Best of WeinSalon

Eigentlich wollte ich ja öfter über unsere Zusammenkünfte beim Doc schreiben. Aber… die Zeit, die Zeit. Die Lust, die Lust. So gibt es hier wenigstens mal eine Auswahl der (mehr oder weniger) Exoten, zur Ablage.

1967 Massandra
Das Zeug aus der ehemaligen Sowjetunion, bezeichnet man laut Etikett als Portwein.
Es ist inzwischen(?) eine ziemlich trübe Brühe geworden, die aber noch tatsächlich
trinkbar ist. Und ein klitzekleinwenig riecht er auch nach Portwein und Rosinen. Und auch im Geschmack Rosinen, Rosinen, Rosinen… und das altersbedingte Kerosin(Petrol).

1974 Barolo Borgogno Riserva DOCG
Ein Barolo vom richtig alten (seit 1761) Weingut Borgogno.  In der Jugend ausgeruht in slavonischer Eiche, spürt man in der Nase das Alter. Riecht etwas nach nahem Ende, geschmacklich aber sehr nach Cassis, satt und schwer.

1988 Tokaji Aszu
Eine Tokajer Spätlese aus den ‘alten’ Tagen der Ungarn. Die nicht nur schlecht waren.
In der Nase etwas wie Bananenchips. Im Geschmack fruchtig und wie süß-saure Pommes aus Bonn.

1993 Heymann-Löwenstein Riesling Cuvée ‘R’
Das Besondere am ‘R’ vom ‘rebelischen’ Löwenstein ist, dass er bewusst oxidierend ausgebaut wurde. Riecht etwas nach nasser Tapete und recht würzig. Geht geschmacklich in die Richtung Sherry oder eines nicht ganz so süßen Tokajier.

1998 Kindsmarauli
Stalins ehemaliger georgischer Lieblingswein. Gibt es inzwischen so oft im Angebot, dass man denken könnte der ganze Kaukasus ist mit Weinstöcken für Kindsmarauli überzogen. Oder es ist nicht immer das in der Flasche, was drauf steht.
Riecht und schmeckt natürlich etwas nach Kerosin. Ist noch leicht süß, hat aber seine besten Zeiten, so wie Stalin, schon weit hinter sich.

1998 Renner Müller Thurgau Auslese
Eine Auslese vom Müller Thurgau zu machen, darauf muss man erstmal kommen. Dachte sich Birgit und Helmuth Renner aus Gols im Burgenland offenbar auch.
Riecht schon etwas alt, aber nett nach Rosinen. Der Geschmack geht etwas in Richtung von alten Limetten, hat aber noch eine hübsche Säure.

1999 Clos St. Landelin Tokay Pinot Gris
Damals hat man sich im Elsass noch nicht so ganz darum geschert, dass der Tokay nur nach Ungarn gehört. Auch René Muré nicht.
Riecht nach Rosinen und Kerosin. Und schmeckt nach Birne und… da sind wir wieder bei Ungarn, etwas nach Traubisoda.

2001 La Pieve Rosso del Pievano IGT
Einer der ‘Super Tuscans‘.  Riecht  etwas nach Pferd. Schmeckt aber nicht so. Recht marmeladig, aber schön kirschig und würzig. Bei dem  ‘adligen’ Titel durchaus ein Schnäppchen.

2002 Traminer Trockenbeerenauslese [Alois Kracher]
Kracher at it’s best. In der Nase eine sehr frische Süße, die noch ordentlich knallt krachert. Im Mund etwas wie die Orangenbonbons vom ‘nimm2′. Im wirklich positiven Sinne.

2003 Riesling ‘Quasaar’ Weinhof Herrenberg
Was Claudia & Manfred Loch an der Saar da machen ist nicht von schlechten Eltern. Der Riesling riecht leicht nach alten Möbeln und  schmeckt dabei schön schmelzig und fruchtig. Noch Fragen? Nö.

2004 Mopr [Porta Bohemica]
Wenn jemand noch eine Menge zu tun hat, was den Wein angeht, dann sind es die Weingüter in Böhmen und Mähren. Von Schloss Melnik (bisher) mal abgesehen.
Der Mopr riecht nach Zahnpasta und Pfefferminzpastillen… und schmeckt irgendwie auch so. Und das ist ja schon fast wieder interessant.

2004 Château Mouton-Rothschild
Eindeutig Kindermord. Vielleicht DER berühmteste Wein der Welt. Nicht ganz unumstritten, vielleicht nicht der beste, aber er hat was. Wumms, Kraft und Saft. Allerdings stehen die noch etwas unentschlossen in der Ecke rum. Da sollte noch was kommen.
Warten wir also in Zukunft noch etwas ab und wundern uns über die Mondpreise die man inzwischen für sowas bezahlt.

2005 Roter Uhudler [Weingut Mayer]
Ein rechter Exot, weil… kann man hier nachlesen. Riecht und schmeckt wie Erdbeerbowle. Nicht ganz uninteressant.

2006 Hölder [Winzergenossenschaft Freyburg/Unstrut]
Noch so ein Ding. Der Hölder ist eine Kreuzung aus Riesling und Ruhländer.
Riecht wie ein nasser Hund und liegt geschmacklich irgendwo zwischen… Riesling und Ruhländer. Auch gar nich so schlecht. Und definitiv das beste, was ich bisher von den Genossen aus Freyburg im Glas hatte…

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