Mehr Schein als Fine?

F-i-n

Das neue Weinmagazin Fine geistert seit geraumer Zeit durch den BlätterOnlinewald, aber nun durfte ich es livehaftig in den Händen halten.
Gemacht für eine Zielgruppe, die irgendwo zwischen interessierten Laien, Erben von Bäckereiketten und Möchtegern-Fachleuten liegt. Egal, Hauptsache Premium. Das illustrieren nicht zuletzt die Anzeigen recht deutlich. Diese dominieren in ihrer Anzahl zwar nicht so stark wie befürchtet, zeigen aber wo es langgehen soll: Money, Money, Money. Auch beim Inhalt wird sich – zumindest preislich – voll auf die Spitzengruppe konzentriert. Bordeaux und Château, etwas gewürzt mit Weil und Seppelt. Als give away gibt es die obligatorische Dollase-Kolumne. Der Jürgen wird eh schon von Tre Torri verlegt, Biolek hatte wohl keine Zeit.
Warum man schon beim Cover gespart hat, will auch nicht einleuchten. Das Motiv kennen wir ja schon, zum Beispiel von der Skandinavischen Ausgabe, allerdings aus dem Jahr 2006. Auch die Art Direction des Blattes ist, im Gegensatz zum selbst gesetzten Anspruch, ganz und gar nicht fine. Mit der Azubi-Typografie aus einem Immobilienprospekt und dem ‘Viel hilft viel’-Einsatz von Photoshop-Filtern wird ein Ambiente erzeugt, welches mal näher bei Rosamunde Pilcher, Pottery Barn oder Bram Stoker’s Dracula liegt.
Ob nun die 15 Euro, oder gar die evtl. später geplanten 25 Euro, pro Heft gerechtfertigt sind, sei mal dahingestellt. Man könnte sich vom gespartem Geld auch ein gutes Wein- oder Genussbuch kaufen.
Zum Beispiel aus dem Tre Torri Verlag…

6 KOMMENTARE

  1. Thomas sagt:

    15 Euro und später 25 Euros für ein Magazin?
    Gibt es da einen Wein dazu?

  2. Nein, aber dafür gaaaanz viiiiiel Lifestyle.

  3. Matthias sagt:

    Man sieht auch viele hübsche Bilder, von schnellen Autos, teuren Schuhen oder gar Yachten. Gestern Abend habe ich dieses Magazin durchgeblättert, und festgestellt, dass ich wohl nicht die richtige Zielgruppe bin…

    Gelesen habe ich nur den Artikel über Weil – der lobhudelte arg – auch wenn ich Weil-Wein sehr schätze.

  4. Der Zielgruppe ist das ja auch egal. Die wollen wissen welchen Wein sie sich in den Keller legen ‘müssen’ und evtl. wie es in ‘ihrem’ Weingut aussieht.
    Lobhudeln ist dann auch praktisch die Zugangsvoraussetzung, ansonsten heißt es bei ‘den besten Weingütern der Welt’: ‘Du kommst hier net rein!’

  5. [...] Fine als ein seichtes Lifestyle-Wein-Magazin wahrnehmen. Da schon viel Richtiges über dieses Heft geschrieben wurde, möchte ich mich einer kleinen quantitativen Analyse widmen. Der Anteil der Werbung ist [...]

  6. Eckhard Supp sagt:

    Habe mich unter http://www.enobooks.de/Magazinartikel/Rubriken/Produkte.asp ausführlicher ausgelassen.

    Hier nur zwei Passagen daraus:

    >

    >

    [Admin]
    Ich hab nix dran gemacht. Der Kommentar war so… Ehrlich.

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