Twitter Weinverkostung auf der CeBIT. Fazit.

Um es vorweg zu sagen: Ja, es hat mir (@Weinpunk) Spaß gemacht. Das Ganze war wie eine Speed-Dating-Party ohne Dating, aber mit Wein. Mit einer Menge Menschen, die in einem Raum wild durcheinander laberten. Sich wirklich ‘austauschen’ oder folgen konnte man nur einer Handvoll Personen und noch bevor es richtig angefangen hatte, war es auch schon vorbei. Marlene Duffy (@theduffy) hat aber dafür gesorgt, dass es auf dem Podium nicht so laaaangweilg war, wie bei der Geschichte vom Donnerstag. Und Matthias Metze (@MatthiasM) hat einen good Job gemacht. Ich wünsche ihm, dass dadurch viele neue Kunden in seinen Shop (@vivavino) gespült werden.
Ob die Präsentation auf der CeBIT der richtige Ort war, kann ich nicht sagen. Ob einer der Nerds auf der Messe sich jetzt etwas mehr für Wein interessiert, anstatt für Bier, auch nicht.
Wirklich angenehm fand ich übrigens den Livestream vom Weingut Johner, der wesentlich entspannter zu verfolgen war als das CeBIT-Chaos. In sowas liegt einiges Potential.
Einen Sieger unter den Weinen gab es für mich nicht. Ich bin ja sowieso kein Ranking- und Punktefan, außerdem waren die Weine zu unterschiedlich. Ich muss allerdings zugeben, dass ich die Flaschen schon am Abend zuvor geöffnet habe. Wenn ich die Möglichkeit habe, mich mit einem Wein länger auseinanderzusetzten, dann mach ich das auch.
Der Potate! von Würtz (@wuertz) ist für mich ein sehr cooler Saufwein, für Partys und Sommerabende. Und auch für die von Dirk Würtz so geliebte Cola-Schorle.
Den Riesling von Johner (@Johner) würde ich auch ganzjährig, solo, am Abend zum Film oder Buch trinken.
Der Heidelberger Dormenacker von Clauer (@Winzerblog) ist ein typischer Riesling, der mir gut zum Essen gefallen würde.
Im übrigen fand ich es sehr mutig von allen drei Winzern ihre Weine solch einer Meute vorzuwerfen, auch auf die Gefahr hin anonym verrissen zu werden. Näher eingehen konnte man auf die Weine sowieso nicht, dafür ist Twitter einfach zu basic.
Die ganze Geschichte hat auch ein paar nicht wenig neue Freunde… *hüstel* Follower eingebracht. Obwohl das ja nur für ‘Schwanzvergleiche’ eine Rolle spielt.
Ob ich mehr Leser für Weincasting akquirieren konnte, möchte ich stark bezweifeln. Im übrigen habe ich das Gefühl, Twitter ist ein Medium welches sich stark um sich selbst dreht. Ähnlich der Bloggerszene, aus der viele Twitterer ja auch kommen. Nur schlimmer.
Ich werde aber trotzdem, wenn es passt, noch weiter rumprobieren. Zum Beispiel zur ProWein.
Denn bei Twitter findet – wenn auch oft sehr oberflächlich – die Kommunikation statt, die den Kommentaren in Blogs inzwischen verloren gegangen scheint.
Ich bemühe mich aber, mich nicht zu sehr diesen Sozialgeräuschen hinzugeben. Allein um zu verhindern, dass es mir wie manchen Bloggern geht und Intensität und/oder Qualität der Blogpostings abnimmt. Und das wäre Mist.
Denn in welcher Art und Weise, oder ob überhaupt, sich Twitter langfristig durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Während ähnliche Kommunikationsdienste sonst oft Zeit sparen können – so man sie richtig einsetzt – kostet Twitter bislang nur welche…

12 KOMMENTARE

  1. Guido sagt:

    Na, das ist doch mal eine sachliche, unaufgeregte Zusammenfassung – mit der man auch etwas anfangen kann, wenn man nicht twittert.

  2. Dirk Würtz sagt:

    Eine kleine Anmerkung meinerseits: ich habe deutlich mehr follower durch diese ganze Cebit Geschichte bekommen. Die Frage ist natürlich welche Qualität und Aussagekraft das hat. Ich befürcht mal keine sehr große. Die twitterei bewegt sich momentan eher in Richtung chatten und weniger in Richtung “wasauchimmeralledarinsehen”. Egal, es macht in jedem Fall Spaß. Und das weintwittern sollte wirklich wiederholt werden. “Schwanzveglich” gefällt mir übrigens gut. Da musste ich ja mal richtig lachen. Abr warum sollte die virtuelle Welt auch gegen die “Schwanzvergleicherei” gefeit sein, wenn sich in der realen schon alles darum dreht ;)

  3. Jürgen Lang sagt:

    Klasse Zusammenfassung! Auch der Weinbewertung ist nichts hinzuzufügen, sehe ich relativ ähnlich.

  4. der Ultes sagt:

    Hi,
    -Speed-Dating-Party ohne Dating, aber mit Wein- trifft’s auf den Punkt. Finde die Geschichte aber durchaus ausbaufähig.

  5. [...] weincasting.com | CeBIT. Fazit [...]

  6. Mac sagt:

    Mit einer Menge Menschen, die in einem Raum wild durcheinander laberten??

    WO WER ???

    Das war doch alles ruhig…

  7. grinface sagt:

    Da unterschreib ich doch einfach mal die Kommentare vo mir. Reine Zustimmung und so!.
    Wie auch @Ultes schon schrieb: Der Satz mit dem Dating ist ein echter Brüller.

  8. Alex sagt:

    Hallo. Bin neugierig ob und wie es möglich ist als simpler Weinblogger ohne Presseausweis oder Sonstigem auf die Prowein zu kommen. Bin nämlich so einer :=/
    Gruß,
    Alex

  9. [...] BlogCebit 2009 – Fazit der Twitter Weinverkostung – der UltesWeingenuss im Schnelldurchlauf – gumiaTwitter Weinverkostung auf der Cebit. Fazit von weincasting – laut Kommentar endlich mal eine unaufgeregte Zusammenfassung Twitter [...]

  10. @Mac
    ‘Das war doch alles ruhig…’
    Ja, aber nur weil jeder einen virtuellen Pappkarton über dem Kopf hatte…

    @Alex
    Es ist kein Problem für einen Gelegenheitsautor des ‘Lütgendortmunder Taubenfreundes’ mit Hang zur Liebfraumilch eine Presseakkretitierung zu bekommen. Leider ist es aber absolut unmöglich, auch als engagierter und weitgereister Weinblogger nicht, nur in dieser Funktion auf die ProWein zu kommen. Warum das so ist, kann ich nicht nachvollziehen, da ich sogar schon Kinder auf der ProWein gesehen habe. Auf einer Weinmesse!
    Und für mich gehen die Tore auch nur auf, weil ich das Glück habe auch anderweitig ‘publizistisch’ tätig zu sein.
    Über den Weinhändler oder Winzer des Vertrauens soll es aber möglich sein doch reinzukommen. Allerdings nicht über die Presseschiene.

    @All
    Merci vielmals.

  11. Alex sagt:

    Danke für die Info. Vielleicht kann ich mich ja als Kind tarnen ;)

  12. [...] weincasting.com | CeBIT. Fazit  VERWANDTE THEMEN:  [...]

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