Matt Skinner. The Juice 2006: 100 Wines You Should Be Drinking

Matt and the Juice.

Ich schiebe es schon seit Ewigkeiten vor mir hin und her und der sich immer mehr nähernde Erscheinungstermin von ‘The Juice 2007′, entspannt die Situation auch nicht wirklich. Das Corpus Delicti ist das Büchlein ‘The Juice 2006: 100 Wines You Should Be Drinking’ von Matt Skinner.
Wir erinnern uns, Matt Skinner möchte der Jamie Oliver des Weines sein.
Die Voraussetzungen sind zwar gut, denn er ist Sommelier bei Mr. Oliver und dieser unterstützt ihn auch nach Kräften. Sein mäßig erfolgreicher Band ‘Thirsty Work. love wine drink better’, in Deutschland aus unerfindlichen Gründen als ‘Wine – just a drink’ erschienen, konnte Laien kaum und Insider schon gar nicht begeistern.
Nun ja, vielleicht klappt es mit ‘The Juice’?! Im handtaschenfreundlichen Format macht es optisch eine Menge her. Die Weine sind nach den finanziellen Möglichkeiten der Käufer schön geordnet, von ‚Skint’ wie pleite bis hin zu ‚Bling’, dem genauen Gegenteil von pleite oder ‚someone else is paying’.
Das Layout ist stylisch wie ein Jamie Oliver Kochbuch, was an sich ja kein Makel sein muss. Im Gegenteil. Doch, es blättert, beziehungsweise liest sich, sollte man des Englischen ausreichend mächtig sein, gut durch locker geschriebene Texte und nett gemachte Fotos.
Warum Mr. Skinner allerdings seine Weinflaschen zwischen seinen Turnschuh… ähhh… Sneakers lagert, mag nur er wissen. Ja, Wein trinken ist cool, aber liegt dessen Coolness auf Coca-Cola-Niveau, wie ein Turnschuh?
Whatever, das Buch ist auf den englischen Weinmarkt getrimmt, was ein Nachtasting wegen des doch unterschiedlichen Angebotes außerhalb Britanniens nicht einfach macht. So wird es schwer sein auf die 100 Weine zu kommen, die man ja unbedingt trinken sollte. Aber das kann man natürlich nicht dem Buch anlasten. Immerhin, der eine oder andere Bekannte ist hier doch zu finden. So wie Ernst Loosen. Ernst Loosen wird hier zu Ernie ‘verkumpelt’ und ‘Ernie Loosen the Riesling world’s answer to Obi-Wan Kenobi’. Naa-ja.
Ja und damit sind wir wieder mal bei Matt’s alten Problem. Eine lockere Schreibe, die leider zu oft zu gewollt daher kommt.
Alles in allem ein gut arrangiertes und durchgestyltes Buch zum blättern, ohne wirklich tiefgründige, brauchbare Informationen zu vermitteln.
Fazit: Fancy design and pictures don’t make a useful wine guide!

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