Lambecks kleine Weinwelt

Es ist ja nicht so, dass die ‘Welt(online)’ eine große Weinpostille ist. Man beschränkt sich mehr oder weniger auf Artikel à la Werbung Online oder auf die Kolumne von Herrn Lambeck.
Und nun ist dem ‘Weinkenner Martin S. Lambeck’ offenbar eine Flasche sächsischen Weines auf Tisch gestellt worden. Zeit sich auf ‘Der neue Wein aus der Goethezeit‘ kurz mit der Ostzone ‘DDR’ DDR dem Weinbau ‘drüben’ auseinanderzusetzen.

Zu den großen Zaubertricks im Deutschland unserer Tage gehört es, bei der Europäischen Union die Rechte zur Neu-Aufrebung von Weinbergen zu erlangen. Osteuropäische Nachbarn werden in Brüssel bevorzugt. Deutsche Winzer schauen zu 90 Prozent in die Röhre – es sei denn, man plant Rebflächen auf dem Gebiet der ehemaligen DDR!

Gut, spätestens seit Wallraff wissen wir ja, wie bei Springer recherchiert wird. Und man braucht auch keine Glaskugel um diesen Blödsinn auseinander zunehmen.
Der ‘Zaubertrick’ bedarf rein innerdeutschen Beziehungen Kontakten, denn die Europäische Union hat keinen Quadrat-Millimeter zur weiteren Ausdehnung herausgerückt. Sondern Rheinland-Pfalz, auf dem Gebiet der ehemaligen BRD, die mit ihren Aufrebungs-Rechten nicht wissen wohin. Und auch der Westen schaut nicht NUR in die Röhre.

Die neuen Anbauflächen bei Weimar erfordern eine eigene Kellertechnik, und sie gehören zum deutschen Anbaugebiet “Saale- Unstrut”. Unter diesem Namen werden in den neuen Bundesländern kleine Einzelgebiete bis hin nach Mecklenburg-Vorpommern zusammengefasst.

Das ist zwar nicht unbedingt falsch, aber das Gros der Fläche liegt nach wie vor im Gebiet um Saale und Unstrut. Und ‘Sachsen’ ist auch nach wie vor nicht ‘Saale-Unstrut’.

Im Zuge des Klimawandels haben sich im Osten bereits mehrere hochprofitable Qualitätsweingüter entwickelt. Der Bereich Saal-Unstrut verdient am Leipziger Speckgürtel der Industrie. Sachsen mit Dresden und Meißen machen ein gewaltiges Geschäft mit internationalem Tourismus. Genau hier liegt auch die große Zukunft der Weimarer Weine: Ähnlich wie Dresden hat auch Weimar ein hochklassiges internationales Touristen-Publikum. Da werden selbst hohe Preise für gute Qualität schnell und gern bezahlt.

Wein aus dem ‘Osten’ ging schon immer gut weg. Besonderns an Einheimische, Stammkunden, den gut sortierten Weinhandel und die Gastronomie. Da brauchte es gar keinen Klimawandel.
Sollte man sich allerdings auf einen Leipziger Speckgürtel (Na, Herr Lambeck, Sie waren noch nie im Leipziger Umland? Oder?) oder internationale Luxus-Touristen in Dresden (Die Lieblichtrinker mit den Reisebussen aus Wanne-Eickel?) verlassen müssen, dann gute Nacht.
Achja, der Wein in der Flasche. Ein 2007 Müller-Thurgau vom Weingut Schloss Proschwitz.

Der 2007er Müller ist ein duftiger und dennoch dichter Wein von hoher Mineralität. Das liegt an dem Boden, auf dem der Sachse wächst: Granit von Löß durchsetzt. Im Aromenspektrum entwickeln sich Limette, Nuss und florale Aromen. Der Wein hat einen großen Nachhall und hat Lagerpotential. Freilich ist er frisch und kalt auf der Terrasse eine Offenbarung!

Ok, die Weine aus Proschwitz können sich schon seit Jahren nicht die schlechtesten. Und nicht nur im Osten. Aber das ist ja auch nichts Neues.

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