‘S Wiener(t) wieder

Frau Wiener, die Verona Feldbusch Pooth der modernen Küche ist wieder da. Na gut, sie war eigentlich nie wirklich weg, aber egal.
Der Grund für die neu aufgewärmte Medienpräsenz, u.a. in der Zeitung mit den vier großen Buchstaben, ist ‘Das große Sarah Wiener Kochbuch’, denn anstatt Kochbücher zu lesen, schreibt Frau Wiener welche. Schließlich hat sie ja auch großen Erfolg, denn sie ist Chefin von gleich drei Restaurants in Berlin. Dass ein gewisser Herr McDonald in der gleichen Stadt sogar Chef von 50 Restaurants ist, soll nur am Rande erwähnt sein.
Und so dürfen wir wieder die gleichen schönen G’schichten hören. So zum Beispiel die G’schicht von der Sozialhilfe:

Zum Genuss gehört auch Verzicht. Ich darf das sagen. Ich war Sozialhilfeempfängerin, habe von Resten gelebt.

Gut, dann darf man nun wirklich keine Haute Cuisine erwarten. In dieser Zeit ist ihr aber eine kleine Revolution in der Kochkunst gelungen.

Ich lernte z.B., aus Pellkartoffeln später Bratkartoffeln oder Brei zu machen.

Ein weltweit verbreitetes Rezept. Wer hätte gedacht, dass dies praktisch von Frau Wiener stammt. Vermutlich auch das Wiener Schnitzel und die Wiener Würstchen.
Übrigens, da sie sich ihre Kochkunst angeblich komplett selbst beigebracht hat, dürfte es heute bei Kerner’s Kulinarischen Kindheitserinnerungen (KKK) wieder recht eng werden. Obwohl der Schuhbeck und die Poletto zur Sicherheit diesmal nicht eingeladen wurden.
Aber möglicherweise ist das alles sowieso unwichtig und damit an der Zeit für ein Schlußwort zu Kerner und Co. von Wiglaf Droste:

Was Johannes B. Kerner in der Welt der medialen Pfannenschwinger tut, hat mit Kochen nichts zu tun, nicht einmal mit Kochfernsehen. Der Mann lässt kochen und grinst dazu, überflüssiger noch als Bertolt Brechts „Fisch mit Namen Fasch“. Die Mischung aus Gedankenarmut, uneingeschränktem Abgreiferinstinkt und Ich-hab’s-geschafft-Erfolgsgrienen imponiert hierzulande nicht wenigen; so substanzfern wie Kerner kämen viele Landsleute auch gern durch ein zusammengelogenes Teuerteuerleben. Müssen dafür aber unschuldige Filets verbraten werden?

Es gibt leider noch keine Kommentare.

KOMMENTAR HINTERLASSEN

Sie müssen einglogged sein um einen Kommentar abgeben zu können.