1987 Château Latour

CL87

Es gibt nicht viele, echte Legenden in der Weinwelt. Château Latour gehört aber mit Sicherheit dazu. Und dies wissen eben nicht wenige.
So gibt es eigentlich nur zwei Wege um an einen guten Latour zu kommen. Entweder man gehört einer Gruppe an, die zu Weinevents geladen werden, um dann pflichtgemäß positiv zu berichten. Oder aber man gibt bis zu einen guten Monatslohn eines Arbeiters aus, um sich eine Flasche eines Top-Jahrgangs zu ergattern. (und o.g. Events kozufinanzieren.)
Einen Ausweg bieten aber solche Jahrgänge an, die laut Château eher von ‘mediocre quality’ oder mit anderen Worten eher besch***** sind. Und wenn man clever ist oder mehr Glück als Verstand hat, bekommt man solch eine Flasche zu einem Preis, bei dem ein Flop nicht zu sehr schmerzt.
Aber weit gefehlt, nach dem entkorken des Oldies weht einem ein ziemlich agiler Duft von Heidelbeeren um die Nase. Satt und gar nicht kitschig. Und im Glas setzt sich das Ganze auch fort bis… Ja, bis man merkt, dass auch Legenden nicht zaubern können. Man könnte meinen, dass man beim abfüllen ordentlich mit Wasser gestreckt hat. Wer also noch rein zufällig einen 87er Latour im Keller hat sollte langsam öffnen. Aber nicht zu langsam trinken. Denn nach einigen Stunden kommen unter dem Fruchtmäntelchen die ersten Falten des Alters zu Tage. Trotzdem, Spaß hat er gemacht. Auch als eher dünner Jahrgang noch mit Charakter und vor allem als… naja…  ‘Schnäppchen’.

Song zum Wein:
Madonna – ‘Material Girl’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

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