Bundesverwaltungsgericht: No capacité für réservé!

Vorerst.

Der seit Jahren andauernde Streit um die Etikettierung von Pfälzer Qualitätsweinen geht weiter. Nach einer Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig darf ein Winzer seinen Wein zunächst weiterhin nicht mit den französischen Begriffen “Réserve” oder “Grande-Réserve” versehen.
Diese Bezeichnungen für einen deutschen Wein könnten irreführend sein, so das Gericht. Das letzte Wort hat nun die Vorinstanz, das Oberverwaltungsgericht Rheinland-Pfalz in Koblenz. Es muss prüfen, ob die französischen Bezeichnungen mit bestimmten Qualitätsstandards verbunden werden.

Warum sich ein Pfälzer Winzer ausgerechnet das Recht zur Verwendung der Namen “Réserve” oder “Grande-Réserve” einklagen will, ist mir wirklich schleierhaft. Eine (Schnäpschen-)Idee der Abteilung Marketing?
Als gäbe es in Deutschland (und der Pfalz) nicht schon genug Verwirrung im Wust von Spätlese, Landwein, Erstes Gewächs, Eiswein, Tafelwein, Trockenbeerenauslese, Kabinett, Großes Gewächs, Beerenauslese, Spätlese, Auslese…
Wie wäre es in Zukunft mit Premier Cru aus Brandenburg? Wegen der besonderen Qualität und der hugenottischen Tradition…

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2 KOMMENTARE

  1. Pasta sagt:

    Trostpflaster: Deutsche Winzer dürfen inzwischen wenigstens ihren Grauburgunder „Pinot Grigio“ nennen. Ob sie es aber immer schaffen, das er so schlecht ist wie das italienische Original entzieht sich meiner Kenntnis.

  2. “Ob sie es aber immer schaffen, das er so schlecht ist wie das italienische Original entzieht sich meiner Kenntnis.”

    Ich befürchte, schon.

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