Twitter: Sozialgeräusche 2.1

Wenn alle Blogs geschlossen sind, macht das letzte Weinblog drei Jahre später endgültig zu. Will sagen, beim Thema Wein brauchen Trends und Phänomene bekanntlich etwas länger. Und das ist im Prinzip auch gar nicht schlecht, denn wenn man Glück hat, muss man sich nicht mit Zweitagsfliegen wie beispielsweise Second Life herumärgern. So hat es eben auch etwas gedauert bis sich die ersten Weinblogs durchsetzten und über eine Art WeinVZ nachgedacht wurde, als über StudiVZ schon Regionalzeitungen schrieben.
Und jetzt zieht auch Twitter über die Weinberge herauf. An vorderster Front sind (natürlich) Mario Scheuermann und Matthias Metze mit dabei, aber auch Niko Rechenberg, Thomas Günther und einige Karteileichen. Twitter ist auch ganz einfach, nämlich nichts anderes als eine Art SMS-Chat (Erklärung SMS und Erklärung Chat) oder Blog very light mit wenig Text und gar keinen Bildern. Anhänger sprechen da lieber von einem sozialen Netzwerk, ohne das sowieso gar nichts mehr geht. Mitmachen ist auch ganz einfach, notfalls mit einem Handy zu bewerkstelligen.Es ist also möglich, ständig allen und jedem mitzuteilen was man macht (oder nicht macht) oder ob man gerade einen Korkkrümel im Weinglas hat.
Bleibt nur die Frage, ob man selbst oder jemand anderes diese Infos auch braucht. Oder sind das auch wieder nur neue Tropfen im Ozean der überflüssigen Informationen? Vermutlich ist es ja auch wirklich nur einer dieser kollektiven Mitmachzwänge, ein Knüpfen von Pseudokontakten die Dauerhaftigkeit suggerieren. Es gibt die ersten Interviews mit Twitterern und längst die obligatorischen Schwan… Rankings.
Doch die ersten Wolken ziehen bereits am Horizont herauf. So wird über Werbung auf Twitter diskutiert, Domaingrabber sind ebenfalls unterwegs und die ersten Twitter-Konten werden bei ebay versilbert. Möglicherweise die ersten Anzeichen dafür, dass die Karawane der Nerds weitergezogen ist.
Und ich? Ich habe mir gestern ein sehr dickes Buch gekauft…

5 KOMMENTARE

  1. TheoH sagt:

    Nachhaltigkeit wird gewinnen! Also weiter bloggen und Bücher lesen.

  2. yep. ich les’ auch gerade eins. habe kein twitter und habe trotzdem nicht den eindruck, sozial zu verarmen.

  3. Iris sagt:

    Bei Facebook und Xing dachte ich noch, es wäre eine Art schnelles Diskussionsforum – aber dafür muss man offensichtlich erst einen Rekord in “Freunden” aufstellen – also den oben erwähnten Männersport betreiben, oder so – also lass ich auch lieber die Vögel im Weinberg zwischtschern und schließe mich sonst der Bibiotheksfraktion an – schließt ja ein gutes Glas Wein nicht aus:-)

  4. Möglicherweise hat das auch was Gutes. Wenn gewisse Kreise jetzt anderer Stelle ihre Zeit vertwittern, nimmt das den Druck heraus und Blogs wieder zu dem was sie eigentlich sind: Tage- und Notizbücher.

  5. [...] geht gerade eine frische Twitter-Brise:Theo hat etwas über Genuß-Twitter geschrieben, Wein-Punk Charles B. ist skeptisch, Thomas Knüwer rätselt, und Cem meint, Twitter findet in den Köpfen [...]

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