Page Impressions machen reich und sexy

Gelegentlich hat man ein Déjà-vu. Meins heißt im Moment Page Impressions (PI). Diese sollen aussagen: ‘Wie oft hatte der Besucher ‘Sichtkontakt’ mit einer Webseite? Dieser Wert misst, wie gut oder schlecht ein Webauftritt angenommen und genutzt wird.’ Thank you, Dr. Web.
Nicht verstanden? Ok. Angenommen, nur ein einziger Besucher liest diesen Beitrag. Damit hat er auf Weincasting eine Page Impression erzeugt. Klickt er dann noch hier, hier, hier und hier sind es schon fünf.
Zählt man noch die ganzen Bots und Spider von Google und Co, sowie die Anzahl der Besucher, die durch diesen reißerischen Titel fälschlicherweise angelockt wurden, kommt da eine hübsche Anzahl an PI’s zusammen.  Die Anzahl an echten Besuchern bleibt aber gleich. Genau einer.
Das man mit dem Wissen darum, seine Webseiten auch noch gut ‘optimieren’ kann, ist seit Jahren bekannt. Erstaunlich aber, dass sich die Mär von deren Aussagefähigkeit immer noch hält.
Denn zur Zeit tauchen die Page Impressions unter den Weinblogs auf. Sie wurden mal wieder mal aus dem Sack gezogen um daran zu verkünden, dass Drink Tank, Nikos Weinwelten und Weinverkostungen die meistgelesenen Wein-Blogs seien. Und nicht nur das, die ermittelten 60000 PI’s pro Monat dienen auch gleich mal dazu, um sie mit den 30000 Abonnenten der Weinzeitschriften gegenzurechnen und Print damit irgendwie für tot zu erklären.
Natürlich möchte ich dies überhaupt nicht infrage stellen, schließlich hat man es ja selbst ausgerechnet.
Übrigens, dass auch nicht ganz unumstrittene StudiVZ hat 100000 PI’s. Pro Minute.
Vielleicht sollte man es mit den Worten von Robert Basic, nicht nur laut Page Impressions, Deutschlands Blogger Nummer eins sagen:
Was sind hohe Page Impressions wert? Nix.

EIN KOMMENTAR

  1. Iris sagt:

    Danke für die Erklärung trotz déjà vu – das wollte ich nämlich gleich nach Lektüre des zitierten Artikels den Autor fragen (ich dachte, vielleicht drucken sich die Leser die Seiten aus und heften sie ab, für ihr individuelles “Printmedium”:-) – aber meine Kommentare verschwinden häufig oder kommen nur verkürzt an…

    Meine blog-software behauptet immer, dass 50 bis 60 000 pages pro Monat gelesen werden, bin ich jetzt in Frankreich genauso wichtig wie die Revue des Vins de France und wieviel Abonnenten haben die überhaupt noch, seit ich vor ein paar Jahren das Abo gecancelt habe – wegen zuviel Bordeaux und Schnäppchen-Sondernummern = FAV???

    - na ja, selbst wenn ich die Antwort wüsste, wäre das wohl auf meiner französischen Ausgabe keinen Artikel wert, denn hier scheint der S-Vergleichs-Virus bei Weinbloggern noch nicht um sich zu greifen – es gibt eben doch noch kulturelle Unterschiede.

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