Weinrallye #8: 2006 Deep Blue® Spätlese [Weingut Tesch]

DB

Beim Deep Blue® vom Red Dot Award Gewinner Martin Tesch steht man zunächst vor einem Rätsel: ‘Hä? Iss’n das?’ Denn mit den Angaben Spätlese und Trocken war’s das auch schon. Und soviel Zurückhaltung geht normalerweise gar nicht.
Im Idealfall beantwortet der freundliche Weinhändler alle Fragen. Ist der aber nicht zur Hand oder hat der keine Ahnung ist man ziemlich aufgeschmissen. Auch die Website hilft da nicht weiter, denn außer der Möglichkeit ein Probierpaket zu bestellen, offeriert die nur ein paar nette Sprüche.
Also, der Name ist eine Hommage an die vorwinzerliche Vergangenheit als Biologe Dr. Martin Tesch und an die Forschungsbase „Deep Blue Sea“. Das man Spätburgunder auch als Blauburgunder bezeichnet, könnte aber Zufall sein. Kein Zufall ist es, dass wir hier einen weiß gekelterten Wein aus rotem Spätburgunder vor uns haben. So was wird ab und zu und hier und da auch als Rosé bezeichnet. Solch eine Angabe hätte man vielleicht auch ganz klein auf die… Na, lassen wir das.
Ist er einmal im Glas, was durch den schicken Schraubverschluss kein Problem darstellt, können wir uns beruhigt zurücklehnen. Zum Glück nicht Deep Blue®, sondern ein Hauch Deep Purple. Trockene und fruchtige Erdbeeren mit einem Schuss herber Ribes nigrum erfreuen das Näschen. Im Mund dann das, was man von einem Rosé eigentlich erwartet: Ein erfrischender mineralischer Weißwein mit ein paar sehr hübsch herumwuselnden Rotweinaromen. Ein Auch-im-Winter-Rosé.

[Gefunden bei… Wein & Feines, Leipzig.]

Song zum Wein:
Pink Martini – ‘Hey Eugene!’
Hier kurz reinhören (via iTunes).

Hinweis: Weil es so schön passt, erscheint dieser Beitrag unter ‘Etikettentrinker – alles fürs Auge‘ im Rahmen der Weinrallye #8.

2 KOMMENTARE

  1. herr.k sagt:

    ‘Pinot & Co’ vom Weingut Dreissigacker sagt meinem Gaumen mehr zu. Die Spreewälderaromen entfalten sich zum Glück nicht so stark wie sie es bei Deep Blue tun. Nebenbei bemerkt reizt sein Etikett meinen Sehnerv stärker und regt mein Hirn damit auch stärker zum Konsum an. Wenn man davon ausgeht das mit Pinot & Co, Pinot Noir gemeint ist, kann man ergo mit gleichem Inhalt rechnen. Die Herren Winzer machen es den Etikettentrinkern ohne die notwendige Fähigkeit zum quer Denken schon schwer.

  2. Den ‘Pinot & Co’ kenne ich ja noch nicht. Allerdings muss ich sagen, dass der DB nach 1-2 Tagen besser geworden ist. Gurke hab’ ich da nicht mehr gefunden.

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