Der Papst zu Besuch in Meißen.

Nicht Gott („Wein-Gigant“ Robert Parker), aber immerhin der Papst („Weinguru“ Stuart Pigott) war in Meißen.
Diesen Eindruck konnte man durchaus bei der Lektüre der örtlichen Presse, namentlich der Sächsischen Zeitung, bekommen.
Der „Weinpoet“ und „Demokrat unter den Weinkritikern“ weilte am Donnerstag zur „knallharten Recherche“ in Meißen.
Und wie es sich gehört, wird bei einem Staatsgast die lokale Prominenz aufgefahren. Außer dem Gastgeber, dem Chef der Weinbruderschaft Hans-Jürgen Creutz, der Landrat, der Superintendent, der OB, die Chefs des Tourismusverbandes, usw..
Ob Pigott nun von der Prominenz oder vom Wein mehr beeindruckt war, er war zumindest dem Wein durchaus zugeneigt. Die Meißner Weine gehören in die Top 100 in Deutschland. Na bitte.
“Die Weinhersteller haben einen Quantensprung gemacht. Bei den Spitzenweinen bemerke ich eine Beständigkeit. Was aber noch wichtiger ist – sie sind sehr viel individueller geworden. Jeder Hersteller hat seine eigene Handschrift entwickelt.“
Eben.
Jetzt heißt es, weiter am Charakter arbeiten, weg mit Etiketten á la Danny’s Webdesign & Copy Shop, her mit hochwertigen Verpackungen und zeitgemäßen Verschlüssen. Klaus Zimmerling und Prinz zur Lippe machen es hier und da schon vor.
Und bitte, keine Meißner Sehenswürdigkeiten und schon gar nicht Dresdner Sehenswürdigkeiten auf die Etiketten.
Irgendwann wird dann auch die Prominenz und Lokalpresse merken, dass nicht Kritiker guten Wein machen, sondern gute Winzer.
Spätestens dann, kann man auch dem Besuch vom Papst oder sogar von Gott gelassen entgegensehen.

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