Schluss mit lustig [Nachtrag]

BDX

Wieder mal ist eine Blase geplatzt. Und diesmal hat es die Finanzmärkte getroffen. Mit weitreichenden Folgen.
Die Erkenntnis, dass die Globalisierung nicht nur Vorteile bietet, erreicht zurzeit neue Gesellschaftsschichten.
Und damit wird es auch der Weinbranche spürbar weh tun. Im besonderen jene Teile, die sich bislang mit hoch- und höchstpreisigen Weinen ihre Korken vergolden ließen.
Vorbei die Zeiten, in denen Kunden in New York, London, Shanghai und Moskau der Inhalt ihrer Gläser vollkommen relativ egal gewesen ist, solange er nur teuer genug war.
Und tatsächlich verzeichnen Bordeaux-Händler, wie APF berichtet, erste Umsatzrückgänge von zehn Prozent. ‘Deutsche und Briten bestellten derzeit so gut wie nichts mehr…’, meint Fabrice Bernard von Millesima.
Zwar macht man sich hier und da noch Hoffnungen, dass einige ihre letzten Groschen in Wein anlegen, aber dieser Nebel dürfte sich alsbald im Licht der Wahrheit auflösen. Weininvestment hat schon in den Zeiten des Booms nicht wirklich funktioniert.
Auch die Hoffungen auf Asien könnten trügen. Dazu ist die Weltwirtschaft inzwischen zu vernetzt, als dass einige Teile der Welt davon unbeeindruckt blieben.
So dürfte sich einiges wieder einpegeln. Natürlich wird man einen Mouton-Rothschild, Château Margaux oder Château Haut-Brion auch in Zukunft nicht vom Wühltisch bekommen, aber die Zeiten der ungehemmten Preisspiralen dürften erstmal vorbei sein.
Und echten Weinfans kann das ja nur recht sein.

[Nachtrag]

‘The world of fine wine is proving to be no longer immune to the global financial crisis…’, meint auch der Decanter.

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