2002 Château Bahans Haut-Brion

Ok, der Name Zweitwein klingt… Naja, klingt nach 2.Wahl, nach Diesel Jeans mit Löchern, aber an der falschen Stelle. Oder, wenn wir es wohlwollend sehen, nach der zweiten Chance. Beim ersten Mal hat’s nicht funktioniert, sind wir gnädig und lassen dich noch mal ran. Immerhin.
So ähnlich kommt das hin. Ist doch der Château Bahans Haut-Brion schon eine zweite Chance, als Zweitwein. Und zwar vom, da brauchen wir nicht lange zu rätseln, Château Haut-Brion. Im folgenden, so wie auch vom Château, als “Grand Vin” bezeichnet. Bahans kommt übrigens von einer Familie, die früher einen kleinen Teil des Guts Haut-Brion besaß. Wie sie diesen Teil los wurde, ist offiziell nicht überliefert.
Zurück zum Thema: Ein Stiefbruder also?
Nicht unbedingt, eher der kleine Bruder. Er teilt sich die gleichen Parzellen, „Erziehungsmethoden“ und darf  gerne mal die Fässer vom großen Bruder auftragen.
So weit die Theorie. Keine Sorge, die Châteaus von Haut-Brion sind oft eine ganz gute Hausnummer. Im Gegensatz zu manchen Ikonen aus der Gegend doch ziemlich zuverlässig. Und davon kann auch der „Kleine“ profitieren. Auch beim 02er, kein Jahrhundertjahrgang, aber eine sichere Bank. Fein und samtig wie eine Jacke von Louis XIV, aber keinesfalls so kitschig wie Harald Glööckler. Dazu gibt es ordentlich Bordeauxfrüchte (Kirsche, Cassis) auf den Tisch. Sowie etwas Lack und Leder, aber kitschig ist er immer noch nicht.

Offiziell soll der Bahans recht jung getrunken werden. Trotzdem braucht jetzt niemand panisch in den Keller zu rennen. Der 2002er ist so frisch, dass er bestimmt noch ein paar Jährchen schafft. Bis zu seinen ersten Fältchen dürfte also noch ein paar Winter ins Land gehen.
Nein, er erfreut das Herz und erinnert dabei doch an den “Grand Vin”. Bei einem Preis von (ungefähr) zehn BigMacs, geht das Preis-Leistungsverhältnis in Ordnung. Doch, doch. Auch wenn in diesen Sphären schon eine Menge prima Erstweine herumschippern. Aber, wir erinnern uns, wir sind nicht nur im, sondern sogar in Bordeaux und da ticken die Uhren anders. Und es wird wohl nicht besser.
Da der kleine an den großen Bruder, wie der Gas- an den Ölpreis gebunden ist, zeigt die Nadel auch hier nach oben. Also werden wir wohl für den Zweitwein in nicht allzu ferner Zeit einen alten Erstweinpreis hinlegen dürfen. Schade eigentlich…

Song zum Wein:
Hole – ‘Someone Else’s Bed’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

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