Weinrallye #12 ‘In Gottes Namen’: Koscherer Wein [Update]

WeinralleyNach einiger Zeit wieder ein etwas anspruchsvolleres Weinrallye-Thema, bei dem man sich trotzdem nicht in eine Art Schulaufsatz-Situation zwingen muss.
Mit dem Thema ‘In Gottes Namen’ kehrt die Rallye an ihren Ursprung, den Winzerblog zurück und lässt mehr Freiraum als man denkt. Denn man kann sich sowohl mit einem Klostergut aus der Affäre ziehen oder wie hier Israel zuwenden.
Der israelische Wein kommt gut voran, wie die ProWein gezeigt hat. Und passend dazu sind nicht alle, aber ein Großteil der Weine koscher.
Dies bedeutet, dass die Erzeugung unter strenger Aufsicht von Rabbinern steht. So soll der Weinberg eigentlich alle sieben Jahre ein Jahr Pause machen, also brach liegen. Das schmerzt natürlich jeden Weinbauern und so zeigt man sich findig, indem man ihn in jenem Jahr pro forma an einen Nichtgläubigen verkauft. So macht man keine Miese und der Rabbi nickt es trotzdem ab.
Auch sonst ist die Erzeugung von koscherem Wein mit manchen Hürden verbunden. So dürfen bei der Herstellung nur orthodoxe Juden in direkten Kontakt mit dem Wein kommen. Nicht koschere Zusätze fallen dabei natürlich auch flach.
Dazu kommen Sonderregeln, wie die Vernichtung von einem Prozent der jährlichen Ernte, welche auf den zu entrichtenden Zehnten im Tempel von Jerusalem zurückgeht. Oder die erforderliche Schnellpasteurisierung, damit der Wein nicht seine kosherness verliert, sollte er durch nicht orthodoxe Juden ausgeschenkt werden. Dass dabei auch die Sabbatruhe eingehalten werden muss, braucht man eigentlich nicht mehr zu erwähnen.
Bei diesem Aufwand könnte man denken, dass die Erzeugung Biowein doch recht easy zu bewerkstelligen ist.
Dieses Prozedere muss den Wein aus Israel vielleicht nicht besser machen, schadet aber auf keinen Fall.
Ob auch der Vineyards SelecteD von Carmel diesem positiven Trend folgt, wird hier in einem eigenen Beitrag nachgegangen.

[Update]
Hier gibt es inzwischen die Zusammenfassung aller teilnehmenden Beiträge.

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