London calling.

London lohnt immer. Dank Ryanair und Co. ist auch ein kurzer Shoppingtrip drin, ohne danach gänzlich pleite zu sein.
Durch Zufall ist mir im Zusammenhang mit London, dieses Zitat von Sir Peter Ustinow begegnet:

Die Hölle stelle ich mir so vor: Italienische Pünktlichkeit, deutscher Humor und englischer Wein.

Hehe, besonders mit dem deutschen Humor dürfte er wohl Recht haben.
Trotzdem, neben den neuen Vivienne Westwood Klamotten, könnte man ja Humor beweisen und sich noch ein Fläschchen englischen Weines mitnehmen.

OFW

Gut Vivienne Westwood ist mir etwas zu expensive, aber guter Wein geht immer. Und der englische soll laut Mr. Johnson gar nicht so schlecht sein. Es gibt nur ein paar Kleinigkeiten zu beachten.
Den kleinen Johnson hat man ja sowieso immer im Gepäck. Dann kann ja nichts mehr schief gehen.
Sainsbury’s oder Marks & Spencer Food Stores sind an jeder Ecke zu finden. Das bekannte 1A Angebot an frischen, mundgerecht verpackten Lebensmitteln Convenience Food bzw. Cook & Chill Food. Nein, dass soll wirklich nicht genörgelt sein.
An gleicher Stelle bekommt man selbstverständlich auch Wein. Hardys, Banrock Station oder alte Bekannte wie Jacob’s Creek, Torres oder Lindemans.
Aber kein “British Wine” (zum Glück, da aus importierten Konzentraten hergestellt und somit gar nichts Britisches) und schon gar kein englischer “Quality Wine”.
Doch hier. Ach, nein. „Oxford Landing“ ist ja auch aus Australien.
Immerhin trifft man auch hier noch Vertreter aus der dunklen deutschen Weinvergangenheit.
“Niersteiner Gutes Domtal” und “Blue Nun”.

Blue Nun

“Blue Nun”. In England früher ein Begriff, wenn es etwas ganz besonderes sein sollte. Der groteske Zusammenhang der Begriffe Liebfraumilch und Qualitätswein in Blau. Ich spare mir alles weitere. So ändern sich die Zeiten.

Treshers

Also zu Treshers, der Weinhandelskette. Sehr schönes Angebot. But not one wine from England. Damn it.
Gut, also zu Selfridges. Das Londoner KaDeWe. Da wird doch wohl wenigstens was zu kriegen sein, oder?
Doch, dass Angebot ist ordentlich. Neben dem üblichen Franzosen, Australier, Südafrikaner, Italiener auch Exoten wie ein “Yarden Cabernet Sauvignon” aus Israel. Aber nix English. Gar nix. Überhaupt nichts.

Weingott

Noch nicht mal Gott mit seinem Lädchen kann hier weiterhelfen.
Ok, es reicht. Man könnte seine Suche noch bei Oddbins, Waitrose etc. fortsetzen. Ja, bei letzteren gibt es sogar einen „Chapel Down Flint Dry“. Allerdings online.
So bleiben drei Fragen. Wo wäre bitte der nächste Waitrose? Gibt es dort auch das Online-Angebot? Gibt es in London vielleicht noch etwas anderes, als nach englischem Wein zu suchen.
Eben. Es reicht mir. Ich verlasse London ohne Wein, aber mit der Erkenntnis, dass man englischen Wein nicht einfach im vorübergehen bekommt.
Wer mag, kann sein Glück ja mal vor dem Abflug bei Berry Bros & Rudd im Airport Heathrow herausfordern.
Nur, den fliegen Ryanair & Co gar nicht an…

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