Wein spricht deutsch und Pigott über Wein [Nachtrag]

WSD

Wenn man ein gerade erschienenes Buch als ‘Das Standardwerk zum Wein aus deutsprachigen Anbaugebieten’ bewirbt, ist man entweder größenwahnsinnig oder der Verleger von Stuart Pigott.
Letzterer hat mit ‘Wein spricht deutsch’ jetzt eine knapp 700-seitige Brumme in Form eines Buches vorgelegt.
Und tatsächlich hat man den Mund nicht zu voll genommen. Pigott ist ein recht netter Überblick über den deutschen Wein, besser den Wein aus deutschsprachigen Gebieten von Sachsen bis ins Elsass und von Südtirol bis nach Mecklenburg gelungen.
Natürlich tauchen ‘große’ und bekannte Namen wie Diel oder Tesch in Wort und Bild auf, aber auch ‘kleinere’ wie Zimmerling und Lindicke finden ihren Platz. Zusammen mit vielen Informationen und der lockeren Schreibe von Pigott, hinter der auch die anderen Autoren nicht zurückstehen.
Da solch eine Arbeit offenbar sehr stressen kann, wurde er von seiner Frau Ursula Heinzelmann, Chandra Kurt, Stephan Reinhardt und Manfred Lüer unterstützt. Lüer’s Anteil ist so umfassend, dass sein Name eigentlich auch auf das Buchcover gehört hätte.
Ein Buch welches wahrlich nicht knochentrocken ist und mit dem man, sollte das gefühlte Gewicht von zehn Kilo nicht zu schwer sein, einige Abende seine Freude haben kann.
Im Gegensatz zu manchen Fotos, die vom Motiv ganz nett gelungen, aber in ihrem Druckergebnis nicht selten in Richtung der eines 0815-Tintenstrahldruckers tendieren. Für knapp 80 Euro dürfte da doch mehr möglich gewesen sein.
Eine Menge Schotter zwar, doch gibt es sicher schlechtere Anlagemöglichkeiten. Wem es trotzdem zuviel ist, der kann es ja mal mit einem Rezensionsexemplar beim Verlag versuchen. Obwohl der Scherz Verlag mit diesem Buch möglicherweise sicherlich keinen selbigen macht und damit nicht ganz so freigiebig sein dürfte, wie manche Verlags-Kollegen mit ihren Weinbüchern.
Na, und Weihnachten ist ja auch nicht mehr so fern.
Wie es der Zufall so will… nein, ich habe keine Freiexemplare abzugeben… gibt es in der aktuellen Galore (Vol. 32), aus Anlass des Buches(?), ein kurzweiliges Interview mit dem Herrn (Chef)Autor.
Die Zeitschrift gibt es im gutsortierten Zeitschriftenhandel und das Buch beim Dealer Ihres Vertrauens. Stichworte: Pigott, neues, dickes Buch über deutschen Wein, Scherz Verlag.
Ach, Mr. Pigott hat jetzt übrigens auch eine eigene Homepage bzw. der Verlag hat ihm eine verpasst. Da bin ich mal gespannt ob wie es z. B. mit Wein des Monats weitergeht.

[Nachtrag]
Der erste Eindruck hat sich auch bei genauerem Hinsehen bestätigt. Ein schönes coffee table book im polarisierenden Stil von Pigott.
Der Begriff ‘Standardwerk’ ist aber sehr hoch gegriffen. Wahrscheinlich eher an die Konkurrenz und ihr ‘Standartwerk’, als an die Leser gerichtet. Überhaupt, falls es objektiv etwas zu bekritteln gäbe, liegt dies, wie bei der Druckqualität der Bilder, wohl eher auf der Verlagsseite…

7 KOMMENTARE

  1. Winzerblog sagt:

    Wollte der Herr P. eigentlich nicht einmal irgendwo bloggen?

  2. LarsB sagt:

    Vor 20 Minuten klingelte die Postfrau 1x und überreichte mir den schweren Schmöker. Eine Rezension folgt in der für 700 Seiten angemessenen Zeit.

  3. Charles B. sagt:

    @LarsB
    Ich meinte ja auch ‘nicht ganz so freigiebig sein dürfte’ wie andere…

    @Mr. Winzerblog
    Stimmt, ‘offiziell’ wurden ja ‘Zeitgründe’ angegeben.
    Da Herr P. jetzt auch noch in der ‘Vanity Fair’-Postille schreiben soll schreibt, wird er sicher erst recht nicht irgendwo für lau bloggen…

  4. Weinxxxxxx sagt:

    [edit admin]
    sag mal weinxxxxxx, hast du das seminar “mit einfachen mitteln effektiv in blogs werben” besucht? wenn ja, war das wohl – wie du sehen kannst – für die katz…

  5. Lars sagt:

    @gotorio

    Eine Runde Mitleid… :-)

    Gruß

    Lars

  6. [...] erstaunlich schlecht reproduziert, da schließe ich mich voll und ganz der Rezension von Weincasting an. Das ist schade, da viele Motive wirklich mehr Brillanz verdient hätten. Ein klarer [...]

KOMMENTAR HINTERLASSEN

Sie müssen einglogged sein um einen Kommentar abgeben zu können.