Gault Millau und die Winzer. Vive la révolution?!



Vor kurzem sorgte u.a. eine Meldung bei Werner Elflein für Diskussion, dass sich die deutsche Ausgabe des Gault Millau Weinführers nicht mehr nur mit den unzähligen kostenlosen Probeflaschen begnügen wolle. Vielmehr wäre es jetzt doch nett, wenn sich die Winzer nun auch an den ‘Herstellkosten’  mit einer ‘Teilnahmegebühr’ in Höhe von 195 Euro beteiligen würden. Natürlich wäre dies freiwillig und hätte bestimmt keinen Einfluss auf die Bewertung. Der Grund dieser Aktion liegt offenbar nicht nur darin, dass man die Zeit verschlafen hat, dem Gault Millau nicht nur die Leser, sondern auch die Marketingprofis abhanden gekommen sind. Sonst hätte man wissen müssen, das man immer auf dem Hintern landet, wenn man für eine Leistung die bisher kostenfrei war, plötzlich Geld fordert… Pardon… um Beteiligung bittet. Noch dazu ohne irgendeinen  Mehrwert.
Und dies ist nun schneller nach Hinten losgegangen als gedacht. Einige nicht ganz unbekannte Winzer wollen sich nicht nur nicht an einer ‘Teilnahmegebühr’ beteiligen, sie wollen gar nicht mehr mitmachen.
In einen offenen Brief an den herausgebenden Verlag heißt es:



Die Unterzeichner werden Ihrem Wunsch nach finanzieller Unterstützung daher nicht entsprechen. Sie sind sich der wein-politischen Brisanz dieser öffentlichen Aussage sehr wohl bewusst und erachten daher das Verhältnis zum Gault Millau als so gestört, dass sie von nun an keine Probeweine mehr einreichen werden. Gleichzeitig erwarten sie, dass in Zukunft auf einer Publikation von Verkostungsergebnissen ihrer Weine und einer Beschreibung ihrer Weingüter abgesehen wird.



Unterzeichner sind bisher Weingut Bercher, Weingut Helmut Dönnhoff, Weingut Rudolf Fürst, Weingut Gunderloch, Weingut Dr. Heger, Weingut Heymann-Löwenstein, Weingut Josef Leitz, Weingut Johner , Weingut Knipser, Weingut Köhler-Ruprecht, Weingut Gunter Künstler, Weingut Meyer-Näkel, Weingut Egon Müller und Weingut Seeger.
Sollten sich noch weitere Weingüter anschließen, könnte es nicht nur für den Gault Millau eng werden. Macht dies Schule, könnte es Folgen für das oft undurchsichtige System von Privilegien und Seilschaften im gesamten Weinjournalismus haben.

4 KOMMENTARE

  1. Ernstl sagt:

    Bravo! Es wird endlich Zeit, daß diese selbstverliebten Journalisten wieder auf den Boden der Tatsachen geholt werden. Ich habe mit denen schon lange abgeschlossen.

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