerilla Marketing für irgendwas mit Affen.
Auf jeden Fall bekam der Gault Millau im Vorfeld ordentlich Publicity. Einige Blogger sind losgerannt und haben sich ein Exemplar gekauft (sic!) und dann heftigst über die vergeigte Sperrfrist gestritten.
In der Zwischenzeit hat der Blogger… Journalist… Herausgeber… Inhaber eines Onlinewerbedings… ich weiß das bei ihm immer nie so genau… Niko Rechenberg, der übrigens auch für das Gault Millau Magazin (†) schrieb, einfach mal den Sack zugemacht und alle wichtigen Dinge ausgepetzt.
Nun gut. Ich habe mir weder ein Rezensionsexemplar schicken lassen, noch habe mir eines gekauft. Trotzdem hatte ich die Gelegenheit ordentlich darin zu blättern.
Die Ausgabe 2010 ist jetzt komplett in Farbe und das Papier hat nicht mehr die haptische Wahrnehmung eines Fachbuchs für Medizin. Die Aufmachung ist etwas zeitgemäßer geworden, aber einen Designpreis wird der Gault Millau auch weiterhin nicht einheimsen.
Die Weinbewertungen gehen, soweit ich mir ein Urteil darüber erlauben darf, im Großen und Ganzen schon ok. Die Meinungen dazu werden im einzelnen aber sicher auseinander gehen. Allerdings würde ich mir nach wie vor nicht anmaßen die ‘besten Winzer Deutschlands’ festzulegen, so wie es der Gault Millau suggeriert. Das soll dazu genügen.
Wer sich dann doch für Auf- und Absteiger, Best of…, Trauben und Träubchen etc. interessiert, der wird in der restlichen Weinbloggerwelt ausführlich fündig werden.
Alles in allem ist das Ding kein großer Wurf. Aber es gibt ein paar Veränderungen, die vielleicht in der Fachwelt diskutiert werden, dem Rest aber sicher am Po vorbeiziehen dürften.
Fazit: Für wen dürfte der Gault Millau interessant sein? Natürlich für die Winzer, die darin etwas abgefasst haben. Dazu vielleicht Laien, die nicht wissen, welchen Wein sie kaufen sollen, ohne dabei mörderisch auf die Schnauze zu fallen. Selbstverständlich die Punkte- oder in diesem Falle Traubentrinker. Und zu guter letzt, für alle die sich drüber aufregen wollen.
Der Rest, so wie ich, legt das Geld besser in einer guten Flasche Wein an. That’s it.

Der rastende Reporter oder eine Weinweihnachtsgeschichte [Update: Der Geschichte zweiter und letzter Teil?]
Mittwoch, 11. November 2009

Es war einmal vor gar nicht langer Zeit, da wurde mir immer wieder heimlich eine Geschichte vorgetragen, wie sie sonst nur in 1001 Nacht geschehen sein kann.
Es begab sich vor vielen Monaten, da hatte ein alter, bärtiger Mann aus einer Hansestadt am Meer, der sich selbst der Weinreporter nannte, eine Idee. Er, als von viel Ruhm und Ehr’ verwöhnter, weiser, geliebter Mann, der sich selbst an der Spitze der Weinszene sah, wollte dies mit anderen teilen.
So rief er die Winzer aus dem ganzen Land, sie mögen doch ihre Weine zu ihm schicken, um diese in einem Wettbewerb bewerten zu lassen. Natürlich nicht umsonst, denn umsonst ist nur der Tod. 40 Sesterzen pro Flasche Wein sollte ihnen die Sache schon wert sein.
So schickten die Winzer eifrig ihre Weine in die Hansestadt, in freudiger Erwartung des möglichen, baldigen Ruhmes. Und der Weinreporter sammelte die Sesterzen in seine Schatulle bis zu einer hohen vierstelligen Summe.
Das war es dann auch schon. Denn weder stieg der Winzer Ruhm, noch ihre Ehre. Sie hörten schlicht und einfach gar nichts mehr. Weder vom Mann aus der Hansestadt, noch von ihrem Wein, noch von ihrem Geld. Tage, Wochen, Monatelang.
Vielleicht hatten sie auch das Kleingedruckte nicht gelesen. Möglich, dass der Weinreporter ihre Weine zwar bewerten, aber nie anderen davon erzählen wollte. Vielleicht hat er die Weine als zu schlecht befunden und aus großem Anstand lieber geschwiegen.
Jedenfalls lebte er weiter in ihrer Mitte, gab ihnen viele weise Ratschläge, aber keinen über diesen Wettbewerb.
Natürlich hätten die Winzer einmal laut nachfragen können, ob es denn mit seiner Weisheit denn so weit her sei. Aber da der Weinreporter sehr, sehr zornig werden kann, hat man dies wohl lieber unterlassen.
In der Zwischenzeit hatte man die Sache wohl vergessen oder glaubte selber nicht mehr, dass sie jemals geschehen sein sollte. Bis heute.
Nun meint eine Zeitschrift mit dem Namen ‘Weinwirtschaft’ , dass diese Geschichte gar kein Märchen, sondern wirklich passiert sein soll.
Jetzt wundern sich viele, viele Menschen im ganzen Land und sind vollkommen sprachlos vor lauter Überraschung. Von den Bergen bis an das Meer. Und ganz besonders der Weinreporter in der Hansestadt…
Und wenn sie nicht gestorben sind, so sind sie wohl auch heute noch sprachlos.

Wer mehr davon hören will, der schaut hier und hier herein.

[Update: Der Geschichte zweiter und letzter Teil?]

Und so begab es sich, dass einem großen, weisen Mann mit einer Mütze und Zauberkräften das gelang, was andere nicht vermochten: Eine Erklärung aus dem Weinreporter hervorzuzaubern.
Dieser habe sehr wohl die Weine probiert und alles feinsäuberlich aufgeschrieben. Nur sind viele seiner Pergamente, auf denen seine Notizen standen, von seinem feuerspeienden Drachen unrettbar gefressen oder verbrannt worden. Bedauerlich, aber in der Hansestadt sind Wasser und Drachenunheilbeseitigungssdienste ja knapp. Das sei zwar doof, kann aber jedem mutigen Drachenreiter passieren. Die verbliebenen Pergamente konnte sich übrigens jeder in seinem Turm, 41.Etage rechts, den Gang lang, im dritten blauen Zimmer, in der kleinen bunten Kommode liegend, schon immer ansehen.
Und jetzt wird sich mancher fragen, wie sich der Weinreporter des Skalp der Antidrogenhexe Bätzing jemals an seinen Gürtel heften wollte, wenn er noch nicht mal seinem eigenen feuerspeienden Drachen klar kommt.

Winzer Spezial: Karl Friedrich Aust
Sonntag, 8. November 2009

Karl Friedrich Aust

Googelt man nach dem Namen Aust liegt Stefan weit vorne. Spätestens aber nach seinem Abgang beim Spiegel könnte sich das langsam ändern. Denn Karl Friedrich ist ihm, zumindest bei Google, dicht auf den Fersen.
Was durchaus erfreulich ist, denn Karl Friedrich Aust ist schließlich Winzer aus dem Elbtal. Und auch kein ganz unbekannter mehr. Inzwischen durchaus auf Augenhöhe mit Zimmerling, Schwarz, Proschwitz… natürlich anders, aber auf Augenhöhe.
Nun könnte man mit seiner Steinmetzlehre in der Dombauhütte in Köln oder mit der Geschichte von Alfred Biolek weiter machen. Aber die Sachen stehen inzwischen schon überall und man soll ja nach vorne schauen. Das ist Karl Friedrich Aust nicht ganz unrecht.
Wein als Bookmark trägt er schon immer mit sich herum. Sein Vater war zwar Zwingerbaumeister in Dresden, aber seine Eltern waren vor der Wende auch Kleinwinzer, sozusagen im Nebenerwerb. Und so etwas färbt irgendwie auch auf die Kinder ab. Spätestens ab 2001 war er sich seiner Sache endgültig sicher und wurde ‘richtiger’ Winzer.
Da passte es doch sehr gut, dass die Familie schon länger im Meinholdschen Turmhaus in Radebeul wohnte. Das klingt zwar mehr nach einem Turm als nach einem Haus. Ist aber ein Gut, mit einem Haus und einem Turm.
Das Weingut auch gleich nach dem Gut zu benennen lag zwar nahe, da Karl Friedrich aber nicht Niewodniczanski hieß, war es nicht zwingend notwendig. Es mache es ihn jeder Hinsicht unabhängiger, auch in der Zukunft.
Aber noch ist hier Platz, selbst wenn es inzwischen mehr als die anfänglichen 0,6 Hektar Weinberge gibt. Auch die zwölf Rebsorten aus der Anfangszeit gibt es noch. Übrigens ein typisches Ost-Ding, denn die Trauben gingen damals zur Genossenschaft. Selber keltern ging praktisch nicht. Und wer Müller-Thurgau als Wein haben wollte, musste Müller-Thurgau in Trauben abliefern. Und wer Vielfalt im Keller wollte, musste für Vielfalt in den Weinbergen sorgen. Inzwischen sind es rund 4,5 Hektar, hauptsächlich Riesling, Müller-Thurgau, Weiß- und Spätburgunder. Ein großer Teil kommt von den Lößböden des Goldenen Wagens, welche die Weine schön mineralisch und knackig machen.
Die 4,5 Hektar sind aber noch nicht das Ende der Fahnenstange. Zwei bis drei könnten es schon noch mehr werden. ‘Aber ganz behutsam’, meint Aust. Auch wenn ihm seine, im Vergleich geringe Menge Wein, praktisch von der Palette gerissen wird.
Am besten holt man sich sein eigenes Kontingent direkt ab Hof. Denn dieser bietet einiges an Mehrwert. Wie die Weltmeisterschaft im Weinkorkenweitwurf und dem Weinhaus Aust. 
Und jenes besucht man am besten im Sommer. Da kann man im Gutshof draußen sitzen und hat gratis dazu noch einen Hauch französisches oder burgenländisches Weinfeeling.
Natürlich bekommt man dort neben lecker Essen (Zwiebelkuchen 4 example) und den Aust’schen Weinen auch noch ein paar Highlights von Winzer-Kollegen wie Klaus Zimmerling oder Frederic Fourré.
Die haben übrigens ebenso wie Aust keine Lust auf Blabla-Angaben wie Qualitätswein b.A. und darum alle Weine unter dem Label ‘Sächsischer Landwein’ verkaufen.
Wer jetzt noch einen Weintipp von mir braucht, der sollte mal die Grau- und Weißburgunder, den Kerner und den Blanc de Noir probieren.

Kontakt:
Weingut Karl Friedrich Aust
Weinbergstrasse 10
D-01445 Radebeul

Telefon: +49 351 893 90 100
E-Mail: winzer@weingut-aust.de
Web: www.weingut-aust.de

Anfahrt:
Auto
Straßenbahn Linie 4, Haltestelle Haltestelle ‘Wasastraße’
S-Bahn S1, Haltestelle ‘Radebeul-Weintraube’

Muryan [Polmassick Vineyard]
Freitag, 30. Oktober 2009

Muryan

Ok, die Voraussetzungen sind nicht die besten. Der Wein kommt aus Cornwall. Das kennen die meisten Deutschen von den – sogenannten – Romanen von Rosamunde Pilcher. Das Etikett sieht aus, wie aus dem Copyshop. Der Name des Weins lautet aus der cornischen Sprache übersetzt ‘Ameise’. Dazu gibt es keine Jahrgangsangabe. Doch von mir die Info, dass es sich um einen Müller-Thurgau handelt.
Aber ich kenne Weine aus Cornwall die durchaus nicht schlecht sind, also geben wir der ‘Ameise’ eine Chance.
Und tatsächlich, ein schöner, leichter und süffiger Thurgau. Natürlich keine Fruchtbombe, aber auch kein gekelterter Scheuerlappen.
Da habe ich in Deutschland, unter dem Logo Qualitätswein, schon einige, deutlich schlechtere Müller-Thurgau im Glas gehabt.
Wenn die Pflicht des Weinmachens in Cornwall auf diesem Niveau ist, kann man sich in auf dem Kontinent so langsam auf die Kür freuen…

[Gefunden... vor Ort]

Song zum Wein:
Gossip – ‘Heavy Cross’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

WC Lektüre vom 15.10.09
Donnerstag, 15. Oktober 2009
  • Das System Deutsche Weinkönigin aus den frühen 50ern muss dringend entstaubt werden und sich aus der volkstümlichen Schunkel-Umklammerung befreien. So ähnlich sieht das auch six-to-nine.
    Aber bitte keinen deutschen Jungwinzerinnen-Kalender. Das Ablichten in Reizwäsche sollte weiterhin mittelprächtig talentierten C-Promis überlassen werden.
  • Eine Alternative um das Konzept Weinkönigin breiteren Schichten zugänglich zu machen, kommt aus Berlin-Kreuzberg. Denn gibt es jetzt auch dort eine Weinkönigin: Stefan Bolz aus Wedding. Mal sehen, wie sich die Gute bei der nächsten Wahl zur Deutschen Weinkönigin so schlägt…
  • GooWei. Was? Klingt wie ein chinesischer Plagiateproduzent, ist aber eine neue Weinsuche im Internet von Wein-Plus auf Google-Basis. Bliebe die Frage: Wer hat darauf gewartet? Hand hoch! Dachte ich mir…
  • Während sich Weinblogger und Weintwitterer über Hugh Johnson heftigst aufregt haben, weil er meinte ‘Deutsche Weine können eigentlich nicht gut sein’, regt er sich über die geplante Moselbrücke auf.  Dies hat übrigens auch schon Stuart Pigott getan. Damit liegen sie im Trend, denn das Thema spielt in gesamten internationalen Weinjournallie (incl. Blogs, Twitter und co.) eine Rolle. Nur in Deutschland sitzt man die Sache in Ruhe aus. Wer sich das Video mit Stuart Pigott ansieht, wird ahnen warum…
  • In eigener Sache: Ich werde in letzter Zeit öfters gefragt was denn mit Weincasting los sei. So wegen der Postingfrequenz. Die Erklärung: Ich habe im Moment nicht sooo viel Zeit, darum geht es hier etwas ruhiger zu. Das wird sich aber wieder ändern. Stay tuned.
Anonyme Köche. Online goes Print.
Mittwoch, 7. Oktober 2009

AK

Muss man ein Blog als Buch herausgeben? Nö. Will man oft auch gar nicht haben. Eine Menge Blogs haben sowieso nichts besseres zu tun, als die Welt mit möglichst vielen Informationen zu beglücken, die eine Halbwertszeit von einigen Tagen haben. Wenn überhaupt.
Glücklicherweise gibt es in diesem Tümpel an Belanglosigkeiten einige Inseln der Glückseligkeit. Nicht viele, aber immerhin.
Die Anonymen Köche sind eine davon. Auch wenn ich schon mal erklärt habe, dass ich kein besonderer Freund von Koch… Rezept… Foodblogs bin, das Blog von Claudio tanzt gemeinsam mit einigen wenigen, anderen für mich aus der Reihe.
Und das liegt nicht nur daran, dass er mit mir die Liebe zu Hackbällchen teilt. Sogar zu denen aus dem schwedischen Möbelhaus mit dem Klecks Preiselbeermarmelade.
Wunderbar entschleunigt und mit sehr viel Liebe geschrieben, schaue ich gerne, immer wieder mal vorbei. Denn hier stimmt nicht nur der Inhalt, hier stimmt auch die Form. Für mich das einzige… zumindest fällt mir gerade kein anderes ein… deutschsprachige Foodblog bei dem man kein Augenkrebs bekommt.
Und nun gibt es dieses Blog als Buch. Damit eröffnen sich natürlich neue Möglichkeiten. Man kann Claudios kulinarischen Geschichten nun auch mit aufs Kl… in Badewanne oder Küche nehmen. Oder sich Fettes Brot, Discount Kobe-Beef, Kloß to heaven, Lämmle live, einem asketischem Abendmahl und anderen Konsorten, einfach frei von 1024×768, 1280×800, 1440×900 und Akkuzwang auf dem Sofa hingeben.
Da bleiben kaum Wünsche offen. Wenn ich doch einen frei gehabt hätte, dann wäre es ein Hardcover für das Buch gewesen.
Ja, hmmm und… Doch, ich sag’s: Einen etwas sparsameren Umgang mit der Aachen Bold hätte ich mir auch gewünscht. Die ist für Headlines gedacht und da sollte man sie auch lassen. Das war’s dann aber auch wirklich.
Zu bekommen im gut sortierten Buchhandel (und dort) und für die geizigeren Zeitgenossen unter anonymekoeche.net als Blog für umsonst.
Und für die, die nach dem Buch noch Nachschlag wollen…

Die Weinpartei. Die Weinpartei?
Mittwoch, 30. September 2009

weinpartei
Kaum ist die Bundestagswahl vorbei, sollen wir schon wieder eine neue, offensichtlich monothematische Partei bekommen. Die Weinpartei oder DIE WEINPARTEI als ‘einzige echte Interessenvertreterin von Winzern, Weinhändlern und echten Weinfreunden’. Na, denn. Obwohl ‘Die Repräsentation des Weines darf zukünftig nicht mehr Volksmusikdarstellern jedweiliger Couleur überlassen werden’ klingt ja schon mal gar nicht so übel…

Weinfest in Radebeul.
Freitag, 18. September 2009

Weinfest

Beim Weinfest in Radebeul gibt es an diesem Wochenende, im Gegensatz zu vielen anderen Weinfesten, tatsächlich gute Weine (Klaus Zimmerling, Karl Friedrich Aust, Martin Schwarz…) plus sinnvollen und sinnlosen Schnickschnack.
Das Ganze ist aber leider nur zu ertragen, wenn man einen Fetisch für klaustrophobische Enge unter fremden Menschen hat.

40 außergewöhnliche Weinetiketten [Update]
Montag, 14. September 2009

Jetzt gibt’s was auf die Augen! 40 außergewöhnliche Weinetiketten aus aller Welt, die oft in ihrer gestalterischen Qualität glänzen, aber immer positiv aus der grauen Weinlabel-Masse herausstechen. Die Auswahl ist natürlich rein subjektiv…

...
DADA
entworfen von Inhouse Design

...
Gut Oggau entworfen von Jung von Matt

...
Matsu entworfen von Moruba

...

Monster Vineyards
entworfen von Brandever


Piper Heidsieck – Rosé Sauvage entworfen von Viktor and Rolf (mehr…)


...
(Oops) Wines

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Magnificent Wine

...
Michael Austin Wines entworfen von Hatch Design

...
Frog’s Piss gefunden bei stuff4restaurants

...
Blasted Church Vineyards

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Mad Housewife

...
Mini Garage Winery entworfen von Kolle Rebbe

...
Bin Wine entworfen von Dare!

...
Drinks Well. entworfen von Robot-food

...
Nice Nose entworfen von Robot-food

...
Blidfrukt Vit entworfen von Jop Quirinndongo

...
He Said She Said entworfen von Manifesto Design

...
Henry of Pelham Wines entworfen von Insite Design

...
Madeinmilan entworfen von Fabio Bressan

...
Marauding Vintners entworfen von /M/A/S/H/

...
Return of the Living Red entworfen von /M/A/S/H/

...
Weinquartier entworfen von bauer konzept & gestaltung

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Changing Lanes Wine entworfen von /M/A/S/H/

...
Logan Weemala entworfen von War Design

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Boarding Pass entworfen von ICON Design Group

...
Lazarus entworfen von Baud

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M.A.D. Wine entworfen von Asylum

...
Mollydooker Velvet Glove entworfen von /M/A/S/H/

...
Mollydooker entworfen von /M/A/S/H/

...
Frank B entworfen von Talia Cohen

...
Elk & Wolf entworfen von Social UK

...
Shalev Wine entworfen von Nine99 Design

...
Shefa Wine entworfen von Nine99 Design

...
Gumbleone entworfen von The Creative Method

...
The Waxed Bat entworfen von STRANGER & STRANGER

...
McGuigan Wines (Handmade) entworfen von STRANGER & STRANGER

...
Ysios & Ion Fiz entworfen von Supperstudio

...
Weingut Markus Schneider entworfen von die medienagenten

...
Weingut Martin Tesch entworfen von Fuenfwerken Design AG

...
Niepoort Vinhos entworfen von alessandri design

[Update] Hier geht es inzwischen mit 30+1 neuen außergewöhnlichen Weinetiketten weiter.

Dresdner Biergärten: Konzertplatz am Weißen Hirsch
Mittwoch, 2. September 2009

Konzertplatz

Der Name klingt für ungeübte Dresdner eher nach einer billigen Bockwurstbude, als nach einem Biergarten. Obwohl an der – inzwischen schon etwas bessere Zeiten gesehen habender – Edelwohnlage Weißer Hirsch gelegen, gibt es hier weder einen Blick auf die Elbe, noch auf vorbeiflanierende Touristen und schon gar nicht auf irgend etwas Barockes. Hier sitzt man im Wald, genauer der Dresdner Heide und blickt auf eine Konzertmuschel. Dazu ist reichlich Platz vor den etwas provisorischen Buden à la Herbstmarkt in der Provinz. Leider liegt er so versteckt hinter dem ‘Parkhotel’, dass man schon wissen muss, wo man hin will. (Einfach nach großen roten Schildern suchen)
Diese scheinbare Tristesse lässt sich aber mit dem Namen bean & beluga möglicherweise gedanklich schon etwas aufhübschen. Denn hinter Namen Konzertplatz am Weißen Hirsch verbirgt sich der Biergarten von Stefan Hermann, Dresdens Sternekoch.
Wer hier jetzt Angst vor nervender Klientel hat, keine Sorge. Das Publikum ist gemischter als man annehmen könnte und verläuft sich notfalls ganz gut.
Wer nicht mehr ohne Liegestuhl kann, der kann auch hier. Und Kinder können notfalls im Sand… spielen.
Beim Erfrischungs-Angebot kann man nicht wirklich meckern. Die üblichen Getränke natürlich, Cocktails, Orangina, Eis, eine reichliche Auswahl an Tee… undundund.
Das Angebot an Essen ist überschaubar, aber für einen Biergarten sehr schick. Bratwurst, Fisch, gebratene Garnelen oder auch Rinderhüftsteak mit Kartoffelsalat, der NICHT fertig aus dem Metro-Kübel kommt, für dreifuffzich. Das passt, in jeder Hinsicht.
Das Weinangebot ist überschaubar. Rot, Weiß und Rosé. Die kommen aber von Markus Schneider (Ursprung und Riesling) sowie Thomas Hensel (Rosé). Jaja, ich weiß… Aber wir reden von einem Biergarten! Dazu kommt noch die ‘Bückware’. Das sind wechselnde Weine aus dem Sortiment. Bei mir zum Beispiel kam er von Philipp Wittmann.
Das Personal ist bis hin zu den Praktikanten nett und freundlich. Auch wenn es nicht gerade brechend voll war, selbstverständlich ist das ja nicht immer.
Damit ist der Konzertplatz – nicht nur, aber ganz besonders – für Weintrinker auf jeden Fall eine Heimsuchung wert.

Anreise: Fahrrad, Auto, Straßenbahn 11
Öffnungszeiten: Fr + Sa ab 14.00 Uhr; So + Feiertags ab 11.00 Uhr
Internet: …

Handy für Rotweintrinker
Freitag, 28. August 2009

Handy und Rotwein

Ich dachte da immer eher an ein iPhone oder so was. Die helvetische swisscom sieht das offenbar anders…

2008 Würtz Riesling Trocken Bag-In-Box
Montag, 24. August 2009

Würtz BiB

Wer dachte, dass der Potate! der Einsteiger von Dirk Würtz ist, der irrt. Denn damit sonnt sich der ‘Würtz Riesling’. Der ist zwar circa doppelt so teuer, kommt aber als 3 Liter Bag-in-Box (BiB). Damit stimmt die Rechung dann wieder.
Die Aufmachung ist schlicht und einfach im edlen Schwarz gehalten. Was sich nicht nur auf der Terrasse gut macht.
Auch der Inhalt richtet sich nach meinen Erwartungen. Wer den Potate! kennt, der wird auch hier kein Fruchtkörbchenriesling erwarten. Nein, er schmeckt ordentlich nach den runden und eckigen Steinen (manche nennen so was mineralisch) auf denen er gewachsen ist, dazu gibt es noch eine ordentliche Portion Zitrusfrische.
Aber bitte nicht vergessen: Hier haben wir einen Basisriesling und keinen Gran Cru im Karton!
Nachdem man den ‘Zapfhahn’ bauartbedingt frisch herausgefummelt hat, zeigt der Riesling sich doch etwas ruppig im Mund. Das ist zwar nicht weiter schlimm, aber spürbar.
Möglich, dass auch der Wein im Beutel seine – zumindest virtuelle – Luft braucht, denn nach ein bis Tagen ist diese Kratzbürstigkeit verschwunden. Übrigens eine Erfahrung die ich schon mit anderen BiB’s gemacht habe.
Dass es diesen ‘Würtz’ (fast) nur bei ‘der Metro’ gibt, hat einen Vor- und einen Nachteil.
Der Vorteil: Man bekommt ihn praktisch überall.
Der Nachteil: Dirk Würtz hat mich freundlicherweise noch mal daran erinnert, dass BiB’s nur ca. sieben Monate frisch bleiben. Dass bedeutet, sollten die Dinger dort zu lange rumgestanden haben, könnte man bei Kauf aufs Näschen fallen.
Darum ein Tipp für den BiB: So es denn möglich ist, einfach einen Tag vorher öffnen. Dies erleichtert das Kennenlernen, denn der Riesling bekommt seine ‘Luft’ und man selbst auf der Party keinen Ärger, wenn der Wein perdu ist.

[Gefunden bei… Metro C&C, Dresden]

Song zum Wein:
ZZ Top – ‘Sharp Dressed Man’
Hier kurz reinhören (via iTunes)

Ganz schön sächsi?
Donnerstag, 20. August 2009

Sächsi?

Es gibt Reklame, die vergisst man am besten schnell wieder. Trotzdem passiert es, dass man später doch wieder über sie stolpert. So wie bei diesem Plakat, welches in einem Dresdner Supermarkt die Jahre des (gerne) Vergessens überdauert hat.
Ein willkommener Anlass, mal zu Fragen was aus dem Herren mit der Gesichtstapete und der Dame mit der Schärpe wohl geworden ist.
Nun, der Herr ist inzwischen Weinbotschafter und die Dame ist nun… immerhin nicht beim einem Call-TV-Sender.

Stuart, Chandra und Manfred Pigott…
Mittwoch, 12. August 2009

Manfred Pigott

Solch ein Praktikanten-Fehler passiert schon mal, wenn man die eigene Webseite komplett in die Hände seines Verlags gibt. Aber wahrscheinlich ist das außer mir eh niemandem aufgefallen…

Die besten Weine Deutschlands… Schon wieder
Freitag, 7. August 2009

Von der Firma Reich-Arbeitsschutz wurden mir die besten Weine Deutschlands ja schon einmal angeboten.
Entweder hat man das schon wieder vergessen, die Werbeabteilung dieses ‘Spezialhändlers’ ist so groß, dass eine Hand nicht weiß was die andere macht oder das Zeug liegt unverständlicherweise wie Blei im (hoffentlich) Weinkeller.
Nun hat man mich diesmal über eine E-Mail erreicht, dabei sollte man doch wissen wo solcherlei bei mir gerne landet. Nämlich hier:

Hiermit möchten wir uns als Spezialhändler für gereifte deutsche Spitzenweine vorstellen . (Min. 5 Jahre Flaschenreife)
Gemäß unserem Firmenslogan haben wir nur das Beste vom Besten in unser Programm aufgenommen. Die absoluten Spitzenweingüter und von diesen wiederum nur die Filetstücke. So z.B. Keller-G-MAX, Dönnhoff-Hermannshöhle, Emrich-Schönleber-Halenberg, Breuer-Schloßberg, Köhler-Ruprecht-KaSau Ausl.tr.R, Huber-Wildenstein, F.Becker-PN, Rebholz-Kastanienbusch, Fürst-Hunsrück, Meyer-Näkel-Walp.Kräuterb., Wittmann-Morstein u.v.a.m.
Bei Interesse : Tel.: 036375-***** ; Fax: 036375-*****
Mit freundlichen Grüßen

Matthias Reich

Ich kenne zwar weder den Firmenslogan (die besten Weine…???), noch bin ich mir sicher, ob dieser Spezialweinhändler überhaupt weiß wovon er schreibt. Trotzdem leite ich dies an alle, die z.B. ihren Käse in der Fromagerie ihres Autohauses erwerben, natürlich gerne weiter.

ProWein. Und sie bewegt sich doch?
Mittwoch, 5. August 2009

Die Akkreditierungsrichtlinen der ProWein (bzw. der Messe Düsseldorf) waren bislang ein aufrechter Fels in der Brandung. Viele flüchtige Moden wie zum Beispiel das Internet mit ihren Erscheinungsformen à la Blogs prallten immer wieder an ihnen ab.
Das las sich dann zum Beispiel so:

Nicht akkreditiert werden:

8. Mitglieder von Internet-Redaktionen werden aufgrund der allgemeinen Zugänglichkeit des Internets und der damit verbundenen mangelnden Überprüfbarkeit der eigenen journalistischen Leistung nur gegen Vorlage eines anerkannten Presseausweises akkreditiert. Ausnahme: Internet-Redaktionen, die zu Vollredaktionen oder Verlagen gehören, z.B. Die WELTonline usw.

Wollte man als Blogger trotzdem auf die weltgrößte Weinfachmesse musste man sich schon als Winzer, Weinhändler, Weinautor, Weinjournalist (Print), Weinautor oder gar als Gast tarnen.
Auch der letztjährige Hoffnungsschimmer in Form eines Twitter-Accounts der ProWein erwies sich als offensichtlicher Fake.
Nun habe ich keine Ahnung ob es daran liegt, dass es wohl bald keine Weinjournalisten (Print) mehr geben könnte oder doch an der einen oder anderen Krise. Offenbar hat man still und heimlich die Presse-Akkreditierungsrichtlinen aus der 70er Jahren ins Heute katapultiert.
Und das ließt sich jetzt unter anderem so:

Eine Presse-Akkreditierung können erhalten:

3. Personen aus dem In- oder Ausland, die ihre journalistische (auch fotojournalistische) Tätigkeit folgendermaßen nachweisen können:

d) mittels eines Weblinks zu einer selbst erstellen Online-Publikation, die in der jeweiligen Messe-Community etabliert ist. In diesen Fällen ist eine Vorab-Akkreditierung wegen erhöhten Prüfungsaufwandes erforderlich.

Nun, da steht zwar immer noch nichts von Bloggern und ‘Grau, teurer Freund, ist alle Theorie’, aber allein die Verwendung des Wortes ‘Community’ lässt doch diesmal wirklich hoffen…

2003 Château Mansenoble ‘Cuvée Marie-Annick’
Samstag, 1. August 2009

C. Mansenoble

Wenn ein Belgier wie Guido Jansegers in Südfrankreich Wein macht, ist das heutzutage so ungewöhnlich ja nicht. Wenn man weiss, das er mal Weinjournalist war, schon eher.
Wenn Robert Parker das Weingut als eines der besten der Welt bezeichnet, werden manche jubeln, andere kritisch die Stirn runzeln.
Doch keine Sorge, ich kann Entwarnung geben. Zumindest beim ‘Cuvée Marie-Annick’.
Die Cuvée aus Syrah, Grenache, Mourvèdre und Carignan ist wahrlich ein feines Stöffchen. Opulent, fruchtig, aber keinesfalls die fette, träge Ente die mancher erwartet hätte. Das Barrique ist, wie man immer so sagt, gut eingebunden. Nur, dass es hier tatsächlich so ist. Dazu gibt es als Give Away noch ein paar mediterrane Kräuter auf den Tisch gelegt.
Marcel Reich-Ranicki würde wohl sagen: ‘Ein guter Wein!’

[Gefunden bei… Pinard de Picard]

Song zum Wein:
Sébastien Tellier  – ‘Sexual sportweare’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Sex, Lügen und Weinvideo
Dienstag, 28. Juli 2009

Nachdem früher Versuche auf dem Terroir des Weinvideos etwas reißen zu wollen eher zaghaft waren, scheint man nun zu neuen Ufern aufbrechen zu wollen. Grund genug, um einmal einen subjektiven Blick auf die aktuelle Szene zu werfen.

Bottleplot

Auch wenn es etwas ruhig um Bottleplot geworden ist, es gibt ihn noch. Nachdem sich die Webwein-Gemeinde zum Start fast überschlagen hat vor Begeisterung, ist Marlene Duffy nun im Alltag angekommen. Trotzdem darf sie sich immer noch zu Recht an die Kamera heften, als erste das Format Videoblog, in professioneller und durchaus abwechslungsreicher Art und Weise in die deutsche Weinszene gebracht zu haben. Auch wenn das Format stark an Gary Vaynerchuck angelehnt war und ist. Just in seinem Wine Library TV Folge 605 war vor einiger Zeit Hendrik ‘Es gibt keinen guten Wein unter 5 Euro’ Thoma zu Gast. Und nun wissen wir auch warum.

Tvino

Mit Tvino startet auch er einen Versuch des Weinfernsehens im Internet. Auch hier merkt man die Vaynerchuckschen Basics, wenn auch die Präsentation weniger hysterisch abläuft. 
Selbstverständlich sind auch Hendrik Thomas Aktivitäten kein Ausdruck von übermäßiger Tagesfreizeit, sondern wie bei Wine Library TV und Bottleplot, cleveres Business. Denn hinter Tvino steht Hawesko, immerhin der größte Weinhändler Europas. Auch wenn darum die Messlatte ruhig etwas nach oben gestupst werden darf, schlecht ist die Sache nicht gemacht. Es verwirrt zwar etwas, dass der gute Hendrik seine Zuschauer wie beim Jugendradio duzt, bringt die Sache aber locker und nicht wischiwaschi rüber. Wer Blut geleckt hat, kann den Wein dann auch elegant und gleich bestellen. Bei Hawesko natürlich. Selbstverständlich ist die Geschichte auch in Social Media Gedöns wie Facebook und Twitter eingebunden.

Undwein

Einige Business-Nummern kleiner ist undwein.de. Der Frankfurter Weinhändler Jan Mangold und sein Alter Ego Olaf la… plaudern hier ganz ungezwungen über Wein. Die Präsentation wirkt zwar amateurhafter und holpriger als bei Tvino, was aber auch den Reiz des Ganzen ausmacht. Gar nicht amateurhaft ist allerdings die technische Umsetzung, die der jeweiligen Konkurrenz aus Hamburg absolut das Wasser reichen kann. Das Tim und Struppi-freie Ambiente kann (muss aber nicht) der Anlaufpunkt für die etwas konservativeren Weintrinker sein, denen selbst Hendrik Thoma immer noch zu hektisch ist.

Wuertz Wein

Gar nicht konservativ – wir ahnen es – ist Dirk Würtz. Die – nach eigenen Angaben -  Bildzeitung unter den Weinblogs, hat neben seiner Tätigkeit als Winzer offenbar genug Tagesfreizeit um seine Webseiten auch noch mit Videos zu füllen. Und das gelingt ihm bisher alles andere als schlecht. Authentisch, witzig, trashig… auf jeden Fall unterhaltsam, werden hier beinahe wie am Fließband allerlei wichtige und brisante Themen abgehakt.

Mich würde es also nicht wundern, wenn noch weitere Interessenten auf den Weinvideo-Zug aufspringen werden.
 Ich bin gespannt, wie sich besonders die business-affinen Projekte auf Dauer in der Welt des Social Media schlagen werden. Denn hier kann die Begeisterung von heute schnell das Desinteresse von morgen sein.
Ach ja, wem in diesen Beitrag zu wenig Sex und Lügen vorgekommen sind, der möge sich doch bitte an Steven Soderbergh halten…

2008 Campo del Benaco Bardolino Chiaretto D.O.C.
Samstag, 18. Juli 2009

Campo del Benaco

Ich geb’ es ja zu, ich bin kein besonderer Freund von Weinen der Spezies Rosé. Obwohl ich durchaus schon den einen oder anderen netten Rosé hatte, kann ich mich damit nicht wirklich anfreunden.
Trotzdem, man soll ja offen für alles sein.
Dieser Campo del Benaco wurde mir (‘Weil ich mich ja für Wein…’) zugesteckt, kommt mal wieder aus dem Hause bofrost und… ich mache es kurz: Schmeckt und riecht nach rein gar nichts, wenn man von etwas Alkohol mal absieht. Jedenfalls wenn er gut gekühlt ist, wie es sich für einen Sommerwein gehört. Von ‘Herrlich frisch mit dem Aroma von Kirschen und Erdbeeren’, merke ich jedenfalls nichts…
Und warm möchte ich das Zeug gar nicht erst probieren. Und dafür auch noch knapp sechs Euro zu verlangen… Ach, lassen wir es einfach damit gut sein. Ecco fatto!

[Gefunden bei… Bofrost]

Song zum Wein:
Mando Diao – ‘You Got Nothing On Me’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

2006 Dernauer Pfarrwingert Spätburgunder GG [Meyer-Näkel]
Dienstag, 14. Juli 2009

Dernauer PW

Zugegeben, ‘Dernauer Pfarrwingert’ für eine Lage klingt etwas doof, ist aber ganz einfach zu übersetzen. Dernau ist ein Dörfchen an der Ahr. Und Wingert steht für den Weingarten, der früher einmal der katholischen Pfarrkirche in Dernau gehört hatte. Also könnte die Lage auch ‘Ehemaliger Weingarten der Pfarrkirche von Dernau’ heißen. Somit klingt Dernauer Pfarrwingert dann doch gar nicht mehr so doof.
Und einen Anteil an dieser Lage hat das Weingut Meyer-Näkel u.a. mit eben diesen Dernauer Pfarrwingert Spätburgunder Großes Gewächs (GG). Dass der 2005er bei den Decanter World Wine Awards (DWWA) den ersten Platz unter allen Pinot-N’s sei der Statistik halber nur am Rande erwähnt.
Auf jeden Fall ist dieser Meyer-Näkel ein reifes, saftig-wummiges Rotkäppchen, welches von Oma… oder sollten wir hier Opa sagen… noch Schokolade und Vanille ins (Barrique-)Körbchen mitgegeben wurde. Was jedoch gänzlich fehlt ist das von Hern K. so gehasste Spreewaldgurken-Aroma, welches manche Spätburgunder vor sich hertragen.
Das ganze ist so nah an einem klasse Burgunder-Franzosen, dass man sich noch fragt warum man für solche auch noch mehr als das doppelte ausgeben soll.
Auch wenn jetzt mancher ‘Kopie!’ schreien möge: Egal, mir hat er geschmeckt. Sehr sogar.

[Gefunden bei… Kaufhof, Leipzig]

Song zum Wein:
Shane MacGowan & The Popes – ‘Danny Boy’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Dr. Niles Crane Quotes XVII.
Montag, 13. Juli 2009

NCWQ 17

Frasier: Niles! What fortuitous timing.  Er… you know the wine shop just called a moment ago?  It seems they’re down to their last two cases of the ’82 Chambolle-Musigny, so why don’t you dash right down there and stack it all up?
Niles: Okay… Hold it! … You know very well that in 1982 there was a drought in Bourgogne.  The locals dubbed it ‘The Year of the Raisin.’  And that wine was never sold by the case, only by the bottle… T.H. Houghton is here, isn’t he?

Dr. Niles Crane is a fictional character on the American sitcom Frasier. Niles is the younger brother of Dr. Frasier Crane.

Spendenstand für den Gault Millau
Montag, 6. Juli 2009

Im Streit um den Gault Millau ist etwas Ruhe eingekehrt. Zeit für die Frage: Wie sieht es denn nun aus mit den Spenden… der Beteiligung an der ‘Teilnahmegebühr’?
Nehmen wir einen Bierdeckel und rechnen grob mal durch, so wie es die Rhein-Neckar-Zeitung gemacht hat:

‘Der Gault Millau erscheint in einer Auflage von etwa 20000 bei einem Preis von 30 Euro. Das ergibt einen Umsatz von rund 600000 Euro. Davon erhält der Verlag etwa 400000, der Rest ist die Händlerspanne. Wenn 900 Winzer 195 Euro zahlen, wäre das ein Zuschuss von immerhin 175500 Euro. ‘

Soviel zur Theorie. Angeblich sollen bisher gut 50% der Winzer ihre Bereitschaft erklärt haben, sich zu beteiligen. Dazu kämen noch die verkauften Werbeplätze im Weinführer – so die Wirtschaftskrise mitspielt – von ungefähr 65.000 Euro.
Da wären wir schon bei rund 153.000 Euro.
Und gehen wir mal davon aus, dass die nächste Ausgabe nicht in feinstem Büttenpapier, handgeschrieben und illustriert von griechische Mönchen daherkommt. Dann sind die ‘Herstellkosten’ mehr als locker drin, ohne das ein einziges Exemplar über die Büchertheke gehen musste. Und vielleicht kann man ja bald ganz auf Leser verzichten.
Dann könnte es bald wirklich heißen:
Gault Millau, WeinGuide Deutschland 20xx. Von Winzern für Winzer. Bezahlt, verkostet und bewertet.

Gault Millau und die Winzer. Vive la révolution?!


Freitag, 3. Juli 2009

Vor kurzem sorgte u.a. eine Meldung bei Werner Elflein für Diskussion, dass sich die deutsche Ausgabe des Gault Millau Weinführers nicht mehr nur mit den unzähligen kostenlosen Probeflaschen begnügen wolle. Vielmehr wäre es jetzt doch nett, wenn sich die Winzer nun auch an den ‘Herstellkosten’  mit einer ‘Teilnahmegebühr’ in Höhe von 195 Euro beteiligen würden. Natürlich wäre dies freiwillig und hätte bestimmt keinen Einfluss auf die Bewertung. Der Grund dieser Aktion liegt offenbar nicht nur darin, dass man die Zeit verschlafen hat, dem Gault Millau nicht nur die Leser, sondern auch die Marketingprofis abhanden gekommen sind. Sonst hätte man wissen müssen, das man immer auf dem Hintern landet, wenn man für eine Leistung die bisher kostenfrei war, plötzlich Geld fordert… Pardon… um Beteiligung bittet. Noch dazu ohne irgendeinen  Mehrwert.
Und dies ist nun schneller nach Hinten losgegangen als gedacht. Einige nicht ganz unbekannte Winzer wollen sich nicht nur nicht an einer ‘Teilnahmegebühr’ beteiligen, sie wollen gar nicht mehr mitmachen.
In einen offenen Brief an den herausgebenden Verlag heißt es:



Die Unterzeichner werden Ihrem Wunsch nach finanzieller Unterstützung daher nicht entsprechen. Sie sind sich der wein-politischen Brisanz dieser öffentlichen Aussage sehr wohl bewusst und erachten daher das Verhältnis zum Gault Millau als so gestört, dass sie von nun an keine Probeweine mehr einreichen werden. Gleichzeitig erwarten sie, dass in Zukunft auf einer Publikation von Verkostungsergebnissen ihrer Weine und einer Beschreibung ihrer Weingüter abgesehen wird.



Unterzeichner sind bisher Weingut Bercher, Weingut Helmut Dönnhoff, Weingut Rudolf Fürst, Weingut Gunderloch, Weingut Dr. Heger, Weingut Heymann-Löwenstein, Weingut Josef Leitz, Weingut Johner , Weingut Knipser, Weingut Köhler-Ruprecht, Weingut Gunter Künstler, Weingut Meyer-Näkel, Weingut Egon Müller und Weingut Seeger.
Sollten sich noch weitere Weingüter anschließen, könnte es nicht nur für den Gault Millau eng werden. Macht dies Schule, könnte es Folgen für das oft undurchsichtige System von Privilegien und Seilschaften im gesamten Weinjournalismus haben.

Dresdner Elbtal der Ahnungslosen jetzt wieder ohne Erbe
Donnerstag, 25. Juni 2009

Der Titel ‘Weltkulturerbe’ für das Dresdner Elbtal, welches die Weinberge u.a. der Dresdner Winzer Lutz Müller und Klaus Zimmerling zumindest tangierte, ist endgültig futsch. Damit erreicht eine mehrjährige Provinzposse ihren Endpunkt…
Ach, lassen wir den Sachverstand der lokalen FDP-Politiker Jan Mücke (‘Dresden bleibt Weltkulturerbe der Herzen’) und Holger Zastrow (‘Zwei Tage Obama haben mehr für das weltweite Image Dresdens gebracht als fünf Jahre Weltkulturerbe’) einfach mal im Raum stehen und freuen uns auf Olaf Schubert und die Elbbrücken:

Ursula, Sabine und der Ärger mit Petitionen
Sonntag, 21. Juni 2009

Die Petition gegen Ursula von der Leyens Gesetzentwurf gegen Kinderpornografie im Netz ist gescheitert. Na, nicht gescheitert, denn immerhin haben 134.014 Menschen diese Petition unterzeichnet. Sie ist im Sande verlaufen. Der Bundestag hat das Gesetz abgesegnet, weil man es für richtig hielt… und weil man sich als Politiker ungern in die Schmuddelecke der Kinderpornografie hinein interpretieren lassen will. Wer ist nicht dafür, wenn es um Bekämpfung von Kinderpornografie geht? Dass dieses Gesetz aber nur die Möglichkeiten eröffnet um alles, außer Kinderpornografie zu bekämpfen oder gar zu verhindern, sei hier nur ganz am Rande erwähnt. Alle, die mit diesem Thema nicht ganz vertraut sind, verweise ich gerne an Artikel von Thomas Knüwer, der ZEIT  und Spiegel Online.
Nun, die Mehrzahl der Abgeordneten des deutschen Bundestages hat sich aller Gegenargumente zum Trotz als eisern erwiesen. Außerdem waren die Anzahl der Unterzeichner wohl keine echte Drohkulisse im Bezug auf eine drohende Abwahl im Herbst. Vielleicht hat man ja auch gedacht, so wie der prominente Weinreporter, Meinungspoet und Petitionsgegner Gegner dieser Petition, Mario Scheuermann, dass 134.014 Unterschriften gerade 0,11% der Wahlberechtigten widerspiegeln.
Und damit sind wir bei der nächsten Petition, die nur auf den ersten Blick rein gar nichts mit der oben genannten zu tun hat.
Sabine Bätzing, Drogenbeauftragte der Bundesregierung und Lieblingsgegnerin vieler Weinblogger hat vor einiger Zeit eine weitere Maßnahme gegen den Alkoholmissbrauch angeregt. Nein, keine weiteren Präventionsmaßnahmen, kein Alkoholverbot (zum Glück), nur die Erhöhung von Steuern auf alkoholische Getränke. Nun ist hinlänglich bekannt, dass hohe Steuern zwar Geld in die Kassen spülen, aber sicher nicht dem Unterbinden von Alkoholmissbrauch dienen. Dazu genügt schon ein Blick nach Skandinavien. Jedenfalls hat Winzer und Blogger Dirk Würz zusammen mit yoopress ‘eher präventiv’ eine Petition gegen diese angedachte  Alkoholsteuer ins Leben gerufen.
Auch wenn ich diese Aktion, so wie Lars Breidenbach, mit zwiespältigen Gefühlen sehe: Ok, kann man machen…
Trotzdem es zurzeit nur 312 Unterstützer gibt, wird zumindest das Ansinnen Erfolg haben. Da brauchen wir einen prozentualen Anteil an Wahlberechtigten erst gar nicht nachzurechnen. Während weiter zaghaft abgestimmt wird, arbeitet es hinter den Kulissen bereits auf vollen Touren.
Denn in diesem Falle benötigt man gar keine 100.000 plus x Stimmen, hier genügt im besten Falle nur eine. Zum Beispiel die von Lothar Ebbertz, dem Hauptgeschäftsführer des Bayerischen Brauerbundes, der ein Untergangsszenario anstimmt, welches vom Ende der deutschen Brauereivielfalt, von Zeitungen, Fernsehsendern, Gaststätten bis hin zu  vielen kleinen Sportvereinen reicht.
Unter diesem Getöse haben sich Sabine Bätzings Ideen schon in Luft aufgelöst, bevor der erste Winzer zum Telefonhörer gegriffen hat um seinen örtlichen CDU-Abgeordneten anzurufen.
So wird am Ende für den einen oder anderen die Welt wieder in Ordnung sein, aber an den Ursachen für Kinderpornografie und Alkoholmissbrauch wurde wieder einmal nicht gerüttelt.

Das Plagiat? [2.Update]
Donnerstag, 18. Juni 2009

Das Plagiat

Zurzeit unter weinverkostungen.com zu finden. Und wir beachten auch diesmal bitte besonders die Domainendung. Ja, natürlich, das ist platt, kindisch, albern… entbehrt aber nicht einer gewissen Komik. Vor allem wenn man zwischen den Zeilen… Pardon… Sprechblasen liest. Und ich weiß wovon ich spreche.
Da ich trotz dieser Ereignisse nichts damit zu tun habe, bleibt jetzt nur noch die Frage: Wer und was steckt dahinter? Ich hätte da zwar ne Ahnung…

(via @Flugtier)

[Update]
Offenbar tut sich da immer noch was auf der Seite. Es bleibt aber mysteriös. Ich hab zwar immer noch einen Verdacht, aber inzwischen einen anderen…

[2.Update]
Hat sich inzwischen wohl erledigt. Schade, irgendwie. Wo es doch in der Weinszene sonst wenig zum schmunzeln gibt…

Michael Broadbents Fahrrad geklaut
Samstag, 13. Juni 2009

Was wie ‘eine Sackkarre in China umgefallen’ klingt, ist leider Realität. Michael Broadbent, bekannter Weinkritiker und eine der wenigen Personen auf der Welt, die vermutlich alle relevanten Weine der Welt probiert hat, wurde sein Fahrrad gestohlen. Das ist besonders ärgerlich, da er der lebende Beweis dafür ist, dass Weinkritiker im Alter ein hohes Maß an Milde und Weisheit besitzen können.
Es handelt sich um ‘a very old white Dutch ladies’ Fahrrad mit ‘a basket on the front and back’, vermutlich aus den 50ern.
Bei den Dieben müsste es sich entweder um blutige Amateure oder Kenner gehandelt haben. Denn mit dem Fahrrad wurde auch ein roter Fahrradhelm mit der Aufschrift ‘Decanter’ gestohlen.
Für sachdienliche Hinweise zur Wiedererlangung von Fahrrad (‘I miss it enormously’) und Helm gibt es vom gleichnamigen Weinmagazin ‘a bottle of fine Madeira’.

[via]

2007 Werderaner Wachtelberg Velvet Trocken
Sonntag, 7. Juni 2009

Velvet 07

Es ist schon ein nicht ganz einfaches Ding mit einem Rotwein und Saale und Unstrut. Noch dazu wenn er von der Havel kommt.
Es gibt sie zwar, die guten Roten im Lande, aber es sind nicht derer viele. Das mag zwar hier und da an der Kunst der Winzer liegen, zum großen Teil aber doch (noch) am Klima. Und dies ist in Werder bei Berlin nun nicht gerade günstiger für Rotweine als um Freyburg und Co.
So sind zumindest die Rotweine vom Werderaner Wachtelberg zwar ehrliche Häute, aber doch eher raue Typen.
Da lag es wohl nahe, den vorherrschenden Regent mit etwas Dornfelder einen Weichspüler zu verpassen und das Ganze dann als Cuveé in Flaschen zu pressen. Und das hat ganz ordentlich funktioniert. Ein Stück Samt im Mund und dazu ein kräftiges Aroma von Kirschen mit einem Schuss Johannisbeere. Fertig ist der Velvet.
Das Ergebnis taugt zwar nicht um in der deutschen Rotweinwelt eine neue Duftmarke zu setzen, aber für Randberlin geht das allemal i.O.

[Gefunden in... Werder/Havel]

Song zum Wein:
Alannah Myles – ‘Black Velvet’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Obama in Dresden
Freitag, 5. Juni 2009

Wackerbarth Obama

Ohne Worte.

WC Lektüre vom 02.06.09 [Update]
Dienstag, 2. Juni 2009
  • Silvaner für Europa? Freunde einer ehemaligen Spaßpartei wollen gekonnt auf die Krise reagieren und recyclen peinlich-spaßige Wortspielchen von ehemaligen Kleingartenjubiläen. Und damit man nicht so allein ist, zieht man Hand in Hand…  Ach, lesen Sie selbst.
  • Wenn Silvaner gut für Europa sein soll, was ist dann Silvana von der fdp? Prosecco aus der Dose? Oder wie soll ich das sonst verstehen… Und das.
  • Und weil es so schön ist, noch mal Politik. Vielen Bürgern fällt es zunehmend schwer die Parteien auseinander zu halten. Das pasiert inzwischen auch einigen Parteimitgliedern. So hält man sich bei der CDU auch schon mal für die SPD. Stellt sich dabei allerdings alles andere als clever an.
  • Blogs sind im allgemeinen auch dafür bekannt, dass man sich durchaus mal ein paar deftige Dinge offen um die Ohren hauen kann, sich nicht unbedingt mögen muss, aber doch irgendwo bei offenen Visier miteinander umgeht. Unter Weinbloggern sieht das leider immer wieder mal anders aus. Jedenfalls ist mir sonst kein Blog bekannt, das aufgrund von ‘verdeckten Aktionen’ eines anderen (Auch-)Bloggers alles hinschmeißt. Dass es am Ende nun doch nicht ganz soweit kommt, macht die Sache aber nicht besser…
  • Endlich mal wieder eine Top Ten Liste. Über Lücken der ‘Ten Architectural Wonders of the Wine World‘ kann man zwar im Einzelnen diskutieren, ist aber trotzdem ganz nett.
  • Alex vom Blind Tasting Club kommt ja immer schön rum. Aber auf seinen Besuch im Lavinia Winestore in Paris bin ich schon etwas neidisch. ‘Yes, one of the wines you could try here. My eyes got big! And, yes, 15 Euro for 0,03l, but better than 230 Euro for a bottle.’ Eben, billiger kommt man an einen Schluck 2004 Chateau Haut-Brion sonst nur als Weinjournalist.
  • Holger Klein verfolge ich auch schon seit längerer Zeit unter stackenblochen. Holgi sind die anderen 50% von ‘Christophs und Holgis Mixtouren’ bei originalverkorkt. Darum geht es auf stackenblochen auch um Wein. Aber nicht nur. Und nicht immer.

[Update]

  • ‘Zusätzlich wurde mir mit diversen Klagen offen, in Emails und Hintenrum gedroht. Naja.’ Also DAS kommt mir dann aber doch bekannt vor…
Dr. Niles Crane Quotes XVI.
Sonntag, 31. Mai 2009

NCWQ 16

Martin: Come on, they’re great guys – Stinky, Wolfman, Boom-Boom, Jim. Of course his name’s not really Jim, we call him that because he likes to drink Jim Beam. Just like we call Hank ‘Bud’, because he drinks Budweiser.  Come on, you’d love these guys!
Niles: We’re sherry drinkers, Dad. Think about it!

Dr. Niles Crane is a fictional character on the American sitcom Frasier. Niles is the younger brother of Dr. Frasier Crane. Martin is the father of Frasier and Niles.

2004 Geyerscheiss Riesling [Würtz & Weinmann]
Montag, 25. Mai 2009

Geyerscheiss

Einen Wein mit dem Namen Geyerscheiss muss man sich ja schon mal ins Glas kippen. Jedenfalls dann, wenn man auf Wein steht und nicht als Spaßbremse durch die Weinwelt irrt.
Dazu kommt in diesem Fall, dass der Wein nicht nur von Hubertus Weinmann, sondern besonders auch von Dirk Würtz kommt. Und das dieser inzwischen auch Blogger ist, sollte sich rumgesprochen haben. Da man sich in der Weinblogger-Szene aber ungern öffentlich kritisiert, so es mal was zu kritisieren gibt, hatte ich mich diesmal lieber etwas verstärkt. Also, ein paar weitere Meinungen eingeholt, in Form einer etwas größeren und gut gemischten Weinrunde. Ich hab ja da schon etwas Schiss, sicher war also sicher. *Hüst… Räusper… Hüst*
War aber gar nicht nötig, wie man gleich sehen wird.
Nicht ganz ungewöhnlich war, dass der Geyerscheiss hinten, also wirklich ganz hinten, schon ein paar Alterungstöne aufweist. Die stören aber nicht im geringsten, sondern machen die Sache nur noch interessanter. Recht gut… sehr gut hat mir der geringe Anteil an (Achtung! Anerkanter Fachterminus!) einfachen Primärfruchtaromen gefallen. Will sagen, er hat nicht vordergründig nach den üblichen 08/15 Rieslingdingern geschmeckt, die immer mit Apfel, Pfirsich etc. daherkommen. Die sind zwar schon da, aber eher zurückhaltend, im geschmolzenen Maximenü mit Kräutern, Tabak und ganz viel Terroir.
Nur eins noch, laut Dirk Würtz ist das ‘Ein Wein der immer polarisiert, und das ist auch gut so!’. Stimmt eventuell, den Anlass dazu haben wir gesucht, aber nicht gefunden. Aber vielleicht lag es daran, dass es in der Weinrunde keine echten Spaßbremsen gab. Man kann halt nicht immer alles haben.

[Gefunden bei… Pinard de Picard]

Song zum Wein:
Motörhead – ‘When the Eagle Screams’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

1993 Sperss [Angelo Gaja]
Samstag, 16. Mai 2009

Sperss

Willkommen im Reich der Oberklasselimousinen von Angelo Gaja. Aber im Gegensatz dazu ökologisch korrekt und eher zeitlos. Nur beim Preis ist man wieder beieinander.
Aber, wie beschreibt man eine Legende? Vielleicht so: Ein Zimmer vielen alten Möbeln. Vorzugsweise in einem etwas älteren Gemäuer. Bequem im Sessel vor dem warmen Kamin niedergelassen, ein Glas des (nicht zu fruchtigen) Lieblingsrotweines in der Hand, Füße hoch und der trockene, saubere Hund schnarcht in der Ecke. Als Snack gibt’s getrocknete Früchte, eine Lakritzschnecke und einen Espresso von Illy.
DAS ist der Sperss von Gaja. Mehr braucht es nicht.

Song zum Wein:
Led Zeppelin – ‘Stairway to Heaven’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

WC Lektüre vom 08.05.09
Freitag, 8. Mai 2009
  • witzig war es in der kaffeepause neben einem haufen meedia-journalisten zu sitzen. schwanzvergleich, klickzahlen-geilheit und -angeberei scheint bei den journalisten, im vergleich zu bloggern, nochmal um den faktor zweitausend verstärkt zu sein.‘ hehe… *hust* hehe… wirres von einer komischen veranstaltung namens next09.
  • und jetzt wieder mit großbuchstaben: Rivva geht langsam den Bach runter. Rivva hab ich persönlich immer nur dadurch wahrgenommen, dass manche ein Pfützchen vor Freude gemacht haben, wenn sie dort mal aufgetauchten.
    What’s next? Technorati wäre überfällig, ist aber bei Werbekunden immer nach unten offen. Und um Blogoscoop, Wikio und Metaroll ist es auch verdächtig ruhig geworden…
  • LarsB ist wieder (richtig) da. Und gefühlt(?) viel regionaler. Auch wenn ich aufgrund der räumlichen Entfernung nicht immer etwas damit anfangen kann: Ich find’s gut.
  • Nach Rudi Knoll gibt es in der lesenswerten ‘…im Gespräch‘-Serie von Dirk Würtz nun auch Armin Diel (Gault Millau), Marcus Hofschuster (Wein-Plus) und natürlich Mario Scheuermann (himself). Da gab’s leider gar nichts Neues. Dabei lägen hier noch einige Leichen im Keller. Wie z.B. ein gewisser Sauvignon-Blanc-Preis. Naja, man kann nicht alles haben…
  • Zehn Gründe, warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren. Im Magazin der Süddeutschen.
    Ich hätte da noch einen 11. Grund: Weil in Deutschland oft Leute zu ‘Experten’ gemacht werden, die von Dingen reden, von denen sie keine Ahnung haben.
    Und nächste Woche in der SZ-Reihe ‘Klischees ersetzen Fakten’: ‘Zehn Gründe, warum die englische Küche so schlecht ist.’ Von Heidi Klum. Apropos ‘Experten’: Stefan Niggemeier meint hier dazu:
    Im englischen Original des Artikels bei Reuters (!) schreibt Salmon übrigens keineswegs darüber, „warum Blogs in Deutschland nicht funktionieren”, sondern warum es keine deutschen Wirtschaftsblogger (”econobloggers”) gebe. Aber das war dem „SZ-Magazin” wohl nicht sexy genug.
2006 Director’s Cut Zinfandel [Francis Ford Coppola]
Donnerstag, 7. Mai 2009

Directors Cut

Hmmm… Naja, Director’s Cut also. Normalerweise kriegen Filme diese Bezeichnung, wenn der Regisseur all das wieder reinlegen darf, was durch die Produzenten-Weichspülung rausgefallen war. Das Ergebnis ist dann oft ein stimmiger, authentischer, aber auch ruppiger und langatmiger Film.
Was man sich bei Coppolas Director’s Cut dabei gedacht hat, kann ich nicht sagen. Vermutlich sollte es einfach gut klingen.
Denn ruppig ist der Wein keinesfalls. Und authentisch sind auch schon die anderen Weine aus dem Hause Coppola.
Nö, der Wein ist easy California. Nicht zu fruchtig, aber doch mit etwas to mutch bananas. Vielleicht auch ein wenig zu viel Holzbretter, aber dafür mit Schokoraspeln. Ansonsten rund, warm, harmonisch und durchaus lecker.
Den Director’s Cut gibt es übrigens u.a. auch als Cinema (Cuvèe), Pinot Noir, Cabernet Sauvignon, Chardonnay.

[Gefunden im… Kaufhof, Leipzig]

Song (Wenn schon, dann…) Film zum Wein:
Lost in Translation (Von Tochter Sofia)
Hier kurz reingucken (via iTunes).

Show me the way to the next…
Mittwoch, 29. April 2009

Show me the...

Ich wusste gar nicht, dass Navigationssysteme soooo nützlich sein können.

Kurzer Hinweis
Sonntag, 26. April 2009

Ich habe in der nächsten Woche keine Gelegenheit, solcherlei Kommentare herauszufiltern:

Guten Tag
Euer Olinetagebuch hat Unsere Aufmerksamkeit gefesselt, für die Qualität der Rezepte

Wir wurden froh dass Sie es auf *Spam* einschreiben, damit wir es bringen können.
*Spam* ist ein Verzeichnis, dass mit einem Aktenzeichen, die besten Webseiten hat. Mehrere Olinetagebücher sind eingeschrieben und nutzen *Spam* um sich bekannt zu machen.
Um sich auf *Spam* einzuschreiben gehen Sie auf www.spammüll.com oder auf www.spammüll.de und klicken Sie auf “Webseite / Blog eintragen” auf die höhere Stange.

Mit freundlichen Grüssen.

*Euer Spammer*

Das ist zwar bedauerlich, aber leider auch notwendig. Darum gehen so lange alle Kommentare, so es welche gibt, in die Moderationsschleife. Sonst bleibt alles wie gehabt. Vielen Dank.

Die besten Weine Deutschlands…
Freitag, 24. April 2009

… gibt es nicht im Baumarkt. Aber beinahe:

He?

‘Achkarrer Schloßberg’ von Dr. Heger, ‘Dalsheim Hubacker’ von Keller, Pinot ‘R’ von Rebholz, ‘Kiedrich Gräfenberg’ von Robert Weil usw. Und damit die Weine gut bei Ihnen ankommen, legen wir noch fünf Staubschutzmasken und zwei paar Arbeitshandschuhe oben drauf!?

19. Jungweinprobe Sachsen und Saale-Unstrut
Dienstag, 21. April 2009

Am 17. April fand  im Zentralgasthof Weinböhla die 19. Große Gemeinsame Jungweinprobe statt, die eigentlich noch durch ‘Mitteldeutschlands’ ergänzt wird. Da aber Mitteldeutschland, in Mittel- und Ostdeutschland immer sehr dehnbar dargestellt wird, müsste man eigentlich Hessen und NRW dazu zählen. Und die waren nicht dabei, also lasse ich das weg.

Jungweinprobe

Aber, die Veranstaltung ist auf jeden Fall eine schöne Geschichte, denn hier bekommt man alles vor die Flinte, was in Saale-Unstrut und Sachsen Rang und Namen hat. Außer Klaus Zimmerling natürlich, der erwartungsgemäß nicht dabei war. Dafür aber der unvermeidliche ‘Weinbotschafter’ Gunther Emmerlich. Dieser wurde von Offiziellen und Medienvertretern so dermaßen devot umkreist, dass ich froh bin, das er sich nicht auch noch als Weinkritiker versucht.

Jungweinprobe

Außerdem waren so viele (Wein-)Königinnen und Prinzessinen präsent, dass ich den Eindruck habe, jede Winzertochter muss in ihren Leben mindestens einmal solch ein Amt begleitet haben.
Über den Weinbau an Saale, Unstrut und Elbe an sich gibt es hingegen nichts (mehr) zu meckern. Und das trifft nicht nur auf die VDP-Güter Schloss Proschwitz (Zadel), Lützkendorf (Bad Kösen) und Pawis (Zscheiplitz) zu. Stimmen, die immer noch etwas abschätzig und von oben herab kommentieren, haben entweder ein Problem mit dem Osten oder keine Ahnung. Vermutlich sogar beides.
Ach so, die Weine. Da ich nicht mit ellenlangen Einzelbewertungen oder gar Punkten langweilen möchte, picke ich mir mal ein paar Sachen raus, besonders von kleineren Weingütern. So sie mir denn aufgefallen sind.
Vielversprechend fand ich, gegen manchen Trend, ein paar Müller-Thurgau. Zum Beispiel vom Berliner Haus- und Hofwinzer Dr. Lindicke (Werder/Havel) und – für mich Neuland – vom Obst- und Weingut Goldschmidt (Balgstädt).
Die Weißburgunder waren, bis auf wenige Ausnahmen, eine sichere Bank, auch der vom Weingut Drei Herren (Radebeul). Welches gelegentlich sehr gelobt wird, was ich aber nicht immer wirklich nachvollziehen kann. Auf gleicher Linie liegen, im Gegensatz zum Weingut Hoflössnitz (Radebeul), auch Thürkind (Gröst), Klaus Böhme (Kirchscheidungen), Schloss Proschwitz (Zadel) und Lützkendorf (Bad Kösen).
Aufgefallen sind mir hier übrigens die Etiketten von Florian Deckert (Freyburg/Unstrut), welche nicht nur auf den ersten Blick sehr denen von Pawis ähneln, die auch nicht gerade ein gestalterisches Highlight sind. Besser sah es wieder beim Wein, beim Grauburgunder aus. Zumindest bei dem von Pawis (Zscheiplitz) und Gussek (Naumburg/Saale). Letzterer war für mich übrigens der Gewinner des Tages. André Gussek habe ich ja schon länger auf der Karte, aber zumindest bei dem was hier präsentiert wurde, habe ich keine Enttäuschung gefunden. Im Gegenteil, seine Weine sind ein feiner Stoff, welcher immer eine eigene Hausnummer besitzt.
Bei den Rieslingen gab es auch keine Probleme. Alles wie erwartet. Außer vielleicht beim Weingut Hey (Naumburg/Saale), der zwar noch etwas Luft nach oben hat, aber sonst ein schönes nicht zu fruchtiges Weinchen ist.
Traminer gab es wenige, die von Frédéric Fourré (Radebeul), dem Franzosen in Sachsen und Lützgendorf (Bad Kösen) haben mir am besten gefallen.
Zum ersten Mal hatte ich übrigens einen Saphira im Glas. Der kam von Dr. Lindicke (Werder/Havel) und… eignet sich sehr gut für Cola-Schorle.

Jungweinprobe

Apropos Glas, der Spruch des Tages was: ‘Das ist der, dahinten, mit dem Glas in der Hand.’
Das Kapitel Rotling/Rosé/Weißherbst habe ich ebenso wie den Goldriesling mal ausgelassen.
Die Rotweine haben den Weißweinen ziemlich das Feld überlassen. Das lag einerseits daran, dass diese oft noch da sind wo sie hingehören. Nämlich in Fass und Keller. Anderseits konnten es weder Regent, noch Dorn- und Dunkelfelder reißen. Allerdings ging letzterer von Walter Schuh (Sörnewitz) so stark in die Richtung Dill, dass er sich hervorragend zu Fisch eignen würde. Sonne trugen allerdings die Spätburgunder von Karl Friedrich Aust (Radebeul) und (mal wieder) Gussek (Bad Kösen), sowie dessen Blauer Zweigelt bei. Wobei es sich hier teilweise um Fassproben und immer um 2007er Jahrgänge gehandelt hat.
Schmunzeln konnte ich zum Abschluss noch über den einzigen Cabernet Mitos (dessen Erzeuger ich besser verschweige). Sowie über das aufmerksame Personal, welches Kunsthistoriker Prof. Dr. Rainer Beck  (Weingut Drei Herren) gleich drei Mal das Probenglas (mit Recht?) entwendete.

Die komplette Probenliste (incl. Säureanteil, Restzucker etc.) kann man zurzeit noch hier beim Weinbauverband Sachsen herunterladen.

WC Lektüre vom 10.04.09
Freitag, 10. April 2009
  • Ab Ostern gilt eine neue Verpackungsrichtlinie der EU. Dank guter Lobbyarbeit kann man die Kunden nun besser bescheißen. Muss man zwar nicht. Wird man aber. Wetten dass…?
  • Indiskretion Ehrensache ist eines der wenigen Blogs, welche auf Print gebettet sind und man trotzdem gut lesen kann. Und diesmal besonders
  • Dirk Würtz kann nicht nur gut in Wein und grillen, er hat den Rudi Knoll (u.a. deswegen…) in sein ‘Spinner’-Medium gelockt. Und das ist auch noch sehr lesenswert. Rudi muss bloggen!
  • Stuart Pigott telegrafiert. Da er erklärtermaßen längere Texte lieber in gedruckter Form mag, hat er kein Blog. Vermutlich läuft es darum so: Er schreibt einen Text, druckt ihn aus und faxt ihn an den Verlag. Dort wir er abgetippt und als Weintelegramm ins Netz gestellt. Aber lesenswert ist es trotzdem.
  • Große Gemeinsame Jungweinprobe Mitteldeutschlands am 17. April. Endlich mal wieder eine etwas größere Weinveranstaltung, zu der ich nicht erst tausende Kilometer durchs Land tuckern muss…
2007 Ernst Loosen ‘Gold’ Riesling feinherb
Donnerstag, 9. April 2009

07 EL RG

Ich kaufe normalerweise meine Weine weder im Baumarkt, beim Bäcker, noch in meiner Autowerkstatt. Und ich würde meinen Wein auch nicht bei einem Direktvertreiber von Tiefkühlkost und Eiscreme kaufen. Auch nicht wenn es der weltweit größte ist und Bofrost heißt. Aber wenn dies jemand anderes tut, mir den Wein zusteckt und dieser Wein auch noch von Ernst ‘Ernie’ Loosen kommt, dann kippe ich ihn zumindest nicht gleich weg.
Beim diesem Riesling ‘Gold’ fällt erstmal sein güldenes und durchaus hochwertiges Gewand auf. Das ist OK, denn Gold soll ja nicht billig aussehen. Bei der Namenswahl ist zu vermuten, dass man sich etwas im Glanz der teuren Linien à la Goldkapsel sonnen möchte. Dazu darf das obligatorische ‘White Winemaker of the Year’-Logo auch nicht fehlen. Um Weinkenner nicht zu sehr zu verwirren vertreibt man den Wein vorsichtshalber unter Ernst und nicht unter Dr. Loosen.
Worte sind aber Schall und Rauch, es kommt auf den Inhalt an. Und was haben wir hier?
Der ‘Gold’ schnuppert sehr schön und typisch nach einen Korb voller Südfrüchte und alten Möbeln. Und schmeckt, auch sehr typisch, sehr nach Eisbonbon und etwas zu scharf-kratzig im Hals. Mit anderen Worten, wir haben hier einen ganz ordentlichen typischen Riesling. Allerdings ohne jegliche Hausnummer. Ein Wein der auch von einem x-beliebigen anderen Riesling-Erzeuger kommen könnte.
Und bei einem Preis von knapp zehn Euro kann man auch nicht gerade von einem Schnäppchen reden.
Also, wer sich einen recht ordentlichen Basisriesling zu seiner Wochenration Pizza ins Haus liefern lassen möchte, ist mit dem Ernst Loosen ‘Gold’ Riesling ganz gut bedient. Wer mehr, oder gar ein Schnäppchen erwartet, sollte lieber die Finder davon lassen.

[Gefunden bei... Bofrost]

Song zum Wein:
Klee – ‘Gold’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Dr. (Niles) Frasier Crane Quotes XV.
Samstag, 4. April 2009

NCWQ 15

Daphne: What about someone from your wine club?
Frasier: Oh well truth be told Daphne, those people are insufferable bores unless they have a glass in their hands. Sherry, Niles?
Niles: Please.

Dr. Niles Crane is a fictional character on the American sitcom Frasier. Niles is the younger brother of Dr. Frasier Crane.

ProWein, Tag 2
Montag, 30. März 2009

Mein zweiter Tag auf der Messe war, wie erwartet sehr intensiv. Obwohl ich nicht eine einzige Veranstaltung (außer der von gestern) besucht habe, war ich genug damit beschäftigt viele Winzer abzuklappern. Schloss Proschwitz, Lützgendorf, Aust, Schneider, Hensel, Castel Peter, dazu eine Menge junge Wilde die auf Simply, Connexion, Consorten oder sonst wie hören. Dazu noch etwas Frankreich, Israel, Osteuropa.
Ok, die Sachsen hätte ich auslassen können, aber in der Fremde sucht man sich ja gerne.
Auf jeden Fall konnte ich wieder mal feststellen, dass besonders die deutsche Weinszene nach wie vor oft ein stockkonservativer und (oft hier und da) ziemlich aufgeblasener Haufen ist. Das liegt allerdings kaum an den Erzeugern, eher an dem was danach kommt.
Die jungen Wilden scheinen zwar auch dort langsam für Verwirrung zu sorgen. Aber es ist auf jeden Fall noch ein weiter Weg.

ProWein

Ganz sicher werden wir aber die eine oder andere Geschichte im nächsten Jahr nicht mehr auf der Messe erleben.
Auf meinem Weg durch die Hallen bin ich übrigens über Patrick Johner und den Ultes gestolpert. Das hat mich wirklich gefreut, da beide ein paar sehr nette Typen sind und der Ultes nicht annähernd so grimmig ist, wie er auf seinen Bildern immer guckt. Übrigens freut er sich jedes Mal über diese Aussage. Beim nächsten Treffen muss ich aber mal raus finden wie eigentlich sein Nachname ist. Ich dachte bislang IHK geprüfter Weinfachberater. Da lag ich wohl falsch.
Natürlich war ich auch mal kurz bei den Österreichern. Allein um etwas von ihrer wunderbaren Mentalität aufzusaugen.

ProWein

Und die scheint sich wohl auch finanziell zu rentieren. Die zwar immer etwas poshen, aber auf ihre Art lässigen Franzosen brauch ich eigentlich nicht zu erwähnen.
Übrigens hat sich ein deutscher Aussteller daran gemacht, das Twitter Speed Tasting in die Welt des Wein 1.0 zu implementieren.

ProWein

Ich hoffe nur, das Ganze lief etwas professioneller als die Bannerbeschriftung.
Weinpromis gab es natürlich auch reichlich.

ProWein

Von Hendrik Thoma (der, wie ich im vorbeigehen mitbekam, auch bulgarische Weine präsentierte, die er nicht mochte) über Markus Schneider, Roman Niewodniczanski bis hin zu Stuart Pigott. Letzterer war allerdings so beschäftigt, dass keine Zeit blieb, ihn nach seinem ersten Beitrag für Weincasting fragen. Auf den warte ich schließlich seit fast einem Jahr.
Zusammenfassend, denn dies war auch mein letzter Tag, kann ich sagen: Ja die ProWein lohnt sich noch. Es gibt kaum einen anderen Ort, auf dem man so viel Weinwelt, so viel Winzer, so komprimiert erleben kann.
Und genau das ist das größte Problem der ProWein. Es bleibt kaum Zeit zum schlendern, sich treiben lassen und für wirklich intensive Gespräche.
Vielleicht sollte ich ja mal nächstes Jahr etwas anderes machen und die Primeur-Woche in Bordeaux aufmischen?! Die hätte es sicher auch mal nötig…

ProWein, Tag 1
Sonntag, 29. März 2009

Anstrengend, wie immer. Aber erfolgreich. Auch wenn der Start diesmal eine Menge Zeit benötigt hat. Denn am Akkreditierungsschalter gibt es einige, wenige MitarbeiterInnen  die offenbar dafür bezahlt werden möglichst wenig Pressevertreter auf das Gelände zu lassen. Oder vorher bei den Grenzorganen der Deutschen Demokratischen Republik angestellt waren.
Um so besser drauf waren die Veranstalter der Union des Grand Crus de Bordeaux Degustation 2009, genannt die Grand Cru Verkostung auf der Rheinterrasse. Mit den Einzelheiten will ich nicht langweilen, aber einige 2006er Grand Crus waren durchaus schon lecker. Und der Käse sowieso.
Respekt zeuge ich dem Personal der jeweiligen Stände, welches bei gefühlt 70% ignoranten Schnorrern keinen leichten Job hatte.
Der Preis für den Knaller des Tages, bekommt folgende Aussage: ‘Die Parkerpunke gibt’s auch irgendwie online unter blabla.mobi. Wahrscheinlich, damit man im Restaurant gucken kann ob ein Wein was taugt oder nicht.’
Hab ich gelacht.
Apropos gelacht. ich habe heute soviel Blödsinn auf der Messe hören müssen, dass ich mich echt frage, ob man als Zugangsvoraussetzung nicht lieber einen Test in önologischen Basiswissen veranstalten sollte.

Monster

Übrigens scheint bei einem Spirituosenhersteller für russischen Wodka die Wirtschafts- und Autokrise noch nicht angekommen zu sein. Oder er hat mit mehr Endverbrauchern gerechnet.
BTW, auch wenn es heute teilweise rappelvoll war, hatte ich den Eindruck, dass doch weniger Besucher und Aussteller auf der Messe sind. Oder es lag am oben genannten Personal.
Ach ja, twittern. Morgen werden es vielleicht ob der besseren WiFi-Versorgung ein paar mehr Beiträge. Aber von live twittern kann sicher auch dann keine Rede sein. Ich halte Twitter hier für zu zeitaufwändig um es richtig zu machen, sodass es nur auf Kosten von anderen Dingen gehen kann. Und so toll ist es dann auch wieder nicht.
Am Tag 2 werde ich mich dann auch intensiver der eigentlichen Messe widmen, denn aufgrund der Grand Cru Verkostung ging das heute eher im Schnelldurchlauf.
Also, schaun mer mal…

ProWein. Drei Tage im Apr… März
Freitag, 27. März 2009

Dass es hier in letzter Zeit etwas ruhiger zugegangen war, lag weder am abarbeiten von unzähligen Messeeinladungen, noch an den unheimlich vielen Vorbereitungen. Es lag schlicht und einfach daran, dass es nichts mitzuteilen gab.
Das wird sich nun aber etwas ändern, da ich ab Sonntag auf der ProWein 2009 in Düsseldorf weilen werde. Und auch diesmal wieder komplett, als Ganzes. Denn auch wenn ‘… alle Schlupflöcher und Nischen geschlossen (wurden), durch die immer wieder Endverbraucher auf die Messe kamen’, wird es auch der Teil von mir, der Endverbraucher ist, auf die Messe schaffen.
Die Bloggertreffen werde ich leider auslassen müssen, da meine Zeit recht knapp ist und ich irgendwann auch mal entspannt die Füße baumeln lassen möchte. Es ist aber nicht auszuschließen, dass ich dem einen oder anderem Blogger auf die Füße trete. Genug sind ja da.
Trotzdem werde ich, so es etwas zu berichten gibt und technische Probleme mir nicht die Füße wegreißen, zeitnah vom Messegeschehen twittern. Es heißt das Medium nutzen, wo es Sinn macht und so lange der Hype noch nicht durch ist. Verfolgen kann man diese Nichtig- und Wichtigkeiten an dieser Stelle.
Sicherlich wird es auch hier im Blog etwas dazu geben, in welcher Form dann auch immer. We will see…

…die Spinner in ihren Wein-Blogs.
Freitag, 20. März 2009

Rudolf Knoll und Carsten Henn ’streiten’ sich in der aktuellen Vinum um Kultweine. Ein Auszug gefällig?

Rudolf Knoll: …Ich habe im Internet nachgeforscht und hier sogar eine Faberrebe und zwei preiswerte Silvaner aus Franken als Kultweine entdeckt.


Carsten Henn: Du machst einen Scherz? 


Rudolf Knoll: Ich nicht, eher die Spinner in ihren Wein-Blogs. Aber mal im Ernst…

Hihi. Aber mal im Ernst, ich will jetzt gar nicht wieder dieses Blogger vs. Journalisten-Ding aufwärmen. Denn Rudi weiß nämlich sehr genau wer ein Spinner ist und wer nicht. Kennt man ihn doch unter anderem als Autor von önologischen Standardwerken wie ‘Witze, Sprüche, Anekdoten vom Wein’, ‘Heitere astrologische Weinkunde’ und nicht zu vergessen ‘Weinastro: Wein und Sternzeichen’. Ich zitiere:

Eine Lektüre, die viel Inspiration und Anregung für Weinfreunde, -geschenke und -verkostungen garantiert, voll gepackt mit Wein- und Menschenkenntnis… Amüsant und geistreich geschrieben, mit vielen Tipps und Informationen zu den idealen Sternzeichenweinen.

Noch Fragen Kienzle?!

Gefunden… und ich hätte nicht gedacht, dass ich so was mal sagen würde… bei Twitter (@Hoertrich).

ProWein: Ein… zwei… Bloggertreffen
Mittwoch, 18. März 2009

Dass die ProWein Weinbloggern, in ihrer Eigenschaft als solche, immer noch den Zugang verwehrt, ist nun kein Geheimnis mehr.
Trotzdem gelang es Bloggern fast immer, ganz subversiv, dort Treffen zu organisieren. Das lag allerdings eher daran, dass unter selbigen sehr oft Winzer, Händler oder Journalisten sind, die keine Probleme mit dem Messezugang haben.
Und während ich noch nicht einmal weiß ob ich zu einem Treffen gehen will kann, gibt es dieses Jahr sogar zwei (konkurrierende?) Veranstaltungen statt.
Nummer eins startet am Sonntag, den 29. März 2009 um 19 Uhr in der Marli Weinbar auf der Kö. Diese Geschichte ist eher entspannt, aber international besetzt. Dafür dürfen sich auch Nichtblogger, Twitterer und anderes Gedöns beteiligen. (Mehr Infos…)
Die andere Geschichte läuft am Montag 30. März, 
um 18 Uhr 
am Stand der Weinakademie / VINUM, 
in Halle 4 Stand B 61. Und hat nur einen Haken den Vorteil, dass man sich einen kurzen Vortrag über ‘Wein, Web 2.0, social media und twitter’ anhören muss darf.
Interessant ist aber, wer sich explizit dafür anmeldet, bekommt auch als Blogger Zugang zur ProWein. Vielleicht, sag ich mal. (Mehr Infos…)
Denn ich frage mich aber nun wirklich zum x-ten Male warum Weinblogger nicht auch sonst als solche zugelassen sind?! Und falls tatsächlich jemand von der ProWein mitlesen sollte, hier vielleicht ein Tipp: Man lässt alle Blogger zur Messe zu, die mindestens seit einem Jahr für ein oder das eigene Weinblog im Bereich Wein und/oder Food schreiben. Und dazu vielleicht… sagen wir mal… für mindestens 50 Artikel als Autor verantwortlich zeichnen.
Wäre dann nicht die ‘damit verbundene mangelnde Überprüfbarkeit der eigenen journalistischen Leistung’ abgehakt?

Mini Garage Winery: Die Drei von der Tankstelle.
Sonntag, 15. März 2009

MGW

Vor kurzem ging es unter Mini Garage Winery: Tanke mit Shop ja eher um die Nebenprodukte, das Zubehör der Mini Garage Winery.
Grund genug um sich mal mit den – oder besser – einigen Weinen  zu beschäftigen.
Wie zu erwarten war, ist auch hier das Design stimmig und zumindest schon von außen schick anzusehen. Auch wenn die Form für Weinflaschen gewöhnungsbedüftig ist und eher an Bier oder ähnliches erinnert. Die Flaschen passen mit 250ml Inhalt aber genau an jene Orte, bei denen man sich nicht immer sicher sein kann, was man bekommt, wenn man nur ein Glas Wein möchte.
Die Namen bedienen sich nicht bei Verbrennungskraftmotoren, sondern eher bei den Brüder Grimm. Rotbart, Rosamunde und Goldmarie.
Der Rotbart ist natürlich ein Rotwein. Genauer, er möchte ein Spätburgunder sein. Das nehme ich ihm auch ab. Wenn auch etwas einsilbig, schmeckt er typisch und ordentlich nach dunklen Kirschen.
Der Rosamunde ist, wir ahnen es, ein Rosé. Die Rolle spielt er als Cuvée gar nicht so schlecht. Mit seiner süß-fruchtigen Schärfe könnten sich nicht nur Liebhaber von Eisbonbons anfreunden.
Ein Cuvée ist auch der Goldmarie. Aber natürlich aus der Schublade Weißwein. Wenn ich sage, dass mich der Geschmack an eine Mischung aus Golden Delicious-Apfelwein und… etwas… was in etwa so schmeckt, wie Scheibenklar fürs Auto riecht, erinnert… Dann klingt das schlimmer, als es ist.
Und auch wenn nicht unbedingt herausragend, die Qualität der Weine geht für diesen Zweck in Ordnung. Beim Preis von knapp unter vier Euro pro Flasche zahlt man natürlich kräftig Konzept und Design mit. Aber Schnäppchen-Weintrinker sind sicher auch nicht die Zielgruppe.
So wäre ich manchmal froh, an einer Tankstelle solche Weine zu bekommen. Wird aber nix, sondern eher bei rotweiss. Wein für Alle! in Dresden und sicher auch in Düsseldorf.

Twitter Weinverkostung auf der CeBIT. Fazit.
Montag, 9. März 2009

Um es vorweg zu sagen: Ja, es hat mir (@Weinpunk) Spaß gemacht. Das Ganze war wie eine Speed-Dating-Party ohne Dating, aber mit Wein. Mit einer Menge Menschen, die in einem Raum wild durcheinander laberten. Sich wirklich ‘austauschen’ oder folgen konnte man nur einer Handvoll Personen und noch bevor es richtig angefangen hatte, war es auch schon vorbei. Marlene Duffy (@theduffy) hat aber dafür gesorgt, dass es auf dem Podium nicht so laaaangweilg war, wie bei der Geschichte vom Donnerstag. Und Matthias Metze (@MatthiasM) hat einen good Job gemacht. Ich wünsche ihm, dass dadurch viele neue Kunden in seinen Shop (@vivavino) gespült werden.
Ob die Präsentation auf der CeBIT der richtige Ort war, kann ich nicht sagen. Ob einer der Nerds auf der Messe sich jetzt etwas mehr für Wein interessiert, anstatt für Bier, auch nicht.
Wirklich angenehm fand ich übrigens den Livestream vom Weingut Johner, der wesentlich entspannter zu verfolgen war als das CeBIT-Chaos. In sowas liegt einiges Potential.
Einen Sieger unter den Weinen gab es für mich nicht. Ich bin ja sowieso kein Ranking- und Punktefan, außerdem waren die Weine zu unterschiedlich. Ich muss allerdings zugeben, dass ich die Flaschen schon am Abend zuvor geöffnet habe. Wenn ich die Möglichkeit habe, mich mit einem Wein länger auseinanderzusetzten, dann mach ich das auch.
Der Potate! von Würtz (@wuertz) ist für mich ein sehr cooler Saufwein, für Partys und Sommerabende. Und auch für die von Dirk Würtz so geliebte Cola-Schorle.
Den Riesling von Johner (@Johner) würde ich auch ganzjährig, solo, am Abend zum Film oder Buch trinken.
Der Heidelberger Dormenacker von Clauer (@Winzerblog) ist ein typischer Riesling, der mir gut zum Essen gefallen würde.
Im übrigen fand ich es sehr mutig von allen drei Winzern ihre Weine solch einer Meute vorzuwerfen, auch auf die Gefahr hin anonym verrissen zu werden. Näher eingehen konnte man auf die Weine sowieso nicht, dafür ist Twitter einfach zu basic.
Die ganze Geschichte hat auch ein paar nicht wenig neue Freunde… *hüstel* Follower eingebracht. Obwohl das ja nur für ‘Schwanzvergleiche’ eine Rolle spielt.
Ob ich mehr Leser für Weincasting akquirieren konnte, möchte ich stark bezweifeln. Im übrigen habe ich das Gefühl, Twitter ist ein Medium welches sich stark um sich selbst dreht. Ähnlich der Bloggerszene, aus der viele Twitterer ja auch kommen. Nur schlimmer.
Ich werde aber trotzdem, wenn es passt, noch weiter rumprobieren. Zum Beispiel zur ProWein.
Denn bei Twitter findet – wenn auch oft sehr oberflächlich – die Kommunikation statt, die den Kommentaren in Blogs inzwischen verloren gegangen scheint.
Ich bemühe mich aber, mich nicht zu sehr diesen Sozialgeräuschen hinzugeben. Allein um zu verhindern, dass es mir wie manchen Bloggern geht und Intensität und/oder Qualität der Blogpostings abnimmt. Und das wäre Mist.
Denn in welcher Art und Weise, oder ob überhaupt, sich Twitter langfristig durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Während ähnliche Kommunikationsdienste sonst oft Zeit sparen können – so man sie richtig einsetzt – kostet Twitter bislang nur welche…

Cebit, Twitter and me
Donnerstag, 5. März 2009

Cebit'09 Wein 2.0

Am Samstag, den 7. März findet um 14.40 Uhr auf der Cebit eine Twitter-Weinverkostung statt. Das Ganze geht ungefähr 20 Minuten und folgende Weine sind dabei im Rennen:

  • 2008 Riesling Wairarapa (Johner Estate) Neuseeland (@johner)
  • 2007 Heidelberger Dormenacker Riesling Kabinett (Weingut Clauer) (@winzerblog)
  • 2007 Potate Riesling (Dirk Würtz) (@wuertz)

Weil mich sowohl die Geschichte, als auch die Weine nicht ganz uninteressiert lassen, kann ich mich nicht entziehen und habe mich demzufolge mit eingereiht. Nicht von der Cebit, aber aus Dresden werde ich meinen Senf dazu geben.
Das ist kein Problem, denn Matthias Metze von Viva Vino hat sich nicht nur um die Organisation gekümmert, sondern auch die Weine verschickt (siehe Bild). Mehr dazu hier auf seinem Blog.
Wer mag kann mir dabei live unter @Weinpunk zusehenlesen, auch ohne sich einen Twitteraccount anlegen zu müssen.
Wer nicht mag, findet sicher an dieser Stelle später ein paar Bemerkungen dazu. Mal sehen ob das eher spannend wird oder eher wie Zwieback in Mehl stibben…

WeinSalon SuperDeluxe
Samstag, 28. Februar 2009

WeinSalon SD

Ich habe mich ja schon einige (wenige) Male als Freund von Doc Müllers fast schon legendärem, unelitärem Dresdner Weinsalon geoutet. Diesmal gibt es etwas von der etwas elitäreren Ausgabe, aber nur was die Weine angeht. Doc Müller presents: ‘The beste Weine’ feat. Tino Schmidt.

1993 Prestige Cuvée Seduction Brut Charles Ellner Champagne
Hmm. Nicht schlecht für’n Anfang. Stachelbeere in der Nase wird zu Limette im Mund, welche sich langsam als Weißbrot entpuppt.

1984 Riesling Sekt ‘Hochgewächs’ Kessler, Württemberg
Nojo. Immerhin der älteste Sekthersteller in Germany. Und so riecht man das Alter schon etwas. Schmeckt aber würzig und trocken. Vielleicht etwas zu brotig.
Die Runde geht an den Franzosen.

2006 Riesling GrandCru ‘Eichberg’ Domaine Stoffel, Elsass
Duftet etwas nach den Zitronenbonbons von nimm2. Im Mund schon fast halbtrocken. Honig und ein ganz schön reifer Pfirsich.

2006 Gewürtztraminer GrandCru ‘Eichberg’ Domaine Stoffel, Elsass
Ein schönes reifes Fruchtaroma. Und im Mund Karamell plüs Rose, Rose, Rose, Rose, Rose… Ganz schön schlank, für’n Elsässer. Yummy!!

2005 Riesling Erste Lage ‘Uhlen Laubach’ Heymann-Löwenstein, Mosel
Wie beim ‘Eichberg’ recht zitronig, ohne Bonbon. Dafür mit Mango. Im Mund kommt das Bonbon zurück. Diesmal als Eisbonbon.

1972 Château Lafite Rothschild, Pauillac
Tatah! Mal wieder eine Legende! Im Näschen Pumpernickel, welche aber schon etwas über dem Haltbarkeitsdatum sind. Und Paprika. Im Mund aber viele dunkle Früchte und ordentlich samt und Seide. Eigentlich ein Scheißjahrgang. Dafür aber gar nicht übel.

1971 Barolo DOCG, Riserva del Contenario, Giuseppe Contratto, Piemont
Dafür jetzt ein Spitzenjahrgang. Riecht nach Schinken, Tee, Kirsche… Hat ne ordentlich Säure und schmeckt ein wenig nach Früchtetee. Braucht noch etwas Luft und sollte langsam raus aus’m Keller.

2002 Louis Jadot Chateau des Jacques Moulin (Domaine Louis Jadot)
Hmm… Saure Gurke in der Nase. Ok. Im Mund Schoko, Karamell, Zimt. Yam yam..

1998 Clos de Vougeot, Grand Cru, Domaine du Clos Frantin, Burgund
Diesmal keine Gurke, aber dafür Schoko. Und im Mund auch wieder Karamell, dazu Kaffee, Haselnüsse… Yam yam yam…

1999 Shiraz Special Vineyard Selection, Rockford Vineyards, Barossa Valley
Duftet nach Spaghetti mit Tomatensoße. Hunger. Schmeckt aber leider… oder zum Glück nicht danach. Eher nach Kaffee. Rund und voll.

1983 Grauburgunder Eiswein ‘Freinsheimer Rosenbühl’ Langenwalter-Gauglitz
Duftet nach Honigmelone und Champignons. Duftig. Natürlich ist der very sweety. Aber für die Erwartungen die man hat… ziemlich schlicht.

1975 Deltaforce Vintage Port
Puh. Ich rieche nur noch Alkohol und schmecke Pralinen…

2005 Ca’ Marcanda ‘Promis’ IGT [Angelo Gaja]
Mittwoch, 25. Februar 2009

Gaja Promis

Der ‘Promis’ ist wie der Sito Moresco eine Eintrittskarte in das Gaja-Imperium, ohne sich mit Haus und Hof verschulden zu müssen. Mit dem Unterschied, dass der ‘Promis’ aus der Toskana kommt und – noch einige wenige – Scheinchen günstiger als der Sito und also nicht nur was für reiche Promis ist.
Obwohl aus  Merlot, Syrah und Sangiovese ‘zusammengerührt’,  ist er diesem nicht ganz unähnlich. Ebenso easy, aber nicht ganz so fruchtig und dafür mit einem touch Pfeffer. Toskana eben.

Song zum Wein:
The Cure – ‘The Promise’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Goldener Windbeutel: Die dreistesten Werbelügen
Freitag, 20. Februar 2009

Goldener Windbeutel

Ich zitiere:

foodwatch verleiht zum ersten Mal den “Goldenen Windbeutel” für die dreisteste Werbelüge. Eine prominente Jury hat fünf Produkte nominiert. Jetzt entscheiden Sie, wer die unrühmliche Trophäe überreicht bekommt! Also – wer verdient den “Goldenen Windbeutel”?

Zur Wahl stehen hier ‘Actimel’ von Danone, ‘Bahlsen Gourmet-Genießerkuchen’ von Bahlsen, ‘Biene Maja’ von Bauer, ‘Frucht-Tiger’ von Eckes-Granini und ‘Bertolli Pesto Verde’ von Unilever.
Davon mal abgesehen, dass Reklame zu einem großen Teil immer aus… naja Übertreibungen besteht, ist das schon mal ein guter Anfang.
Würde sich doch eigentlich auch beim Thema Wein etwas finden lassen. Oder?!

Dr. Niles Crane Quotes XIV.
Mittwoch, 18. Februar 2009

Niles Crane 14

Don’t mind me, just came in for some aspirin. Tannic acid gives me the tiniest headache. That’s the price I pay for drinking nothing but expensive wine.

Dr. Niles Crane is a fictional character on the American sitcom Frasier. Niles is the younger brother of Dr. Frasier Crane.

WC Schnorring Tasting Tour II
Montag, 16. Februar 2009

Wieder mal haben Herr K. and MobileMe, die von einem ortsansässigen, edelberauschten Weinhändler ausgesprochene Einladung zu seinem Einladungsturnier im Wein probieren angenommen. Eine Auswahl der geschossenen Trophäen nagele ich hier, wie schon im letzten Jahr, wieder mal ans Brett.

Mixed Bordeaux

2000 Les Hauts de Pontet Canet, Pauillac
Zweitwein von Château Pontet-Canet, der aber auf der Liste fehlt. Macht aber nix, denn der Brombeerencocktail ist schon schön fruchtig und weich. Easy und weekly drinking, sag ich mal…

2001 Château Sociando Mallet
Sehr viel Mon Chéri. Würzig, aber recht sprittig. Kein Wunder das Parker 93 Punkte gegeben hat. Zu dunkler Schokolade wär’ der aber nicht schlecht.

1996 Chateau de Fieuzal Rouge, Graves
Dunkle Früchte, mineralisch und etwas Rauch. Ganz ok, aber…

1998 La Dame de Montrose, Saint-Estephe
Der Zweitwein von Château Montrose. Harmonisch mit einer ordentlichen Ladung Mon Chéri. Leider etwas dünn und wiederborstig.

1999 Château Montrose, Saint-Estephe
Sehr dicht, mit vollen Früchten. Volle schwarze Johannisbeeren plus etwas Eiche. Klingt Kompliziert ist aber durchaus etwas für Easy Drinker.

1998 Les Tourelles de Longueville, Pauillac
Der Tourette… ähh… Tourelles ist der Zweitwein vom Longueville.  Im Gegensatz zur La Dame de Montrose eher ein Monsieur. Schattenmorellen mit Muskeln. Fetzt im Mund.

1996 Château Pichon-Longueville-Baron, 2ème Grand Cru Classé, Pauillac
Öha. Fleischig, dicht und fest. Dunkle Beeren, Vanille, Rauch. Fetzt ebenso wie le little brother Tourelles. Nee, noch mehr…

Tenuta San Guido & Agricola Punica

2006 Montessu IGT, Agricola Punica, Sardinien
Karamellig, würzig, fruchtig. Dazu mit ner hübschen Länge. Und hat nix mit dem dünnen Saftzeugs gleichen Namens zu tun.

2005 Barrua  IGT, Agricola Punica, Sardinien
Ebenfalls schön würzig, pflaumig. Zart cremig, mit einem Hauch Vanille und ordentlich bissfest. Schicko.

2005 Guidalberto IGT, Toskana
Tintig,  cremig. Dunkle Beeren with a little bit Lakritze. Dicht.

2006 Guidalberto IGT, Toskana
Wie der 2005er. Aber noch fruchtiger und bissiger.

2005 Sassicaia DOC, Toskana
Ja. Viel zu jung, der Gute. Aber wirkliches Potential kann ich nicht erkennen. Irgendwo zwischen Oliven und WC-Stein. Ziemlich überschätzt. Für ca. 120 Euro etwas wenig. Zieht aber dafür eine Menge Leute auf ‘oblatendünnen Eis des halben Zweidrittelwissens’ an: ‘Hat der Wein 100% Tempranillo?’ (Anmerkung: Toskana?!)

Brancaia
Sehr nett präsentiert von La Chefin Barbara Kronenberg-Widmer höchstpersönlich.

2006 Chianti Classico DOCG
Blumen, Kräuter. Dazu noch Kirsche auf Holz. Vielleicht noch ein wenig zu eckig.

2005 Chianti Classico DOCG
Siehe Jahrgang 2006. Aber im Gegensatz dazu viel runder und harmonischer. Das Schantiwein isse gutt.

2006 Rosso Maremma ‘Iltraia’ IGT
Schöne Johannisbeere, weich und saftig. Dazu ganz hinten etwas wie Tomate, Mozarella und Basilikum.

2006 Rosso Toscana ‘Il Blu’ IGT
Frisch und ordentlich Johannis- und beerig. Rund mit einem Hauch Milkaschokolade. Fein.

Telmo Rodriguez
Telmo Rodriguez was proudly presents durch… Telmo Rodriguez himself!

2007 LZ, Rioja
Sehr schöner Basiswein. Weiche Früchtchen, aber nix Abgestandenes. Und diesmal tatsächlich 100% Tempranillo. Eigentlich fast eine Frechheit… den so günstig (ca. 7 Euro) anzubieten.

2007 Dehesa Gago, Toro
Hatten mer schon mal ausführlicher. Siehe hier

2006 Gago, Toro
Hatten mer auch schon mal ausführlicher. Siehe hier

2006 Lanzaga, Rioja
Kräftig, aber keine Nervensäge. Hübsch und beerig. Das Barrique ist nicht zu überschmecken.

2005 Matallana, Ribera del Duero
Der Matatatallla… Matallana ist schon wieder 100% Tempranillo. Aber diesmal aus alten Rebstöcken. Und die schleppen eine Menge Aromen mit in die Flasche. Als da wären: Pflaumen, Kräuter, Pfeffer, Nüsse, Pfeffer. Sehr geil und nix für Angsthasen.

2006 Altos de Lanzaga, Rioja
Auch wieder 100%… Na sie wissen schon. Aber im Gegensatz zum Matallana, fruchtiger. Dunkle Beeren aller Orten und dazu etwas Tabak. Auch schön…

Sagte ich schon, dass ich Rodriguez-Fan bin?!

Weingut Johner

2008 Riesling, Wairarapa, Neuseeland
Ordentliches Limönchen in der Nase. Das Selbe dann im Mund, aber gar nicht Sauer. Plus ein paar Blümchen oben drauf. Fein… Fein… Fein.

2006 Grauer Burgunder, Baden
In der Nase etwas von, obwohl er ja nicht aus Neuseeland kommt, gelben Kiwis und Melone. Im Mund dicht und würzig. Schick.

2006 Grauer Burgunder ‘SJ’ Spätlese, Baden
Duftet angenehm nach reifen Birnen. Schmeckt schön cremig, würzig und elegant. Nicht schlecht, obwohl er mich nicht so vom Hocker gerissen hat. Muss aber fairerweise sagen, er kam nach den o.g. Zitusfrüchten. Und am Ende des Marathons. Da hat’s Eleganz etwas schwer.

2006 Pinot Noir, Gladstone, Neuseeland
Einfach, aber mit einer Ladung Kirschen und Himbeeren. Dazu eine leichte, cremige Süße. Marzipan? Kam mit den Zitrus-Hinterlassenschaften offenbar besser klar als der GB ‘SJ’.

Fin.

ProWein, Twitter and me [2. Update]
Donnerstag, 12. Februar 2009

In knapp sechs Wochen findet mal wieder die ProWein statt. Ein sehr hübsche Veranstaltung, wie ich finde. Und wenn nichts dazwischen kommt, werde ich mich wohl auch dieses Mal, so wie last year, dorthin aufmachen.
Noch dazu, hat man einen Wahnsinnssprung nach vorne gemacht hat. Denn, die ProWein lässt zwar immer noch keine Blogger – als solche – rein, bloggt aber nun selber. Zwar nicht Macro, aber immerhin Micro. Auf Twitter.
Und so ist es sogar möglich, dass die Hölle zufriert und ich meinen dahinsiechenden Twitteraccount mal einen Sinn geben kann. Um aus Düsseldorf zu twittern. Dachte ich mir mal so. We will see…

[Update]
Laut des investigativen Weinreporters, weiß bei der ProWein in Düsseldorf bislang niemand etwas von ProWein auf Twitter.  Möglicherweise ein ganz, ganz böser Fake? Ich hätte in dem Fall wirklich nichts damit zu tun! Oder doch ein Ghosttwitterer? So wie bei Barack Obama, Lance Armstrong, John Cleese, Britney SpearsStephen Fry …  Ach nein, die twittern doch ganz bestimmt höchst persönlich.

[2. Update]
Es sieht tatsächlich so aus, dass es entweder ein Fake ist oder ein Fall von plötzlicher Spontan-Lustlosigkeit… Ich zieh’ das Ding aber trotzdem durch.

The Rocky Horror Wine Window Picture Show IV
Dienstag, 10. Februar 2009

RHWWPS 4

Der neue Mouton ist da!
Donnerstag, 5. Februar 2009

Naja, nicht ganz. Aber zumindest am neuen Etikett des 2006er Mouton Rothschild kann man sich schon jetzt erfreuen.

L.F.

Das Motiv kommt von Lucian Freud und der ist… Richtig, der Enkel vom Sigmund. Auch wenn das Motiv nicht ganz danach aussieht, Lucian Freud ist eine große Nummer. So wurde 2008 eine adipöse Nackte in Öl für 33 Millionen Dollar unter die Leute gebracht. Der höchste Betrag, der je für ein Bild eines noch lebenden Künstlers auf den Versteigerungstresen geblättert wurde.
Und bevor Fragen kommen: Doch, Lucian Freud kann ‘malen’. Selbst wenn er das Mouton-Motiv Philippine de Rothschild mal schnell auf eine Serviette in einem Cafe in Bordeaux gezeichnet haben sollte…

Damien Hirst entwirft Weinetiketten
Samstag, 31. Januar 2009

Damien Hirst, das ist der, mit dem vor sich hingammelnden Hai oder dem Diamantenschädel, ist jetzt unter die Etikettendesigner gegangen.
Für die erfolgreiche Comic Relief, welches bei uns als Red Nose Day vor sich hin floppt, hat er jeweils einen 2008 Pinotage Shiraz und einen 2008 Chenin Blanc der SAAM Mountain Vineyards aus Südafrika gestaltet.
Comic Relief
Die Begeisterung über den Entwurf hält sich bei mir, wie so oft bei Damien Hirst, in Grenzen. Aber im Gegensatz zu den 50 Millionen Pfund für besagten Diamantenschädel, sind die Weine schon für £4,99  zu bekommen.
Ausgesucht haben die Weine übrigens Jancis Robinson und Tim Atkin.
Erhältlich ab 1. Februar bei Sainsbury’s, Tesco, Morrisons, Somerfield, Waitrose, Marks & Spencers und Booths. Und jeweils ein Pfund geht an den guten Zweck, aber nur in the UK.

Wolfram Siebeck oder Das miese Essen in der Zone [Update]
Freitag, 30. Januar 2009

Es gibt eigentlich nur zwei Berufsgruppen, die unfehlbar sind. Auch wenn einige es gerne würden, Weinkritiker gehören nicht dazu. Wirklich bedeutend sind nur so wenige, dass man keine allgemeine Aussage treffen kann.
Also bleiben nur die Päbste auf der einen und die Restaurantkritiker auf der anderen Seite. Das weiß man einerseits schon seit Jahrhunderten und im konkreten Falle mindestens seit Beginn der 80er Jahre, als Foyer des Artes ‘Wolfram Siebeck hat Recht‘ zum Besten gab.
Und da es ja nicht Restaurantlober, sondern Restaurantkritiker heißt, ist Siebecks Meinung

Seit wann muss sich ein Kritiker entschuldigen, wenn er den missglückten Parsifal eines unbegabten Regisseurs kritisiert?

nur konsequent. In den fünf neuen Ländern Osten der Zone kam man besonders schlecht weg. Zwar gibt es

ein paar besternte Restaurants östlich der Elbe – aber wie wenige sind es!

Derlei Kritik kam bei den Ossis natürlich schlecht an, bedeutet es doch: Keine Sterne, kein Ahnung vom guten Essen.
Grund genug, um sich im Auftrage des ZEITMagazins, seine Meinung durch eine kleine kulinarische Reise untermauern zu lassen.
Dabei soll keiner sagen, er hätte sich nicht wohlwollend bemüht. Vergebens. In Weimar, im

Prominenten-Hotel Elephant … wo auch schon Adolf Hitler wohnte

der ja auch keine Ahnung von Geschmack hatte oder

im Restaurant Anna Amalia (immerhin: ein Michelin-Stern!)

Selbst in Heiligendamm hat er es versucht. Jenem Ort an der Ostsee, wo ja inzwischen Ossis, ob der exklusiven Preise, so häufig zu finden sind wie (echte) Nutten Nonnen im Puff.
Aber neben ein paar kleinen, wenigen Hoffnungsschimmern in Leipzig (Stadtpfeiffer, zum Glück mit einem Stern) oder Dresden (Bülow Residenz, auch ein Stern. Of course) gibt es an Siebecks Meinungsfels einfach nichts zu rütteln.
Selbst der Versuch eines eingewanderten Wessis, Siebeck mittels eines Tipps zu  überzeugen, schlug fehl. Auch das Dresdner Umland konnte es nicht rumreißen:

Vor vierzig Jahren gab es viele Geheimtipps dieser Art [ja schon] in Nordrhein-Westfalen…

Und so bleibt die Aussage von ‘Foyer des Artes’ wohl immer noch gültig, denn Siebeck bleibt standhaft:

Es gibt jedoch auch Vorbilder für eine verfeinerte Form des Kochens. Diese fehlen östlich der Elbe fast völlig.

Allen Zweiflern wird noch schnell ein Hinweis mitgegeben:

Dreimal wurde ich in den zwei Tagen auf meiner Reise durch Thüringen und Sachsen von ZEIT-Lesern auf der Straße angesprochen. Und immer versicherten sie mir, dass ich recht habe: Mit der lokalen Gastronomie im Osten sei tatsächlich kein Staat zu machen.

Und vier Leute mit der gleichen Meinung können dann wirklich nicht mehr irren. Ihr festes Urteilsvermögen reicht bisweilen aus, um wie in Hessen (Fast)Regierungen zu stürzen.
Und falls man immer noch anderer Meinung sein sollte, kann man sich mit Blixa Bargeld trösten:

Das ist das größte Problem in guten Restaurants, dass das Publikum nicht gut ist

Und zu diesem gehört ja auch ein Restaurantkritiker…

[Update]
Er kann es doch. Das Loben. In Eichwalde bei Berlin hat es seine Sterne mal vergessen und ’seine’ Hausmannskost gefunden.

Es bleibt die Frage: Warum sind solche Köchinnen im Osten, im Westen, im Norden und im Süden so selten?

Weil es keinen Einheitsgeschmack gibt? Weil z.B. für manche ein Steinpilz-Cappuccino High Cuisine ist und für andere einfach eine aufgeschäumte Steinpilzsuppe im Cappuccino-Becher.

Mini Garage Winery: Tanke mit Shop [Update]
Dienstag, 27. Januar 2009

Anthony Robert Hammond erzeugt, bei dem, was ich bisher beurteilen konnte, inzwischen recht ordentliche Weine. Auch wenn da die Meinungen durchaus auseinander gehen, kann man sich aber sicher auf eines einigen:
Er macht ein cleveres  Marketing.
Dies betrifft besonders seine Mini Garage Winery. Hier gibt man sich nicht nur damit zufrieden, dass das Etikett aus der Reihe fällt, sondern gleich noch die Form und Größe der Flasche. Allerdings eben nicht so bescheuert ‘außergewöhnlich’, wie man es hier und da im Supermarkt findet.
Und so wie manche Weinerzeuger, die  noch das eine oder andere Bonbönchen im Angebot haben, hält es auch die Mini Garage Winery. Nur, dass man hier die Gestaltungslinie Garage so konsequent wie kaum ein anderer durchhält.
Im Gegensatz zu denen, die schon mal, mehr schlecht als recht, selbst die Hand anlegen, hat man sich Unterstützung von der nicht ganz unbekannten Hamburger Werbeagentur Kolle & Rebbe geholt.
Das Motto heißt Garage (Werkstatt) und hat ein buntes Angebot wie manch ein deutscher Tankstellenshop.
So findet man die Weine in Werkzeugkisten.
Kiste
Daneben gibt es Schrauben und Muttern aus (Wein)gummi.
Schrauben
Turbo(Knoblauch)Öl und Super(Brände) in Öldosen. So clever gemacht, dass solcherlei Teile inzwischen schon wieder ausverkauft sind. Doch Nachschub folgt. In Form von Öl(wechsel)fläschchen mit Peperoni-, Zitrone- und Rosmaringeschmack.
Oil
Sowie Super(honig)kleber in den Richtungen Schoko, Zitrone und Zimt.
Honey
Und wenn der Wein dann nicht gerade nach Öl und Kleber schmeckt, soll’s schon recht sein. Cleveres Weinmarketing funktioniert also nicht nur anderen Ortes

[Update]
Und hier gibt es übrigens jetzt auch was zu den Weinen…

Rezession in sächsischen Weinstöcken
Mittwoch, 21. Januar 2009

Sächsischer Wein aus dem Jahrgang 2009 könnte eine ziemlich rare Angelegenheit werden. Nachdem es im Elbtal teilweise Temperaturen von minus 20 Grad Celsius gab, haben dies naturgemäß die Sorten Dornfelder (gut, nicht sooo schlimm), Weißburgunder und Müller-Thurgau nicht ganz verkraftet.
So rechnet nach Angaben der Sächsischen Zeitung Schloss Proschwitz mit Einbußen von bis zu 90 Prozent. Genaueres kann man aber erst im Frühjahr sagen.
Ähnliche Sorgen macht sich übrigens auch Stuart Pigott in seinem aktuellen Weintelegramm um seine Weinstöcke. Und ich frage mich, warum er daraus eigentlich keinen Blog macht?! Aus dem Telegramm, nicht den Weinstöcken.

Erbarme, (was auf) die Hesse (zu)komme(t)
Samstag, 17. Januar 2009

Mich interessiert eine Menge. Ich bin schon gar nicht monothematisch oder unpolitisch veranlagt. Aber dennoch möchte ich mich hier auf Wein oder zumindest Genuss mit einer Brise Internet beschränken. Man muss ja nicht zu allem öffentlich seinen Senf abgeben. Dafür gibt’s ja dann auch Twitter.
Aber, wenn im Zuge der anstehenden… ähhh… Wahl(?) in Hessen, mir etwas so viel Freude bereitet hat, wie dieses kleine, ehrliche Videoschnipselchen, dann möchte ich das auch niemanden vorenthalten.

WC Lektüre vom 14.01.09
Mittwoch, 14. Januar 2009
  • Ich kann mit Kochblogs nichts anfangen. Wenn ich im Internet nach einen Rezept suche, gebe ich schnell auf. 1000 verschieden Zubereitungsarten für ‘Wiener Schnitzel’, die sich auch noch gegenseitig widersprechen, sind zu viel für mich. Da gucke ich doch lieber in ein schönes Kochbuch. Oder mal wieder zu den Anonymen Köchen. Einfach so.
  • Es gibt Weinblogger, die sich aus allem Gedöns heraushalten. Das hat auch den Vorteil nicht ständig in irgendwelche potenzfördernde Toplisten gezerrt zu werden. Trotzdem, oder gerade darum, sind sie gelegentlich sehr entspannt und erfrischend zu lesen. Wie der blind tasting club for example.
  • Frau Duffy kann man mit ihrem Weinpodcast demnächst live und in Farbe erleben. In Geisenheim und für bis zu sehr sportlichen 25 Euronen. Aber das nennt sich dann wohl auch Marketing. Ja früher hat man sowas an gleicher Stelle noch selber gemacht…
  • Apropos Video. Die Johners zeigen hier und hier wie sie ihren Wein machen. Ungekünstelt und schon gar nicht langweilig, wie ich finde. Und dazu noch umsonst. Und zweisprachig.
  • Möglichst viel Leistung, für möglichst kein Geld. Das kennt man unter den Kreativen ja schon länger. Offenbar hat diese Mentalität nun auch die Weinbranche erreicht. Dumm nur, dass es auch hier offenbar genug Deppen gibt, die so was mitmachen. Und wahrscheinlich heißt es dann auch: ‘Aber höhr’n se mal. Is doch ne dolle Referenz für Sie.’
A Kraut on wine library tv
Donnerstag, 8. Januar 2009

Der erste(?) Deutsche live bei Gary Vaynerchuck! Und das witzigste dabei, es ist keiner von den vielen innovativen Weinbloggern, mich eingeschlossen, die wir ja z.B. die Wahnsinnskampagne ‘Fünf-Euro-Wein-Story‘ durch ‘die’ Medien getrieben haben. Es ist der, der alles losgetreten hat und dem sämtliche Diskussionen in der Blogsphäre darüber, locker am Po vorbeigegangen sind: ‘Master Sommelier Hendrik Thoma’. Wie wäre es denn nun mit einer Diskussion zum Thema ‘Mit welchen Mitteln hat es Thoma eigentlich zu Vaynerchuck geschafft?’ Hmm?

(via)

Klappe zu. Print tot?
Donnerstag, 8. Januar 2009

Abseits der üblichen „Print ist tot. Weil, guck mal, meine Page Impressions sind höher als…“-Artikel der (Wein)Blogsphäre, hat Don Dahlman zu dem Thema mit ‘Weg mit den Verlagen, her mit den Redakteuren‘ einen sehr lesenswerten Artikel hinterlassen.

Print ist nicht tot, wird es auch nie sein, aber der wichtige Tageszeitungsjournalismus muss sich ein anderes Geschäftsmodell suchen, während der Online-Journalismus überhaupt erst mal eins finden muss, was nicht allein auf Werbung basiert.

Und da beim Thema vieles eben auch auf den Weinjournalismus passt, verlinke ich das hier gerne mal.

1987 Château Latour
Dienstag, 6. Januar 2009

CL87

Es gibt nicht viele, echte Legenden in der Weinwelt. Château Latour gehört aber mit Sicherheit dazu. Und dies wissen eben nicht wenige.
So gibt es eigentlich nur zwei Wege um an einen guten Latour zu kommen. Entweder man gehört einer Gruppe an, die zu Weinevents geladen werden, um dann pflichtgemäß positiv zu berichten. Oder aber man gibt bis zu einen guten Monatslohn eines Arbeiters aus, um sich eine Flasche eines Top-Jahrgangs zu ergattern. (und o.g. Events kozufinanzieren.)
Einen Ausweg bieten aber solche Jahrgänge an, die laut Château eher von ‘mediocre quality’ oder mit anderen Worten eher besch***** sind. Und wenn man clever ist oder mehr Glück als Verstand hat, bekommt man solch eine Flasche zu einem Preis, bei dem ein Flop nicht zu sehr schmerzt.
Aber weit gefehlt, nach dem entkorken des Oldies weht einem ein ziemlich agiler Duft von Heidelbeeren um die Nase. Satt und gar nicht kitschig. Und im Glas setzt sich das Ganze auch fort bis… Ja, bis man merkt, dass auch Legenden nicht zaubern können. Man könnte meinen, dass man beim abfüllen ordentlich mit Wasser gestreckt hat. Wer also noch rein zufällig einen 87er Latour im Keller hat sollte langsam öffnen. Aber nicht zu langsam trinken. Denn nach einigen Stunden kommen unter dem Fruchtmäntelchen die ersten Falten des Alters zu Tage. Trotzdem, Spaß hat er gemacht. Auch als eher dünner Jahrgang noch mit Charakter und vor allem als… naja…  ‘Schnäppchen’.

Song zum Wein:
Madonna – ‘Material Girl’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Bottle Shock
Freitag, 2. Januar 2009

BS

Bottle Shock ‘is a temporary condition of wine characterized by muted or disjointed fruit flavors’ und der Titel des Films von Randall Grahm Miller. Er basiert auf der Story der Weinjury von Paris. Jener Blindprobe, welche von Steven Spurrier 1976 organisiert wurde. Und bei der zum ersten Mal, die bis dato vorbehaltlos geachteten französischen Weine geschlagen wurden. Durch die bis dahin nicht ganz so beachteten Weine aus dem Napa Valley in Kalifornien.
Soweit die Vorlage. Und das waren bis auf einige Kleinigkeiten auch alle Gemeinsamkeiten mit dem Film.
Steven Spurrier (Alan Rickman) macht sich ins Valley auf, um dort Weine für seine Probe einzusammeln. Schließlich will er es den stocksteifen, arroganten Weinspiessern einmal zeigen. Ein guter Vorsatz, denn an deren Häufigkeit hat sich in der Weinszene auch nach 1976 nicht viel geändert. Leider verpufft dieser Effekt darin, dass die Spiesser eben nur die Franzosen an sich zu sein scheinen. Nun ja, man ist ja auch in einem amerikanischen Film und die Bösen sind ja schließlich das alte Europa. Auch sonst scheint man über Frankreich nicht viel zu wissen. Außer dass man dort in den 70ern (so wie heute?) praktisch ausschließlich La Déesse oder Döschewo gefahren ist und die Landschaft um Paris so ungefähr wie in Süditalien aussehen müsste. Zum Glück wird nicht ständig der Eifelturm durchs Bild getragen.
Im Prinzip spielen auch ca. 95% der Handlung in Kalifornien und um die Chateau Montelena Winery. Um dessen Eigentümer Jim Barret (Bill Pullman) und seinen Sohn Bo (Chris Pine), die es auch in echt gibt, wird alles gegeben. Lovestory, Vater-und-Sohn-Drama, Verkannter-Underdog-findet-endlich-Anerkennung. Und natürlich ein Happy End. Neben dem wunderbar poshy Alan Rickman erfreut auch die Kamera, so sie denn nicht gerade allzu kitschige Bilder liefert.
Wer also einen easy looking watching Film erwartet und wem schon Sideways gefallen hat, wird auch hier seine Freude haben. Wer auf eine authentische Darstellung der Weinjury von Paris und ein paar weniger Klischees erwartet, der wird wohl enttäuscht werden.
So man ihn überhaupt  zu sehen zu bekommt. Denn seit Sommer 2008 läuft er in ausgewählten Kinos, was für Deutschland Fehlanzeige bedeutet. Vielleicht auch gut so, denn die grassierende Kurzinfo ‘Komödie über die Anfänge des Weinbaus in Kalifornien im Jahr 1976′ zeugt von einer überaus hohen Sachkenntnis über Film und Wein an sich. Wie dem auch sei, für die Mainstreamkinos ist er unsynchronisiert wohl zu special und für die Programmkinos offenbar zu mainstreamig.
So kann man heutzutage zwar Unterwäsche in Australien ordern, aber in Zeiten von Video on Demand und superschnellem Internet bekommt man diesen Film nicht mal für Geld und gute Worte zu sehen.
Da bleibt einem nur, irgendwo auf der Welt das passende Kino zu finden oder auf die DVD zu warten. Und die lässt sich ab Anfang Februar auch in aller Welt ordern. Sofern dann die Regionalcodes mitspielen…

2006 Sito Moresco Langhe D.O.C. [Angelo Gaja]
Montag, 29. Dezember 2008

SiMo

Es soll Leute geben, die meinen Angelo Gaja wäre der beste Winzer Italiens. Hmmm. So ganz falsch ist das aber nicht.
Leider hat solch ein felsenfester Ruf (Oder sollte man besser carrara-marmor-fester Ruf sagen?) einen Nachteil: Die Preise. Die reinen Lagenweine von Gaja sind im Handel praktisch nicht unter 100 Euro  zu bekommen.
Aber es geht auch anders. Wenn man sich den Sito Moresco greift. Ebenfalls ein Gaja aus dem Piemont, aber eine Cuvée aus Nebbiolo, Merlot und Cabernet Sauvignon.
Das macht den Wein um viele Scheine günstiger, aber bestimmt nicht (viel) schlechter.
Der Sito Moresco ist voll in der Nase und rund auf der Zunge. Dazu gibts praktisch gratis fruchtige Johannisbeeren, ein klein wenig Vanillestange. Alles jetzt fein trinkbar oder so man hat, ab in den Keller damit. Gut ausbalanciert zwischen anspruchsvoll und easy trinking.

Song zum Wein:
Toni Esposito – ‘Fiaba Moresca’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Weinblogs. Das war 2008.
Dienstag, 23. Dezember 2008

Das Jahr 2008 nähert sich nun intensiv seinem Finale. Für viele ist die Zeit einmal zurückzuschauen.
So auch für mich, mit meinem Blick auf die Szene.
Vor einiger Zeit habe ich mich von meiner Blogroll getrennt und über Bord geworfen. Es war eine sehr gute Entscheidung. Ich habe dieses Ding nie wirklich gebraucht und gemocht. Und, die Erfahrung gab mir recht. Weder meine Gewohnheiten, noch irgendetwas anderes haben sich geändert. Nur E-Mails mit Inhalten à la

Kompliment für das Design und die lesenswerten Beiträge. Nun geht mein Blog auch schon in den … Monat. Einen Link zu ihrem Blog habe ich sofort nach dem Einrichten gelegt. Über einen Gegenlink würde ich mich sehr freuen.

bekomme ich jetzt gar nicht mehr.
Aber unter den Weinbloggern hat sich etwas geändert. Nachdem sich lange Zeit eine Art Mehltau breitgemacht hatte, ging ein Ruck durch die Szene. Eine der Ursachen war auch, dass beim Urgestein der Weinblogs ein Fass übergelaufen ist. Aber erst nachdem es von einem selbsternannten ‘Leitmedium’ immer wieder und gegen seinen Willen mit schalem Wasser gefüllt wurde. Und jetzt hat es den Anschein, dass es nach diesem reinigendem Gewitter, unter den Weinbloggern (zurzeit?) eine gefühlte Trennlinie gibt. Wirklich exakt mag ich diese nicht festlegen, aber irgendwie, hängt sie von der Intensität der kommerziellen Ausrichtung ab.
Nun mag man dies bedauern. Aber ich finde, so was gab es schon immer, nur dass es jetzt offen zu Tage getreten ist. Und wirklich exklusiv ist das auch nicht, denn mit manchen Leuten kann man was anfangen und mit anderen nicht. So wie im richtigen Leben.
Besonders oft wurde 2008 festgestellt, dass nun Print endgültig tot sei und die Weinblogs das Ruder übernommen hätten. Ich kenne die ‘Print ist tot!’-Rufe zwar schon mindestens solange wie es Blogs gibt, aber etwas ist schon dran. Das mag auch an der oft gähnenden Langeweile in den deutschsprachigen Weinzeitschriften und deren miesen bis nicht vorhanden Onlineauftritten liegen.
Daran sollte sich etwas ändern. Sonst könnte es, bestimmt bald mit einer deutschen Premiumweinpostille und womöglich mit einigen anderen auch, vorbei sein.
Wie es richtig geht, zeigt wieder mal eine englischsprachige Publikation, deren Internetauftritt oft und gerne als Quelle für die ja so viel aktuelleren Blogs dient.
Der Buhmann oder besser die Buhfrau kam in Form einer deutschen Politikerin. Nicht ganz zu unrecht, aber leider lief die Argumentation zu oft auf ‘BILD’-Niveau. Was Blogs nun nicht unbedingt glaubwürdiger macht, wie wir auch aus einigen Studien wissen.
Wirklich witzig war in diesem Zusammenhang die Fokussierung auf einen wahren Feind der Wein- und Genussszene, die ‘Gesundheitslobby’. Ich befürchte, wenn sich diese noch mit der ’sozialen Gerechtigkeitslobby’ zusammen tut, wird es wirklich eng für die Weinfreunde in Deutschland.
Das Ding des Jahres war Twitter. Eine sogenanntes Microblogingwerkzeug mit max. 140 Zeichen. Unverzichtbar für alle, die der Welt zeitnah mitteilen müssen was gerade essen, trinken, pupsen, im TV sehen oder gerade in ihrem Blog geschrieben haben.  Für mich liefert das Internet allerdings schon ohne Twitter genügend irrelevanten Informationen. Dass jetzt auch solche Herrschaften wie die von Spiegel Online twittern, dürfte ein Zeichen für den bald kommenden ‘Out’-Status sein.
So wie kleine Kinder nie genug von Schokolade bekommen können, geht es für die meisten Online-Redaktionen und manche Weinblogger nicht ohne Besucherzahlen Page Impressions.  Auch wenn nun fast jedes Kind um die Manipulationsmöglichkeiten und damit deren Unsinn weiß, sie sind als Aphrodisiaka für wiederkehrende Rankingorgien einfach nicht tot zu kriegen. So kam es dann auch, dass sich das ‘besucherstärkste’ Weinblog vor lauter Appetit an der Schokolade verschluckt hat. Und wie es sich für trotzige Kinder gehört, sind an den folgenden Bauchschmerzen natürlich immer nur die Anderen und die böse Welt schuld.
Und zu guter letzt die Blog-Vorsätze für 2009? Keine. Ich werde hier weiterhin bloggen, so wie immer. Über was ich will. Wann ich will. So oft ich will. Und so lange ich noch will.
Ach ja, der Beitrag kommt bewusst ohne Links aus. Ich denke, die meisten Leser werden wissen worum es geht und den anderen dürfte es egal sein.

The Naked Wine Show [Update]
Donnerstag, 18. Dezember 2008

Nee, der Naked Chef macht jetzt nicht noch in Wein. Aber es ist schon nicht einfach mit einem Vlog (Video Blog) über Wein, aus der Masse herauszuragen. Obwohl man bei Video und Wein gar nicht von Masse sprechen kann. Jedenfalls ist Gary Vaynerchuk offenbar immer noch das Urmeter, welches seinen Nachahmern von ihm Inspirierten offenbar keinen großen Gestaltungsräume lässt.
Um gegen Gary V. anzukommen müssen schon blanke Tatsachen her. So hat Susan Sterling ‘The Naked Wine Show’ [Link entfernt] erfunden. Und das beste daran ist, die Videobeiträge sind zwar ziemlich amerikanisch, aber angenehm kurz.

The Naked Wine Show

Übrigens, falls einsame Weintrinker jetzt den Feierabend kaum erwarten können, die Videos sind in jeder Hinsicht sehr amerikanisch. Tja.
(via)

[Update]
Da die Tante ordentlich in Blogs rumspammt, fliegt der Link mal raus.

Unemployment Nights: Wine for under 10 bucks and more
Montag, 15. Dezember 2008

UN
Unemployment Nights, ist das Blog von Tania und John aus US and A. Und passend zur beginnenden gegenwärtigen Wirtschaftskrise berichten sie über ihren Alltag. Denn Tania und John sind, wie der Name des Blogs schon sagt, arbeitslos. Beide schreiben über ihre, nicht gerade einfache Situation, aber mit einer ordentliche Portion Galgenhumor.
Und so sind sie auch der Meinung, just because you’re broke doesn’t mean you don’t party und empfehlen gleich mal ein paar passenden Getränke. Weine für unter 10 Dollar!
Und zeigen damit nebenbei, warum Blogs in Amerika so viel erfolgreicher sind. Während deutschsprachige (Nicht-nur-Wein-)Blogs oft wochenlang über Rankings oder die eigene Bedeutung referieren oder z.B. darüber diskutieren, ob Weine unter fünf Euro überhaupt ein Genuss sein können, legt man dort oft einfach, ehrlich und authentisch schon mal los…

Eigentlich wieder mal bezeichnend,…
Sonntag, 14. Dezember 2008

WW

… diese Weinwerbung vom Deutschen Weininstitut, zu finden im aktuellen ZEIT Magazin.
Praktisch 50 Prozent des Textes handeln vom recht erfolgreichen (und amerikanischen) Film Sideways. Bei dem ging es ja ziemlich viel um Pinot Noir und soll dadurch den Absatz (‘Sideways-Effekt’) des selbigen in Amerika angekurbelt haben.
In den restlichen 50 Prozent des Reklametextes wird davon ausgegangen, dass sich dieser ‘Sideways-Effekt’ bei deutschen Spätburgunder zwar nicht nachweisen lasse, aber bestimmt, irgendwie auch da ist. Und wo man schon dabei ist, wird es anlässlich der Berlinale 2009 viel Spätburgunder geben. Aber nur Besonders auf Empfängen, Galas und Partys.
Und da der Pöbel dort sowieso nicht hin darf, sondern nur A- bis F-Promis, kann man ja wenigstens zu Hause bei einer DVD… Sie wissen schon. ‘Funktioniert immer’, meint man.
Und mir ist jetzt irgendwie nach Pinot Noir aus Kalifornien.

1997 Opus One [Mondavi & Rothschild]
Samstag, 6. Dezember 2008

OO97

Wenn die ‘yellow tail’ Serie so etwas wie ein Einstieg in die Liga der trinkbaren Markenweine darstellt, dürfte der Opus One wohl die Königsklasse sein.
1979 von Philippe de Rothschild und Robert Mondavi gegründet um in Kalifornien einen Bordeaux mit amerikanischen Wurzeln zu erzeugen. Oder zumindest das bordelaiser Preisniveau zu erreichen. Wirklich gelungen ist auf jeden Fall das letztere. Das Qualitätsniveau des Opus One hat den eigenen Hype zwar nie ganz erreicht, aber so schlimm ist er auch wiederum nicht.
Er hat eine schöne Power, die einen aber nicht umhaut, sonder eher in den Arm nimmt. Dazu bekommet man alles was man erwartet. Getoastetes Holz, eine Menge Frucht von roten und dunklen Beeren, Mon Chéri und etwas Leder. Alles harmonisch, üppig und ohne jede Kante. Klar, man möchte keinesfalls anecken und nicht nur den Schwiegermüttern gefallen.
Erinnert vielleicht an einen guten Hollywoodschinken. Die Kosten sind zwar absolut zu hoch, aber er macht Spaß, man bekommt eine Menge Show und ist easy zu konsumieren. Aber zu einer Legende gehört dann doch etwas mehr.

[Gefunden bei… rotweiss. Wein für Alle!]

Song zum Wein:
Madonna – ‘Give It 2 Me’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Hawesko and Rindchen’s Weinkontor go clever
Samstag, 29. November 2008

Nein, damit meine ich nicht die Beteiligung von Hawesko an einer neuen, etwas überflüssigen Weinsendung auf n-tv. Ich meine deren Engagement Namens wine4dinner.
Das ist eine Art Crowdsourcing, d.h. man stellt eine Plattform zur Verfügung, gibt noch ein paar Anreize dazu und lässt dann die Interessenten schön die Arbeit für sich machen. Wie zum Beispiel beim ‘Perfekten Dinner’ auf Vox. Und so ähnlich funktioniert es auch bei wine4dinner. Man veranstaltet eine Dinner-Party mit 6 bis 24 Gästen und bekommt von Hawesko ausgesuchten Wein in unbekannter Anzahl dazu. For free. Naja, man muss nur ein paar Bilder zum Weinhändler schicken.
Für mich wäre das natürlich nix, aber ich würde mich ja auch nicht beim ‘Perfekten Dinner’ zum (Koch)Löffel machen. Trotzdem ist die Aktion allemal besser als die sonst bei Hawesko üblichen Briefkastenvollmüllaktionen oder ausgesprochen sinnlose Blogs mit zugekleisterter Bannerwerbung das Überleben zu ermöglichen.
Noch etwas cleverer ist allerdings Rindchen’s Weinkontor. Der Hamburger Weinhändler Gerd Rindchen nimmt sich die hier schon erwähnte ‘5-Euro-Wein’-Geschichte zum Anlass, um nicht nur die Hamburger Presse, sondern u.a. auch Blogger wie mich, zum Medienbrunch ‘Untrinkbare Weine’ ins Poletto einzulanden. Es werden  20 Weine bis fünf Euro probiert und dazu kocht Frau Poletto herself, bekannt aus Presse, Funk und Fernsehen, ‘ein leckeres Mittagessen’.
Und wie man an meinem Beitrag sehen kann, wissen die  Schlawiner wie man es macht. Denn ich wäre natürlich gerne gekommen. Aber bevor am Unterlauf der Elbe bei einigen der Angstschweiß ausbricht, ich kann leider nicht. Aber das wird schon mal…

Woran erkennt man, dass bald Weihnachten ist?
Donnerstag, 27. November 2008

Auf Platz eins in der Topliste von eingehenden Suchbegriffen hat ‘Christkindl Glühwein’ den ‘Schwanzvergleich’ abgelöst.

Danke.
Dienstag, 25. November 2008

Weingut Schloss Wackerbarth muss weg!
Samstag, 22. November 2008

SWB

Und zwar weg aus Staatsbesitz. Das fordert zumindest der Sächsische Rechnungshof. Denn der Betrieb eines Weingutes sei grundsätzlich keine staatliche Aufgabe. Soweit, so gut.
Allerdings wird in dieser Kosten-Nutzen-Rechnung gern vergessen, dass ein großer Teil der Gelder in den Erhalt der Kulturlandschaft, nämlich der Bewirtschaftung der Steillagen und den Unterhalt von Schloss, Park und Weinbergsmauern gehen.
Eine Privatisierung ist bislang auch daran gescheitert, dass Interessenten wie Rotkäppchen zwar den Namen haben wollten, aber keinesfalls den Rest.
Und falls ein Verkauf doch gelingen sollte?  Im schlimmsten Falle käme der Sekt dann aus Freyburg an der Unstrut und die Weine aus Rheinhessen. Das Schloss könnte ja ein exklusives, pöbelfreies Fünf-Sterne-Hotel (so wie in Heiligendamm?) werden und für den Unterhalt der Anlage sorgen Land und Bund via Fördermittel, Zuschüsse und Bürgschaften. Und für die nicht mehr benötigten Angestellten die Agentur für Arbeit.
Aber wenigstens wäre das Weingut Schloss Wackerbarth in Radebeul erfolgreich privatisiert und nicht mehr in Staatsbesitz.

Den Buscholäh Priemöhr Wilasch 2008…
Freitag, 21. November 2008

BP2008

…hätt’ ich doch beinahe vergessen, this year.
Und, ja ja ja, I know. Aber, es gibt nun wirklich dümmere Marketingaktionen auf die man reinfallen kann. Oder?!

‘Pisa’-Suchbild
Mittwoch, 19. November 2008

Es ist kein Geheimnis, dass viele Menschen so ihre Mühe mit der Geografie haben. Ein gutes Beispiel liefern die Macher des aktuellen ‘Gute Weine’-Kataloges von Lobenberg:

GW

Also, sucht die Fehler!

2004 Dingač [Matuško]
Donnerstag, 13. November 2008

DG 4

Ob der Dingač, so wie der örtliche Händler wohl meinte, nun der beste Rotwein Kroatiens ist, vermag ich aus Mangel an Vergleichen nicht sagen. Auf jeden Fall ist er mit 14,2 Umdrehungen eine ganz schön fetter Brummer.
Er wird aus der Rebsorte Plavac Mali gemacht, die einer Art Cousine des Zinfandel ist, aber, wie ich finde, einiges mehr an Bums besitzt.
Dass der Dingač aus überreifen, teilrosinierten Trauben gemacht wird, könnte der Grund für den ersten Geschmackseindruck sein, der nahe an einem alten, frisch geölten Schrank liegt. Diese Irritation verzieht sich aber recht schnell und es bleibt ein öliger, kräftiger, schicker, trockenfruchtiger, brombeeriger und komplexer Roter übrig.
Warum der Dingač  gelegentlich als kroatische ‘Châteauneuf-du-Pape’ bezeichnet wird, kann ich nicht wirklich nachvollziehen. Bei Vergleichen mit dem spanischen Rioja hätte ich weniger Zweifel.
Aber egal, der Wein is gutt…

[Gefunden in… Dubrovnik]

Song zum Wein:
Maksim – ‘Croatian Rhapsody’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

USB (Port) Wein. Nun aber wirklich…
Donnerstag, 6. November 2008

USB PW

In der Peltier Station Winery in Kalifornien hat man sich gedacht, es wäre keine schlechte Idee einen Portwein aufzulegen. Dummer… oder je nach Sichtweise… zum Glück, darf man einen Süßwein außerhalb des Douro-Tales aber nicht Portwein nennen.
So hat man aus der Not eine Tugend gemacht, eine Brücke vom Wein zum Computer geschlagen und das Ding einfach USB (Port) Wine genannt.  So kann man auch neue Kundenkreise erschließen, denn nicht nur Nerds könnten durchaus auf Namen USB Port reinfallen anspringen.
Dass sich die Geschichte auf dem Etikett mit USB Logo und dem Namen Peltier Station in Binär Code fortsetzt, ist nur konsequent.
Ob man dabei auch den Hype um jene Geschichte im Kopf hatte, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis.
Wie er schmeckt allerdings auch…

Prickelnde Versuchung
Sonntag, 2. November 2008

Ich bin in der ständigen Versuchung mir eine Flasche Cuvée Dom Pérignon zu kaufen. Das Zeug ist (beinahe) bekannt wie Coca Cola, James Bond mochte es früher und wenn bei Frasier eine Flasche Champagner geöffnet wird, ist es IMMER Dom Pérignon. Da muss doch was dran sein.
Andererseits sagen Leute die es wissen müssen, wie Stuart Pigott, das er langweilig schmecken würde und ‘Geschmacks-Lotto für Reiche und Angeber’ wäre. Zudem sind ca. 130 Euro wirklich, wirklich, wirklich eine Menge Schotter für eine potentielle Enttäuschung.
Ich denke man sollte die Versuchung, Versuchung sein lassen und stattdessen lieber eine Birne essen.

Mit fünf Euro sind sie dabei. Oder auch nicht.
Dienstag, 28. Oktober 2008

Die Debatte ist zwar noch im Gange, dennoch kann man jetzt schon ein Fazit ziehen.
Die Blogger haben ihre Claims abgesteckt, Meinungen geäußert, aber nächste Woche wird alles vorbei sein, als sei nichts gewesen.
Denn wie hier schon geschrieben, beantworten kann man diese Frage nicht wirklich. Zu vielschichtig ist das Thema, zu wenig lassen sich z.B. eine Liebfraumilch, welche ich persönlich nicht mal unter Folter (mit Ausnahmen natürlich) anrühren würde oder ein Premiers Cru miteinander vergleichen.
Dabei hatten wir uns alle bemüht. Thoma’s ehemaliger Welt online Kollege Niko Rechenberg hat ihm beigepflichtet. Mario Scheuermann war sich nicht zu schade, offenbar ‘alle’ Rotweine in Hamburg unter fünf Euro zu leeren um ihm das Gegenteil zu beweisen. Dirk Würtz will noch eine Probe aufs Exempel starten, Lars Breidenbach und Christoph Raffelt sehen besonders auf die Produktionskosten und Matthias Metze das Ganze unter dem Bioweinschirm. Selbst Werner Elflein hat sich so seine Gedanken gemacht. Und alle haben natürlich recht.
Nur dem Auslöser der Geschichte, Hendrik Thoma, geht alles so ziemlich am Sommelierbesteck vorbei.
Natürlich kann man nicht erwarten, dass erfolgreiche Sommeliers unbedeutende Weinblogs lesen. Aber selbst die Diskussion auf Welt online bleibt mit 34 Meinungen unberührt, unkommentiert, ungelesen?
Und natürlich muss man sich auch nicht wirklich mit lästigen Leserbriefschreibern, die ja angeblich als Auslöser des Artikels dienen sollten oder gar noch lästigeren Online-Kommentatoren rumschlagen.
Aber eine Frage bleibt dann doch: Warum bietet man die Möglichkeit dazu überhaupt an?

Guter Rotwein für unter fünf Euro?
Donnerstag, 23. Oktober 2008

HT

Hendrik Thoma, bekannt als ehemalige Chef-Sommelier eines Hamburger Hotels, ehemaliger Bereichsleiter bei einer Cash & Carry Gruppe, ehemaliger Werbepartner einer bayerischen Weißbierbrauerei und ehemalige (und bemitleidenswerte) Randfigur bei Kerners kochenden Selbstdarstellern, hat sich in einem Selbstgespräch ‘Leserfragen’ beantwortet und zur oben genannten Frage geäußert:

Für diesen Preis gibt es kein Erlebnis, sondern nur Wirkung. Sicher, Geschmack ist eine subjektive Angelegenheit. Doch einen wirklich guten Wein zu diesem Preis zu bekommen ist Utopie.

Und damit hat Thoma die Lieblingspandora der Weinszene geöffnet. Jene Geschmacksfrage, die immer wieder gestellt wird, aber nie wirklich rational beantwortet werden kann. Trotzdem wird immer wieder versucht Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
Natürlich gibt es rote Zechweine unter fünf Euro, z.B. den Zweigelt Landwein vom Weingut Hahn aus dem Weinviertel, die zu einer Party wie der Hintern auf den Topf passen. Und natürlich kann man diese dann auch als ein ‘Erlebnis’ bezeichnen.
Aber niemand, der sich nur halbwegs mit Wein beschäftigt hat, würde ernsthaft erwägen, einen Saufwein in der gleichen Liga wie einen Monte Bello von Ridge oder einen Barabaresco von Angelo Gaja spielen zu lassen.
Und ebenso darf gefragt werden ob ein Château Haut-Brion, welcher in einem Moskauer Edellokal über den Tisch geht, ein Erlebnis für die Gäste ist oder doch nur eine gewisse, wie auch immer, Wirkung erzielen soll.
Es bleibt wie es ist. Ob die Flasche nun fünf oder fünfzig Euro gekostet hat, niemand sollte sich von niemandem den Spaß am Wein verderben lassen.
Auch wenn bei die fünfzig Euro die Spaßdichte tendenziell doch höher ist.

Dr. (Niles) Frasier Crane Quotes XIII.
Dienstag, 21. Oktober 2008

NCWQ 13

Frasier: Dear God, we’re out of sherry.

Dr. Niles Crane is a fictional character on the American sitcom Frasier. Niles is the younger brother of Dr. Frasier Crane.

Herz aus Glas
Samstag, 11. Oktober 2008

PC

Wir erinnern uns ja noch an die ziemlich extrovertierten Dekanter à la Blutgefäße von Etienne Meneau.
Dieser hat sich jetzt im menschlichen Körper etwas weiter vorgearbeitet und bietet mit den Petit Coeur die dazu passenden Weingläs… herzen an, die man sicher auch als eine Art Minidekanter nutzen könnte.
Aber wie schon bei Meneaus anderen Werken, sollte man an die Gläser nicht mit zu praktischen Vorstellungen herangehen. Und auch lieber nicht nach dem Preis fragen.
Aber schick sind sie trotzdem.

Schluss mit lustig [Nachtrag]
Donnerstag, 9. Oktober 2008

BDX

Wieder mal ist eine Blase geplatzt. Und diesmal hat es die Finanzmärkte getroffen. Mit weitreichenden Folgen.
Die Erkenntnis, dass die Globalisierung nicht nur Vorteile bietet, erreicht zurzeit neue Gesellschaftsschichten.
Und damit wird es auch der Weinbranche spürbar weh tun. Im besonderen jene Teile, die sich bislang mit hoch- und höchstpreisigen Weinen ihre Korken vergolden ließen.
Vorbei die Zeiten, in denen Kunden in New York, London, Shanghai und Moskau der Inhalt ihrer Gläser vollkommen relativ egal gewesen ist, solange er nur teuer genug war.
Und tatsächlich verzeichnen Bordeaux-Händler, wie APF berichtet, erste Umsatzrückgänge von zehn Prozent. ‘Deutsche und Briten bestellten derzeit so gut wie nichts mehr…’, meint Fabrice Bernard von Millesima.
Zwar macht man sich hier und da noch Hoffnungen, dass einige ihre letzten Groschen in Wein anlegen, aber dieser Nebel dürfte sich alsbald im Licht der Wahrheit auflösen. Weininvestment hat schon in den Zeiten des Booms nicht wirklich funktioniert.
Auch die Hoffungen auf Asien könnten trügen. Dazu ist die Weltwirtschaft inzwischen zu vernetzt, als dass einige Teile der Welt davon unbeeindruckt blieben.
So dürfte sich einiges wieder einpegeln. Natürlich wird man einen Mouton-Rothschild, Château Margaux oder Château Haut-Brion auch in Zukunft nicht vom Wühltisch bekommen, aber die Zeiten der ungehemmten Preisspiralen dürften erstmal vorbei sein.
Und echten Weinfans kann das ja nur recht sein.

[Nachtrag]

‘The world of fine wine is proving to be no longer immune to the global financial crisis…’, meint auch der Decanter.

2000 Château Terrey Gros Cailloux
Dienstag, 7. Oktober 2008

CTGC 00

Château Terrey Gros Cailloux gehört wie das dazugehörige Château von Hortevie in die kleinsten Ecke des Medoc, nach Saint Julien.
Zwar fehlt beim 2000er Terrey Gros Cailloux der ‘große’ Name mit den vielen Nullen (im Preisschild), trotzdem haben wir hier einen ziemlich animalischen, lederigen, aber doch recht jugendlichen Franzosen im Glas.
Und auch wenn man nicht mit Vanille und Lakritz gespart wird, ich würde ihn nicht für die ‘Kleinen’, die Bordeaux-Newbies empfehlen. Dafür benötigt er zuviel Luft, Muse, Zeit.
Aber auf jeden Fall bekommt man eine Menge mehr Bordeaux für sein Geld, als bei manch anderen Kollegen.

[Gefunden bei… La Maison des Millésimes, Bordeaux.]

Song zum Wein:
Sébastien Tellier – ‘Look’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Zwei (Up)starts zum Wochenende
Freitag, 3. Oktober 2008

Bottleplot kommt aus Hamburg. Das ist nicht neu, aber nun hat es Marlene Duffy von YouTube zur eigenen Website geschafft.

ScS 1

Nach dem Vorbild des, inzwischen nicht ganz unumstrittenen, Gary Vaynerchuk, mit einer ordentlichen Prise ‘Elsa Seefahrt‘ und einem großen Klecks ‘Ehrensenf‘, gibt es von Marlene Duffy Deutschlands (beinahe) einzigen Videopodcast zum Thema Wein.
Und auch wenn mir der Stil, wie bei den oben genannten Vorbildern, zu bemüht originell und viel zu ‘laut’ ist, das ist schon eine Leistung. Allein wenn man weiß, was man in solche Projekte an Arbeit stecken darf.
Allerdings zeigt nicht nur die gut gemachte Website, mit Forum, E-Commerce etc., sondern auch der Einsatz einer PR-Agentur, dass hinter der One-Woman-Show mit den selbstgedrehten Videos ‘aus dem eigenen Wohnzimmer’, wohl mehr ‘WoMen’ stehen, als man suggerieren möchte. (via)

Die Nummer zwei ist aromicon (Formerly known as Wein-X), kommt aus Halle an der Saale und soll am Montag die Beta-Phase nun endgültig verlassen. Hier wagt man sich an den Versuch, den Geschmack des Weines zu visualisieren.

ScS 2

Kein leichtes Unterfangen, wie ich finde. Und auch wenn ich nach wie vor, eher ein Anhänger der unvisualisierten Beschreibung bin, die Ansätze sind nicht uninteressant. Allerdings ist das Einsatzgebiet, der im virtuellen Weinglas herumwuselnden, virtuellen Aromen  zur Zeit wohl eher unter den Online-Shops zu suchen.
Auf jeden Fall müssten die ‘Freunde des guten Geschmacks und schönen Designs’ an letzterem noch kräftig arbeiten. Es kommt doch sehr old fashioned daher. Dazu tragen auch die Farben à la ‘Variationen in Grau’ nicht unerheblich bei. Vielleicht sollte man nach den Programmierern, doch nochmal die Kreativen ran lassen. Und die gibt’s, da bin ich mir sicher, auch in Halle genug.

Studie: Weblogs haben ein Glaubwürdigkeitsproblem
Montag, 29. September 2008

Der Winzerblog hatte sich vor kurzem kritisch mit einigen unbefriedigenden Facetten unter den Weinblogs auseinander gesetzt und Lösungswege gesucht.
Dazu passt die ARD/ZDF-Onlinestudie 2008 ‘Mitmachnetz Web 2.0: Rege Beteiligung nur in Communitys‘ ganz gut ins Bild. (Selbige kann man sich hier als PDF runterladen.)
Auch wenn man Studien immer mit einem gesunden Misstrauen begegnen sollte, gibt es hier einige Punkte die sich durchaus mit meinen Erfahrungen decken.
So wird zwar ein durchaus positives Bild des Web 2.0 als Ganzes gezeichnet, aber besonders bei den Blogs sieht es recht düster aus:

ScrS 01
Auch unter denen, die Blogs kennen bzw. nutzen:

ScrS 02

Nicht sehr erfrischend ist es auch bei der Glaubwürdigkeit:

Nur 29 Prozent halten die auf  Weblogs verbreiteten Informationen für glaubwürdig. Eine Mehrheit von 71 Prozent ist skeptisch und misstraut dem Wahrheitsgehalt von Weblogs eher. Entsprechend sieht auch nur eine Minderheit in Weblogs eine Konkurrenz zu professionellen journalistischen Angeboten.

Und dies deckt sich nicht unbedingt mit Aussagen, die von einigen Bloggern, aber auch aus der PR- und Marketingecke kommen.
Und jetzt kann sich jeder (Wein)Blogger fragen, woran das wohl liegen könnte.
Ich hätte da so eine Idee… Oder zwei… Oder drei… Oder vier… Oder fünf… Oder sechs

[via]

2006 Spätburgunder & Portugieser [Martin Schwarz]
Sonntag, 28. September 2008

SB & P

Der Spätburgunder & Portugieser ist bislang nicht nur der einzige Schwarze Rote des Proschwitzer Kellermeisters Martin Schwarz, er ist auch einer der teuersten Rotweine aus dem Elbtal.
Obwohl Cuvée, schmeckt man den Spätburgunder und den Portugieser doch ziemlich heraus. Dazu ein ordentlicher Einsatz von Kirschen mit einigen gerösteten Waldbeeren. Alles ist nicht aufdringlich, auch die zwölf Monate Barrique nicht.
Allerdings, auch mit einem kräftigen Garagenwein-Bonus ist das Preis-Leistungsverhältnis etwas überstrapaziert. Im Vergleich mit seinen wirklich pornographischen Weißweinen ist der S & P noch etwas zu jugendfrei.

(Gefunden bei… edelrausch)

Song zum Wein:
Roy Black – ‘Ganz in Weiß’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

2006 Kerner [Thüringer Weingut Bad Sulza]
Donnerstag, 25. September 2008

TK TWBS

Auch wenn die Flecken des Weingebietes Saale-Unstrut oft auf Sachsen-Anhalt reduziert werden, gehört doch ein nicht ganz kleiner Teil davon, immer noch nach Thüringen. Spätestens nach dem Start des Prinzen zur Lippe bei Weimar, werden solcherlei Irritationen sicher der Vergangenheit angehören.
So lange darf sich das Weingut in Bad Sulza mit knapp 33 ha, dass Größte in Thüringen nennen.
Und dieser Kerner ist nach dem Müller Thurgau die Nummer Zwo auf der Mengenliste.
Recht schlank, straight und weich. Dazu ein paar Äpfel mit einem Spritzer Zitrone. Nix für Gourmets, aber durchaus passend zur deftigen Thüringer Küche.
Das hat man offenbar auch bei der Handelskette Globus gemerkt und bietet diese hmmm… Edition(?) in seinen regionalen Supermärkten an. Soweit so gut.
Dass man nicht das sonst übliche, alberne sinnlose merkwürdige Etikett (mit der fehlenden Ecke) verwendet, geht ja in Ordnung.
Warum man dies allerdings durch ein vollkommen nichtssagendes Ding à la mediteran-pfälzer Billigwein ersetzt hat, will sich mir wirklich nicht erschließen. Und dass auf die Briefmarken-Rückseite auch doch ein Text von zwei gefühlten DIN A4-Seiten rauf musste, auch nicht.

(Gefunden bei… Globus, Jena)

Song zum Wein:
Rainald Grebe – ‘Thüringen’
Hier kurz reinhören (via iTunes). Gibt es nicht auf iTunes. Darum ausnahmsweise hier bei Youtube und als Video.

Best of WeinSalon
Samstag, 20. September 2008

Eigentlich wollte ich ja öfter über unsere Zusammenkünfte beim Doc schreiben. Aber… die Zeit, die Zeit. Die Lust, die Lust. So gibt es hier wenigstens mal eine Auswahl der (mehr oder weniger) Exoten, zur Ablage.

1967 Massandra
Das Zeug aus der ehemaligen Sowjetunion, bezeichnet man laut Etikett als Portwein.
Es ist inzwischen(?) eine ziemlich trübe Brühe geworden, die aber noch tatsächlich
trinkbar ist. Und ein klitzekleinwenig riecht er auch nach Portwein und Rosinen. Und auch im Geschmack Rosinen, Rosinen, Rosinen… und das altersbedingte Kerosin(Petrol).

1974 Barolo Borgogno Riserva DOCG
Ein Barolo vom richtig alten (seit 1761) Weingut Borgogno.  In der Jugend ausgeruht in slavonischer Eiche, spürt man in der Nase das Alter. Riecht etwas nach nahem Ende, geschmacklich aber sehr nach Cassis, satt und schwer.

1988 Tokaji Aszu
Eine Tokajer Spätlese aus den ‘alten’ Tagen der Ungarn. Die nicht nur schlecht waren.
In der Nase etwas wie Bananenchips. Im Geschmack fruchtig und wie süß-saure Pommes aus Bonn.

1993 Heymann-Löwenstein Riesling Cuvée ‘R’
Das Besondere am ‘R’ vom ‘rebelischen’ Löwenstein ist, dass er bewusst oxidierend ausgebaut wurde. Riecht etwas nach nasser Tapete und recht würzig. Geht geschmacklich in die Richtung Sherry oder eines nicht ganz so süßen Tokajier.

1998 Kindsmarauli
Stalins ehemaliger georgischer Lieblingswein. Gibt es inzwischen so oft im Angebot, dass man denken könnte der ganze Kaukasus ist mit Weinstöcken für Kindsmarauli überzogen. Oder es ist nicht immer das in der Flasche, was drauf steht.
Riecht und schmeckt natürlich etwas nach Kerosin. Ist noch leicht süß, hat aber seine besten Zeiten, so wie Stalin, schon weit hinter sich.

1998 Renner Müller Thurgau Auslese
Eine Auslese vom Müller Thurgau zu machen, darauf muss man erstmal kommen. Dachte sich Birgit und Helmuth Renner aus Gols im Burgenland offenbar auch.
Riecht schon etwas alt, aber nett nach Rosinen. Der Geschmack geht etwas in Richtung von alten Limetten, hat aber noch eine hübsche Säure.

1999 Clos St. Landelin Tokay Pinot Gris
Damals hat man sich im Elsass noch nicht so ganz darum geschert, dass der Tokay nur nach Ungarn gehört. Auch René Muré nicht.
Riecht nach Rosinen und Kerosin. Und schmeckt nach Birne und… da sind wir wieder bei Ungarn, etwas nach Traubisoda.

2001 La Pieve Rosso del Pievano IGT
Einer der ‘Super Tuscans‘.  Riecht  etwas nach Pferd. Schmeckt aber nicht so. Recht marmeladig, aber schön kirschig und würzig. Bei dem  ‘adligen’ Titel durchaus ein Schnäppchen.

2002 Traminer Trockenbeerenauslese [Alois Kracher]
Kracher at it’s best. In der Nase eine sehr frische Süße, die noch ordentlich knallt krachert. Im Mund etwas wie die Orangenbonbons vom ‘nimm2′. Im wirklich positiven Sinne.

2003 Riesling ‘Quasaar’ Weinhof Herrenberg
Was Claudia & Manfred Loch an der Saar da machen ist nicht von schlechten Eltern. Der Riesling riecht leicht nach alten Möbeln und  schmeckt dabei schön schmelzig und fruchtig. Noch Fragen? Nö.

2004 Mopr [Porta Bohemica]
Wenn jemand noch eine Menge zu tun hat, was den Wein angeht, dann sind es die Weingüter in Böhmen und Mähren. Von Schloss Melnik (bisher) mal abgesehen.
Der Mopr riecht nach Zahnpasta und Pfefferminzpastillen… und schmeckt irgendwie auch so. Und das ist ja schon fast wieder interessant.

2004 Château Mouton-Rothschild
Eindeutig Kindermord. Vielleicht DER berühmteste Wein der Welt. Nicht ganz unumstritten, vielleicht nicht der beste, aber er hat was. Wumms, Kraft und Saft. Allerdings stehen die noch etwas unentschlossen in der Ecke rum. Da sollte noch was kommen.
Warten wir also in Zukunft noch etwas ab und wundern uns über die Mondpreise die man inzwischen für sowas bezahlt.

2005 Roter Uhudler [Weingut Mayer]
Ein rechter Exot, weil… kann man hier nachlesen. Riecht und schmeckt wie Erdbeerbowle. Nicht ganz uninteressant.

2006 Hölder [Winzergenossenschaft Freyburg/Unstrut]
Noch so ein Ding. Der Hölder ist eine Kreuzung aus Riesling und Ruhländer.
Riecht wie ein nasser Hund und liegt geschmacklich irgendwo zwischen… Riesling und Ruhländer. Auch gar nich so schlecht. Und definitiv das beste, was ich bisher von den Genossen aus Freyburg im Glas hatte…

2006 Spätburgunder ‘S’ [Meyer-Näkel]
Donnerstag, 18. September 2008

SMNS 06

Werner Näkel hat bei den diesjährigen Decanter World Wine Awards (DWWA) mit seinem ‘2005er Dernauer Pfarrwingert Spätburgunder Großes Gewächs’ den ersten Platz unter allen Pinot Noirs abgeräumt. Und auch wenn der aufmerksame Weinfreund ja weiß, dass man Wettbewerbe aus verschiedenen Gründen durchaus einmal misstrauen darf, kein schlechter Erfolg. Noch dazu, da man die Konkurenz aus Neuseeland, Chile und dem Burgund hinter sich gelassen hat.
Lange Rede, das ist er… aber nicht. Hier haben wir ‘nur’ den Spätburgunder ‘S’ (wie Selektion). Aber schon hier kann man feststellen, wie viele schlechte nicht so gute Spätburgunder es im Lande gibt.
Erstaunlich was Mr. Näkel hier für ein samtiges, kirschiges, dichtes, reifes Zeug, mit einem Hauch von Vanille gebastelt hat. Ohne dabei eine Kopie von irgendetwas zu sein. Das schmeckt nach mehr und lässt einen spitz auf den ‘Dernauer Pfarrwingert’ werden.
Achja, bei den oben genannten  DWWA’s hat der ‘S’ immerhin eine Silbermedallie abgefasst.

(Gefunden im… Karstadt, Dresden)

Song zum Wein:
AIR – ‘Sexy Boy’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Little Big Man oder Das Werbeverbot-Ding
Dienstag, 16. September 2008

Seit geraumer Zeit geistert ein eventuell… bestimmt… möglicherweise… am Horizont heraufziehendes Verbot von Werbung für Alkohol durch die wundersame Welt der Medien.
Und natürlich ist so ein Thema durchaus diskussionswürdig. So kann man sich damit sachlich, unbedingt sarkastisch und/oder – ab und zu – auch objektiv damit befassen.
Und natürlich gibt es auch Menschen, die es schaffen, sich noch unter Augenhöhe von Bild-Zeitung-Autoaufkleber-Protest-Aktionen mit dem Thema… öhmm… auseinanderzusetzen.
Wie zum Beispiel:

Manchen Politikern sollte man einfach den Mund stopfen, weil sie immer wieder ihre Wunschvorstellungen zur Wahrheit erklären. Eine davon ist die Drogenbeauftragt der Bundesregierung Sabine Bätzing (SPD).

Egal wie: der Kampf hat begonnen und ich habe hiermit feierlich das Kriegsbeil ausgegraben. Häuptling Scharfe Zunge will den Skalp dieser SPD-Squuaw an seinem Gürtel!

Who cares?! Stimmt. Allerdings handelt es sich hier nicht um einen Leserbriefschreiber einer Lokalzeitung, sondern – nach eigener Aussage – um DAS ‘Leitmedium’ unter den deutschen Weinblogs und bei dieser Art um keinen Einzelfall.
Und so lassen sich zwar manche, aber doch nicht alle, auf diese Art und Weise (ver)leiten:

Hier sinkt das gedanklich und sprachliche Niveau deutlich unter jenes einer Zeitung mit vier Buchstaben. Ich musste an Bölls „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ denken.

Das und noch mehr dazu bei Pasta.

Da ich mich ja dort nie traue…
Freitag, 12. September 2008

Eigentlich sollte man es ja gleich an Ort und Stelle tun, wenn man dort z.B. Wein einkooft. Und sicher machen die auch nur ihren Job, aber trotzdem:
ZUM 100. MAL: NEIN, ICH HABE KEINE KARSTADT-KUNDENKARTE!

2007 Ottello [Bernhard Ott]
Dienstag, 9. September 2008

Ott_ello

Es ist ziemlich egal ob man Berhard Ott als den ‘Bullen vom Löss’ (Falstaff) oder den ‘King of GV… Gruner Veltleenar’ (Weincasting) bezeichnet. Denn auch wenn der Ottello als Einsteiger in die Ott’sche Palette ein Jungwein-Cuvée ist, liegt der Schwerpunkt, im wahrsten Sinne auf dem Veltliner.
Auch im Ottello, welcher aus Grüner Veltliner, Roter Veltliner, Frühroter Veltliner, Müller-Thurgau, Welschriesling und Neuburger gemixt wird.
Dabei ist ein sehr netter und frischer Starter herausgekommen, welcher irgendwo zischen Zitronen und Bartäpfeln, Power und Sanftheit liegt. Und gar kein Langweiler ist.

(Gefunden im… KaDeWe)

Song zum Wein:
Gustav – ‘Verlass die Stadt’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

2007 Weissburgunder & Grauburgunder [Martin Schwarz]
Montag, 8. September 2008

WGMS07

Ein Weingut mitten im Dresdner Szeneviertel Neustadt? Schon, aber Tanks und Fässer findet man hier eher weniger. Denn ausgebaut werden die Weine in Zadel, im Weingut Schloss Proschwitz. Das ist kein Problem, denn der Kellermeister dort heißt Martin Schwarz.
Wer jetzt denkt, dass die Schwarz’schen Weine einfach nur eine Art Cuvée aus dem Proschwitzer Kellerresten ist, liegt total falsch. Der wirklich sehr sympathische Martin Schwarz hat natürlich seine eigenen Flächen. Die sind allerdings dünn gesät, sodass man noch recht häufig mit Cuvées arbeitet. Was nach einer Notlösung klingt, aber keine ist.
Mineralisch und schmelzig, mit einer ordentlichen Ladung Bums unter dem Korken. Ein schönes, frisches, knackiges Zeug, welches gut balanciert auf dem eingesetzten Holz surfen kann.

(Gefunden im… Karstadt Dresden)

Song zum Wein:
Black Sabbath – ‘Iron Man’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

2005 Pinot Noir ‘Réserve’ [Georges Lorentz]
Sonntag, 7. September 2008

PNGL

Hinter Georges Lorentz verbirgt sich niemand anderes, als der nicht ganz unbekannte Name Gustave Lorentz aus Bergheim im Elsass. Also jener Elsässer, der zum Beispiel mit seinen Gewürztraminern Furore macht. Mehr oder weniger.
Eher selten ist in Deutschland ein Pinot Noir aus diesem Teil Frankreichs zu finden. Und das ist auch nicht wirklich schlimm, denn hier haben wir einen ziemlich klassischen Spätburgunder im Glas. Der ‘Réserve’ ist sauber, aber doch recht einfach und hält sich sowohl in Frucht und Power zurück.
Solo ein ziemlich einsilbiger Typ, aber zur deftigen elsässischen Küche ein durchaus passender Kandidat.

(Gefunden in… Straßburg)

Song zum Wein:
Gustave Parking – ‘Tcherno-bile’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Dr. Niles Crane Quotes XII.
Samstag, 6. September 2008

NCWQ12

Carla:  Hey, white-bread.  What could possibly be wrong on this most wonderful of nights?
Niles:  Oh, no offense, it’s just we had reservations at one of the finest restaurants in Boston, and instead we’re eating trail mix and drinking this… oh, dear God, it’s just labeled “Wine”.

Dr. Niles Crane is a fictional character on the American sitcom Frasier. Niles is the younger brother of Dr. Frasier Crane.

Kopie, or not to be [2. Nachtrag]
Sonntag, 31. August 2008

Thomas, der vom Winzerblog, hat sich vor kurzem etwas über Nachahmer mit gleichen Namen geärgert gewundert.
Solange keine Inhalte und Artikel geklaut werden, sehe ich so was eher gelassen. Notfalls gibt es zur Vorbeugung ja den Markenschutz.
Funktionierende Konzepte werden gerne kopiert, das kann man in der Medienbranche oft beobachten. Und was nicht gut ist, wird auch nicht geklaut, so sagt man.
Besonders im Internet ist es nicht selten, dass Menschen mit geringerer Inspirationskraft sich für nichts zu schade sind, um vom Kuchen anderer auch etwas abzukriegen. Die Facetten sind jedenfalls vielschichtig.
Und jetzt darf jeder mal raten, wo man seit kurzem landet, wenn man nicht wie sonst  weincasting.com, sondern weincasting.de (sic!) in den Browser tippt.
Naaa…? Nein, leider knapp daneben. Aber nur gaaaanz knapp…

[Danke an den Tippgeber!]

[Nachtrag]
Na, das ging aber fix. Offenbar hat der bei denic.de eingetragene Inhaber von weincasting.de alles schnell mitgekriegt und tatsächlich kalte Füße bekommen. Die Weiterleitung hat er nun nicht mehr zu sich, sondern komischer- und eigentlich unnötigerweise zu weincasting.com umgebogen.
Tut mir leid für alle Zuspätleser, aber der Aufmerksame bekommt die Zusammenhänge sicher auch so heraus.
Für mich ist die Sache jedenfalls damit erledigt.

[Und auch diesmal einen Dank an die Tippgeberin!]

[2. Nachtrag]
Gut, nun geht die Weiterleitung nicht mehr zu weincasting.com, sondern noch ins Leere, zu weincasting.net.
Inzwischen habe ich mir allerdings die Domain weincasting.net gesichert. Nicht um ein neues ‘Hin und her’-Spielchen anzufangen, sondern weil ich diese für recht sinnvoll halte. Außerdem möchte ich etwaige Trittbrettfahrer möglichst fernhalten.
Also bitte nicht wundern, wenn weincasting.de bald wieder ganz woanders landet.
Ich habe allerdings nicht vor, mir noch weitere Domains zu sichern, nur um irgendwelchen Hirnies das Wasser abzugraben.

Fry and Laurie – Wine Tasting
Donnerstag, 28. August 2008

Bisher ist es mir doch tatsächlich entgangen, dass der wunderbare Stephen Fry und der ebenfalls nicht gerade schlechte Hugh Laurie in der 80ern und frühen 90ern eine Comedy Sendung unter dem Namen ‘Fry and Laurie‘ hatten.
Und natürlich ging es darin u.a. auch mal um Weinproben.
Kurz, aber gut:



(Direktlink zu Youtube)

Blogoscoop. Das Ding mit dem Schwänzchen.
Mittwoch, 27. August 2008

Natürlich hab ich mir Blogoscoop angesehen, das neue Spielzeug der Blogger-Gemeinde. Nicht, dass ich nach dem Ende von Blogscout einen Sinn sehen würde, ein Tool neu zu erfinden welches einfach nicht funktionieren kann…
Ich finde den Namen witzig. Blogoscoop erinnert mich irgendwie an poop scoop (engl. Schäufelchen zum Wegräumen von Hundehäufchen).
Und trotz langer Beta-Phase hat man das Gefühl, genau dieses Utensil schon wieder zu benötigen.
Auf Platz eins der Kategorie ‘Meistgelesen’ liegt, zum Beispiel, ein Blog mit 400.000 Page Impressions. Das dies nicht immer etwas aussagt wissen wir ja. Google auch. Der Blog bekommt einen Page Rank von 0. In Worten: Null.
Dabei bekommt jedes, nicht mal besonders öhmm… seriöse Blog – so wie beispielsweise – Weincasting, nach einer gewissen Zeit ohne Zutun auf einen Page Rank 4.
Aber dies ist natürlich kein Einzelfall, unter den Top 50 tummeln sich noch eine Menge Kandidaten mit solchen Diskrepanzen.
Es bahnt sich also das an, was Blogscout zum Handtuchwerfen bewogen hat: Der Drang einiger recht sinnfreier Blogs, sich in solchen Rankings nach oben zu bescheißen.
Und sonst? Ein paar weitere Funktionen wie das Erstellen von Statistiken sind zwar ganz nett, bekommt man aber von Programmen wie ‘Mint’ mindestens genau so gut gemacht. Allerdings ohne die ja eigentlich soooo nebensächliche Möglichkeit zum Schwanzvergleich.
Themenverwandte Blogs zu finden, ist theoretisch zwar auch ganz hilfreich, allerdings gibt’s zumindest beim Thema Wein keine neuen Entdeckungen. Wie auch, die findet man -wenn- bei genussblogs.net.

Dunkle Wolken über Weingut Schloss Melnik
Montag, 25. August 2008

Vor einigen Monaten hat sich der Eigentümer des Weingutes Schloss Melnik Jiri Lobkowicz von seiner Frau Bettina getrennt und neu orientiert. Dass diese Trennung gerade in einer Art Rosenkrieg abläuft ist eigentlich Privatsache, welche höchstens die Yello Press interessieren dürfte.
Das Problem ist aber, dass Bettina Lobkowicz bisher für die Leitung des Weingutes verantwortlich war und dort eine recht ordentliche Arbeit geleistet hat.
Denn die Melniker Weine sind immerhin ein zarter Silberstreif am Horizont des tschechischen Weinbaus, welcher bislang qualitativ nicht wirklich überzeugen konnte.
Ob dies auch in Zukunft so sein wird, bleibt nach dem derzeitigen Stand der Entwicklung allerdings abzuwarten.

Weinprobe 2.x
Sonntag, 24. August 2008

Die Weinprobe 2.irgendwas ist endlich da. Ein Weinhändler sponsert jeweils eine Kiste Wein, deren Inhalt er selbst aussucht und sich von den Teilnehmern natürlich (mit a litte bit Rabatt) auch bezahlen lässt. Zuhause darf dann ausgepackt und probiert werden. Das ist zwar nicht wirklich neu, kennen wir schon von einigen Zeitungsverlagen.
Das wirkliche bahnbrechende ist, dass die Teilnehmer jetzt darüber twittern. Live und in 140 Zeichen.
Und so haben beide etwas davon. Die Veranstalter bekommen mindestens Reklame für lau und die Teilnehmer können beim probieren prima Sozialgeräusche erzeugen.
Und wer denkt, dass dies alles so erfrischend sei wie Zwieback in Mehl zu tunken, verschläft sicher gerade wieder einen Trend…
[via]

2006 Grauburgunder [Schlossgut Diel]
Freitag, 22. August 2008

AD GB

‘Was für ein kleiner Stinker!’ Dies könnte man denken, wenn man sich auf einen Deal mit diesem (Journalisten und Winzer) Diel eingelassen hat.
Gleich nach dem Öffnen zeigt sich dieser Grauburgunder offenbar ziemlich angepisst, dass er so lange in der Flasche bleiben musste. Stinkig in der Nase und kratzig im Mund.
Aber nach ein paar Minuten hat man sich beruhigt und zeigt sich von seiner Sonnenseite. Ein wunderbarer grauer Sonnyboy, der gar nicht beliebig, sondern schick ausbalanciert ist. Dazu schnüffelt er schön nach Aprikosen und schmeckt auch noch danach. Und das sogar ein paar Tage lang.
Bleibt nur noch eine Frage: Wohin mit der leeren blauen Glasflasche? In den ‘braunen’ oder ‘grünen’ Container?

[Gefunden im… Weinhaus Krömer, Schwerin]

Song zum Wein:
ZZ Top – ‘Deal Goin’ Down’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

WC Lektüre vom 17.08.08
Sonntag, 17. August 2008
Dr. Niles Crane Quotes XI.
Mittwoch, 13. August 2008

NCWQ 11

Frasier: Well, I did notice you put a bottle of ‘93 Pechie Beron on the grocery list last night.
Niles: So?
Frasier: That wine’s not even drinkable for two years!

Dr. Niles Crane is a fictional character on the American sitcom Frasier. Niles is the younger brother of Dr. Frasier Crane.

Wasser und Woi
Montag, 11. August 2008

WF_HH

Wer denkt, dass manche Erscheinungsformen des regionalen Weinmarketings mit zunehmender Entfernung zu Weinanbaugebieten abnehmen, irrt. Leider.

Weingut Schloss Proschwitz. Kleine 2007er Horizontale.
Montag, 4. August 2008

PLZ KH 2007

Es gibt Leute die behaupten, dass das Weingut Schloss Proschwitz das Beste in ganz Sachsen sei. Da aber solche Superlative immer (im wahrsten Sinne des Wortes) etwas vorsichtig zu genießen sind, werde auch ich mich mit solchen Aussagen zurückhalten.
Aber eines stimmt, das Portfolio des Prinzen zur Lippe oder besser, seines Weingutes gehört sicher zu den Besten in Sachsen.
Und da ich mir die Gelegenheit geschaffen habe, einen Ausschnitt des Programms über ein paar Tage hinweg zu testen, soll das Ergebnis auch hier, in einer Art Horizontale, nicht vorenthalten werden:

2007 Müller-Thurgau Qualitätswein Trocken
Also wenn schon Müller-Thurgau, dann so: In der linken Hand eine Tüte Haselnüsse. In der rechten Hand ein paar Limetten. Und beides zu einem knackigen Wein zusammenbasteln. Es reicht zwar nicht für ein neues Kapitel der deutschen Weingeschichte, aber für die Terrasse, an einem heißen Sommertag, allemal. Da hat der Lambeck (diesmal) wohl tatsächlich recht.

2007 Goldriesling Qualitätswein Trocken
Der Goldriesling hat in Sachsen nicht nur Freunde. Dieser ist etwas blumig und gehört mit ein paar Johannisbeeren sicher zu den besseren seiner Art. Mir ist er trotzdem etwas zu… simpel. Auch als Saufwein gefällt mir der Müller-Thurgau besser.

2007 Scheurebe Kabinett Trocken
Für mich die Überraschung dieser Quadriga. Ein sehr leckeres Stöffchen, dessen Geschmackserlebnis man in etwa so beschreiben kann: Man leckt mit der Zunge über einen noch nicht ganz reifen Pfirsich und atmet dabei kräftig ein. Klasse.

2007 Grauburgunder Kabinett Trocken
Auch wenn man bei einem Grauburgunder eigentlich nicht sehr viel falsch machen können, sollte, zeichnet sich der GB durch ein unaufgeregtes Hin- und Hertrudeln zwischen Säure und Süße aus. Geht mit seinem schmelzigen Charakter und einem Hauch Fruchtsalat gut zum Essen oder auch Solo.

Wer sich nicht für die Weißweine von Schloss Proschwitz interessiert, darf sich gerne hier ein paar Worte von mir zum Spätburgunder ansehen.
Achja, die Preise bewegen sich so um die zehn Euro. Plus, minus. Und pro Flasche. Natürlich.

[Gefunden im… Weingut Schloss Proschwitz]

Song zu den Weinen:
Adam Ant – ‘Prince Charming’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Bottle Shock. Der Film (irgendwie) zur Weinjury von Paris
Dienstag, 29. Juli 2008

Endlich mal wieder ein Film zum Thema Wein. Das ist schon mal gut. Das Thema ist, zumindest ansatzweise, die sog. Weinjury von Paris. Das ist schon mal nicht schlecht.

BS

Einer der Hauptdarsteller, ist der von mir sehr geschätzte Alan Rickman. Das ist schon mal sehr gut. Nicht so gut ist, dass die Kritiken bislang eher durchwachsen sind. Aber, die Geschmäcker sind verschieden, die Erwartungen auch und so kann sich ab 8. August in ‘ausgesuchten Theatern’ (mit anderen Worten: Pech, liebe Kino- und Weinfreunde in der Provinz) jeder seine eigene Meinung bilden. Das werde ich auch tun und solange gibt’s hier schon mal den Trailer:

Du rollst hier net raus!
Montag, 28. Juli 2008

Es gibt da ein Ding, welches so ähnlich klingt wie Betaproll. Nach Angaben des Betreibers dient dies

… der experimentelle[n] Auswertung von Blogrolls. [...] Das Ganze ist natürlich dann besonders sinnvoll, wenn das betreffende Weblog auch eine Blogroll besitzt.

Richtig. Darum habe ich mich gefragt warum ich
1. ungefragt aufgenommen wurde, weil ich
2. ja bekannterweise gar keine Blogroll habe.
Aber für diesen Fall wird eine Lösung versprochen.

Eine Email an mich genügt und ich nehme dein Blog aus der Liste.

Ich frage mich allerdings, ob die Praxis der natürliche Feind der Theorie ist. Denn obwohl ich vor einigen Wochen, nicht etwa ein Stück Email, sondern eine freundliche E-Mail an den Betreiber Dr. Pabst Bundespräsident (der richtige Name ist der Redaktion bekannt) gesandt habe, ist nichts passiert.
Möglich, dass es Probleme mit dem Lesen von E-Mails gibt. Oder das Löschen eines Eintrages einfach die zigfache Zeit wie dessen Aufnahme benötigt.
Aber vielleicht ist auch nur mein Misstrauen gegenüber jeglicher Art von Ranking-Scheiß berechtigt?!

Sieben todsündige Weingläser
Donnerstag, 24. Juli 2008

seven
Wein und Kunst, Wein und Design. Ansprüche den die Paarungen in seltensten Fällen auch nur annähernd gerecht werden.
Der Designer Kacper Hamilton schafft mit seiner Kollektion von Weingläsern zumindest einmal eine gute Diskussionsgrundlage.
Zu den sieben Todsünden Hochmut, Neid, Zorn, Trägheit, Geiz, Völlerei und Wollust hat er die passenden Weingläser entworfen. Über die Nutzbarkeit kann man sicher streiten, aber Idee und deren Umsetzung ist sicher nicht die schlechteste. Mehr dazu hier

[via]

Page Impressions machen reich und sexy
Donnerstag, 24. Juli 2008

Gelegentlich hat man ein Déjà-vu. Meins heißt im Moment Page Impressions (PI). Diese sollen aussagen: ‘Wie oft hatte der Besucher ‘Sichtkontakt’ mit einer Webseite? Dieser Wert misst, wie gut oder schlecht ein Webauftritt angenommen und genutzt wird.’ Thank you, Dr. Web.
Nicht verstanden? Ok. Angenommen, nur ein einziger Besucher liest diesen Beitrag. Damit hat er auf Weincasting eine Page Impression erzeugt. Klickt er dann noch hier, hier, hier und hier sind es schon fünf.
Zählt man noch die ganzen Bots und Spider von Google und Co, sowie die Anzahl der Besucher, die durch diesen reißerischen Titel fälschlicherweise angelockt wurden, kommt da eine hübsche Anzahl an PI’s zusammen.  Die Anzahl an echten Besuchern bleibt aber gleich. Genau einer.
Das man mit dem Wissen darum, seine Webseiten auch noch gut ‘optimieren’ kann, ist seit Jahren bekannt. Erstaunlich aber, dass sich die Mär von deren Aussagefähigkeit immer noch hält.
Denn zur Zeit tauchen die Page Impressions unter den Weinblogs auf. Sie wurden mal wieder mal aus dem Sack gezogen um daran zu verkünden, dass Drink Tank, Nikos Weinwelten und Weinverkostungen die meistgelesenen Wein-Blogs seien. Und nicht nur das, die ermittelten 60000 PI’s pro Monat dienen auch gleich mal dazu, um sie mit den 30000 Abonnenten der Weinzeitschriften gegenzurechnen und Print damit irgendwie für tot zu erklären.
Natürlich möchte ich dies überhaupt nicht infrage stellen, schließlich hat man es ja selbst ausgerechnet.
Übrigens, dass auch nicht ganz unumstrittene StudiVZ hat 100000 PI’s. Pro Minute.
Vielleicht sollte man es mit den Worten von Robert Basic, nicht nur laut Page Impressions, Deutschlands Blogger Nummer eins sagen:
Was sind hohe Page Impressions wert? Nix.

WC Lektüre vom 18.07.08 [Update]
Freitag, 18. Juli 2008
  • Coca Cola behauptet in ihrer neuen Reklame, dass sie schon seit 1886 auf künstliche Aromen und Konservierungstoffe verzichten. Das fanden einige Blogger so cool und witzig, dass sie die Meldung gleich abschrieben. Der Frostablog findet die Aussage auch sehr witzig, ‘weil es nämlich vor 122 Jahren noch gar keine künstlichen Aromen und Konservierungstoffe gab und man gar nicht wusste, worauf man verzichtete’.
  • Superblogs 08: The Winner is… Nee, war nur Spaß. Irgendwann is gut…
  • Mal wieder Pagerank vergleichen? Kann man bei hier schön machen. Dazu gibt’s noch hübsche Argumentationshilfen, wenn es noch nicht so ganz mit dem Erfolg geklappt hat. Auch am Rest der Seite sollte sich manch einer ein Beispiel nehmen! Da soll mal einer sagen ich hätte nichts für Rankingfans übrig…
  • In Frankreich könnte(!) ein Verbot von Weinblogs drohen. Schau’n mer mal. Aber selbst wenn, die Online-Community wird doch sicher einige Auswege finden. Wir sind ja nicht in China. Noch nicht…
  • Folgt auf Blues jetzt Rock? In der Weinbloggerszene wird wieder korrigiert und gestritten. Auch wenn das selbsternannte Weinblogger-Politbüro so was sicherlich als Randale bezeichnen wird, ich bin natürlich begeistert…
  • [Update] Ich habe keine Ahnung ob es sich bei diesem Beitrag von Niko R. à la William Foster, um eine Selbstreflexion als Blogger, eine Reflexion als Journalist oder eine reflektierte Selbstreflexion als bloggender Journalist handelt. Aber dennoch ist das Ding so einmalig, das es dicke für eine Nachnomminierung reicht. Ausschlaggebend war offensichtlich dieser, auch oben schon erwähnte Beitrag vom Winzerblogger.
Wein aus der Dose?
Freitag, 18. Juli 2008

Grau-en-haft! Allerdings, wenn er so verpackt wäre:

WeCa

Entworfen von Jens Andersson und Jonas Forsman, mit dem Swedish Aluminium Packaging Design Award ausgezeichnet und noch immer auf eine Umsetzung wartend. Leider.

Dresdner Biergärten: Sommerwirtschaft Schloss Übigau
Montag, 14. Juli 2008

BG S Uebig

Versteckt hinter Autobahnzubringer und Gewerbemischgebiet liegt Schloss Übigau. Besser gesagt, das was davon übrig ist. Denn während im Innenstadt-Disneyland von Dresden die Barockzeit aus Beton nachgebaut wird, vergammelt hier ein echtes Stück Barockarchitektur seit Jahren vor sich hin. Ziemlich schlechte Voraussetzungen für einen idyllischen Biergarten.
Weniger provisorisch als vermutet, hat der Betreiber seit Mai diesen Jahres hier ein ruhiges Plätzchen geschaffen. Und das Wort Biergarten ist ziemlich wörtlich zu nehmen.
Auf der Wiese ist viel Platz und ein Springbrunnen sorgt nicht nur für Stimmung, sondern erinnert auch daran gelegentlich die Toiletten aufzusuchen.
Das Getränkeangebot ist komplett und liegt auf dem üblichen Preisniveau. Einheimische Biere, Alkoholfreies und auch der unvermeidliche Meißner Landwein. Das kulinarische Angebot ist ebenfalls reichhaltig, zwar recht fleischlastig, aber doch zu empfehlen.
Hervorzuheben ist der freundliche Betreiber und seine Besatzung, der man die Freude am Job noch anmerkt.
Das Publikum ist gut gemischt, wobei ein gewisser Trend mal wieder in Richtung Aktive mit Fahrrad und Kind geht.
Platzangst dürfte keine aufkommen, auch wenn es tatsächlich irgendwann einmal knackevoll sein sollte.
Ach… und die Elbe findet man erst auf den zweiten Blick, liegt aber trotzdem direkt vor der Nase.

Anreise: Fahrrad, Auto, Bus 79 (ÖPNV-Anbindung ist recht suboptimal)
Öffnungszeiten: Mo-So 11-20 Uhr

Internet:

Superblogs, Superflops 08
Samstag, 12. Juli 2008

Seit ein paar Tagen geistern die sogenannten Superblogs 08, inszeniert von den Superflipflopseiten Hitflip und Hitmeister, durch die Wein- und Genussbloggerszene.
Dabei geht es um die Wahl eines Blogs zum besten Blog… what ever. Vielleicht vergleichbar mit der LocalWineEvents-Geschichte. Die Weinblogger werden sich erinnern.
Nun ist es möglich, dass alle teilnehmenden Wein- und Genussblogs, vor lauter Vorfreude auf den erhofften Ruhm, einfach versäumt haben mal nachzusehen, wem sie denn ihr Baby und die Klicks ihrer Leser in die Hände geben. Oder es ist ihnen schlicht egal.
Allen Anderen sei die Artikel ‘Bücher-Tauschbörse Hitflip wirbt für umstrittenen Adressensammler‘ und ‘Superblogs 2007: Billige Marketing-Idee für unter 1.500 Euro‘ beim Literatur-Café wärmstens empfohlen.

Rappers on wine
Freitag, 11. Juli 2008

Like a bottle of Châteauneuf-du-Pape /
I’m fine like wine when I start to rap…
Beastie Boys, Body Movin’

I’m just getting better with time /
I#m like Opus One young
Jay-Z (below), Show Me What You Got

Is it’s cause I bust wit stuff that just shut up niggaz /
Flow like dro, I pull then clip it /
or mix it wit some Moët then sip it
Busta Rhymes, Violators

Gettin’ freaky with the thug niggaz up in the club /
Ask to buy a drink, you holla Dom Pérignon /
Knowin’ I’m a cash getter still I remain calm /
Let you chill with me
2Pac, Niggaz Nature

When we came through the do’ /
I copped a case of Cristal, an copped on bottle of Mo’
50 Cent, The Hit

Erwartungsgemäß zwar etwas Schampuslastig, aber gefunden in der aktuellen Ausgabe des Decanter.

Guten Tag, auf Wiedersehen!
Mittwoch, 9. Juli 2008

WWW

Was man an einem Weinblog so falsch machen kann, haben heute Wolfis Wein Worte gezeigt. Nein, nein… es war nicht der Inhalt, es war die Form.
Wenn man am Bloghoster spart, kann es leider passieren, dass sich jener seine kostenfreien Leistungen über Werbung vergüten lässt.
Und so kann es – wie heute – passieren, dass sich ein Layer Ad, die aller-aller-aller-schlimmste Pest der Online-Werbung über den eigenen Content breit macht. Und just dieser Layer Ad kennt weder das richtige Datum, noch die richtige Zeit. Der vorgeschriebene ‘Schließen’-Button und der nicht vorgeschriebene ‘Mehr Info’-Button teilen sich auch noch den selben… Button. Dies hat zur Folge, dass man unweigerlich an Infos kommt, die man gar nicht haben will.
Das ist nicht nur scheiße, das ist auch wirklich schade um den Bloginhalt. Denn so kommt manch ein Besucher garantiert nicht wieder…

Quo vadis Weinblogs?
Dienstag, 8. Juli 2008

Weinblogs haben sich etabliert. Recht gut sogar, aber lange nicht so, wie erwartet. Sie haben weder Handel, Kritik oder Marketing nachhaltig umgekrempelt, geschweige denn Magazine und Zeitschriften abgelöst. Sie sind ein zusätzlicher Bestandteil der Weinszene, aber weder zum Big Player geworden, noch haben sie den Einfluss, wie manche ihn noch vor Monaten vorausgesagt haben.
Diese Erkenntnis dürfte auch mitschuldig sein an jenem ‘Blues’, der an anderer Stelle schon beschrieben wurde und trotz manch gegenteiliger Meinung weiterhin anhält.
Der Markt ist gesättigt, könnte man meinen. Seit gut einem Jahr gibt es praktisch keinen nennenswerten Neuzugang mehr.
Blogs der Kategorie ‘Kaum Content, aber viel Werbung’ klammere ich hier bewusst aus. Denn man muss kein Hellseher sein um zu ahnen, dass diese Seifenblasen bald ihren Vorgängern hinterher springen werden und verschwinden. Sie dürften eher ein Beispiel dafür sein, dass beim Wein manche Prozesse wohl etwas länger dauern (bis man es kapiert).
Aber nun sollen es ja soziale Netzwerke bringen. Ein Thema wie Wein, welches besonders auf Nachhaltigkeit geprägt ist, soll mit Sozialen Netzwerken à la Twitter die Aufmerksamkeit erringen, die die Weinblogs nicht geschafft haben.
Gebilde, die darauf angelegt sind, Massen an – mehr oder weniger wichtigen – Informationen, schneller, zu jeder Zeit an jedem Ort zu verbreiten, sollen den Durchbruch bringen. Das mag in der Medienbranche, wo die Meldung des Morgens am Abend schon von gestern ist, vielleicht noch nachvollziehbar sein.
Aber führt dieser Druck ständig Output zu produzieren nicht eher dazu, dass man mit  einem Großteil an nutzlosen Infos zugemüllt wird und die wirklich nützlichen gar nicht herausfiltern kann?
Wer sich die nächste große Enttäuschung doch ersparen will, dem sei der Artikel ‘Three Statistics That Lie‘ des Twitterers, FriendFeeders und Tumblrs Fred Wilson empfohlen.
Was nun? Bloggen einstellen? Web 2.0 abhaken?
Nicht unbedingt. Blogs können hier eine Sonderrolle spielen. Sie lassen sich gut entschleunigen und auf eine hervorragende Eigenschaft reduzieren: Die Möglichkeit ohne große Programmierkenntnisse Content ins Internet zu stellen. Ohne Filter und Hemmnisse.
Zwar sind Weinblogs subjektiv, können aber doch oft frei von finanziellen oder anderen wirtschaftlichen Abhängigkeiten publizieren. Jene Felder beackern die aus o.g. Gründen von den etablierten Medien gemieden werden. Dies wird dann auch von Lesern honoriert und wahrgenommen, die keine Blogger sind.
Denn es bringt gar nichts möglichst viele Links von anderen Bloggern einzusammeln, wenn sich die Inhalte nicht von denen unterscheiden, die täglich aus den Pressetickern rutschen.
Die einzige Zukunft der Blogs ist die Außenwirkung. Das Interesse von jenen Gruppen die oft gar nicht wissen was ein Blog überhaupt ist. Endlich raus kommen aus den blogeigenen Mechanismen, dem ständig sich miteinander vergleichen, der Blogwart-Mentalität einiger, der Gefügigkeit mancher.
Ob hierbei die erstmalig stattfindende European Wine Bloggers Conference mehr bringt als internes, wenn auch europaweites Selbstumarmen à la Re:Publica wird sich zeigen. Aber ein Blick über den deutschen Tellerrand ist eigentlich schon mal ein guter Anfang…

WC Lektüre vom 06.07.08
Sonntag, 6. Juli 2008
  • Lambecks Wein(Vermarktungs)Welt schreibt ja gelegentlich Blödsinn. Aber, sämtliche Kommentare werden dermaßen kompromisslos ignoriert, dass es fast schon wieder sympatisch ist.
  • Bela Anda, formerly known as Regierungssprecher Bela Anda, schreibt im Cicero mehr oder weniger Neues über Wein und Wahrheit… und den Ex-Bundeskanzler.
  • Genussblogs startet demnächst die nächste Runde ihrer legendären Genussblogs Awards. Das wird bestimmt wieder… lustig. Aber keine Angst, ich sitze auch diesmal nicht in der Jury.
  • Lieber Wein! der Weinblog für Genuss’ ist seit Anfang Februar restlos ausgetrocknet. Das spricht für sich, denn er/es entstand aus einem Seminar zum Thema Online-Marketing von Studenten der HTWG Konstanz…
  • Das Deutsche Weininstitut sucht eine PraktikantIn für Öffentlichkeitsarbeit. Jeden weiteren Kommentar, der mir dermaßen auf der Zunge liegt, spare ich mir aber…
Dr. Niles Crane Quotes X.
Samstag, 5. Juli 2008

NCWQ 10

Niles: Em, our wine club is having a vertical tasting at the ‘Opus One’.
Martin: Oh, well, don’t drink too much.
Niles: It’s not like that, Dad, you don’t actually drink the wine.  You just swish it around and spit it out.
Martin: We all did that at Duke’s New Year’s Eve party.  Of course, it wasn’t wine, it was egg salad!

Dr. Niles Crane is a fictional character on the American sitcom Frasier. Martin is the father of Niles.

Wie hieß der doch gleich…?
Dienstag, 1. Juli 2008

Das Problem ist be-kannt: Man hat einen guten Wein getrunken und den Namen danach dummerweise vergessen. ‘Oxford Landing’ hat das Problem er-kannt und mittels der Staubsaugerbeutel-Methode gelöst.

Ol

Das da vorher keiner drauf gekommen ist?
Obwohl… wirklich guten Wein vergisst man eigentlich nicht…

(via)

Die Handtasche von Gallo
Samstag, 28. Juni 2008

Handbg
Wenn das mal nicht clever ist. Die Gallo Family führt die Zielgruppe der ‘Sex and the City’-affinen WeintrinkerInnen an das Bag-in-Box-Konzept heran.
Entworfen von Davison Williams und mit dem 2008 Drink Business Award für Verpackungsdesign ausgezeichnet.
Der Inhalt ist natürlich ein Rosé, genauer ein White Grenache und die Verpackung im ‚Clutch bag’ Design fasst 1,5 Liter.
Der Nachteil ist… eventuell, außer dass es sich um einen Gallo handelt… es gibt ihn zurzeit exklusiv nur bei Tesco in UK.

Newman’s Own’gene Weine
Freitag, 27. Juni 2008

N's O.

Paul Newman dürfte hierzulande jeder kennen. Mit seiner Marke Newman’s Own sieht das etwas anders aus.
Aber in US and A ist die Marke für Marinaden, Dressings und anderen – mehr oder weniger – nützlichen Zutaten in jedem Supermarkt zu finden.
Und inzwischen gibt es unter diesem Label mit ‘Chardonnay’ und ‘Cabernet Sauvignon’ auch zwei Weine.
Ob die allerdings, so wie seine anderen Produkte, etwas taugen oder mehr zum verfeinern von Salaten genutzt werden sollten, entzieht sich meiner Kenntnis.
Produziert werden beide Weine übrigens von Three Thieves in Kalifornien.

2007 TRIE weiß [Günter & Regina Triebaumer]
Donnerstag, 26. Juni 2008

TrieW

Das war irgendwie klar. Zum TRIE rot gehört auch ein TRIE weiß.
Selbigen kann man, wie die Winzer es tun, so beschreiben:

Helles Gelb mit grünen Reflexen, deutliche Schlieren. In der Nase zuerst ein frischer, weißer Blumenstrauß, danach Grapefruitzesten und gelbe Muskattrauben. Jetzt auch saftiges Birnenfruchtfleisch und ein Zwinkern von Lemonen. Steigert sich binnen Kurzem zur Vielschichtigkeit. Trocken mit schmelziger Säure und dem dichten Extrakt bester Chardonnay-Trauben. Gerade richtig abgestimmt zwischen herzhafter Kraft und verspielter Aromatik.

Und auch wenn ich dem nicht immer wirklich folgen kann: Passt scho’ gutt zum roten 3. Und ist dabei vielleicht… sogar noch einen Zacken schärfer.

[Gefunden bei… rotweiss. Wein für Alle!]

Song zum Wein:
Panic At The Disco – ‘That Green Gentleman’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Weinfahne
Mittwoch, 25. Juni 2008

Ich neige nicht dazu ein vexillum, in welcher Art auch immer, an mein Auto zu heften. Zu keiner Zeit und auch zu keinem Anlass.
Darum verlaufen Fragen à la ‘Und? Auch ne Fahne?’ im Anschluss an Verkaufsgespräche immer mit ‘Nö, danke’.
Das ging bisher immer gut. Bis heute. ‘So und hier noch Ihre beiden Fah-nen! (sic!) Tschüß!’ Bei solcher Forschheit musste ich mich geschlagen geben.
Aber was macht man mit zwei Nationalitätssymbolen aus synthetischen Material, Made in China. Die Straßenränder sind schon voll und im Müll entsorgen ist sicher justiziabel.

Dschland

Zum Glück hab ich zum Deckel noch den passenden Topf gefunden. So wächst zusammen, was (geschmacklich) zusammen gehört.

P.S. Nur, was mach ich mit der anderen Fah-ne…?

Lambecks kleine Weinwelt
Dienstag, 24. Juni 2008

Es ist ja nicht so, dass die ‘Welt(online)’ eine große Weinpostille ist. Man beschränkt sich mehr oder weniger auf Artikel à la Werbung Online oder auf die Kolumne von Herrn Lambeck.
Und nun ist dem ‘Weinkenner Martin S. Lambeck’ offenbar eine Flasche sächsischen Weines auf Tisch gestellt worden. Zeit sich auf ‘Der neue Wein aus der Goethezeit‘ kurz mit der Ostzone ‘DDR’ DDR dem Weinbau ‘drüben’ auseinanderzusetzen.

Zu den großen Zaubertricks im Deutschland unserer Tage gehört es, bei der Europäischen Union die Rechte zur Neu-Aufrebung von Weinbergen zu erlangen. Osteuropäische Nachbarn werden in Brüssel bevorzugt. Deutsche Winzer schauen zu 90 Prozent in die Röhre – es sei denn, man plant Rebflächen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR!

Gut, spätestens seit Wallraff wissen wir ja, wie bei Springer recherchiert wird. Und man braucht auch keine Glaskugel um diesen Blödsinn auseinander zunehmen.
Der ‘Zaubertrick’ bedarf rein innerdeutschen Beziehungen Kontakten, denn die Europäische Union hat keinen Quadrat-Millimeter zur weiteren Ausdehnung herausgerückt. Sondern Rheinland-Pfalz, auf dem Gebiet der ehemaligen BRD, die mit ihren Aufrebungs-Rechten nicht wissen wohin. Und auch der Westen schaut nicht NUR in die Röhre.

Die neuen Anbauflächen bei Weimar erfordern eine eigene Kellertechnik, und sie gehören zum deutschen Anbaugebiet “Saale- Unstrut”. Unter diesem Namen werden in den neuen Bundesländern kleine Einzelgebiete bis hin nach Mecklenburg-Vorpommern zusammengefasst.

Das ist zwar nicht unbedingt falsch, aber das Gros der Fläche liegt nach wie vor im Gebiet um Saale und Unstrut. Und ‘Sachsen’ ist auch nach wie vor nicht ‘Saale-Unstrut’.

Im Zuge des Klimawandels haben sich im Osten bereits mehrere hochprofitable Qualitätsweingüter entwickelt. Der Bereich Saal-Unstrut verdient am Leipziger Speckgürtel der Industrie. Sachsen mit Dresden und Meißen machen ein gewaltiges Geschäft mit internationalem Tourismus. Genau hier liegt auch die große Zukunft der Weimarer Weine: Ähnlich wie Dresden hat auch Weimar ein hochklassiges internationales Touristen-Publikum. Da werden selbst hohe Preise für gute Qualität schnell und gern bezahlt.

Wein aus dem ‘Osten’ ging schon immer gut weg. Besonderns an Einheimische, Stammkunden, den gut sortierten Weinhandel und die Gastronomie. Da brauchte es gar keinen Klimawandel.
Sollte man sich allerdings auf einen Leipziger Speckgürtel (Na, Herr Lambeck, Sie waren noch nie im Leipziger Umland? Oder?) oder internationale Luxus-Touristen in Dresden (Die Lieblichtrinker mit den Reisebussen aus Wanne-Eickel?) verlassen müssen, dann gute Nacht.
Achja, der Wein in der Flasche. Ein 2007 Müller-Thurgau vom Weingut Schloss Proschwitz.

Der 2007er Müller ist ein duftiger und dennoch dichter Wein von hoher Mineralität. Das liegt an dem Boden, auf dem der Sachse wächst: Granit von Löß durchsetzt. Im Aromenspektrum entwickeln sich Limette, Nuss und florale Aromen. Der Wein hat einen großen Nachhall und hat Lagerpotential. Freilich ist er frisch und kalt auf der Terrasse eine Offenbarung!

Ok, die Weine aus Proschwitz können sich schon seit Jahren nicht die schlechtesten. Und nicht nur im Osten. Aber das ist ja auch nichts Neues.

Bundesverwaltungsgericht: No capacité für réservé!
Mittwoch, 18. Juni 2008

Vorerst.

Der seit Jahren andauernde Streit um die Etikettierung von Pfälzer Qualitätsweinen geht weiter. Nach einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig darf ein Winzer seinen Wein zunächst weiterhin nicht mit den französischen Begriffen “Réserve” oder “Grande-Réserve” versehen.
Diese Bezeichnungen für einen deutschen Wein könnten irreführend sein, so das Gericht. Das letzte Wort hat nun die Vorinstanz, das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz. Es muss prüfen, ob die französischen Bezeichnungen mit bestimmten Qualitätsstandards verbunden werden.

Warum sich ein Pfälzer Winzer ausgerechnet das Recht zur Verwendung der Namen “Réserve” oder “Grande-Réserve” einklagen will, ist mir wirklich schleierhaft. Eine (Schnäpschen-)Idee der Abteilung Marketing?
Als gäbe es in Deutschland (und der Pfalz) nicht schon genug Verwirrung im Wust von Spätlese, Landwein, Erstes Gewächs, Eiswein, Tafelwein, Trockenbeerenauslese, Kabinett, Großes Gewächs, Beerenauslese, Spätlese, Auslese…
Wie wäre es in Zukunft mit Premier Cru aus Brandenburg? Wegen der besonderen Qualität und der hugenottischen Tradition…

Mehr…

2007 Radebeuler Goldener Wagen Riesling Kabinett [Hoflößnitz]
Dienstag, 17. Juni 2008

RGW

Das Weingut Hoflößnitz ist eines der ältesten in ganz Sachsen, zumindest bei der historischen Bausubstanz. Ein schönes Stückchen Erde, mitten im Weinberg und in Rufweite zum Karl Friedrich Aust, den man außerhalb doch eher kennt.
Ideale Bedingungen also für einen guten Wein. Doch, die Voraussetzungen stimmen, besonders weil die ganze Weinpalette aus ökologischen Anbau stammt. Und hier ganz besonders gefällt, dass dieser Hinweis nur dezent auf der Flasche auftaucht und nicht wie sonst oft, man die Flasche damit zutakkert.
Soviel zur Theorie. Und die Praxis?
Klar, frisch und saftig. Allerdings eher in Richtung einer frühreifen Grapefruit oder einer kleinen Limette. Ein Vertreter, der doch eher im Hause Müller-Thurgau zu Hause scheint. Da holt auch die ‘Goldener Wagen’-Lage keine Birne oder Ananas mehr raus.
Wer beim Namen Riesling Kabinett eine Obstgarten-Explosion erwartet, liegt wohl falsch.
Aber zum Essen oder an einem heißen Sommerabend auf der Terrasse? Why not?!

[Gefunden im… Weingut Hoflößnitz]

Song zum Wein:
Tom Waits- ‘Grapefruit Moon’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Weinrallye #12: 2006 Vineyards SelecteD [Carmel Winery] [Upd.]
Dienstag, 10. Juni 2008

WR #12 Carmel

Die Carmel Winery gibt es seit 1882 und geht auf Betreiben des Baron Edmond de Rothschild zurück. Sie könnte man als Beginn der modernen Weinwirtschaft auf dem Gebiet des heutigen Israel werten. Immer noch erzeugen die beiden Kellereien in Rishon Le Zion und Zichron Jaacov über 50 Prozent des Weines in Israel.
Das sorgt sicher dafür, dass der SelecteD trotz des aufwändigen koscheren Ausbaus preislich im Rahmen liegt und auch recht passabel verfügbar ist.
Ob er sich aber auch in meine positiven Erfahrungen mit anderen Israelis einreihen kann, wird sich erst nach Öffnen der Flasche zeigen.
Da sich die Temperaturen hier zur Zeit wie im Kibbuz gebärden, würde ein Tasting dazu sehr authentisch rüberkommen.
Mir persönlich ist es aber für einen Rotwein viel zu warm, darum reiche ich die Geschmacksprobe in ein paar Tagen nach.

[Update]
So jetzt aber. Die Paarung Cabernet Sauvignon plus Merlot ergibt einen ziemlich dichten Soff. Ich hätte vorher in die Richtung Kalifornien getippt, aber man tendiert doch zum ‘alten’ Europa, nach Bordeaux.
Der SelecteD reiht sich dort in die Gruppe der guten Einsteiger ein. Samtig, etwas zäh, aber cassis-fruchtig mit einem Touch Vanille(-Chips?).
Natürlich kein Aufreger, aber ein sehr passabler Tropfen, zu einem sehr passablen Preis-Leistungs-Verhältnis.
[Gefunden bei… Karstadt, Dresden.]

Song zum Wein: Matisyahu – ‘Jerusalem’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Weinrallye #12 ‘In Gottes Namen’: Koscherer Wein [Update]
Dienstag, 10. Juni 2008

WeinralleyNach einiger Zeit wieder ein etwas anspruchsvolleres Weinrallye-Thema, bei dem man sich trotzdem nicht in eine Art Schulaufsatz-Situation zwingen muss.
Mit dem Thema ‘In Gottes Namen’ kehrt die Rallye an ihren Ursprung, den Winzerblog zurück und lässt mehr Freiraum als man denkt. Denn man kann sich sowohl mit einem Klostergut aus der Affäre ziehen oder wie hier Israel zuwenden.
Der israelische Wein kommt gut voran, wie die ProWein gezeigt hat. Und passend dazu sind nicht alle, aber ein Großteil der Weine koscher.
Dies bedeutet, dass die Erzeugung unter strenger Aufsicht von Rabbinern steht. So soll der Weinberg eigentlich alle sieben Jahre ein Jahr Pause machen, also brach liegen. Das schmerzt natürlich jeden Weinbauern und so zeigt man sich findig, indem man ihn in jenem Jahr pro forma an einen Nichtgläubigen verkauft. So macht man keine Miese und der Rabbi nickt es trotzdem ab.
Auch sonst ist die Erzeugung von koscherem Wein mit manchen Hürden verbunden. So dürfen bei der Herstellung nur orthodoxe Juden in direkten Kontakt mit dem Wein kommen. Nicht koschere Zusätze fallen dabei natürlich auch flach.
Dazu kommen Sonderregeln, wie die Vernichtung von einem Prozent der jährlichen Ernte, welche auf den zu entrichtenden Zehnten im Tempel von Jerusalem zurückgeht. Oder die erforderliche Schnellpasteurisierung, damit der Wein nicht seine kosherness verliert, sollte er durch nicht orthodoxe Juden ausgeschenkt werden. Dass dabei auch die Sabbatruhe eingehalten werden muss, braucht man eigentlich nicht mehr zu erwähnen.
Bei diesem Aufwand könnte man denken, dass die Erzeugung Biowein doch recht easy zu bewerkstelligen ist.
Dieses Prozedere muss den Wein aus Israel vielleicht nicht besser machen, schadet aber auf keinen Fall.
Ob auch der Vineyards SelecteD von Carmel diesem positiven Trend folgt, wird hier in einem eigenen Beitrag nachgegangen.

[Update]
Hier gibt es inzwischen die Zusammenfassung aller teilnehmenden Beiträge.

2004 ‘Marbacher Neckarhäldle’ Schillerwein [WG Marbach]
Montag, 9. Juni 2008

SchiWi

Schillerwein. Aha, alles klar. Da hat sich wohl ein findiger Winzer irgendwann gedacht, er könne prima mitreiten auf der Popularitätswelle des guten alten Johann Christoph Friedrich von. Mitnichten.
Das ist eine Mär, just wie jene, dass die Gebeine des Friedrich in der Fürstengruft zu Weimar gebettet sind.
Schillerwein ist nichts anderes als ein Rotling. Und ein Rotling, ist das, was viele sich unter einem Rosé vorstellen. Comprende? Nein? Ok:

Der Begriff ‘Rotling’ darf nur verwendet werden für einen inländischen Wein von blass- bis hellroter Farbe, der durch das Verschneiden von Weißweintrauben, auch gemaischt, mit Rotweintrauben, auch gemaischt, hergestellt worden ist.
Schillerwein ist ein Rotling, für ihn gelten deshalb die gleichen Herstellungsvorschriften wie für Rotling. Der Begriff kann jedoch nur für Qualitätswein b.A. oder Qualitätswein mit Prädikat aus dem b.A. Württemberg verwendet werden.

Das Zitat habe ich mir vom Winzerblog ausgeborgt.
Der Begriff wurde schon im Mittelalter gefunden, also weit vor der Weimarer Klassik und kommt von der schillernden Farbe des Weines. Sagt man.
Was natürlich die ‘Weingärtnergenossenschaft Marbach und Umgebung EG’ nicht daran hindert, Geburtsort, Name, Wein und Konterfei auf einer Flasche werbewirksam zusammenzuführen. Und genau jenen Zusammenhang herzustellen, der ja eigentlich nicht vorhanden ist.
Ob dies zu einen befriedigenden Ergebnis geführt hat, kann aber nur eine Degustation klären.
Und jetzt kommt das Problem: Mag es an der etwas schlampigen Lagerung meinerseits, der offenherzigen Verglasung oder sonstigen widrigen Voraussetzungen liegen, der Schillerwein hat sich der Oxidation hingegeben. Laien würden sagen, er ist umgekippt.
Somit entzieht er sich meinem subjektiven Urteil und bleibt leider erst einmal ein Mysterium. So wie Schillers Gebeine.

[Gefunden… irgendwo in Marbach und nicht von mir]

Song zum Wein:
Gary Glitter- ‘Rock and Roll’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Dresdner Biergärten: SchillerGarten
Freitag, 6. Juni 2008

SG

Der SchillerGarten ist eigentlich eine All-in-One Einrichtung. Traditionsgaststätte, Biergarten mit Selbstbedienung, Terrasse mit Bedienung, Kneipe, Restaurant, Eisbude. Dresdens größter Biergarten, direkt neben dem Blauen Wunder. Klingt nach Hektik, funktioniert aber meist recht gut. Dazu im gut bürgerlichen Blasewitz gelegen, sorgt dies immer für ein volles Haus.
Aber, wir wollen uns ja ausschließlich auf den Biergarten konzentrieren.
Das flüssige Angebot geht in Ordnung. Vom einheimischen Bier, über Weißbier bis hin obergärigen Premium-Bier. Auch bei alkoholfreiem gibt es nichts zu meckern. Das Weinangebot hingegen, liegt in seiner Bescheidenheit auf dem Niveau der örtlichen (Biergarten-)Konkurrenz.
Auch der kleine oder große Hunger dürfte gut in der Griff zu bekommen sein. Die Auswahl ist tendenziell deftig, aber trotzdem reichhaltig. Sogar Kuchen und das obligatorische Gäffch’n für Omas Kaffeekränzchen finden sich hier. Netterweise halten sich auch die Preise sehr im Rahmen.
Muss der Hippie auch mal Pippi, braucht er das im Gegensatz zu manch ähnlichen Lokalitäten nicht auf ‘Zehenspitzen’ tun.
Das Publikum ist gut gemischt. Vom Porsche- oder Radfahrer, über Familien und Touristen bis hin zu Ein-Glas-Bier-jenücht-Senioren. Leute die gerne unter vielen, selbigen sind, sehen und gesehen werden wollen, sind hier genau richtig. Wer es eher ruhig und gemütlich haben will, könnte sich etwas überfordert fühlen.
Fährt man mit dem ‘Wagen’ vor, parkt man idealerweise direkt am Wasser. Legt man darauf keinen Wert, kommt auch mit ÖPNV gut an und wieder weg. Die ‘dynamische Fahrgastinfo’ zeigt an, wann die letzte Bahn fährt…

Anreise: Fahrrad, Auto, Bus 61, 83, 85, Straßenbahn 6, 12

Öffnungszeiten: Mo-So 11-01 Uhr
Internet: www.schillergarten.de

Discounter, Weine, Sensationen. [Update]
Dienstag, 3. Juni 2008

sb

Wenn ein Blogger, der unter dem Dach eines großen deutschen Magazins schreibt, geradezu ekstatisch einen Wein lobt, den es in Kürze bei einem deutschen Discounter geben soll, ist das zumindest nicht verwerflich.

Sensationsangebot ab Montag bei NORMA! Wer glaubt der 90-Punkte-ALDI-Wein war ein super Angebot, hat jetzt besser eine Papiertüte zur Hand, um das Hyperventilieren in den Griff zu bekommen

Klingt zwar nach einem überambitionierten Werbeprospekt. Well, so what.
Wenn aber drei Tage später, just oben genannter Discounter eine Pressemitteilung mit folgende Passage rumspammtschickt:

… für unvergleichbar günstige 2,99 Euro erhältlich ist. Im Urteil des Magazins ‘Stern’ beschert NORMA damit allen Rotweinkennern ein absolutes ‘Sensationsangebot’

Dann ist das schon… etwas… öhm… ein komischer Zufall.
Nicht, dass man Blogs immer ignorieren würde, schon gar nicht wenn sie ein Mäntelchen eines großen deutschen Wochenmagazins sind. Aber warum ein ‘Stern’-Blogger bei einem Wein für 2,99 Euro vollkommen ekstatisch wird, will sich mir partout nicht erschließen.
Besonders wenn der schnäppchengünstige Entzückungsverursacher ein 2006 Seigneur de Montfort ‘Comté Tolosan’ ist, der unter dem Label 2006 Seigneur de Montfort ‘Cuvée L’Amaury’ zwar ein paar Sterne im Guide Hachette haben soll, aber auch schon für 4,99 Euro verramscht wird.
Sensationen sehen anders aus.
Offenbar sehen das auch andere so, denn die Flasche die ich heute ‘geschossen’ habe, war in der Filiale die Nummer zwei. Insgesamt und bisher. Also bislang auch keine ‘leere Regale’ und schon gar keine ‘enttäuschte Gesichter’. Noch nicht.
Da es mir zurzeit für einen französischen Rotwein zu warm ist, werde ich meine Degustationsnotiz später nachreichen.

[Update]

So und nun mein Senf zum Inhalt. Es empfiehlt sich, das Weinchen unbedingt mit Luft zu versorgen. Vorher ist es extrem kratzbürstig, beinahe untrinkbar.
Aber nach einigen Stunden zeigt sich eine ansprechende leicht vanillige, fruchtige, aromatische Fülle, die aber nach einer Sekunde zerplatzt und eine trockene Wolke Talkum hinterlässt. Normalerweise würde ich sagen, einfach noch ein paar Monate liegen lassen. Ich befürchte aber, dass der ‘Comté Tolosan’ nicht solange durchhält.
Kurze Fahrt, Geschmack gespart. Passt zum Steak von der Supermarkt-Fleischtheke.
So was geht für den Preis zwar in Ordnung, ist aber mit nichten eine Sensation.
Sicher, es gibt für das Geld oft schlechtere Weine, aber auch bessere. Jene nämlich, die sich nicht mit Auszeichnungen behängen, von denen wir oft wissen wie sie zustande kommen, sondern einfach ehrlich sind und damit Spaß machen.
Über Geschmack kann man streiten, aber nicht darüber was ein Schnäppchen (oder gar ein ‘Sensationsangebot’) ist und was nicht.

Fazit: Traue nur deinem eigenen Urteil und sei vorsichtig bei ganz besonders lautem Beifall. Auch in Blogs. Möglicherweise hat da jemand, wie vermutlich hier, entweder vom Thema null Ahnung oder urteilt wider besseren Wissens.

Me, Himself & Vinum
Freitag, 30. Mai 2008

Vinum

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. In der aktuellen Ausgabe der Vinum geht es u.a. um Inselweine. Aufmerksame Blogger dürften sich erinnern, das Thema war schon einmal Motto einer Weinrallye.
Und jetzt kommt das Zeichen: Auch das wusste die Vinum und war sich nicht zu schade – jetzt kommt das Wunder – explizit darauf hinzuweisen. Mit Hausnummer und Links zum Organisator, dem Winzerblogger. Sogar das Logo hat sich mit eingeschlichen, welches bescheidenerweise von mir stammt. Dies ist zwar vollkommen unwichtig und ich hätte auch gar nicht darauf hinweisen müssen, aber so uneitel bin ich dann doch nicht.
Auch die Teilnehmer der Rallye werden zumindest mittelbar erwähnt.
Ein besonderer Dank geht an Matthias Metze vom Biowein Blog, ohne ihn dieser Artikel wohl gar keinem Blogger aufgefallen wäre.

Nach dem Hype oder Weinblogger’s Blues
Dienstag, 27. Mai 2008

Es wird allgemein ruhiger um die Blogs. Den Top 100 laufen die Links und damit ihr selbst gewähltes Bedeutungskriterium davon. Diejenigen wenigen, die vom bloggen zumindest mittelbar leben wollen und dies halbwegs auch können, sind inzwischen handzahm und belanglos in ihrer Schreibe geworden. Offenbar wollen sie es sich nicht mehr leisten, jemanden auf die Füße zu treten. Der Rest übt sich im ständigen wiederkäuen seiner Lieblingsthemen.
Ganz so krass sieht es in der Nische Weinblogs zwar nicht aus, dennoch gibt es ähnliche Tendenzen.
Auch hier wird – zumindest gefühlt – weniger geschrieben. Nicht nur die Winzer unter den Bloggern melden sich nur noch wenn sie Zeit und Lust dazu haben. Es scheint als wäre der Druck weg, ständig und überall seinen Senf dazugeben zu müssen, immer mit seiner Meinung vorn dabei zu sein.
So bringt allenfalls die monatliche Weinrallye etwas flächendeckende Bewegung in die Sache, bleibt aber trotzdem nur ein Sturm im Wasserglas.
Ziemlich windstill ist es auch bei denen geworden, die ihr Blog primär als sprudelnde Geldeinnahmequelle gesehen haben. Die, die meinten, es würde genügen die Leserschaft regelmäßig mit abgeschriebenen Pressemitteilungen oder ähnlich Flachgründigem zuzumüllen. Diese ‘Kollegen’ schleichen inzwischen auf anderen Spielplätzen rum oder man lässt sie einfach links liegen.
Erinnern wir uns noch an die unzähligen und oft an den Statistik-Haaren herbeigezogenen Rankings und Toplisten? Nix. Keine Rankingsau wird mehr durchs Weinbloggerdorf getrieben. Und wenn, dann ist es höchstens ein einsames Ein-Tages-Ferkel.
Offenbar hat es inzwischen auch der Letzte gemerkt, dass Blogs einfach ‘nur’, mehr oder weniger interessante Tage- und Notizbücher im Netz sind.
Bliebe zusammenfassend eigentlich nur noch eine Frage: Was ist eigentlich so schlecht daran?

Dresdner Biergärten: Louisengarten
Donnerstag, 22. Mai 2008

LG

Es muss nicht immer Elbe sein. Mitten auf… an der Mitte der Louisenstraße gelegen, befindet sich der gleichnamige Biergarten. Und liegt somit sehr zentral im Dresdner Szeneviertel Neustadt. Das schlägt sich natürlich auch am Publikum nieder, der Altersdurchschnitt liegt weit diesseits der Generation Rente.
Der Garten ist zwar gut bebäumt, aber unten herum eher ein Sandstrand. Dies hat zur Folge, dass man, sollte man richtig gesessen haben, in seinen Schuhen immer ein Stück Louisengarten mit nach Hause nimmt. So was muss nicht, kann aber nerven.
Besonders weil man öfters glasbepackt durch den Sand hindurch muss, u.a. um den Betreibern nicht seinen Glaspfand zu überlassen.
Das Futter kommt vom Grill und wie es sich gehört, nicht nur mit Fleisch, sondern auch mit Fisch. Wer mal für kleine Beachboys muss, wird zwar nicht begeistert, aber doch zufrieden sein.
Bis dahin hat man aber eine gute Auswahl an Flüssignahrung. Denn zum ‘Strand’ gehört auch eine Strand-Bar und die hat einige Mixgetränke und auch eine gutes Angebot an böhmischem Bier auf Lager. Das hilft auch die Rhein-Main-Mosel-Gastro-Kollektion an Wein schnell vergessen zu machen.

Anreise: Fahrrad, Auto, Straßenbahn 3, 6, 7, 8 , 11, 13
Öffnungszeiten: Mo-So 11-23(≈) Uhr
Internet: nope…

The Hitchhiker’s Wine Guide to the Galaxy
Dienstag, 20. Mai 2008

HW2G2

Sozusagen von Iris inspiriert habe ich mir endlich ‘The Winemaker’s Essential Phrasebook’ zugelegt.
Das Ganze hat zwar einen lausigen Pharma-Liste-Plastik-Einband und eine für Bücher aus Britannien nicht ganz untypische Packpapier-Qualität, ist aber sonst recht nützlich.
Mit Sätzen wie ‘¿Prefiere etiquetas normales autoadhesivas/adhesivas?’ lässt es sich beim nächsten globalen Winzerbesuch in ganzen sechs Sprachen wunderbar auf die Kacke hauen.
Da auch Ernie Loosen mitgewirkt hat, dürfte der Inhalt durchaus in Ordnung gehen.
Im Gegensatz zu den früher recht unerfreulichen £25, ist es inzwischen sogar recht günstig zu bekommen…

Robert Mondavi 1913 – 2008
Samstag, 17. Mai 2008

R. Mondavi

Robert Mondavi (*18.06.1913; †16.05.2008)

more…

Aznom Chateau Mini
Freitag, 16. Mai 2008

Mini Chat
Foto: Aznom

Zugegeben, ich mag den Mini. Ein Auto welches wenigstens noch ein paar Gene der guten alten englischen Autokultur in sich trägt.
Besonders aber den Mini Clubman. Dieser besitzt nicht nur zwei sehr witzige Hintertürchen, sondern auch ein Gepäckabteil, welches vom Volumen her, wenigstens in der Nähe eines VW Polo liegt.
Aber die Liebe geht doch nicht so weit, um das lausige Preis-Leistungsverhältnis und das alberne Interior aus Plastik zu verkraften.
Dies hält aber Tuner… ähh… Veredler nicht davon ab, hier und da noch etwas verzuschlimmbessern.
Angeblich inspiriert durch die großen Chateau des Bordeaux, hat sich die italienische Firma Aznom den Clubman vorgenommen und aus dem Auto eine Art Lederhandtasche mit Holzapplikationen und Motor gemacht.
Und damit kommen wir zum wichtigsten an dieser Stelle: Den Kofferraum Das Kofferräumchen. Dieses enthält nämlich einen Sixpack der besonderen Art, ein ledernes Weinregal. So kann man sein eigene, fahrbare Weinkiste chauffieren.
Dass es den Chateau Mini als Prämie für ein 10-Jahres-Abo des Fine Magazins geben soll, ist aber bislang nur ein Gerücht.

Liebes ZDF,
Mittwoch, 14. Mai 2008

WZ

es ist ja schön, dass du etwas über Wein machst, ohne die Zugabe von Schlagerschnulzenmusik, nur mit Winzern und Wein. Und es ist auch schön, dass du die Beiträge nicht ausschließlich auf dem ZDFdokukanal versteckst, sondern auch versuchst, sie mittels deiner ZDFmediathek, für jeden erreichbar zu machen.
Warum du die Filme aber auf deinem Praktikantenserver mit Modemzugang stellst, sodass es jemandem wie mir praktisch unmöglich ist diese überhaupt anzusehen, das mag allein nur dir verständlich sein. Bei ‘Alles, nur nicht das Wort Autobahn’-Kerner funktioniert es doch (leider) auch ordentlich. Dabei hätte ich gerne etwas von Spanier, Schneider oder Keller gesehen.

Herzliche Grüße
Dein Charles B.

P.S.
Doch, ich habe einen Turbointernet-Zugang, es nicht nur an einem Freitag Nachmittag versucht und kenne mich auch ganz gut mit dem streamen von Videos über’s Netz aus.

[via]

2006 Sant’ Agata Bianco del Ticino DOC [Cantine Latini]
Mittwoch, 14. Mai 2008

S' A B d T

Es ist schon erstaunlich was man aus (vermeintlichen) Langweilern wie Chasselas (Gutedel) und Müller-Thurgau alles so machen kann.
Trocken, knackig mit etwas Grüner Apfel Shampoo, ohne Shampoo und Schaum. Dazu etwas zu früh geerntete Ananas, bestreut mit ein paar Kräutern.
Das schmeckt zwar alles noch nicht wie auf einer Riva vor Lugano, aber wenigstens wie mit einer Vespa durch Bellinzona.
Nur der Preis, der ist wieder etwas näher am Boot.
Aber noiso ist die Agata aber trotzdem nicht…

[Gefunden bei … rotweiss. Wein für alle!]

Song zum Wein:
Yello – ‘The Race’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Twitter: Fazit
Sonntag, 11. Mai 2008

Nach eingehender Beschäftigung mit dem Spielzeug für Personen mit erhöhtem Mitteilungsbedürfnis, habe ich noch folgendes zu ergänzen: Nichts

Hinweis: Der Beitrag hat genau 140 Zeichen. Diese stehen einem Twitterer maximal pro Eintrag zur Verfügung. Und reichen also für eine eingehende Charakterisierung vollkommen aus.

Best of… Zeulenroda.
Donnerstag, 8. Mai 2008

Eulenstadt

Am letzen Wochenende fanden das Tasting und die Gala zur Best of Bio Wein 2008 statt. Das ist sicher eine feine Sache, aber nicht der Grund dieses Eintrages.
Der eigentliche Grund ist: In Zeulenroda?! In Zeulenroda?!?! In Zeulenroda?!?!?!

Anmerkung: Leider werden mir an dieser Stelle nur eine Hand voll Insider wirklich folgen können. Die Anderen mögen mir das verzeihen.

Oz and James’s Big Wine Adventure 2
Donnerstag, 8. Mai 2008

O&J California

Es geht weiter: Nach Frankreich, jetzt Kalifornien. Und endlich auf meinem Tisch. Und Randall Grahm ist auch dabei.
Und… mehr habe ich dem eigentlich nicht hinzuzufügen.

Dresdner Biergärten: Wirtshaus Lindenschänke
Mittwoch, 7. Mai 2008

DDbier_wlind

Der Stadtteil Mickten hat, von außen betrachtet, den Charme eines Industriegebietes. Das dürfte einer der Gründe sein, warum er nicht wirklich zu den Szenevierteln gehört.
Dennoch haben sich Teile des alten Dorfkerns mit seiner recht idyllischen Behäbigkeit erhalten. Und an dessen Rand, direkt an der Elbe, befindet sich das Wirtshaus Lindenschänke.
Die natürliche Klimaanlage aus Elbstrom und schattigen Linden macht den Ort zur 1A-Location im Hochsommer. Sonst empfiehlt sich das mitführen eines Überziehers.
Die etwas abseitige Lage sorgt auch dafür, dass sich das Publikum hauptsächlich aus eher bodenständigen Einheimischen zusammensetzt. Die Anzahl an Tagestouristen tangiert gegen Null. Das hält die Preise im Rahmen.
Wer mag, kann sich auf der Terrasse bedienen lassen, echte Männer und Frauen zieht es aber in den gekiesten SB-Bereich.
Bayern-Nostalgiker können hier richtig durchatmen, denn der Tresen hat ein umfangreiches Angebot an Augustiner Bieren aus München. Wer der bayerischen Braukunst nicht über den Weg traut, bekommt aber auch Bier aus Sachsen. Dafür sollte man beim Wein erst gar keine Wunder erwarten…
Soll die Brotzeit auch durch feste Nahrung ergänzt werden, bietet sich Deftiges von Spareribs, über ‘WUURST!!!’ bis Leberkäs’ an.
Allerdings müssen Vegetarier schon eine ausgeprägte Zuneigung zu Brezeln haben, um überhaupt satt zu werden.

Anreise: Fahrrad, Bus 79, Auto, Straßenbahn 13
Öffnungszeiten: Mo-Fr 16-23 Uhr; So 11-23 Uhr
Internet: hmm…

2006 Zweigelt Granit [Kurt Angerer]
Montag, 5. Mai 2008

KAGZ06

Man nehme einen äußerst bodenständigen Weinbauern aus dem Kamptal und lasse ihn einen Zweigelt machen. Schön satt, reif und fruchtig. Mit einem feinen Kirscharoma. Dann lege man das Ganze 22 Monate ins Barrique.
Anschließend kippe man ihn vorsichtig über eine griechische, vorzugsweise einen weiblichen Akt darstellende Marmorstatue und schlecke das ganze genüsslich wieder ab.

[Gefunden bei … rotweiss. Wein für alle!]

Song zum Wein:
Stone Temple Pilots – ‘Push’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Mehr Schein als Fine?
Mittwoch, 30. April 2008

F-i-n

Das neue Weinmagazin Fine geistert seit geraumer Zeit durch den BlätterOnlinewald, aber nun durfte ich es livehaftig in den Händen halten.
Gemacht für eine Zielgruppe, die irgendwo zwischen interessierten Laien, Erben von Bäckereiketten und Möchtegern-Fachleuten liegt. Egal, Hauptsache Premium. Das illustrieren nicht zuletzt die Anzeigen recht deutlich. Diese dominieren in ihrer Anzahl zwar nicht so stark wie befürchtet, zeigen aber wo es langgehen soll: Money, Money, Money. Auch beim Inhalt wird sich – zumindest preislich – voll auf die Spitzengruppe konzentriert. Bordeaux und Château, etwas gewürzt mit Weil und Seppelt. Als give away gibt es die obligatorische Dollase-Kolumne. Der Jürgen wird eh schon von Tre Torri verlegt, Biolek hatte wohl keine Zeit.
Warum man schon beim Cover gespart hat, will auch nicht einleuchten. Das Motiv kennen wir ja schon, zum Beispiel von der Skandinavischen Ausgabe, allerdings aus dem Jahr 2006. Auch die Art Direction des Blattes ist, im Gegensatz zum selbst gesetzten Anspruch, ganz und gar nicht fine. Mit der Azubi-Typografie aus einem Immobilienprospekt und dem ‘Viel hilft viel’-Einsatz von Photoshop-Filtern wird ein Ambiente erzeugt, welches mal näher bei Rosamunde Pilcher, Pottery Barn oder Bram Stoker’s Dracula liegt.
Ob nun die 15 Euro, oder gar die evtl. später geplanten 25 Euro, pro Heft gerechtfertigt sind, sei mal dahingestellt. Man könnte sich vom gespartem Geld auch ein gutes Wein- oder Genussbuch kaufen.
Zum Beispiel aus dem Tre Torri Verlag…

Dresdner Biergärten: Demnitz Elbegarten
Montag, 28. April 2008

DDbier_elbg

Umgangsprachlich nur als Elbegarten bezeichnet und einer der schönsten Biergärten Dresdens. Etwas außerhalb der Innenstadt, direkt am ‘Blauen Wunder‘ gelegen, macht genau dies sein Flair aus. Man sitzt unter schattigen Kastanien, am mehr oder weniger schiefen Tischen und kann der Sächsischen Dampfschifffahrt beim vorbeischippern zusehen.
Das angrenzende Hotel Demnitz, welches erst Ruine, dann Baustelle war… ist und seit Jahren in Kürze eröffnet wird, stört das Bild allerdings nicht im geringsten.
Dazu gibt es – via Selbstbedienung – Bier aus Sachsen und Böhmen, Fassbrause und Weine die… öhmm… man auch sonst überall bekommt. Meine Wahl wäre das dunkle Bier aus Böhmen. Sollte es unbedingt Wein sein müssen, würde ich den Roten von Jan Ullrich nehmen.
Im letzen Jahr gab es noch – als besonderes Highlight – Sächsischen Landwein von Klaus Zimmerling. Da der Betreiber auch gleichzeitig Zimmerlings Gutsauschank schmeißt, lag dies wohl nahe.
Es sei aber angemerkt, das es sich hierbei um den Müller-Thurgau handelte, da Zimmerling bekanntlich all seine Weine als Landwein anbietet. Aber zumindest dieses Jahr heißt es im Elbegarten: Zimmer-ling frei. An Alternativen aus Pillnitz hätte es zwar nicht gemangelt, aber Produktionsmenge und Preis standen wohl dagegen. Einen Ersatz, jedoch keine Alternative bildet der Sächsische Landwein der Winzergenossenschaft aus Meißen.
Kohldampf muss man auch nicht schieben, das meist nette Personal bietet manches Deftige an, das sich in der Qualität allerdings auf dem Niveau einer besseren Imbissbude bewegt.
Wer mal muss, muss sich (noch) mit einem Provisorium im Container begnügen. Immerhin, denn es gibt zwar Elbe-Dixi, aber wenigstens nicht das gleichnamige Klo.
Das Publikum ist gemischt, quer durch die Alterspyramide, wobei ein gewisser Trend in Richtung alternative, engagierte und/oder kunstinteressiert Aktive mit Fahrrad (und evtl. Kind) geht.
Bei schönem Wetter immer gut besucht, trotzdem ist, nicht zuletzt wegen der starken Konkurrenz des SchillerGartens am gegenüberliegenden Elbufer, immer ein Plätzchen zu finden.

Anreise: Fahrrad, Bus 61, Dampfer, Straßenbahn 6, 12 und dann zu Fuß über die Brücke…
Öffnungszeiten: Mo-Fr 15-23 Uhr; Sa, So, Feiertag 11-23 Uhr
Internet: www.elbegarten.de

Neue Serie: Dresdner Biergärten
Montag, 28. April 2008

Da Biergärten einen nicht gerade kleinen Anteil der Lebensqualität von Dresden ausmachen, sollen in dieser kleinen Serie einige davon vorgestellt werden. Die Auswahl ist natürlich subjektiv. Dennoch gibt es einige wichtige Kriterien, wie Wein im Biergarten oder eine gewisse Authentizität. Will sagen, Orte die von Einheimischen, wie dem Autor, gemieden werden, tauchen erst gar nicht auf.
Punkte oder Noten werden nicht vergeben. Jeder möge sich anhand der Beschreibungen sein eigenes Urteil bilden.

Ausgaben bisher:
Demnitz Elbegarten
Wirtshaus Lindenschänke
Louisengarten
SchillerGarten
Sommerwirtschaft Schloss Übigau

2006 Tur Tur [Markus Schneider]
Donnerstag, 24. April 2008

T_T

Tur Tur? Die Namenswahl im Hause Schneider zeugt entweder von einem grandiosen Fehlgriff oder von einem Höchstmaß an Selbstironie. Denn man spielt auf den gleichnamigen Scheinriesen, aus Michael Endes Kinderbuch ‘Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer’ an. Und jener Tur Tur ist nur aus der Entfernung ein Riese, je näher man ihm kommt, umso kleiner wird er. Mir fallen sofort einige Weine ein, die solch einen Namen ohne weiteres verdienen würden.Um es vorweg zu nehmen, das Zeug ist nicht schlecht. Schneider hat inzwischen genug Routine um seinen Fuß wegzuziehen, falls mal ein Hammer vom Tisch fällt.Man erkennt das Haus, eine saftige, aber nicht zu süße Johannisbeermarmelade mit etwas cremiger Schokolade und einigen Rosinen. Im Stil, wie immer, näher am Pazifik als am Mittelmeer.Trotzdem, warum hat es diese Cuvée aus 60 % Syrah und 40 % Merlot gebraucht? Denn während alle anderen Schneiders in ihrer Art wie der Arsch auf den Deckel passen, ist beim Tur Tur deutlich Luft. Die Antwort könnte darin liegen, dass der Tur Tur wohl eher aus dem Kopf und als aus dem Bauch geboren wurde. Denn er ist ein ‘only Sansibar’-Wein und wird damit exklusiv von Schneiders Kumpels auf Sylt vertrieben.

[Gefunden bei… Galeria Kaufhof, Leipzig.]
Song zum Wein: Udo Lindenberg – ‘Wenn du durchhängst’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

WC Lektüre vom 18.04.08
Freitag, 18. April 2008
  • Wer schon immer wissen wollte, welches das letzte Menü auf der Titanic war, ist beim Cooking Monster richtig. Die Weinkarte würde mich aber mehr interessieren…
  • Wird Gary Vaynerchuk langsam lästig? Mit Spam an die amerikanische Wein Community (hier und da) ist er jedenfalls auf dem richtigen Weg…
  • Italiens Weinskandal hat laut report München ‘inzwischen’ auch die deutschen Supermärkte erreicht.Na so was?! Ständig dreht man an den ‘Guten-Wein-bekommt-man-nicht-für-zweifuffzich’-Gebetsmühlen und trotzdem wird sich regelmäßig gewundert, dass da wohl was dran ist… Um am nächsten Tag wieder zur Tagesordnung überzugehen.
  • Don’t trust the Internet. Heute: Online-Umfragen.
  • Sensation! Der Winzerblogger hat im Westen ein ‘original’ FDGB-Ferienheim entdeckt! Und macht dort auch gleich eine Reha.
  • Parker hält den Großteil des 2007er Bordeaux für enttäuschend. Aber das hat ja noch nichts zu bedeuten. Noch.
  • Fakten, Fakten, Fakten: Wein bewahrt vor Demenz. Außerdem macht er schön, sexy und fördert das Leberwachstum.
  • Dumm und/oder dreist? Mit Wein klauen kommt man auch ins Schweizer Fernsehen (Video in Switzerdütsch und als leider nur als wmv). Ich war’s aber nicht… (via)
Warum ich lieber keinen Wein per Post bestelle:
Freitag, 18. April 2008

Weil man nur gestoppte fünf Sekunden Zeit hat, um hochzuspringen und auf die Klingel via Gegensprechanlage zu reagieren. Da dies (aufgrund der Größe der Residenz) praktisch unmöglich ist, habe ich keine große Lust infolgedessen der akustischen Lieferungsankündigung entgegenzuhetzen, um am Ende ein blaues Kärtchen im Kasten vorzufinden, sowie das gelbe Transportmittel am Horizont verschwinden zu sehen. Zu guter Letzt darf ich dann selbst zum Stammsitz der Transporteure, vor dem man natürlich nicht halten kann darf, um meine Lieferung persönlich nach Hause zu tragen. Die Option Packstation scheidet in diesem Falle sowieso aus.
Dann gehe ich lieber weiterhin zum Weinhändler meines Vertrauens, denn dort hat man Zeit zum schwatzen, probieren und die Kiste bekommt man auch noch ans Auto getragen.

Sunday Drinker Wine Review
Donnerstag, 17. April 2008

Vollkommen indiskutabel, british, respektlos, unkultiviert, prollig, ungezogen… aber trotzdem, oder gerade darum, gut.

OT: Karl Lagerfeld über…
Mittwoch, 16. April 2008

KL

… Kreativität, Papier, Mode, Luxus, Werbung und Marketing:

Ja wissen Sie das Wort Marketing, da bin ich persönlich dagegen, weil ich das Wort so furchtbar finde. Ahahdada… auf deutsch, was heißt das auf deutsch? Auf’m Markt gehen, oder so?! Amam… ich find’ das furchtbar…. Jaja, sicherlich. Das ist auch ein Beruf der erfunden worden ist. Das ist eine Art Gehaltsgerechtfertigung. Öhöh… Das sind die, die die Kreativen sterilisieren. Oft, ne?! … Ich hab die noch nie gesehen. Ich hör’ davon, aber selten was Gutes. Das sind oft Leute, die meinen sie wüssten es besser, man weiß nur nicht warum sie es besser wüssten sollten. Die haben eine Idee von einem Markt den es schon gibt…

Mehr dazu von Karl Lagerfeld hier im Video und knappen 45 Minuten. Aber leider nicht über Wein und doofe Brillen…

Twitter: Sozialgeräusche 2.1
Dienstag, 15. April 2008

Wenn alle Blogs geschlossen sind, macht das letzte Weinblog drei Jahre später endgültig zu. Will sagen, beim Thema Wein brauchen Trends und Phänomene bekanntlich etwas länger. Und das ist im Prinzip auch gar nicht schlecht, denn wenn man Glück hat, muss man sich nicht mit Zweitagsfliegen wie beispielsweise Second Life herumärgern. So hat es eben auch etwas gedauert bis sich die ersten Weinblogs durchsetzten und über eine Art WeinVZ nachgedacht wurde, als über StudiVZ schon Regionalzeitungen schrieben.
Und jetzt zieht auch Twitter über die Weinberge herauf. An vorderster Front sind (natürlich) Mario Scheuermann und Matthias Metze mit dabei, aber auch Niko Rechenberg, Thomas Günther und einige Karteileichen. Twitter ist auch ganz einfach, nämlich nichts anderes als eine Art SMS-Chat (Erklärung SMS und Erklärung Chat) oder Blog very light mit wenig Text und gar keinen Bildern. Anhänger sprechen da lieber von einem sozialen Netzwerk, ohne das sowieso gar nichts mehr geht. Mitmachen ist auch ganz einfach, notfalls mit einem Handy zu bewerkstelligen.Es ist also möglich, ständig allen und jedem mitzuteilen was man macht (oder nicht macht) oder ob man gerade einen Korkkrümel im Weinglas hat.
Bleibt nur die Frage, ob man selbst oder jemand anderes diese Infos auch braucht. Oder sind das auch wieder nur neue Tropfen im Ozean der überflüssigen Informationen? Vermutlich ist es ja auch wirklich nur einer dieser kollektiven Mitmachzwänge, ein Knüpfen von Pseudokontakten die Dauerhaftigkeit suggerieren. Es gibt die ersten Interviews mit Twitterern und längst die obligatorischen Schwan… Rankings.
Doch die ersten Wolken ziehen bereits am Horizont herauf. So wird über Werbung auf Twitter diskutiert, Domaingrabber sind ebenfalls unterwegs und die ersten Twitter-Konten werden bei ebay versilbert. Möglicherweise die ersten Anzeichen dafür, dass die Karawane der Nerds weitergezogen ist.
Und ich? Ich habe mir gestern ein sehr dickes Buch gekauft…

Kleinvieh macht auch Mist
Sonntag, 13. April 2008

Normalerweise hütet die EU ihre Rebrechte zwar wie der Teufel seine drei goldenen Haare. Trotzdem können jetzt ein paar Karten mehr gemischt werden.
Da Rheinland-Pfalz auf 100 Hektar Rebfläche verzichtet, kann man unter anderem im Osten die Weinanbaufläche etwas aufbohren. Die Region Saale-Unstrut bekommt vom begehrten Kuchen 46 Hektar, verteilt auf Sachsen-Anhalt mit 31 und Thüringen mit 15. Das Elbtal in Sachsen darf sich über 31 Hektar die Hände reiben. Das bedeutet zwar auch weiterhin kein Trend in Richtung Massenproduktion, aber, wenn man mal alle Augen zudrückt, fast ein Plus von jeweils zehn Prozent.
Den Rest teilen sich Brandenburg, das Saarland und Nordrhein-Westfalen.

VOSS Sparkling
Donnerstag, 10. April 2008

VOsssssss

Da haben wir also eines dieser Luxuswässerch… Premiumwasser, welches noch dazu ein idealer Weinbegleiter sein soll. Das mag am Geschmack liegen, oder am Preis. Womöglich geht man davon aus, dass Weintrinker nicht ganz so preissensibel sind. Denn für ein normale Flasche ist mehr Geld auf den Tisch zu legen, als der Durchschnittsdeutsche für einen Liter Wein ausgibt. So auch beim VOSS aus Norwegen.
In einer recht Wasser untypischen Flasche, designed von Calvin Klein himself… Dieses Gerücht hält sich hartnäckig. In Wirklichkeit aber, war nur dessen ehemaliger Kreativdirektor an der Entwicklung beteiligt. So sieht die Flasche dann auch eher nach einer Familenpackung ck one, als nach einem Grundnahrungsmittel aus. Nichts gegen ordentliches Design, aber wenn man sich nicht sicher ist, ob in den Mund oder auf den Hals, stimmt etwas nicht. Und was hilft ein transparentes und klares Design, wenn es durch eine Vielzahl von Aufklebern (Preis, Glaspfand, Beschreibung) in die Realität des deutschen Lebensmittelhandels zurückgeholt wird.
Ach, der Inhalt. Der ist erstaunlich gut und wirklich anders. Sauber, klar, weich, ohne einen irritierenden Nebengeschmack. Es schmeckt im positiven Sinne nach nichts. Etwas viel sparkling, allerdings. Ich würde eher zum stillen VOSS greifen. Oder zu einem glanzloseren, biederen und natürlicheren Wasser aus… Von wo auch immer.

[Gefunden im… KaDeWe.]
Song zum Wein Wasser: The Waterboys – ‘Spirit’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Klaus Zimmerling hat die Nase voll…
Donnerstag, 10. April 2008

… immer dabei zuzusehen, dass bei jedem großen Hochwasser sein Weinkeller absäuft. Dieser liegt nämlich im Schloss Pillnitz direkt an der Elbe und lief beim Jahrhunderthochwasser 2002 bis über die Decke voll. Es gibt sogar Leute die behaupten, sie hätten anschließend die eine oder andere Flasche Grauburgunder stromabwärts aus dem Wasser gefischt.
Damit soll es in Zukunft vorbei sein, denn jetzt wurde im Weinberg auf dem Bergweg der Grundstein für einen neuen Keller gelegt.
Schon die nächste Lese im Herbst soll in den neuen Keller eingefahren werden. Notfalls kann Zimmerling dann auch mal nachts und in Puschen nach dem Rechten sehen.

Klaus Zimmerlings Weine auf Weincasting:
2006 Gewürztraminer
2003 Grauer Burgunder “R” Trocken
2003 Müller-Thurgau Trocken

2001 Château Smith Haut Lafitte
Samstag, 5. April 2008

C SHL

Beim Weinhändler meines gesunden Misstrauenens durfte ich mal wieder am aktuellen Elend des Bordeaux teilhaben. Die 2005er Ausgaben von Cheval Blanc, Mouton Rothschild usw. hübsch nebeneinander aufgereiht und nur knapp unter 1000 Euro. Jeweils, of course.
Das erleichtert dann doch etwas den Griff zum 01er CS. Der ist nun auch nicht gerade billig, aber schon noch Lichtjahre von den oben genannten fetten Hennen entfernt.
Und dabei hat er doch alles was man sich von einem Bordeaux wünscht: Grillpfanne, Cassis (formerly known as schwarze Johannisbeere), Claudia Bertani, Saft, Frucht und etwas Holz. Dazu ist alles hübsch ausbalanciert und versucht erst gar nicht mit dem Eichenholz-Baseballschläger um sich zu schlagen.
Im Vergleich zu einigen Landsleuten bekommt man hier eher Karajan als Bohlens Dieter.

[Gefunden bei… Karstadt, Dresden.]

Song zum Wein:
Herbert von Karajan & Wiener Philharmoniker – ‘Peer Gynt Suite No. 1, Op. 46: No. 1.’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Porca miseria!
Samstag, 5. April 2008

Der Skandal könne jedoch auch eine positive Wirkung haben: ‘Er zeigt, dass wir fähig sind, streng und wirksam zu kontrollieren.’

Stuart Pigott neuer Autor bei Weincasting [Update]
Dienstag, 1. April 2008

Es hat etwas Überzeugungsarbeit gekostet, aber jetzt ist es soweit: Der Weinkritiker Stuart Pigott wird auf Weincasting schreiben. Nach einem ersten Kontakt auf der ProWein hat sich Stuart Pigott doch breitschlagen lassen, hier in unregelmäßigen Abständen Gedanken und Kurzkritiken zu hinterlassen. Trotz seiner Aussage: „ Nichts gegen das Internet, aber lange Texte habe ich lieber gedruckt auf Papier“, hat ihn dieser kleine Teil des Internets offenbar vom Gegenteil überzeugt. Morgen geht’s los mit Stuart’s Nachlese zu ProWein.

[Update 2.4.08]

Obwohl ich kein besonderer Freund von Aprilscherzen bin, war ich mir dafür trotzdem nicht zu Schade. Natürlich wird Stuart Pigott hier weiterhin nur mittelbar auftauchen. Man soll ja niemanden zu etwas überreden, wozu er offensichtlich keine Lust hat. Und ausserdem sind zwei Punks auch einer zu viel…

Kostenlos 2.0
Freitag, 28. März 2008

Es gibt da ein Bildbearbeitungsprogramm, welches sicherlich eines der Besten der Welt ist. Allerdings sind dafür rund 1000 Euro auf den Tisch zu legen. Oder man nimmt die abgespeckte Variante für ein Zehntel des Preises. Wem dies immer noch zu viel ist, der kann das Ganze jetzt auch für lau als Webversion bekommen. Ja, ganz für umsonst und legal.Und bevor sich jetzt alle Blogger verwundert die Augen reiben und sich auf die vielen bearbeiteten Bilder freuen: Die Sache hat einen klitzekleinen Haken. Für die Nutzung des Programms gibt man seine sämtlichen Rechte an den dort bearbeiteten Bildern her. Für immer und ewig. Auch für umsonst. Willkommen bei Kostenlos 2.0.

[Nachtrag 06.04]
Zumindest die Bereitsteller des o.g. Bildbearbeitungsprogrammes haben etwas zurückgerudert. Trotzdem, ein Gschmäckle bleibt weiterhin…

Vom Glanz und Elend der Weinschreiberei
Mittwoch, 26. März 2008

Es gibt zwei landläufige Vorstellungen von Weinjournalisten, Weinkritikern und/oder Weinschreibern:
Auf der einen Seite die Stars, vor deren Besuch ein Winzer schlaflose Nächte hat, da sie nicht selten über sein zukünftiges Schicksal entscheiden.
Auf der anderen Seite die Masse, die für ein kostenloses Wochenende in der Weindorf-Pension jede Plörre zu einer Empfehlung hochschreiben.
Nun, das kommt sicherlich oft genug vor, doch gibt es da noch eine Menge mehr, wie unschöne Verquickungen und einiges Versaubeuteln seitens der Verlage. Um derlei Unfeinheiten geht es in den Artikeln ‘Geiz ist dumm!‘ von ENO WorldWine-Herausgeber Eckhard Supp und ‘Lob oder finanzielle Krise‘ von Zeit-Autor Rainer Schäfer. Während sich Eckhard Supp einige Mühe gemacht hat en détail das Thema zu beleuchten, übt sich Rainer Schäfer en gros im Gault Millau-Bashing. Da ist zwar manches dran, wirklich neu ist das Thema aber auch nicht gerade.
So wäre es schön, wenn Eckhard Supp mehr Gehör finden und Rainer Schäfer sich vielleicht doch mehr auf das Thema Fußball konzentrieren würde.

(via und via)

Dr. Ni… Frasier Crane Quotes IX.
Mittwoch, 26. März 2008

NCWQ 9

Frasier: And hello to you, Seattle. Welcome to ‘The Wine Corner’. I hope you’re as excited about this new program as I am.
I offer myself as Sherpa, a guide, if you will, to lead you through the labyrinth of vintages and wine lists, chateaus and bodegas, and take you, hopefully, to a whole new level of sophistication.

… (later)

In summary, Linda, the year listed on the bottle is not an expiration date. So that wine from 1979 should be perfectly safe to drink.

Dr. Niles Crane is a fictional character on the American sitcom Frasier. Niles is the younger brother of Dr. Frasier Crane.

Gadgets, Gadgets, Gadgets
Donnerstag, 20. März 2008

Veuve Clicquot Vertical Limit Storage Rack (VCVLSR)

VCVLSR

Falls sich zu Ostern die Gülcan und der Sebastian angesagt haben, könnte noch ein Eyecatcher notwendig sein. Wie wäre es mit dem VCVLSR? Es schluckt zwölf Magnumflaschen und hält sie schön bei 12° Celsius warm kalt kühl. Gibt es 15-mal auf der Welt und kostet auch nur rund 45.000 Euro. Ich kann zwar mit dem edelstahllastigen Porsche Design nie warm werden, aber den beiden würde es bestimmt zusagen…

Bachus Wine Rack

Bachus

Viel besser gefällt mir das Bachus Wine Rack. Schön einfach und schlicht. Entworfen von Lilo Marcel Wanders für Slide Design. Sicher um Welten billiger als das VCVLSR, aber trotzdem immer ohne Hase. Auch zu Ostern.
(via)

Wine Glass Holder Necklace

Necklace

Wer kennt das nicht, mitten auf der Weinprobe kommt die Tante mit den Schnittchen vorbei. In der einen Hand die Verkostungsliste und in der anderen das Glas. Auf die Schnittchen verzichten? Nicht mit dem Wine Glass Holder Necklace. Damit hat man immer die Hände frei, auch wenn man mal für kleine Weinverkoster muss. Aber danach immer schön der Hände waschen!

Düsseldorf, Teil 3 (Nachtrag)
Mittwoch, 19. März 2008

Ok, das war’s. Zeit für ein Fazit.
Natürlich, die ProWein ist eine Dealermesse. Aber auch für Besucher denen dies eher fern liegt, eine durchaus lohnende Angelegenheit. Wo sonst wird soviel Wein aus aller Welt in ein paar Messehallen gequetscht, geöffnet, genippt, ausgespuckt und weggekippt. Allerdings sollte man über ein exzellentes Maß an Orientierung verfügen, bzw. Hallenpläne lesen können. Da lobe ich mir die Leipziger.
Der Begriff Fachmesse geht in Ordnung. Laien könnten sich schnell überfordert fühlen und dann hilflos in der Ver(k)lostungszone verlieren. Für interessierte Laien dürfte aber mancher Weinhändler den door opener gespielt haben.Auch die im Vorfeld gesteckten Hürden Typ Zerberus (‘Faxen Sie mir bitte…’) für den Pressezutritt waren vor Ort eher niedrig. Ich hatte den Eindruck, dass die Aussage ‘Isch komm vom Grevenbroicher Tagblatt!’ für den Presseeinlass oft ausreichend war. Eine gute Entscheidung war, in der Pressemensa Platz zu nehmen und sich nicht für die Rouladen, sondern für Broccoli-Kartoffel-Gratin, genannt ‘Der Auflauf’, zu entscheiden.
Trends waren natürlich viele auszumachen. Bio habe ich vernachlässigt und Brasilien verpasst. Aber Israel wird, falls sie es nicht vergeigen sollten, in Zukunft weiter im kommen sein.
Bei aller Hektik war es doch möglich, vor allem mit ‘kleineren’ Winzern, die schlecht weglaufen konnten, ins Gespräch zu kommen. Und wo trifft man sonst auf so ‘kleinem’ Raum, so intensiv, so viele Winzer wie Castel Peter, Günther Triebaumer, Heidi Schröck, Uwe Lützkendorf, Friedrich Aust oder gar eine message in a bottle.

Düsseldorf, Teil 2 (ProWein)
Montag, 17. März 2008

D'Dorf 3
Düsseldorf, Medienhafen, 09.10 Uhr
Mistwetter. Ideal für einen Hallentag.

D'Dorf 4
Düsseldorf, Messe, 10.15 Uhr
Die Heimat ist fern.

D'Dorf 5
Düsseldorf, Messe, 10.25 Uhr
Die Verkostungszone. Wer möchte, kann sich hier ungestört zuziehen. Spätestens nach zwei Reihen ist man dicht. Nicht, dass es woanders nicht auch gehen würde. Aber hier ist es am einfachsten. Es sind auch vereinzelt Weine für 30 Euro dabei. So langsam verstehe ich, warum hier nur Fachbesucher reingelassen werden. Der Jüngste den ich (aber nicht in der Verkostungszone) gesehen habe, war ungefähr elf.

D'Dorf 6
Düsseldorf, Messe, 14.00 Uhr
Das Pressezentrum ist ruhigste Ort der Messe und hat sogar Windows 2000 Rechner. Internet geht, aber Web 2.0 … Blogger gibt’s leider nicht, aber dafür Oz Clarke himself.
Als weitere Orientierung, unten bei den Massen, bietet sich Roman Niewodz… Nieder… Niewodaz… Niewodniczanski von Van Volxem an. Optimal, bei gefühlten zweimeterachtzig Körpergröße. Ansonsten Leute, Wein, Leute, Wein … Wird eigentlich mehr getrunken oder weggeschüttet?

D'Dorf 7
Düsseldorf, Messe, 14.30 Uhr
Lars war gestern schon da, bei ‘Wein hilft’ (Deutsche AIDS-Stiftung mehr via pauline.schneider@berlin.de). Einer der kleinsten, aber der mit Abstand lustigste, ausgelassenste Stand auf der Messe. Zumindest zu dieser Zeit. Stuart Pigott hat schon sehr, sehr ordentlich für den guten Zweck verkostet. Darüber freuen sich nicht nur Christian und Simone Stahl, vom gleichnamigen Winzerhof, sondern auch ich. Eine der Entdeckungen der Messe. Müller-Thurgau at it’s Best aus Franken. Sehr goil!

D'Dorf 8
Düsseldorf, Messe, 16.00 Uhr
Ich glaube ich ticke voll aus! Die Königin Evelyn und der Frédéric Fourré aus Sachsen. Wein und Stollen kann ich ja jeden Tag haben, da lasse ich anderen gerne auch mal den Vortritt. Friedrich Aust ist natürlich aust auch da. Alfred aber nicht.

D'Dorf 8
Düsseldorf, Hotel am Hafen, 17.45 Uhr
Heiter bis wolkig. Die Frisur hält immer noch.

Düsseldorf, Teil 1
Sonntag, 16. März 2008

D'Dorf
Düsseldorf, Hotel am Hafen, 17.45 Uhr
Regen. Die Frisur hält.

D'Dorf 2
Düsseldorf, Minibar, 18.00 Uhr
Kein Regen, aber überschaubar. Miniwein, Minibier and… Orangieeeena.

Kochen mit Coolio
Freitag, 14. März 2008

Kuh Lio

In seiner webbasierten Kochshow zelebriert Coolio… Der Rapper Coolio?! Nein? Gangsta’s Paradise?! Auch nicht? Der Typ, der 1997 in Böblingen wegen Ladendiebstahls hochgenommen wurde?! Genau, dieser Coolio macht jetzt auch eine Kochshow im Internet.
Dort lernt man zwar auch nicht wirklich etwas, aber es ist kurzweilig und mal was anderes. Und das hat er praktisch allen deutschen Kochshows schon mal voraus.
Zu trinken gibt’s aber wider erwarten nix.
Coolios Caprese Salad und andere Sachen bei My Damn Channel. Yo Man!